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Cynthia Nickschas * Foto: Michael Pohl

SHORTstory


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Aktuelles Album:


Egoschwein
(KTF-Records, 2018)



Cover Egoschwein



Cynthia Nickschas

Förderpreisträgerin 2019

Der Liederpreis der Liederbestenliste gehört seit Jahren zu den größten Auszeichnungen für deutschsprachige Musik. 1983 ins Leben gerufen und beim Südwestfunk angesiedelt, wird die „Hitparade der besonderen Art“ seit 2003 vom Verein Deutschsprachige Musik getragen. Im Herbst jedes Jahres vergibt der mit Unterstützung des Kultursommers Rheinland-Pfalz und des Folker im Mainzer Unterhaus den Liederpreis sowie seit 2004 auch einen Förderpreis für den Liedermachernachwuchs.

Text: Olaf Maikopf

Die 31-jährige Cynthia Nickschas wuchs in einer Musikerfamilie auf, der Vater war Gitarrenlehrer und die Mutter unterrichtete Klavier und Geige. Da ist es beinah selbstverständlich, dass auch ihre Kinder Musik machen. Jedenfalls wurde Cynthia die Musik in die Wiege gelegt, sie war ein ganz normaler Teil ihrer Kindheit, dann, ab ihrem zehnten Lebensjahr sang sie in Chören und Coverbands, lernte Flöte und Oboe an der Waldorfschule. „Ich glaube, ich war schon immer Musikerin, daher war es nie mein Plan, eine zu werden. Musik war für mich so normal, dass sie mir erst aufgefallen ist, als sie gefehlt hat. Zum Beispiel, als ich mit achtzehn ausgezogen bin, für meinen Job, fürs Kohlehaben, Scheffeln und so … Das ist wohl auch der Grund, warum Musiker sein für mich früher nicht unbedingt auf dem Plan stand. Denn Geld hatte unsere Familie nie. Also wirklich nie. Gar nix. Das wollte ich anders – und bin raus. Erst Schule, dann schaffen und Geld … – aber keine Zeit es auszugeben. Da hat sie mir plötzlich gefehlt, die Musik, weil ich dort kein Klavier mehr stehen hatte. Nur noch die olle Gitarre – mein Glück, wie ich ja mittlerweile weiß“, sagt Cynthia Nickschas schmunzelnd. Mit achtzehn Jahren begann Cynthia auch, ihre ersten eigenen Lieder zu schreiben, und irgendwann tourte sie mit ihrer Gitarre durch deutsche Städte, sang den Passanten der Fußgängerzonen ihre Stücke vor. Aber dabei blieb es nicht, bald folgten Auftritte auf kleinen Festivals und in Musikkneipen. 2012 gründete Cynthia ihre Band Cynthia Nickschas & Friends, mit der sie zusammen in Bonn in einer Wohngemeinschaft lebt. „Es waren genau die richtigen Menschen zur rechten Zeit am rechten Ort. Seither ist alles so schnell gelaufen, durch Höhen und Tiefen, wir leben und mucken zusammen und sind unfassbar gern unterwegs. Die zwei Stunden auf der Bühne entschädigen jeden Kacktag. Kinderstimmen, die meine Texte schmettern, sind das schönste Geschenk, das ich mir je hätte vorstellen können. Ich denke in Melodien, was manchmal auch echt nerven kann. Dafür kann ich sagen, dass mein Tinnitus in Gis pfeift – und somit bin ich fast auf dem Weg zum absoluten Gehör, was in meinem Beruf ja wohl mal echt von Vorteil wäre. Nicht auszumalen, wo wir alle wären, ohne unsere unfassbaren Fans, die teilweise Hunderte von Kilometern fahren, um uns wiederzusehen.“

... mehr im Heft.