Folker-Logo   Probeabo & Abo   Mediadaten/Anzeigen


Suche
   Intern   Über uns


Kontakt/Impressum/Datenschutz

       
Gilberto Gil * Foto: Gérard Giaume

SHORTstory


Weitere Artikel aus der Rubrik SHORTstory in dieser Ausgabe:

Ezé Wendtoin

Roberto Fonseca

Johannes Epremian





[Zurück zur Übersicht]



Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

Oder gleich zum (Probe-)Abo.







Aktuelles Album:


OK OK OK
(Boscoito Fino/Altafonte, 2018)



Cover OK OK OK



Gilberto Gil

Brasiliens Altstar ist zurück

OK OK OK heißt Gilberto Gils erstes Studioalbum seit vier Jahren. Brasiliens bekanntester Altstar meldet sich damit nach einer krankheitsbedingten Zwangspause nun wieder zurück. Gleichzeitig sagt Gil damit: Okay, er habe verstanden, dass man auf ihn als politische Symbolfigur, auf seinen Kommentar zu den gesellschaftlichen Veränderungen in Brasilien gewartet hat.

Text: Hans-Jürgen Lenhart

Ab 2016 war Gil viermal im Krankenhaus und musste nach einem lebensgefährlichen Herz-Kreislauf-Ausfall zwei Jahre pausieren. Jetzt scheint der 77-Jährige wieder „okay“ zu sein. Der Titelsong von OK OK OK jedoch bezieht sich nicht allein darauf, er ist das einzige politische Stück unter ansonsten meist Freunden gewidmeten Songs.
Gil wurde Ende der Sechzigerjahre von der Militärdiktatur wegen seiner öffentlich präsentierten Lebensweise als Anhänger der Künstlerbewegung des Tropicalismo ins mehrjährige Exil gezwungen, betrat aber über dreißig Jahre später als Kulturminister Brasiliens selbst das politische Parkett. Inzwischen gibt es einen rechtsextremen brasilianischen Präsidenten namens Jair Bolsonaro, der genau diese frühere Militärdiktatur zum Vorbild nimmt. Da ist es kein Wunder, dass Gil während seiner Auszeit ständig zu Kommentaren im Hinblick auf Brasiliens politische Entwicklung gedrängt wurde. Auf OK OK OK findet er dazu klare Worte: Seit der Kaltstellung seiner politischen Freunde wie im Fall von Ex-Präsident Lula da Silva „nagen die Ratten an der Macht“. Und weiter heißt es dort: „Von den vielen, die mich ruhig bevorzugen, / sprechen nur wenige zu meinen Gunsten.“

... mehr im Heft.