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»Bestens gewappnet.«
Cara * Foto: Sven Ehlers

5 Minuten mit ...


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Aktuelles Album:


Live
(Artes-Records, 2018)



Cover Live


Cara

Cara

Aus von blauem Licht durchflutetem, waberndem Nebel erklingen wie aus uralten Tagen die von Uilleann Pipes gespielten Töne einer Slow Air. Eine Geige gesellt sich hinzu, eine Gitarre beschleunigt zu einem Reel, Pipes und Fiddle halten mit, ein Piano begleitet mit Akkorden. Als der Nebel sich von der Bühne verzieht, erkennt man die vier Gestalten, die die Musik erzeugen: Kim Edgar am Keyboard, Henrik Morgenbrodt an den Uilleann Pipes, Gudrun Walther an der Fiddle und Jürgen Treyz an der Gitarre. Sie bilden Cara in der aktuellen Besetzung der Band – nur Rolf Wagels fehlt, der einzige Nichtvollprofi der Formation, der werktags seinem Beruf als Tierarzt nachgeht. Sonst wäre auch seine Bodhrán dabei gewesen.

Text: Michael A. Schmiedel

Dieser Auftritt in der Bonner Harmonie im vergangenen November macht es deutlich: Seit dem Beitrag über Cara anlässlich der damaligen Neubesetzung der Band in Ausgabe 6/2010 des <>Folker gab es weitere Veränderungen. Die von den schottischen Orkneyinseln stammende Sängerin, Piano- und Fiddlespielerin Jeana Leslie, die 2013 ihre Universitätslaufbahn fortsetzte, wurde durch ihre Landsfrau, die Singer/Songwriterin Kim Edgar ersetzt, mit der Cara noch im selben Jahr das Album Horizon aufnahm. Und der irische Uilleann Piper Ryan Murphy verließ die Band ein Jahr später, um anderen Verpflichtungen nachzugehen, woraufhin mit Henrik Morgenbrodt wieder ein deutscher Dudelsackspieler hinzustieß.
In dem Zusammenhang mag die Frage aufkommen, ob es Caras auch international so erfolgreichem Karriereweg einen Abbruch getan haben könnte, dass das neue Verhältnis von deutschen gegenüber Mitgliedern von den Inseln in der Celtic-Folk-Band nur noch vier zu eins war. Immerhin stellte sie das Irish Music Magazine in der alten Besetzung auf eine Stufe mit Topbands des Genres wie Solas, Dervish und Altan. Diese Frage kann mit einem klaren Nein beantwortet werden. Erstens sind Gudrun Walther auf Fiddle und Akkordeon sowie mit ihrer Stimme und Jürgen Treyz auf Gitarre und Dobro so exzellente Songwriter und Musiker, dass sie selbst als Duo ein internationales Publikum fesseln können. Zweitens gehört Morgenbrodt einer Generation von deutschen Celtic-Trad-Musikern an, der es gelingt, so zu spielen, dass sie so natürlich klingt, wie die der Kollegen aus Irland, Schottland oder Übersee. Obendrein spielt er die Pipes nicht nur, sondern baut sie sogar, nachdem er dieses Handwerk bei Andreas Rogge, einem der führenden deutschen Pipebauer, gelernt hat. Zuletzt kommt Kim Edgar nicht die Rolle der Vorzeigeschottin zu, sondern sie überzeugt als Sängerin und Pianistin wie die anderen Bandmitglieder auf ihren Instrumenten und fügt sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Das ließ sich nicht nur beim Konzert eindrücklich erleben, sondern bescherte der Gruppe auch unlängst den Gewinn des Kulturpreises Freiburger Leiter bei der diesjährigen Internationalen Kulturbörse in Freiburg.

... mehr im Heft.