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»Wir wollen gar kein Weltmusiklabel sein, denn Musik ist sowieso international.«
Das Glitterbeat-Team (v. l.) Peter Weber, Chris Eckman, Jakob Burgemeister, Silvij Skok, Ira Kolbezen * Foto: Claudia Weber

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Elf Jahre Glitterbeat

Im letzten Jahr feierte das deutsche Label Glitterbeat sein zehnjähriges Bestehen. Mit der malischen Band Tamikrest verbuchte die Plattenfirma gleich zu Anfang große Erfolge – doch die Nische Weltmusik ist den Machern viel zu eng geworden. Punk-Urgesteine wie die britischen Mekons, eine exaltierte Erscheinung wie die türkische Sängerin Gaye Su Akyol und der eigenbrötlerische Jazztrompeter Jon Hassell haben ihre Heimat mittlerweile bei der Firma gefunden.

Text: Rolf Thomas

Peter Weber, der das Label zusammen mit dem ehemaligen Walkabouts-Musiker Chris Eckman führt, hat sich natürlich längst seinen Reim auf einen zusammenbrechenden Tonträgermarkt gemacht. „CDs werden immer weniger verkauft, deshalb haben wir unsere Schwerpunkte aufs Streaming und auf die gute alte Vinyl-Platte verlagert“, führt er ganz unsentimental aus. „Für den Künstler springt beim Streaming nicht viel raus. Aber ein Label, das mehrere Künstler unter Vertrag hat, kann mit den gebündelten Erträgen natürlich schon etwas anfangen. Für Label bleibt es ein schwieriger Markt, und viele kleinere Label sind ja auch in den letzten Jahren vom Markt verschwunden. Die CD wird immer bedeutungsloser, genauso wie die Kassette oder die DVD, die ebenfalls kaum noch eine Rolle spielen.“
Dass Glitterbeat sich schon seit Jahren wesentlich breiter aufgestellt hat, als es seinem Image als Afrika- oder gar Mali-Label entspricht, hat auch mit den Kalamitäten des Musikmarkts zu tun. 
„Um in einem schrumpfenden Markt wie der Weltmusik überleben zu können, muss man neue Nischen suchen“, hat Weber erkannt. „Deshalb öffnen wir uns zunehmend anderen Musikrichtungen, seien es Avantgarde oder Jazz, seien es Rock- und Popmusik. Wir haben zum Beispiel das neue Album von den Mekons veröffentlicht, das passte für viele nicht so richtig zu Glitterbeat. Wir wollen aber gar kein Weltmusiklabel sein, denn Musik ist sowieso international. Die Mekons fühlen sich wohl bei uns, sie mögen das Label und natürlich profitieren sie auch von unseren internationalen Vertriebsstrukturen.“

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