Folker-Logo   Probeabo & Abo   Mediadaten/Anzeigen


Suche
   Intern   Über uns


Kontakt/Impressum/Datenschutz

       
Murat Coşkun * Foto: Harald Kandra

Heimspiel


Weitere Artikel aus der Rubrik Heimspiel in dieser Ausgabe:

Das Static Roots Festival

25 Jahre India Instruments in Berlin

Im Ländle: Folkival





[Zurück zur Übersicht]



Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

Oder gleich zum (Probe-)Abo.








Ein Instrument mit vielen Namen

Das Rahmentrommel-Festival Tamburi Mundi in Freiburg

Freiburg im Breisgau als Standort für ein Trommelfestival mit Gästen aus allen Erdteilen, das passt. Die Stadt an der Dreisam gibt sich gerne weltoffen, jung und alternativ. Seit dreizehn Jahren hat der Percussionist Murat Coşkun hier ein Meeting mit genauso internationalem wie familiärem Flair etabliert, das die Rahmentrommel in den Fokus stellt. Das Percussioninstrument, das vielleicht die größte weltweite Verbreitung hat und je nach Kulturkreis unter einer Vielzahl von Namen firmiert: Daf, Bodhrán, Tamburello, Tamorra, Pandeiro, Riqq – um nur einige zu nennen.

Text: Stefan Franzen

„Auf ihr ist man viel flexibler als auf anderen Trommeln“, erläutert Coşkun seine Faszination. „Man kann sich während des Spiels damit bewegen, dabei tanzen, sie hochwerfen. Sie hat sich in den unterschiedlichsten Kulturräumen mit verschiedenen Techniken entwickelt, die man heute kombinieren kann – brasilianisches Pandeiro mit italienischem Tamburello, indische Spielweise mit persischer Sufi-Trommel. Dadurch entsteht eine ganze Palette an Klangfarben.“ Der 46-jährige Freiburger mit anatolischen Wurzeln zählt zu den renommiertesten Percussionisten seiner Generation. Durch intensives Reisen schärfte er sein musikalisches Verständnis für orientalische, maghrebinische und balkanische Rhythmen, streckte seine Fühler auch in Richtung Jazz und Alte Musik aus. International bekannt wurde er mit seinem Oriental Jazz Ensemble FisFüz.

Vom Drum Circle zum Meisterkurs

Die enge Beziehung zur Rahmentrommel ließ ihn 2006 eine gewagte Idee realisieren: Seit damals steht Tamburi Mundi allsommerlich für einen der wichtigsten Frame-Drum-Gipfel des Erdballs. Coşkun griff die Idee bei einem Spezialistentreffen in Barcelona auf, öffnete die Welt dieses einzigartigen Schlaginstruments jedoch auch für das nicht ausübende Publikum. Die abendlichen Konzerte sind da nur das Sahnehäubchen einer Fülle von Aktivitäten. Interessierte können darüber hinaus in der Frame Drum Academy bei prominenten Musikern Kurse und Meisterklassen belegen, sich auf einer Instrumentenmesse umschauen und an einem Drum Circle unter freiem Himmel teilnehmen. Weltweit bekannte Virtuosen wie der Amerikaner Glen Velez, der Italiener Andrea Piccioni oder der Israeli Zohar Fresco kommen immer wieder gerne in die Breisgau-Metropole. Mit dem E-Werk hat Coşkun mittlerweile einen festen Standort für sein zehntägiges Festival gefunden, von dem aus die ganze Stadt einbezogen wird. Unterm Jahr setzt er die Rahmentrommelkonzerte in einer Spezialreihe fort, aber er exportierte die Festivalidee auch nach Italien, in die Türkei und den Iran.

... mehr im Heft.