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Catharina Nieland und Marcel Klier * Foto: Christine Knüppeler Roth

Heimspiel


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Konzerte zwischen Alternativszene und Bankfoyer

Das Kasseler Weltmusikfestival

Spätestens seit den Achtzigerjahren haben nicht nur die deutschen Metropolen, sondern auch viele kleinere Kommunen eigene Jazzfestivals. In den Neunzigern begann eine ähnliche Entwicklung in der Weltmusikszene, sodass auch hier eine vielfältige und manchmal etwas unübersichtliche Festivallandschaft entstanden ist. Unter den zu Unrecht weniger bekannten Veranstaltungsreihen befindet sich das mittlerweile „volljährige“ Kasseler Weltmusikfestival. Zeit für eine Würdigung.

Text: Wolfgang König

Geburtsort und nach wie vor zentraler Punkt des Festivals ist das Kulturzentrum Schlachthof. Um dessen interkulturellen Aktivitäten einen jährlichen Höhepunkt zu geben, wurde 1998 das Kasseler Weltmusikfestival aus der Taufe gehoben. „Dadurch, dass wir für das Festival ein separates Budget haben, können wir dort Künstler auftreten lassen, die für unser normales Schlachthof-Programm überhaupt nicht finanzierbar wären, zum Beispiel Ladysmith Black Mambazo aus Südafrika oder die Amsterdam Klezmer Band“, erzählt Catharina Nieland vom Schlachthof-Team.
Die ersten Ausgaben fanden jeweils an einem Wochenende im Schlachthof statt, heute gibt es verschiedene Veranstaltungsorte. So werden zum Beispiel die Eröffnungskonzerte inzwischen im Foyer der Kasseler Sparkasse ausgerichtet, die zu den wichtigsten Sponsoren des Festivals zählt und deren Vorstandsvorsitzender als Schirmherr fungiert. Der geräumige Eingangsbereich der Bank im Stadtzentrum bietet nicht nur Platz für eine Bühne und achthundert Besucher, sondern verschafft dem Festival auch ein Publikum, das normalerweise nicht in den Schlachthof kommen würde – der befindet sich in der Nordstadt, einem sozial eher problematischen Viertel.

Erschließung neuer Publikumssegmente

„Das ist ein interessanter Nebeneffekt des Festivals“, meint Catharina Nielands Kollege Marcel Klier lächelnd. „Da trifft die alternative Szene der Nordstadt auf eine ganz andere Bevölkerungsschicht. Die Weltmusik kommt dabei aus ihrer Nische und präsentiert sich einer neuen Zielgruppe. Auch auf dieser Ebene gibt es damit eine Art von interkultureller Verständigung.“
Neben der Sparkasse und dem Schlachthof gibt es einen weiteren wichtigen Veranstaltungsort: die Kasseler Adventskirche. Dort gastiert traditionell die Akkordeonale, die – sozusagen als Event im Event – regelmäßig zur Festivalzeit in Kassel Station macht. Hier stellen Akkordeonisten aus aller Welt die Vielfalt von Stilen und Spielweisen ihrer Heimatländer vor. Und obwohl das Instrument bei vielen immer noch als altmodisch gilt, sehen die Kasseler Festivalmacher dem Kartenverkauf gelassen entgegen, denn gerade die Akkordeonale hat sich als echter Publikumsmagnet erwiesen. Nach einer mehrjährigen Pause ist seit 2018 auch die Clubnacht wieder Bestandteil des Festivals. Hier sprechen Bands, aber vor allem DJs mit dancefloorkompatibler Weltmusik die jungen Partygänger an.

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