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Eric Bibb * Foto: Patricia de Gorostarzu

SHORTstory


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Aktuelles Album:
Global Griot
(Do-CD; Dixiefrog/HʼArt, VÖ: 26.10.18)



Cover Global Griot



Eric Bibb

Geschichtenerzähler in Zeiten der Globalisierung

Nicht nur, dass Eric Bibb jemanden verkörpert, der es ohne jede Einschränkung verdient, als weltgewandt bezeichnet zu werden. Bei seiner Biografie erfüllt er sogar die Kriterien eines Geschichtenerzählers, der buchstäblich in der Welt zu Hause ist. Global Griot heißt sein fantastisches neues Album.

Text: Bernd Gürtler

Die Voraussetzungen sind günstig. Als Eric Bibb 1951 in New York geboren wird, ist Vater Leon Bibb ein vielbeschäftigter Broadwaysänger mit Collegeabschluss, der sich anschickt, Schallplatten für das amerikanische Folklabel Vanguard aufzunehmen, und bei NBC eine eigene Fernsehtalkshow bekommt. Ein berühmter Onkel, der Pianist John Lewis, gehört dem Modern Jazz Quartet an. Zum Freundeskreis der Familie zählen neben Odetta oder Pete Seeger Eric Bibbs absolutes Übervorbild Paul Robeson, der wegen offener Sympathien für die Sowjetunion und den Kommunismus durch McCarthys Gesinnungsschnüffelei arg in Bedrängnis gerät. Ähnlich Robeson wird Bibb Senior 1964 zu einer mehrwöchigen Konzertreise ins sowjetische Riesenreich eingeladen, die Familie darf mit. Stationen sind unter anderem Moskau, Leningrad und Jalta. Eric Bibb schwärmt bis heute.
Als ob das noch nicht genug wäre, macht er auf einer Party, die sein alter Herr für Künstlerfreunde arrangiert, die Bekanntschaft Bob Dylans. Er stellt sich ihm als vielversprechendes Gitarrentalent vor und bekommt einen guten Rat auf den Weg mit. „Keep it simple, forget all that fancy stuff“, empfiehlt Dylan. Wenn nicht alles täuscht, war das nicht in den Wind gesprochen. Übertrieben „fancy“ wirken weder Bibbs Gitarrenspiel noch seine Songs.
Das Debütalbum Ainʼt It Grand entsteht 1972 in Schweden. Auf der Rückreise von ihrem Sowjetunionabenteuer hatten die Bibbs einen dreitägigen Zwischenstopp in Stockholm eingelegt. Fabelhafte Stadt, fand Eric Bibb. Sieben Jahre später kehrt er zurück. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen, ist die schwedische Kapitale sein Lebensmittelpunkt geblieben.

... mehr im Heft.