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»Für Runrig gehörte immer alles zusammen und duldete keine Eile.«
Runrig

5 Minuten mit ...


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Aktuelles Album:


The Story
(Sony Music, 2016; siehe Rezension in Folker 2/2016)



Cover The Story.jpg



Runrig

(Fast) das Ende der Geschichte

1973 spielte die Run-Rig Dance Band erstmals zum Tanz auf. Die Besetzung: Sänger Rory Macdonald an der Gitarre, sein Bruder Calum am Schlagzeug und Blair Douglas am Akkordeon. Letzterer wurde durch Robert Macdonald ersetzt, und hinzu kam Donnie Munro an der zwölfsaitigen Gitarre, der neuer Leadsänger werden sollte. So wurde 1978 die erste LP Play Gaelic eingespielt, größtenteils Songs der Macdonald-Brüder und komplett in Gälisch. 2016 erschien The Story, offiziell das letzte Studioalbum Runrigs. Warum? Wieso? Wie war’s? Und was bleibt?

Text: Mike Kamp

Ältere Herren sind sie nun, die Jungspunde und gälischen Rocker von einst. Immer noch fit genug für die Bühne, denn Konzerte plant die Gruppe auf jeden Fall noch bis weit in das Jahr 2017 hinein, Ende Oktober bis Mitte November 2016 auch in Deutschland. Aber für Runrig gehörte immer alles zusammen und duldete keine Eile. Mindestens ein Jahr dauerte es, bis die Songs geschrieben, geprobt und im Studio eingespielt waren, dann kamen die Vorbereitungen und schlussendlich die Touren selbst, insgesamt problemlos ein Dreijahreszyklus. Das passt in etwa, schließlich ist The Story lediglich Studioalbum Nummer vierzehn. Das vorherige Studiowerk Everything You See erschien sogar bereits 2007, also vor neun Jahren. Gitarrist und Piper Malcolm Jones wertete in einem Interview mit der West Highland Free Press die Zahlen allerdings nicht ganz so pessimistisch: „Wenn du mal rechnest, dann sind wir jetzt in unserem dreiundvierzigsten Jahr, und wir haben mindestens zwei Jahre Konzerte vor uns. Potenziell wären es also etwa fünf Jahre hin, bis ein neues Album in Frage käme. Selbst wenn wir dann noch keine Gehhilfe brauchen sollten, wäre das trotzdem eine zu große und langfristige Verpflichtung.“ Dennoch wird die Band nicht müde zu betonen, dass das letzte Studioalbum noch nicht das Ende des Projekts Runrig bedeutet und kündigt augenzwinkernd an, „die Öffentlichkeit mit Livealben und Samplern zu bombadieren“. Es spricht allerdings für die Souveränität und Zuverlässigkeit der Band, ihre letzte Runde so wohlüberlegt anzugehen.
Im fünften Jahrzehnt Runrig muss es erlaubt sein, eine – wenn auch unvollständige – Bilanz zu ziehen. Zu den vierzehn Studio-CDs kommen sieben Livealben, acht DVDs und unzählige Zusammenstellungen, von denen zum Beispiel ein Dänemark-Special (30 Years Journey) die Nummer eins der lokalen Landescharts war. Auch in Deutschland war die Band in den Hitparaden notiert, die DVD Day of Days erreichte sogar Platz eins. In Großbritannien erschienen 29 Singles, von denen sich 15 in den Charts platzieren konnten, ebenso einige CDs. Legendär auch ihre Konzerte am Loch Lomond 1991 mit 50.000 Besuchern oder auf den Burgen von Stirling und Edinburgh.

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