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 Pulsar Trio * Foto: Der bumme Lux

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Aktuelles Album:


Zoo Of Songs
(T3 Records/Galileo, 2018)



 Cover Zoo of Songs


Pulsar Trio

Fern von Fusion

Der Flirt von indischer Musik mit Jazz und Pop ist mehr als ein halbes Jahrhundert alt. Mittlerweile baut eine dritte Generation ganz anders geartete Brücken zwischen dem Subkontinent und Europa. Die Creole-Gewinner des Potsdamer Pulsar Trios gehören dazu.

Text: Stefan Franzen

Pulsar Trio – das klingt astronomisch, kosmisch. Diese rotierenden, leuchtenden Neutronensterne, die Pulsare, haben schon inspirierend gewirkt auf die Arbeit der Band, sagt Matyas Wolter: „Pulsieren ist zuallererst ein musikalisches Phänomen.“ Und tatsächlich pulsiert die Musik des Sitarspielers und seiner beiden Kolleg*innen an Klavier (Beate Wein) und Schlagzeug (Aaron Christ) zwischen hindustanischer Klassik, Pop und Jazz. „Ich nenne es immer mehr eine Fusion von musikalischen Persönlichkeiten als eine Fusion von Musikstilen. Dass wir jetzt unbedingt klassische indische Instrumente mit westlichen kreuzen wollen, hatte keine Priorität. Denn wir kannten uns schon, als ich noch gar keine Sitar, sondern Gitarre spielte, das hat sich erst entwickelt.“
Zehn Jahre arbeiten die drei ostdeutschen Musiker bereits zusammen, sind mittlerweile mit dem Weltmusikpreis Creole dekoriert. Im Frühjahr erschien ihr drittes Album. Und tatsächlich lässt sich schon nach wenigen Takten erkennen: Das Konzept des Trios hat einen anderen Charakter als viele Indo-Jazz-Versuche der vergangenen Jahrzehnte. Man will die Verschmelzung nicht erzwingen, sondern vielmehr die Unterschiede betonen, mit dem Unvereinbaren spielen. „Ich habe mich relativ ferngehalten von den landläufigen Fusion-Experimenten“, stellt Wolter klar. „Schon die Art des Zusammenspiels und der Musik, die wir im Pulsar Trio machen, schließt vieles aus. Die beiden Musiksysteme sind so gegensätzlich, dass es manchmal eine spitzfindige Gratwanderung ist, beiden die Ehre zu erweisen. Beate hat auch den Mut zur großen popmusikalischen Geste, die bei mir oder Aaron nicht ganz so vordergründig ist.“
Dass die Gratwanderung so anspruchsvoll ist, liegt auch an der Beschaffenheit der Sitar selbst. In vergangenen Jahrzehnten ist das Instrument oft bloße Dekoration im Jazz und vor allem im Pop gewesen. Die indische Laute sinnvoll zu integrieren: fast eine Quadratur des Kreises. Wolter klärt auf: „Die Sitar ist von Natur aus ein totales Soloinstrument, man kann eine melodische Linie darauf spielen. Aber man kann nicht groovy spielen, keine Akkorde, keinen Bass. Diese Dinge fallen alle weg. An einigen Solostellen lassen sich vielleicht mal eine Raga-Phrase einflechten oder rhythmische Spielereien aus der indischen Musik, die wir als Ausgangspunkt nehmen.“

... mehr im Heft.