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Life After Music Magazines

Einig in der Diagnose

Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 5.3.2020



Text: Wolfgang König

Das konventionelle Musikmagazin ist in der Krise. Langjährige Print-Institutionen wie zum Beispiel Spex oder Groove gibt es entweder gar nicht mehr oder nur noch als Onlineausgaben. Grund genug für das Berliner Haus der Kulturen der Welt, zu einer international besetzten Podiumsdiskussion einzuladen. Eigentlich sollte „Life After Music Magazines“ der Auftakt zur neuen Reihe „On Music“ sein, bei der jeweils am ersten Donnerstag des Monats über Musik debattiert wird. Die nächsten Ausgaben sind allerdings vorerst dem Coronavirus zum Opfer gefallen.
Kuratiert wurde der Abend von Sandra Passaro und Thomas Burghalter vom Schweizer Norient-Magazin, das vor zwei Jahrzehnten direkt als Onlineplattform gegründet worden war. Die Diskutanten kamen aus Bern, London, Kairo, Karatschi und Kapstadt. Der Musikjournalist Faisal M. Khan aus Bangladesch fehlte, weil er kein Visum bekommen hatte, ein Problem das auch Künstlern aus der sogenannten Dritten Welt nur zu bekannt ist. Überhaupt wurde festgestellt, dass Musiker und Musikjournalisten oft gleichermaßen prekär leben.
Auf den ersten Blick scheint das Sterben von Musikmagazinen kein Problem zu sein, schließlich können sich Künstler heutzutage ebenso wie Politiker über die sozialen Netzwerke direkt an ihr Publikum wenden. Bei näherer Betrachtung ergibt sich jedoch zumindest für Musik jenseits des Mainstreampops ein anderes Bild, wie verschiedene Diskussionsteilnehmer betonten. Ältere Konsumenten können noch auf Jahre hinaus nicht immer über das Internet erreicht werden, noch nicht etablierte Künstler werden im Netz häufig nicht wahrgenommen, wenn sie nicht über traditionelle Medien bekannt gemacht werden, und Musikjournalismus mit einem inhaltlichen Anspruch hilft dem Publikum nicht nur, Musik zu entdecken, sondern auch sie einzuordnen und zu verstehen.

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