Folker-Logo Probeabo & Abo     Mediadaten/Anzeigen

Suche
    Intern     Über uns

Kontakt/Impressum/Datenschutz

       
Backkatalog   Ausgabe Nr. 3/2016   Internetartikel
Lenzburgiade

Heimspiel


Weitere Artikel aus der Rubrik Heimspiel in dieser Ausgabe:

Singende Säge

Der Verein Tănase & Gebirtig

Weltenklang





[Zurück zur Übersicht]



Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

Oder gleich zum (Probe-)Abo.




www.lenzburigiade.ch


Klassik und Folk international

Lenzburgiade

Frische musikalische Begegnungen in altem Gemäuer

Das Schloss Lenzburg im Schweizer Kanton Aargau hat eine lange Geschichte. Seine ältesten Teile entstanden vor bald tausend Jahren. Wer weiß, vielleicht spielten schon Musikanten nach dem Nachtmahl für die einstigen Grafen der Burg auf. Belegt ist, dass in den Siebzigerjahren am Folk-Festival auf der Lenzburg die schweizerische Folkbewegung ihren Anfang nahm. Das gegenwärtige Festival, die Lenzburgiade, findet dieses Jahr zum achten Mal statt. Passend zum Auftrittsort umspannt die Veranstaltung Zeiten und Räume, begibt sich zurück ins Persien des elften Jahrhunderts, taucht ein ins alteuropäische Kulturgemisch des Balkans, in die Renaissance und den Barock bis hin zur aktuellen Volksmusik der Alpenländer.

Text: Martin Steiner

Das Folk-Festival auf der Lenzburg ging 1972 erstmals über die Bühne. Anfangs interpretierten die Schweizer Folkmusiker dort vor allem englischsprachige Songs und keltischen Folk. Später traten immer mehr Liedermacher mit Dialektliedern auf. Mit dem Abflauen des Folkbooms fand das Festival 1980 ein letztes Mal statt. Achtundzwanzig Jahre blieb es still auf der Lenzburg, bis 2009 die Lenzburgiade aus der Taufe gehoben wurde. Vergleicht man deren PR-Video mit den Fotos des Folkfestivals, erstaunt vor allem das unterschiedliche Publikum. Da die auffallend gut gekleideten, gestandenen Lenzburgiade-Besucher, dort die langhaarigen jungen Menschen, die von einer besseren Welt träumten. Doch es gibt einige Bezugspunkte zwischen den beiden Veranstaltungen. Zentrum des Geschehens war und ist das Schloss, das von Weitem sichtbar hoch über der beschaulichen Altstadt thront – eine Oase inmitten mittelländischer Wohn- und Industrielandschaften.
Stephan Goerner, der künstlerische Leiter der Lenzburgiade, bringt auf den Punkt, warum es die Musik besonders gern in alte Räume zieht: „Die Stimmung ist sicher ein Grund. Hinzu kommt aber, dass altes Mauerwerk viel zu erzählen hat. Und mit alten Geschichten, mit Erinnerung, Nostalgie, mit der Sehnsucht nach den tiefen Gefühlen und den Wurzeln des Menschseins hat die Musik viel zu tun.“ Auch das Profil „Klassik und Folk“ ist in der musikalischen Tradition der Lenzburg verwurzelt. Bereits 1975 fand im Rahmen des Folkfestivals ein Workshop über das Barocklied statt. „Das Folkfestival hat dem Schloss einen musikalischen Nimbus gegeben, von dem wir heute profitieren dürfen. Wir haben auch bereits einzelne Musiker zu Auftritten eingeladen, die damals schon dabei waren, wie etwa den Hackbrettspieler Töbi Tobler.“

Musik ohne Grenzen

Musikalische oder geografische Grenzen gibt es für Goerner kaum. „Ich möchte das Publikum animieren, seine Ohren zu öffnen und bereit zu sein für Neues. Gute Musik fließt ganz natürlich und findet den Weg zu Herz, Gefühl und Kopf, egal in welcher Sparte – sei es eine komplizierte Fuge von Johann Sebastian Bach oder ein einfaches Volkslied. Allein die Qualität und die Authentizität der Interpretation sind entscheidend.“ So bringt der Programmleiter in diesem Jahr Musiker wie den katalanischen Gambisten Jordi Savall und die bosnische Sevdahsängerin Amira Medunjanin zusammen auf die Bühne des Schlosshofs. „Blut und Honig – Zyklus des Lebens“, ist der Konzertabend betitelt. Savalls Ensemble besteht aus türkischen, griechischen, armenischen, bulgarischen und spanischen Musikern.

Die diesjährige Lenzburgiade findet vom 14. bis 19. Juni statt.

... mehr im Heft.