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»Wir fanden die Gegenüberstellung der moderneren Sprachen Skandinaviens mit ihrer altnordischen Urmutter reizvoll.«
Strömkarlen * Foto: Katrin Engelmann

5 Minuten mit ...


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Aktuelles Album:


Edda Sånger
(Eigenverlag, 2015; siehe auch Rezension in Folker 4/2015)



Cover Edda Sånger


Strömkarlen

Von Dresden bis Asgard

„Einst war das Alter, da Ymir lebte, / Da war nicht Sand, nicht See, nicht salz’ge Wellen, / Nicht Erde fand sich noch Überhimmel, / Gähnender Abgrund und Gras nirgend.“ Der Dichter, Historiker und Politiker Snorri Sturluson (1179-1241) verfasste diese Zeilen, mit denen er ein Buch beginnen ließ, das schon zu seiner Zeit eine vergangene mythische und religiöse Weltanschauung wiedergab, die dank seiner zumindest in Island jedoch nie ganz vergessen wurde: Ásatrú, den Glauben an die Asen, die germanischen Götter. Wenn sich eine Dresdener Band daranmacht, das Epos um Odin, Thor, Frigga und Loki – und nicht zu vergessen den Zwerg Alwis – zu vertonen, dann mag man heutzutage auf abwegige Gedanken kommen. Aber nein, nichts liegt Stefan Johansson, Christina Lutter und Guido Richarts ferner, als mit der Edda in der Hand das Abendland verteidigen zu wollen. Und auch mit der Pagan-Folk-Szene haben sie wenig zu tun. Vielmehr geht es ihnen recht unpolitisch und unreligiös um skandinavische Volkskultur, die eben voll von Mythen und Sagen ist. Und so benannten sie sich nach einem mythischen Wassergeist und bemerkten erst im Nachhinein, dass auch das Duo Kelpie einen solchen Hintergrund hat.

Text: Michael A. Schmiedel

In Dresden sind sie alle drei Einwanderer: Johansson stammt aus Luleå in Nordschweden, Richarts aus Aachen im Westrheinland und Lutter aus Arnstadt in Mittelthüringen. 2004 trafen sich der Weltenbummler und Straßenmusiker Johansson und die Irish-Folk-Fiddlerin und -Whistlerin (ex Flaxmill) Lutter erstmals und kamen bald darauf, schwedischen und irischen Folk miteinander zu verbinden. Richarts kam aus der Rock/Pop-Gesang-, Kontrabass- und Latin/World-Ecke und hat familiäre Beziehungen nach Norwegen. Johannson spielt auch solo, ab und zu begleitet vom Sitaristen und E-Gitarristen Krishn Kypke, der zudem bei Lutters’ und Richarts’ Weihnachtsprojekt Julvisor sowie als Gastmusiker bei Strömkarlen mitmacht. Darüber hinaus erweitern der Schlagzeuger und Percussionist Stephan Salewski, der auch mit einem Stahlcello arbeitende Obertonsänger und Klangkünstler Jan Heinke, der Gitarrist, Mandolinen- und Dobrospieler Daniel Nikolas Wirtz, der Dudelsackspieler Robert Leuschner, die Osloer Cellistin Elisa Herbig sowie der Chorgesang des Jungen Ensembles Dresden das Klangspektrum von Strömkarlen nicht unerheblich. An dieser Vielfalt von Instrumenten und Herkunftsmusikkulturen zeigt sich deutlich die Weltoffenheit ihrer Interpretation skandinavischer Musik.
Da es keine Überlieferung der altisländischen Melodien gibt, erfinden Strömkarlen eine für sie authentische Mischung aus aktueller skandinavischer Volksmusik, romantischer Rímur-Tradition aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert und anderen Einflüssen. Guido Richarts erklärt: „So spannen wir ganz intuitiv einen weiten Bogen von Elementen aus alter Vokalmusik über Tänze und Folksongs späterer Jahrhunderte bis in die heutige Zeit mit der uns ebenso prägenden Rock- und Popmusik und haben bewusst auch Elemente und Instrumente ganz anderer Kulturen einfließen lassen.“ Die Texte, auch der Edda, singen sie auf Isländisch, Schwedisch, (Neu-)Norwegisch und Englisch. Richarts dazu: „Wir fanden die Gegenüberstellung der moderneren Sprachen Skandinaviens mit ihrer altnordischen Urmutter reizvoll – auch wenn das sicher nur für Spezialisten oder eben Muttersprachler nachzuvollziehen ist.“

... mehr im Heft.