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Edelweißpiratenfestival, Gruppenfoto - Jan Krauthäuser, vordere Reihe, 1. v. l. * Foto: Schmitz & Hartmann, gruppenfoto.de

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Humba Efau

Musik als Summe der Kulturen

Der Humba Efau bereichert seit 25 Jahren Kölns Musikszene und den Karneval. Dafür erhalten Initiator Jan Krauthäuser und seine Mitstreiter den Weltmusikpreis RUTH. Ein Rückblick auf die Anfänge des Projekts.

Text: Bernd G. Schmitz

Konnakol ist eine Silbensprache aus der Musik Südindiens, „Hum Ba“ der Titel eines Stücks eines Karnevalsalbums aus dem Jahr 1994. Was das miteinander zu tun hat? Die Antwort gibt Ramesh Shotham, in Köln lebender Percussionist indischer Herkunft. Lautmalerisch die Stimme einsetzend, begleitet er die Klänge seiner Tabla, lässt die Wortsilben „Hum“ und „Ba“ sich erst allmählich zusammenfinden und krönt das Ganze – man glaubt den eigenen Ohren nicht zu trauen – mit einem finalen „Tsching-de-rassa-bum“.
Shotham ist ein renommierter Künstler, der häufig mit internationalen Jazzgrößen auf der Bühne steht. Er gehört aber auch zu einer Gruppe deutscher und aus dem Ausland zugewanderter Musiker, die sich im Rheinland niederließen. Sie nennen sich augenzwinkernd „Humba Efau“ („Efau“ ist die Verballhornung des Kürzels „e. V.“) und sind doch alles andere als ein normaler eingetragener Verein.
Motor des Ganzen ist der Grafiker und DJ Jan Krauthäuser. Sein ursprüngliches Anliegen war, die Qualität traditioneller Karnevalsmusik zu entdecken und diese mit Elementen fremder Musikkulturen anzureichern. Krauthäuser fand begeisterte Mitstreiter in seiner Frau Márcia Ramalho, dem Musiker Carlos Robalo, Raimund Kroboth von der Schäl Sick Brass Band und Francis Gay vom WDR. Letzterer sorgte mit dafür, dass einige der ersten Humba-Partys im Radio ausgestrahlt wurden.
Die Karnevalsveranstaltungen bilden bis heute den Markenkern des „Fastelovend-Roots-Projekts“, so der Untertitel einer weiteren, 1996 erschienenen CD. Auf der ist das Ensemble des Geigers Markus Reinhardt neben dem Kabarettisten Jürgen Becker und den deutsch-nigerianischen Rappern von B.A.N.T.U. zu hören. Für die Beteiligten ist der Humba Efau ein musikalisches Experimentierfeld. Legendäre Beispiele aus dessen Klangschmiede sind das von Mätes B. und Chicken George gesungene Reggaestück „Kölsche Mädche“ und der von persischer Musik inspirierte Schunkelwalzer „Lappemann“ des Sängerinnenduos Maryam Akhondy und Marina Hemmersbach.

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