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Labrassbanda * Foto: Hirandnow

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Bierzeltseligkeit mit Gebläse

Labrassbanda

Kulturzelt, Kaufering, 5.9.2017



Text: Katrin Wilke

Dass wir nicht mehr nur die agilen Balkan-Gypsy-Brassbands cool finden, bei deutscher Blasmusik nicht mehr sofort die Nase rümpfen und der hiesigen, vor allem südlichen neuen Volxmusik zu einem X und Salonfähigkeit verholfen wurde, an all dem hat diese Combo seit zehn Jahren maßgeblichen Anteil. Ihr Jubiläum feierten die für ungewöhnliche Auftritts- und Aufnahmeorte bekannten, so erdverbundenen wie weltgewandten Bayern mit einer ausgedehnten Bierzelttour, die bis zum 12. Oktober in kleinere und größere Ortschaften Süddeutschlands führte.
Der dem Namen nach an das Musikfestival in Kassel erinnernde Veranstaltungsort war tatsächlich ein riesiges Bierzelt, in dem viel Gerstensaft und deftige Kost kredenzt sowie neben dem lokalen Volksfest eben auch ein paar Konzerte veranstaltet werden. Der Auftritt des Septetts aus dem oberbayerischen Chiemgau wurde von zwei befreundeten Vorbands eingeleitet, eine davon war das seelenverwandte Trio Folkshilfe aus Österreich. Der Trompete spielende Frontsänger und teils rappende Schnellsprecher Stefan Dettl und seine sechs exzellenten, klassisch ausgebildeten Mitmusiker zelebrierten anschließend das Konzert mit Posaune, Tuba, Trompeten, Bass und Schlagzeug allesamt barfüßig und lederbehost sowie in ausgelassenster Heimspielstimmung. Das ebenso feierlaunige, üppig vertretene Publikum – darunter etliche in Dirndl und andere Tracht gewandete Menschen jeden Alters – ließ sich von Anfang an gern auf all die Interaktionen der Musiker ein. Der eine oder die andere hatte womöglich schon vorgeglüht beim Fußballspiel, mit dem sich die Labrassbanda-Jungs vor Ort auf ihre Konzerte einzustimmen pflegen. Dort dabei waren vielleicht auch bereits die beiden mit „goldenen Dauerkarten“ ausgestatteten, treuesten Groupies, die Dettl am vorderen Bühnenrand persönlich per Mikro begrüßte.

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