Folker-Logo   Abo   Mediadaten/Anzeigen


Suche
   Intern   Über uns


Kontakt/Impressum/Datenschutz

       
Backkatalog   Ausgabe Nr. 1/2020   Internetartikel
Aziza Brahim * Foto: Ana Valiño

SHORTstory


Weitere Artikel aus der Rubrik SHORTstory in dieser Ausgabe:

Brot & Sterne

Syavash Rastani

Toni Geiling

Lesley Kernochan





[Zurück zur Übersicht]



Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

Oder gleich zum (Schnupper-)Abo.






Aktuelles Album:

Sahari
(Glitterbeat/Indigo, 2019)


Cover Sahari


Aziza Brahim

Stimme gegen das Unrecht

Mit dem Album Sahari setzt die westsaharische Sängerin ihren Kampf für die Freiheit ihres Volkes fort, als prominente Produzentin und Musikerin hat sie sich Amparo Sánchez ins Boot geholt.

Text: Stefan Franzen

Die Sahraui sind ein Volk ohne Land. Als sich Spanien Mitte der Siebziger aus der Westsahara zurückzog, annektierten Marokko und Mauretanien das Territorium. Seitdem leben Hunderttausende Sahrauis in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste oder im spanischen Exil. Mit der Frente Polisario bildete sich eine Befreiungsarmee, andere Westsaharer kämpfen mit gewaltfreien Mitteln für die Freiheit. Zu ihnen gehört die Sängerin Aziza Brahim, die mit ihren Liedern gegen das Jahrzehnte andauernde Unrecht ansingt. Ihre Alben sind regelmäßig auf Spitzenpositionen der Weltmusikcharts zu finden. Sahari, Brahims sechstes Werk, unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von den Vorgängern.
Das beginnt beim Cover, auf dem man eine junge Ballerina mitten in der Wüste sieht. „Dieses Bild der Fotografin Ana Valiño ist voller Hoffnung und Würde, und es drückt zugleich Träume aus“, sagt Brahim. „Träume öffnen unabhängig von den Orten, an denen wir sie haben, einen Weg – in diesem Fall in der so grausamen Wüste, wo ja schon die bloße Existenz zu einer Art Widerstand wird. Das Bild steht symbolisch für einen Konflikt, der nie gelöst wurde.“
Auch der Sound von Sahari geht einen ungewöhnlichen Weg, den der Einbeziehung elektronischer Elemente. Verantwortlich dafür ist die spanische Musikerin Amparo Sánchez, die Aziza Brahim schon länger kennt und die sie bewundert. „Meine Priorität war, mithilfe von Amparo, die sich da gut auskennt, mit dieser Art von Klängen zu experimentieren und gleichzeitig meinen Stil und die Besonderheit meiner Musik im Gleichgewicht mit diesen neuen Facetten zu halten“, betont Brahim. „Denn die traditionellen Elemente sind nach wie vor sehr präsent, etwa in den Rhythmen Agarran, Serbat, Agassar oder Charaa. Und dann greife ich immer wieder auf die traditionelle Trommel Tabal zurück, ein Instrument, das seit Jahrhunderten exklusiv von Frauen gespielt wird, um Gesänge und Lieder zu begleiten, die spirituell oder religiös sein können, aber auch bei Festen in Gebrauch sind.“

... mehr im Heft. Die Ausgabe 3+4/2020 in voller Länge online lesen? Dann geht's hier entlang ...