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Backkatalog   Ausgabe Nr. 4/2018   Internetartikel


Nachspiel

oder Beinahe das Letzte

 

THE AIR THAT I BREATHE

Es ist längst vielerorten ruchbar: Die Feinstaubbelastung für Fußgänger in unseren Städten übersteigt mehr als oft die zulässigen Grenzwerte. Ein argloser Gang zum Lieblingsdiscounter kann unversehens mit Infarkt oder Schlaganfall enden. Was tun?
Die Zeichnung zeigt einen sitzend Gitarre spielenden Straßenmusiker. Vor seinem Hut stehen einige Zuhörer. Hinter ihnen sieht man einen mit laufendem Motor geparkten Transporter, dessen deutlich sichtbare Abgase die Zuhörer einatmen. 
Die Bildunterschrift lautet: „Wo man singt, da verweile tief luftholend: Ein spontan gebildetes Atmungsaktiv lauscht dem umweltfreundlichen Vortrag des Cleankunst-Siegel-Trägers Philipp Otto Lunge.“


Industrie und Autobauer haben keine brauchbaren Lösungen. (Brauchen sie auch nicht, vor lauter Geldzählen kommen sie ohnehin nicht zum Luftholen.) Ran müssen – wie immer – wir, die kleinen Luftbenutzer und Privatschnüffler. Aber unser Job ist einfacher als man denkt, da die Schadstoffdichte, wie Messungen zeigen, binnen kurzer Distanzen erheblich schwankt. Wo z.B. ein schöner großer Baum steht, liegt sie deutlich niedriger als nebenan vorm Gymnasium, wo Dutzende Stadtgeländewagen mit laufendem Motor auf die lieben Halbwüchsigen warten, damit die nicht durch die Abgase ihrer Altvorderen heimlaufen müssen.
Eine geniale wie effektive Luftnummer entstand nun in der folkskunstnahen Kreativ-Szene. „The At-Men“ nennt sich ein Streetperformer-Kollektiv aus Stuttgart-Zuffenhausen, das gezielt dort auftritt, wo die Luft am dicksten ist. Das begeisterte Publikum wirft nicht nur was in den Hut, sondern atmet zugleich den bösen Mief weg. Messungen zeigen: Nach zwanzig Minuten hochwertiger Musikäquilibristik haben hundert Zuhörer – sprich: Atmungsaktive – das Gelände saubergeschnieft, und der Verkehr kann wieder rollen. Ab 2019 können interessierte Künstler auf der Freiburger Kleinkunstmesse ihren spezifischen Air-Cleaning-Faktor messen lassen, während sie an verstopften Kreuzungen zum Luftholen aufspielen. Besonders umweltfreundlichen Ensembles soll das vom BUND und Daimler gestiftete „Cleankunst-Siegel“ in grün, dunkelgrün oder helloliv verliehen werden (steuerlich absetzbar).