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Lutz Kirchenwitz

Heimspiel


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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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„Das Publikum wird entscheiden, wie es zukünftig weiter geht“

Zwanzig Jahre Festival Musik und Politik

Meist war es kalt und ungemütlich, wenn im Februar in Berlin das Festival Musik und Politik über die Bühne ging. Wenn in diesem Jahr der Verein Lied und soziale Bewegungen zum zwanzigsten Mal drei Tage lang die Pforten für politische Musik und Protestkultur öffnet, hat vielleicht der Frühling schon Einzug gehalten. Denn 2019 findet das Festival erst im März statt. Und mit der Volksbühne als neuem Veranstaltungsort hat man sich nach zwanzig Jahren auch vom kleinen Kulturzentrum Wabe zumindest für dieses Mal verabschiedet. Unter anderem werden Daniel Kahn & The Painted Bird, Konstantin Wecker, Heinz Ratz mit seiner Band Strom & Wasser und Wenzel vom 29. bis 31. März aufspielen. Zusätzlich gibt es täglich Veranstaltungen und weitere Konzerte bei teilweise freiem Eintritt.

Text: Michael Kleff

Im Jahr 2000 fand das Festival Musik und Politik zum ersten Mal statt. Seine Vorgeschichte geht auf das 1970 gegründete Festival des politischen Liedes zurück, das nicht nur politisch engagierte Musik aus der DDR bot, sondern seinem Publikum mit vielen internationalen Gästen zugleich ein Fenster zur Welt öffnete, darunter Pete Seeger und Billy Bragg ebenso wie Mikis Theodorakis und Mercedes Sosa. Die staatlich großzügig geförderte, aber zugleich auch kontrollierte Veranstaltung fand im Jahr nach dem Mauerfall 1990 ihr Ende. 1991 bis 1994 versuchte der Zwischenwelt-Förderverein mit einem progressiven Kulturfestival die Tradition des Festivals des politischen Liedes fortzusetzen. Aus einem im Jahr 2000 ursprünglich als einmalige Jubiläumsveranstaltung geplanten Wochenende wurde dann aufgrund der großen Nachfrage ein Jahr später das Festival Musik und Politik.

Tradition am neuen Standort

Obwohl die aktuelle Lage geradezu nach politischer Musik verlangt, finden engagierte Liedermacher, Rocker und Rapper nicht viele Bühnen. Und die öffentlich-rechtlichen Medien ignorieren sie meist völlig. Das Berliner Festival bietet hier eins der wenigen Podien für die politische Musikszene. Darüber hinaus gibt es seit 2002 Ausstellungen, die sich mit der neueren Geschichte des politischen Liedes auseinandersetzen. Gesprächsrunden ergänzen das Programm um einen politischen Diskurs sowohl über musikhistorische und -politische Fragen als auch über aktuelle allgemeinpolitische Themen.

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