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Schlusssession Legenden up Platt * Foto: Wolfgang Beisert

Ortstermin


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Auf ewig jung – Legenden up Platt

Helmut Debus, Jan & Jürn, Laway

Kirche, Moormeerland-Jheringsfehn, 27.9.2019



Text: Udo Hinz

Fritz-Folkert Dirks aus Moormerland im Landkreis Leer in Ostfriesland hatte einen Traum. Er erinnerte sich an die Konzerte im Jugend- und Kulturzentrum Phönix in den Achtzigerjahren. Dort traten plattdeutsch singende Liedermacher und Folkbands auf. Diese Musik und diese Künstler wollte Dirks nach über dreißig Jahren wieder auf die Bühne bringen. Mit einem Team von zwanzig Freunden arbeitete er über zwei Jahre an seinem Traum. Am Freitagabend, dem 27. September 2019, war es dann so weit. In der schon lange ausverkauften Kirche im Dorf Jheringsfehn standen Helmut Debus, Jan & Jürn sowie Laway auf der Bühne. Diese „Legenden up Platt“ zeigten, wie lebendig ihre Musik geblieben ist, wie sie sich ganz unterschiedlich weiterentwickelt haben und sich zugleich treu geblieben sind.
Helmut Debus aus Brake eröffnete den Abend. Der Sänger und Songwriter ist nach wie vor produktiv und hat zu seinem siebzigsten Geburtstag sein zwanzigstes Album herausgebracht. Nachdem er jahrelang Volkslieder gesungen, dann Gedichte des großen Lyrikers Oswald Andrae vertont hatte, später eigene Songs schrieb, stand er in Moormerland mit Band auf der Bühne. Debus ist Lyriker, der mit kraftvoller Stimme über Hoffnung, vergebliche Liebe und Fernweh singt – großartige Texte irgendwo zwischen Rilke und Dylan. Seine Songs sind melancholische Hymnen für die Ewigkeit. Mit rockigem Schlagzeug, lauter E-Gitarre und treibendem Kontrabass sind diese Lieder das, was sie immer waren: rebellisch, poetisch, zeitlos und zugleich aktuell.
Das Duo Jan & Jürn entwickelte sich in eine andere Richtung. Die beiden Brüder gingen getrennte Wege: Jan Cornelius schrieb eigene, als Kunst verstandene Lieder, Jürn Cornelius übertrug Popsongs von den Everly Brothers oder John Lennon ins Plattdeutsche. Beide trugen bei diesem Plattdeutschfestival Stücke aus ihren jeweiligen Soloprogrammen vor. Doch erst als sie für einige Lieder wie damals im Duo sangen, war die alte Magie wieder da. Ihre beiden Stimmen passen einfach gut zusammen, der Klang ist so einmalig, dass sie als Duo ihre Soloprojekte weit überstrahlen. Doch das Publikum spürte zugleich, dass diese Zeit vorbei ist.

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