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Vorsitzende Julia Martinjak * Foto: Wiebke Zipf

Heimspiel


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Manege frei für das Harfentreffen

Zum 41. Mal gastiert das größte deutsche Harfenfestival in Hessen

In der Ju­gend­her­ber­ge Lauterbach findet vor Fronleichnam immer das gleiche Ritual statt. Zuerst wird das blau-gelbe Zirkuszelt aufgebaut. Dann reisen die Musiker aus aller Welt an. Schließlich strömen die Teilnehmer mit ihren Harfen ein. Für fünf Tage versammeln sich Jung und Alt, Anfänger bis Profis, um gemeinsam zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und zu musizieren. Höhepunkte sind die abendlichen Konzerte in der Manege.

Text: Erik Prochnow

Nichts deutete darauf hin, dass es einmal zum wichtigsten Harfenevent Deutschlands werden würde. Als der damals berühmteste deutsche Harfenist außerhalb der Klassik, Rüdiger Oppermann, 1981 das erste Harfentreffen ins Leben rief, wollte er eigentlich nur die keltische Harfe bekannter machen. Inspiriert durch die hippiesken Musikfestivals Kaliforniens lud er zehn befreundete Musiker zu sich ins hessische Josbach ein. Es kamen vier. Doch schon im zweiten Jahr stieg die Teilnehmerzahl auf über zwanzig, und immer mehr herausragende Musiker folgten dem Ruf Oppermanns. „Thomas Loefke war zum Beispiel dabei, aus der Bretagne kamen Myrdhin und Kristin Noguès, aus Portugal Juan Carlos Herrera und aus Schottland Mary Macmaster“, sagt der Experte für Harfengeschichte Jürgen Steiner, der das Festival ab dem Jahr 2000 mitorganisierte und heute dort noch Vorträge hält.
Der Anfang war geprägt von Improvisationssessions, Gemeinschaftsunterricht und Konzerten. „Zu Beginn war alles sehr unkonventionell, aber das rasante Anwachsen der Teilnehmerzahl verlangte schnell mehr Platz und Struktur“, blickt Steiner zurück. Bereits 1985 meldeten sich siebzig Interessierte an, und das Festival zog in die nahe Jugendherberge Mosenberg. Seit 2006 findet die Veranstaltung in Lauterbach statt. Inzwischen kommen 180 bis 200 Harfenisten. Oppermann hatte sich zwei Jahre zuvor aus der Organisation zurückgezogen. Seitdem wird das Festival von einem gemeinnützigen Verein gemanagt, dessen Mitglieder das achtköpfige Organisationsteam bilden.

Die Vielfalt der Harfenmusik erfahren

„Am einzigartigen Inhalt und Anspruch hat sich nichts geändert“, sagt Teammitglied Julia Martinjak. Das Festival will nicht nur die große Vielfalt der Harfenmusik und der Instrumententypen in den unterschiedlichen Kulturen präsentieren, sondern richtet sich auch an Kinder, Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis. In diesem Jahr soll es neben einem Kinder- sowie zwei Anfängerkursen auch Workshops zur Musik der Bretagne, Israels, Irlands, Italiens, Südamerikas, des Mittelalters, Beethovens oder zu Mantras und zum Arrangieren geben. Zudem werden zwei Intensivkurse angeboten, diesmal unter anderem vom berühmten US-Jazz-Harfenisten Park Stickney. „Alle sechzehn Kurse sind interaktiv, und die Teilnehmer können immer auch eigene Lieder oder sogar Kompositionen einbringen“, sagt die gefragte deutsche Harfenistin Nadia Birkenstock, die bereits 2010 als Dozentin teilnahm. Sie bietet diesmal einen Workshop zum Thema Harfe und Gesang an, bei dem die Teilnehmer lernen sollen, den Blick von den Saiten zu nehmen, um ihre Stimme in den Raum gleiten zu lassen. „Sie sollen lernen, mit den Fingerspitzen zu sehen“, erläutert Birkenstock, die diesmal selbst auch einen Kurs als Teilnehmerin besuchen will. „Studierte Musiker kommen oft wegen ganz spezifischer Themen wie etwa denen des Salzburger Professors Edward Witsenburg, der in den vergangenen Jahren über das effektive Unterrichten der Harfe sprach“, so Organisatorin Martinjak.

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