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»Unsere Musik entsteht in der Stadt und nicht auf dem Berg.«
 Aca Seca Trio * Foto: Maria Birba




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www.acasecatrio.com



Aktuelles Album:


Trino
(Sud Music, 2018)



 Cover Trino


Aca Seca Trio

Argentinische Naturgewalten

Ende April spielte pünktlich zum zwanzigjährigen Bestehen ein Ensemble der Extraklasse aus Argentinien sein Debütkonzert in Deutschland. Als letzter Act der „Overseas Night“ auf der Jazzahead! in Bremen präsentierte das Aca Seca Trio – kurz Aca Seca – sein aktuelles Album Trino.

Text: Sabeth Pérez

Die Wurzeln liegen im eigenen Land. Das Trio aus der Umgebung von Buenos Aires widmet sich intensiv der argentinischen Volksmusik. Aca Secas Markenzeichen: die Vermischung komplexer überlieferter Tradition mit den Spielerfahrungen der Musiker, vom Jazzensemble bis hin zum Sinfonieorchester.
Der Name „Aca Seca“ entspringt dem Quechua, heißt übersetzt „trockenes Exkrement“ und war vorerst schlicht ein jugendlicher Spaß. Nach einigen namensverschuldeten Schwierigkeiten beim Konzertbooking erhielten sie die Legitimation durch die bekannte argentinische Pianistin, Komponistin und Musikpädagogin Hilda Herrera. Ihre Begriffserklärung, nämlich „Dünger“, bietet eine neue metaphorische Deutungsmöglichkeit des Bandnamens.
Mit viel Elan gründeten Gitarrist, Sänger und Liedschreiber Juan Quintero, Pianist Andrés Beeuwsaert und Percussionist Mariano Cantero 1998 an der Universität von La Plata ihre Formation. Seitens des europäisch-klassisch orientierten Lehrkörpers der Universität herrschte damals ein gewisser Argwohn gegenüber traditioneller und dadurch vermeintlich simplerer Musik. Es war die „Musik der Alten“.
Juan Quintero, geboren im nördlich gelegenen San Miguel De Tucumán, wuchs durch seine Familie genau in diese Musik hinein. Die in Argentinien kulturell tief verankerten Liederabende im Kreis von Freunden und Verwandten, die sogenannten gitarreadas, haben ihn nachhaltig geprägt. Der sensible Sänger mit der hohen Stimme schrieb auch die ersten Lieder. Am Anfang stand das Ausprobieren: Die dreistimmigen Gesangspassagen, die sich durch beinahe jedes Stück schlängeln, ob liedhaft erzählerisch oder schwebend sanft, entstehen im gemeinsamen Prozess. Diese verwobenen Klänge leben von der natürlich gewachsenen Vertrautheit.


Autoreninfo:
Sabeth Pérez ist eine deutsch-argentinische Jazzsängerin und lebt in Köln.

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