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»Wir sind das Gegenteil einer Band, die sich in den Proberaum zurückzieht, einen Sound entwickelt und ihn dann der Welt präsentiert.«
Bukahara * Foto: Stefan Braunbarth

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Bukahara

Eine kollektive Erzählung

Seit zehn Jahren sind sie zusammen und spiegeln in ihrer vielfältigen wie temperamentvollen Musik nicht nur den Background ihrer Familien aus Syrien, Tunesien, Palästina und Israel, sondern kombinieren auch deren Musiktraditionen mit einer Menge zeitgenössischer Sounds zu einem ganz eigenen, immer überraschenden Neo-Folk. Anlässlich ihrer Sommerkonzerte auf Festivals wie dem Nürnberger Bardentreffen, Tollwood, Kulturzelt Kassel, Burg Herzberg oder Jazz & Joy traf Olaf Maikopf drei von vier Bukahara-Bandmitgliedern zum Gespräch.

Text: Olaf Maikopf (Interview)

Ihr kennt euch seit dem Studium an der Kölner Musikhochschule und habt auch schon als Straßenmusiker gespielt. Was war die Intention, Bukahara zu gründen?

Daniel Avi Schneider: Im Sommer 2009 ist Ahmed von Lübeck nach Köln gezogen. Als Soufian und ich ihn bei der Erstsemesterparty kennengelernt haben und wir uns gleich mochten, war uns schnell klar, dass wir mit ihm noch öfters rumhängen würden. Und so war es dann auch. Er ist nach kurzer Zeit in Soufians WG eingezogen. Ich wohnte damals direkt um die Ecke und verbrachte eigentlich fast jeden Abend bei den beiden in der Küche. Neben Schnaps trinken und Karten spielen haben wir irgendwann auch zusammen musiziert. Das hat gleich ziemlich gut geklappt, und so haben wir öfters zusammengespielt, sei es im Park oder bei WG-Partys. Unser Repertoire war damals aus Songs von Soufian und mir zusammengewürfelt, Ahmed steuerte ein paar arabische Lieder bei und fertig war das erste Programm. Das Eklektische daran hat sich für uns ganz natürlich angefühlt, es war keine besondere Intention dahinter. Insgesamt würde ich sagen, dass sich die Band eher natürlich entwickelt hat als dass wir sie bewusst gegründet hätten.

Hat sich eure akademische Musikerausbildung auf den Sound von Bukahara ausgewirkt?

Avi: Ich denke mal, dass wir alle beim Studium sehr viel gelernt haben. Wichtiger war meiner Meinung nach vor allem die Möglichkeit, sich einige Jahre lang nur mit Musik zu beschäftigen und in einem Umfeld voller neugieriger junger Musikerinnen und Musiker zu sein. Das war für mich beinah das Wichtigste.

Soufian Zoghlami: Die Verbindung von Musik und akademischer Institution hat damals die Frage aufgeworfen, für wen wir eigentlich Musik machen wollen. Die Hochschule war eine Parallelwelt, die nur wenig Berührung mit der Außenwelt hatte. Da draußen passte die Kombination wunderbar aus dem, was wir an Handwerk gelernt haben, und der unmittelbaren Interaktion mit den verschiedensten Leuten, für die wir gespielt haben. Das ist bis heute so: Wir scheuen nicht vor langen Soli und improvisierten Teilen zurück und genauso wenig vor einem einfachen Beat, der die Leute zum Tanzen bringt.

Welche eurer Einflüsse sind elementar?

Soufian: Ganz bestimmt ist beispielsweise der arabische Teil in unserer Musik davon beeinflusst, dass Ahmed in Palästina aufgewachsen ist. Größer aber noch ist der Einfluss aus den Begegnungen mit anderen Musikern. Jeder von uns ist durch verschiedene Szenen und Genres gegangen. Durch Reisen, Jamsessions und Bekanntschaften sind wir immer wieder auf neue Stile gestoßen, die wir dann in die Band hineingetragen haben.

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Bukahara * Foto: Stefan Braunbarth