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Ralf Gehler

Heimspiel


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Heimat im Plural

Das Windros-Festival

Mecklenburg-Vorpommern ist eine Region mit vielfältigen kulturellen Traditionen. In die Medien kam das Bundesland während der letzten Jahre allerdings oft genug wegen der starken Präsenz völkisch geprägter Organisationen mit einem verknöcherten, auf Exklusion ausgerichteten Heimatbegriff. Dem setzt das Windros-Festival ein weltoffenes, lustbetontes Konzept entgegen.

Text: Wolfgang König

Das Windros-Festival entstand vor sechs Jahren aus der von Ralf Gehler, Wolfgang Meyering und anderen entwickelten Idee, ein Festival von Musikern für Musiker auf die Beine zu stellen. Daher steht das immer wieder neu zusammengestellte Windros-Orchester im Zentrum, wobei Meyering seine langjährige Erfahrung mit der Organisation des Instrumentenschwerpunkts beim Rudolstadt-Festival zugutekommt. Musiker aus aller Welt treffen sich in Schwerin, erarbeiten über vier Tage ein Stück und bringen es dann auf die Bühne. Außerdem gibt es natürlich auch ganz normale Konzerte, allein schon, weil manche Projektteilnehmer zusätzlich Soloauftritte absolvieren beziehungsweise ihre Band mitgebracht haben. Insofern entwickelt sich aus der Zusammenstellung des Orchesters ein großer Teil des restlichen Programms. Namensgeberin für das Festival war die Windrose, die in alle Himmelsrichtungen weist.
Als Hauptveranstaltungsort bot sich das Zentrum für Traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde in Schwerin-Mueß an. Dort arbeitet der Musikethnologe Ralf Gehler, der auch verschiedene Dudelsäcke und andere traditionelle Instrumente spielt, und das bereits seit den Achtzigerjahren. Gegenüber befindet sich ein Feriendorf der Arbeiterwohlfahrt, die in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum ebenfalls Träger des Festivals ist und damit das finanzielle Risiko schultert. Darüber hinaus übernimmt sie die Logistik und die Unterbringung der Künstler in ihrem Feriendorf. Andere Sponsoren sind die Stadt Schwerin und das Land Mecklenburg-Vorpommern. Inzwischen ist das Festival auch Bestandteil des Schweriner Kultur- und Gartensommers, was der Präsenz in den Medien ausgesprochen förderlich ist.

Künstlerauswahl über Projektthemen

Die Auswahl der Künstler obliegt Ralf Gehler und Wolfgang Meyering. Dabei spielt das jeweilige Projektthema eine wichtige Rolle. Im letzten Jahr lautete das Motto „Voices & Noises“ mit Gesang und Percussion. Vom 6. bis 9. September 2018 geht es unter der Überschrift „Weisen der Westsee“ um die musikalischen Traditionen der Nordsee-Anrainerstaaten. „Zum jeweiligen Thema suchen wir dann passende Künstler aus, die das Windros-Orchester bilden“, erklärt Gehler. Zu den Mitgliedern in diesem Jahr gehören Musiker aus Deutschland, Dänemark, England und Schottland.
„Es gibt aber auch Künstler, die Konzerte zu dem gegebenen Schwerpunkt vorbereiten. Das betrifft in diesem Jahr beispielsweise das Reel-Trio aus Schwerin und die Rostocker Gruppe Melodealer mit ihren Seefahrtsprogrammen.

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