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Debademba - Abdoulaye Traoré, Mohamed Diaby * Foto: Frank Szafinski

SHORTstory


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Aktuelles Album:


Sanikoya
(Dankama/Membran, 2017)



Cover Sanikoya



Debademba

Die große Familie

Debademba ist die Band des Gitarristen Abdoulaye Traoré. In Westafrika hat er viele musikalische Facetten in sich aufgesogen, die er auf die akustische und die E-Gitarre übertrug. Richtig erfolgreich wurde Debademba 2009, als sich der sensationelle Gitarrist mit dem Shooting-Star des westafrikanischen Gesangs, Mohamed Diaby, zusammenschloss.

Text: Babette Michel

„Debademba bedeutet in der westafrikanischen Mande-Sprache Bambara ‚die große Familie‘“, erzählt Abdoulaye Traoré. Den Namen für seine Band hat er mit Bedacht gewählt. „Die Familie hat eine große Bedeutung. Mohamed und ich kommen aus Familien mit reichem Musikerbe. Mohamed gehört zu einer Familie von Griots. Sie sind die traditionellen Preissänger, Musiker und Geschichtenerzähler. Ich bin ein Traoré, wir sind keine Griots. Aber mein Vater hat trotzdem Musik gemacht. Von ihm habe ich auf der Tama-Trommel viel über Rhythmus gelernt.“
Abdoulaye war also zunächst Percussionist. Als er fünfzehn war, verließ er sein Dorf in Burkina Faso, um bei seiner großen Schwester Maimouna das Gitarrespielen zu lernen. Sie war Musikerin in Mali. „Sie zu suchen, wurde zum Abenteuer. Wegen ihres Berufs wechselte sie ständig den Wohnort. Jedes Mal, wenn ich in einem Dorf ankam, sagte man mir: ‚Sie hat hier gespielt, aber sie ist schon wieder weg!‘ Als ich meine Schwester endlich gefunden hatte, war ich ein Jahr lang mit ihr auf Tournee.“ Dabei traf Abdoulaye Traoré auf andere Musiker wie den Percussionisten Adama Dramé. „Was Rhythmus betrifft, habe ich viel von ihm gelernt. Außerdem habe ich mit der Gruppe Les Go de Koteba gespielt und sie bei Konzerten in der ganzen Welt begleitet.“
Als Gitarrist reiste Abdoulaye Traoré auch mit der malischen Griot-Sängerin Koumba Kouyaté umher, und sie machte ihn mit ihrem Sohn Mohamed Diaby bekannt. „Nachdem ich 2001 nach Frankreich gekommen war, begann ich am Projekt Debademba zu arbeiten und spielte mit der Band in Pariser Cafés. Schritt für Schritt gewann ich Musiker und Sänger aus verschiedenen Ländern. Auch Mohamed. Er ist heute in Westafrika die Nummer eins mit seinem Gesang. Keiner singt so wie er! Ich war so begeistert, dass ich mit ihm auf dem ersten Debademba-Album zusammenarbeitete. Die darauffolgende Tournee hat uns dann als Gruppe zusammengeschweißt.“
Vor allem zwischen Sänger Mohamed und Gitarrist/Komponist Abdoulaye besteht eine besondere, humorvolle Verbindung: Sanikoya. „Sanikoya ist eine Tradition in Westafrika, in der man den anderen in Bezug auf seinen Nachnamen, der auf seine ethnische Herkunft oder Familiengeschichte verweist, neckt. Damit werden oft ethnisch bedingte Konflikte vermieden. Zwischen Mohamed und mir gibt es auch so eine scherzhafte Beziehung.“

... mehr im Heft.