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»Unsere Musik braucht diese bestimmte Intimität, wo man noch die Feinheiten spürt und hört.«
Herbert Pixner Projekt mit (v. l.) Werner Unterlercher, Herbert Pixner,  Heidi  Pixner, Manuel Randi * Foto: Three Saints Records

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Aktuelles Album:


Lost Elysion
(Three Saints Records, 2018)



Cover Lost Elysion



Herbert Pixner

Gegenprogramm zum Kitsch

Große Konzerthäuser sind eigentlich nicht der na­tür­liche Lebensraum der Steirischen Harmonika. Doch in den Händen von Herbert Pixner macht das volkstümliche Instrument in der feinen Umgebung eine ebenso gute Figur wie auf Kleinkunst- und Festivalbühnen. Gerade bespielt der Südtiroler mit seiner Band und den Berliner Symphonikern einige der besten Adressen im deutschsprachigen Raum.

Text: Guido Diesing

Vor zwölf Jahren war es, als Herbert Pixner vor der großen Entscheidung stand. Er unterrichtete Steirische Harmonika an verschiedenen Musikschulen und schlug sich mit seinem Herbert Pixner Projekt mit Volksmusik und eigenen Stücken durch. „Wir haben alles gespielt, was zum Überleben notwendig war, von Ausstellungen über Hochzeiten bis zu diversen Feiern.“ Doch immer wieder gab es diese Momente, in denen Zuhörer ihn ansprachen, wenn er eigentlich nur als Hintergrundmusik eigene Kompositionen gespielt hatte. „Was war denn das? Das klingt interessant und cool.“ Er spürte, dass es für seine Musik ein Publikum gibt, das wirklich zuhören will. „Wir standen vor der Frage: Weiter rumdudeln oder ein eigenes Programm machen und konzertant spielen? Wir haben uns für das Zweite entschieden, und es hat zum Glück hingehauen.“
Und wie. Mittlerweile gehört Pixner im Quartett mit seiner Schwester Heidi (Harfe), Manuel Randi (Gitarre) und Werner Unterlercher (Kontrabass) zu den erfolgreichsten Vertretern der alpenländischen Neuen Volksmusik, füllt Säle mit mehreren Tausend Zuschauern und kann auf seiner Website stolz auf zuletzt jährlich hunderttausend verkaufte Tickets verweisen – ein beachtlicher Erfolg für ein Projekt, das bis heute unabhängig von den großen Musikkonzernen arbeitet, ein eigenes Label betreibt und Booking und Vertrieb nicht aus der Hand gibt.
Stilistisch hat Pixner, der auf einem Südtiroler Bergbauernhof großgeworden ist und mit Volksmusik sozialisiert wurde, sich immer weiter geöffnet. Die Besetzung seines Projekts liest sich immer noch wie pure Volksmusik, tatsächlich aber ist deren Anteil auf dem Album Lost Elysion von 2018 deutlich zurückgetreten und hat Klangmalereien und Einflüssen aus Blues, Rock, Jazz und sogar ein wenig Funk und Countrymusik Platz gemacht. Eine große Rolle spielt dabei der vielseitige Gitarrist Manuel Randi, der viel Raum zum Austoben bekommt. „Wir haben diesmal ganz bewusst nur die E-Gitarre verwendet und versucht, verschiedene Sounds zu verbinden“, erklärt Pixner. „Auch mit der Steirischen Harmonika hab ich ein wenig in der Effektkiste gegraben, was sehr spannend war. Vielleicht wird das nächste Album dann wieder akustischer.

... mehr im Heft.