Folker-Logo Probeabo & Abo     Mediadaten/Anzeigen


Suche
    Intern     Über uns


Kontakt/Impressum/Datenschutz

       
Backkatalog   Ausgabe Nr. 4/2018   Internetartikel
Tom Brosseau * Foto: Schorle, Wikipedia

Ortstermin


Weitere Artikel aus der Rubrik Ortstermin in dieser Ausgabe:

Love Tree Ensemble

Gaby Moreno

Justin Hayward

Zwei Jahrzehnte Venner Folkfrühling





[Zurück zur Übersicht]



Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

Oder gleich zum (Probe-)Abo.







Entspannt und kunstvoll

Tom Brosseau

Villa Neukölln, Berlin, 8.5.2018



Text: Michael Freerix

Es ist bereits die vierte Tour Tom Brosseaus durch Deutschland, der in den sechzehn Jahren seit seinem Debüt North Dakota im Jahr 2002 bereits dreizehn Alben vorgelegt hat. Das ließe auf eine gewisse Getriebenheit des aus Grand Forks, North Dakota, stammenden und mittlerweile in Utah lebenden Songschreibers schließen. Doch wirkt er bei seinem Auftritt in der Villa Neukölln, einem ehemaligen Ballsaal am Hermannplatz in Berlin, null gehetzt. Im Gegenteil! Ganz entspannt sitzt er vor dem Konzert in einer Ecke und freundet sich mit seiner Gitarre an, einem kanadischen Modell, das nur geliehen ist. Neu, wie sie für ihn ist, spielt sie sich noch nicht so flüssig.
Von diesem kleinen Hindernis ist allerdings beim Konzert nichts zu spüren. Ganz bescheiden setzt sich Brosseau auf seinen Barhocker im Lichtkegel der Bühne, streckt beide Beine von sich, sodass die Gitarre mehr liegt als an ihm hängt, und beginnt zu spielen. Zwei Mikros stehen vor ihm, eines für den Gesang, eines für die Gitarre. Sparsam spielt er mit dem Plektrum immer nur einzelne Saiten an und begleitet seinen Gesang damit sehr melodisch. Beides erinnert ein wenig an alte Aufnahmen von Farmern aus Kentucky. Doch ist Brosseaus Musik insgesamt kunstvoller, lässt in seiner Verschränkung von Gesang und Gitarrenspiel auch etwas Keltisches oder gar Jazz mitschwingen. Zwischen den Songs erzählt er von seinem Onkel, der ein leidenschaftlicher Ragtime-Pianospieler war und von dem er viel lernte. Zum Beispiel, dass er „mit Kirchenmusik groß wurde und sie in der Schule oder zu Hause praktizierte. Ich habe viele der Hymnen gesungen, aber auch traditionelle und zeitgenössische Folkmusik, und da ich vom Musikgeschmack meiner Großeltern stark beeinflusst bin, habe ich mir die Sänger und Songschreiber des Great American Songbook ganz genau angehört.“

... mehr im Heft.