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Volkwin Müller und Andrea Plat * Foto: Karl-Heinz Krull

Heimspiel


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Das Songfestival Blomberg

Zwei Tage Intimität und Feinsinn

Sollte irgendjemand einmal eine deutsche Landkarte entwickeln, in der die Buchstabengröße der Orte nicht mit der Einwohnerzahl, sondern mit der Qualität der musikalischen Aktivität korreliert, Blomberg wäre ein guter Kandidat für eine große Schrifttype, denn dort gibt es ein sehr feines Songfestival.

Text: Ines Körver

Blomberg ist ein hübscher Ort in Westfalen mit rund 16.000 Einwohnern. Bekanntere Städte in der Nähe sind Bielefeld, Detmold und Bad Pyrmont. Im Jahr 1460 warf in Blomberg – das „o“ im Namen ist übrigens kurz, nicht lang – eine gewisse Alheyd Pustekoke Hostien in einen Brunnen, dessen Wasser daraufhin angeblich Heilkräfte hatte. In dem danach als Wallfahrtsort zu gewisser Bekanntheit gekommenen Städtchen besuchte Frank-Walter Steinmeier das neusprachliche Gymnasium, und im Ortsteil Mossenberg-Wöhren wurde Gerhard Schröder geboren. Freunde schöner Töne finden sich im Mandolinenverein Edelweiß, dem Fanfarenzug Blomberg oder dem Musikensemble Vielsaitig zusammen. 

Ideale Bedingungen

Damit könnte die Geschichte über konzertante Ereignisse in dieser Gegend zu Ende erzählt sein, doch jetzt geht es erst richtig los. Denn seit zwölf Jahren gibt es das Songfestival Blomberg, und das hat es in sich. Initiiert wurde es von Volkwin Müller. Der ist selbst ein versierter, Gitarre spielender Singer/Songwriter und wird oft mit James Taylor verglichen. Müller kam kurz nach der Jahrtausendwende nach Blomberg, um einer Kleinkunstaufführung zu lauschen und war sofort begeistert. „Saal, Akustik, Technik, alles war richtig klasse. Außerdem gibt es auch ein exzellentes Hotel, wo man die Musiker guten Gewissens unterbringen kann. Ideale Voraussetzungen für ein Festival“, fasst er zusammen. Mehrfach beriet sich Müller mit der örtlichen Weinhändlerin Andrea Plat. Zusammen mit dem Licht- und Tontechniker Thomas David machten sich die beiden nach einigen Jahren und einem für die Stadt ausgearbeiteten Konzept daran, das erste, damals noch eintägige Festival auf die Beine zu stellen. „Bei uns hat jeder eine feste Aufgabe. Ich mache das Booking, Andrea das Catering sowie die Kommunikation mit der Stadt, und Thomas ist für die Technik zuständig“, so Müller.

Der Versuchsballon stand unter dem Motto „The Beatles in Lippe“. Dabei traten unter anderem Müller selbst, Mister Blues, Dirk Schelpmeier sowie Yvonne Teichgräber und Jens Hausmann auf. Vom Publikum frenetisch gefeiert und um eine Fortsetzung gebeten, veranstaltete das Orga-Trio 2008 ein Festival mit dem Titel „Bring on the Night“ mit Police-Songs. 2009 folgte „Ring of Fire“ mit Johnny-Cash-Covers. 2010 brachte einige Veränderungen: Die nun zweitägige Veranstaltung – pro Abend eine Vorgruppe und ein bis zwei Hauptacts – stellte ab jetzt verstärkt die Eigenkompositionen der Musiker in den Vordergrund. Außerdem wurde sie international: Diesmal war Julian Dawson mit dabei. Inzwischen geben sich beim Songfestival die Größen der Singer und Songwriter die Klinke(nkabel) in die Hand. Stoppok, Purple Schulz, Thilo Martinho zusammen mit Domingo Patricio, Ray Wilson (Ex-Genesis), Anne Haigis und Dire-Straits-Gründungsmitglied David Knopfler waren beispielsweise schon da.

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