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Ulrich Sokoll

Heimspiel


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Bluegrass-Missionswerk für Nordwestdeutschland

Elftes Grevengrass Festival

Das Münsterland wird im Allgemeinen nicht mit Bluegrass, Old-Time- oder Americana-Musik in Verbindung gebracht. Eigentlich zu Unrecht, denn seit 2009 steigt in der Stadt Greven an der Ems das Grevengrass-Festival. Mittlerweile hat sich die zweitätige Veranstaltung zu einem der wichtigsten Events der Europäischen Bluegrass-Szene gemausert. Jeweils an Pfingsten treffen sich dort bis zu dreitausend Musiker und Zuschauer – und alles Dank der Hilfe vieler Freiwilliger und ihrer Liebe zum Bluegrass.

Text: Jean-Oliver Groddeck

Wohnwagen stehen dicht an dicht, mit Campingstühlen davor. In der Mitte ist ein kleines Pavillonzelt aufgebaut und von dort erklingen Kontrabass, Mandoline, Fiddle, Gitarre und Banjo – Bluegrass eben. So ein Jam kann schon mal über mehrere Stunden gehen – Alltag im Camp des Grevengrass-Festivals. Andere Besucher nehmen ihre Klappstühle unter den Arm und gehen zur großen Hauptbühne, die etwas weiter entfernt direkt neben dem Beachclub an der Ems aufgebaut ist. Hier starten bereits am Nachmittag die ersten Konzerte und gehen bis tief in die Nacht.

Wurzeln in Neusüdende

Mit dabei ist Ulrich Sokoll, auch wenn er sich vor zwei Jahren als Organisationschef von Grevengrass zurückgezogen hat. Durch ihn fand die Bluegrass-Musik ihren Weg an die Ems. „Früher war ich mit meinem Wohnwagen auf dem Festival in Neusüdende. Das ist ein kleines schnuckeliges Dorf im Norden von Oldenburg. Das Festival war damals eines der ältesten für Bluegrass und Country in Deutschland.“ Diese schon zur Institution gewordene Veranstaltung endete abrupt mit der Aufgabe von Organisator Klaus Grotelüschen im Jahr 2006. Ein Nachfolgefestival musste her, dachte sich Sokoll. „Im September 2008 haben wir hier in Greven einen Verein gegründet, ein Exposé verfasst, und dann ging es damit ab zum Bürgermeister. Und der war gleich mit im Boot“, strahlt Sokoll. Das Konzept war von Anfang an klar: freier Eintritt, damit möglichst viele Zuschauer angelockt werden, dafür aber Campinggebühren. „Die campierende Bluegrass-Gemeinde subventioniert so die Konzerte, denn alle die kommen, wollen ja, dass die Musik lebendig bleibt“, so Sokoll. Dafür sorgt seit der Gründung des Festivals auch Matthias Malcher. Der Multiinstrumenalist bucht die Bands und möchte dabei besonders das breite Spektrum des Bluegrass abbilden. „Da gibt es ganz traditionelle Sachen oder Old-Time, aber eben auch jazzige Musik bis hin zu Swing, Rockabilly und Hillbilly.“ Malcher achtet darauf, dass die Bands aus unterschiedlichen Ländern stammen. Dieser Spagat ist natürlich nicht immer einfach. Highlights aus den letzten Jahren sind für Malcher zum Beispiel Jeff Scroggins and Colorado aus den USA oder die Band Dunderhead aus Schweden gewesen, die 2014 von der European Bluegrass Music Association (EBMA) als Europäische Bluegrass-Band des Jahres ausgezeichnet wurden.

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