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Lesley Kernochan * Foto: DJ Pierce

SHORTstory


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Aktuelles Album:


Lesley Kernochan, The Hummingbird Revolution
(Make My Day/Indigo, 2019)



Cover The Hummingbird Revolution



Lesley Kernochan

Weich und aus der Zeit gefallen

Mit 38 Jahren hat die Amerikanerin Lesley Kernochan mit The Hummingbird Revolution jetzt schon das zweite makellose Countryalbum in Serie hingelegt – ihr fünftes insgesamt. Dabei ist Kernochan in ihrer Heimat Santa Monica denkbar weit vom Countrymoloch Nashville entfernt – und ihre Plattenfirma ist auch noch in Deutschland angesiedelt.

Text: Rolf Thomas

„Ich hatte mir nie explizit vorgenommen, ein Countryalbum zu schreiben“, äußerte die Sängerin schon anlässlich ihres letzten Albums A Calm Sun. „Ich glaube, das kam eher dadurch, dass ich fünf Jahre in Colorado gelebt habe. Da gibt es eine große Bluegrass- und Countryszene. Ich fand, für das, was ich mit meinen Texten ausdrücken wollte, war das genau die richtige Musik. Countrymusik hat etwas Weiches, etwas, was ich bei meiner persönlichen Reise brauchte.“
Das gilt auch für The Hummingbird Revolution. Besonders revolutionär klingt die Platte nicht, vielmehr nach guten alten Tugenden, wenn in „Friendship Prayer“ die Hammondorgel leise säuselt, das Schlagzeug sanft von Besen gestreichelt wird und die Mandoline stramm jubiliert. Mit einer versierten Band, aus der lediglich Gitarrist Dean Parks meilenweit herausragt, hat Kernochan zehn selbst geschriebene Songs eingespielt, die in ihrer Freundlichkeit wie aus der Zeit gefallen scheinen.
Dean Parks – der auch die erwähnte Mandoline spielt – ist ein Sessiongitarrist, den man mit Fug und Recht als legendär bezeichnen kann, denn er legte den Grundstein seiner Karriere in den Siebzigern, als er zum bevorzugten Gitarristen ihrer Wahl für Donald Fagen und Walter Becker von Steely Dan wurde. Parks war an so berühmten Alben wie Pretzel Logic, Katy Lied und Aja beteiligt. In der Folge spielte er für Joan Baez, Madonna, Stevie Wonder, Barbra Streisand, David Crosby, B. B. King oder Michael Jackson. Dass er nun für Lesley Kernochan tätig geworden ist, kann durchaus als Qualitätsbeweis für die Kalifornierin gewertet werden.
Für Musik begeisterte Lesley Kernochan sich schon als Kind. „Ich hatte zwei entscheidende Momente, als ich plötzlich durch Musik die reinste Glückseligkeit erfuhr“, erinnert sie sich. „Da muss ich mich bei Ella Fitzgerald und Paul Simon bedanken.“ Ihr Debütalbum Undulating bestand aus A-Cappella-Songs, mit einer Band war sie erstmals auf The Pickle Jar zu hören. Vor A Calm Sun entstand dann noch eine Platte mit Kinderliedern, für die Lesley Kernochan den Parent’s Choice Gold Award erhielt.

... mehr im Heft.