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Songposium zu Woodstock in Rudolstadt 2019 * Foto: Silvia Hauptmann

Ortstermin


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Who’ll Stop The Rain

Songposium extra: 50 Jahre Woodstock

Theater im Stadthaus, Rudolstadt, 5.7.2019



Text: Reinhard „Pfeffi“ Ständer

Das zehnte Songposium beim Rudolstadt-Festival widmete sich in diesem Jahr dem Jubiläum des auch für Folkfans bedeutenden Woodstock-Festivals. Dazu hatte das Sonnenschirm-Duo, Dieter Beckert und Jürgen B. Wolff – beide stilecht mit Stirnband –, eine Sessionband zusammengestellt, die ein wenig an die Leipziger Folksessionband vor zwanzig Jahren erinnerte. Als Experten hatte man den Journalisten und Autor Christoph Dieckmann gewinnen können, der die treffenden Witzeleien von Symposiarch Beckert mit Fakten und Hintergründen ergänzte, beispielsweise dass das Festival im August 1969 gar nicht bei Woodstock, sondern nahe der Kleinstadt Bethel im US-Bundesstaat New York stattfand.
Die „3 Days of Peace and Music“ stellten mit sexueller Freizügigkeit, Drogen, Regen, Matsch, Müll und dem Protest gegen den Vietnamkrieg den Höhepunkt der Hippie-Ära dar. Und so gab es beim Songposium die großen Hits von Canned Heat, Joan Baez, Bob Dylan, den Byrds oder Crosby, Stills, Nash & Young zu hören. Großartig die Interpretation von Janis Joplins „Me And Bobby McGee“ durch Susanne Grütz. Einige Songs wurden auch in deutscher Übersetzung gesungen, etwa „Games People Play“ von Joe South, oder wurden verballhornt wie ein Titel von Country Joe & The Fish, aus dem man eine Parodie auf die Bundeswehr machte: „Eins, zwo, drei, sag, wofür kämpfen wir? / … rollt der Sold, auch wenn sonst nichts rollt.“
Das Publikum konnte begeistert mitsingen, da neben historischen Fotos und Plakaten auch die Liedtexte auf einer Leinwand erschienen. Dazu zählten wunderbare Songs wie „The Circle Game“ von Joni Mitchell oder „Black And White“ von Earl Robinson. Ergänzt wurde das Programm um einheimische Songs, die eigentlich wenig mit Woodstock zu tun haben, aber irgendwie dazu passten: „Wandersmann“ der Leipziger Kultband Renft, „Das wird ein Tag sein“ von Ihre Kinder und das geniale „Wichtig sind Tage, die unbekannt sind“ der polnischen Gruppe Anawa, teilweise in Polnisch interpretiert von Sabine Gießner. Den Titelsong des Symposiums „Who’ll Stop The Rain“ von Creedence Clearwater Revival trug man in einer bewusst folkloristischen Version mit Jürgen B. Wolff am Bandoneon und mit Anekdoten wie zum Beispiel einem fiktiven Interview Christoph Dieckmanns mit John Fogerty vor. Zu einem Höhepunkt gestaltete sich der überraschende Auftritt von vier Mitgliedern der US-amerikanischen Gruppe Vanaver Caravan (die mit ihrem Pete-Seeger-Programm Teilnehmer des Festivals waren) mit den guten alten Mitsinghits „Turn! Turn! Turn!“ und „If I Had A Hammer“. 

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