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 Ralph Stövesandt bei einem Workshop * Foto: Kay Reinhardt

Heimspiel


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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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www.singendesaege.de


Zehn Jahre Lehrzeit

Ralph Stövesandt und die Singende Säge

Ein Kursbesuch

Im Frühjahr 2006 gab Ralph Stövesandt bei Ars Musica, einem Verein, der im Naturkost- und Kulturzentrum Stemmerhof in München-Sendling eine Kleinkunstbühne mit Seminarraum betreibt, seinen ersten Kurs für Menschen, die der Klang der Singenden Säge fasziniert. In zehn Jahren hat er dort rund zweihundert Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie man Säge und Geigenbogen so handhabt, dass der typische Sphärenklang entsteht, der nicht von dieser Welt zu sein scheint und sie doch im Innersten zusammenhält.

Text: Kay Reinhardt

Kursbeginn. Neun Sägenschülerinnen und -schüler von der Punktrompeterin bis zum Musiktheatermacher im Alter zwischen sechzehn und sechzig stellen sich vor und berichten über ihre erste Begegnung mit der Singenden Säge. Marlene Dietrich wird genannt, der Musikclown Louison im französischen Film Delicatessen, die englische Band Tiger Lillies, der Landstreicher Konrad in einer Folge von Pippi Langstrumpf und natürlich Meister Stövesandt selbst, der mit seiner Freundin, der Harfenistin Julia Rosenberger, als Duo Sandrose, als Gast bei Quadro Nuevo, als einer der 3 Franken mit dem Kontrabass und in anderen Formationen auftritt.
Stövesandt wurde 1991 – ebenfalls durch Delicatessen – auf die Singende Säge aufmerksam und dachte: Die muss ich mal ausprobieren! 1998 bekam er die Gelegenheit dazu. Damals arbeitete der gebürtige Tauberbischofsheimer, der in Würzburg lebt, in einem Musikladen in Düsseldorf. „Ein älterer Herr kam rein und wollte die Säge veräußern. Er spielte sie an, und ich war so begeistert, dass wir schnell handelseinig wurden. Der Mann zeigte mir die Spieltechnik. Dabei gibt es einen Trick, ohne den kriegt man keinen Ton heraus.“
Diesen Trick und manches mehr zeigt Stövesandt seiner Klasse innerhalb von zwei Stunden, nach denen jeder Teilnehmer die Grundgriffe mehr oder weniger beherrscht und sich jeder mit dem guten Gefühl, einen schönen Nachmittag verlebt zu haben, auf den Heimweg macht. Mancher gleich mit einem Sägenset, bestehend aus Säge, Bogen, Griff, Kolophonium, Öl und Tasche, um für seine musikalische, an Biegungen und Kurven reiche Reise in die Welt der frei schwingenden Töne nach Glissando und Vibrato gerüstet zu sein.

... mehr im Heft.