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Maximiliano Nathan & Lucas Dorado * Foto: Katrin Wilke

Ortstermin


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Gute Vibes im Doppelpack

Lucas Dorado & Maximiliano Nathan

Taller d’Luis, Berlin, 17.3.2018



Text: Katrin Wilke

Gleich zu Konzertbeginn entschuldigten sich die beiden Musiker für ihre kleine Verspätung. Schmunzelnd wiesen sie auf ihr Instrument, das zusammengeklappt fast ein wenig wie ein schwer zu schleppender Sarg aussieht. Ein Vibrafon sei per U-Bahn gar nicht so leicht zum Auftritt zu befördern. Doch offenbar wollten es die zwei so, haben sich für dieses so wuchtige wie klangvolle Schlaginstrument entschieden, statt ihren Vorfahren zu folgen und etwas Handlicheres zu spielen – etwa die Gitarre wie Lucas Dorados argentinischer Vater, mit dem der in der Schweiz geborene, zunächst als Percussionist gestartete Sohn auch im Duo spielt und zwei Alben aufnahm (siehe Rezension in Folker 3/2015); oder Geige, wie Maximiliano Nathans Bruder, Vater und Großvater, teils im Familienverbund.
Der 1989 in Montevideo geborene und dort nach vielen Auslandsstudienjahren jetzt wieder lebende Vibrafonist scheint überhaupt allerhand gemein zu haben mit seinem zwischen Europa und Lateinamerika sozialisierten Musikerfreund. Das ließ ihr unangestrengtes, vertrauensvoll anmutendes, trotz jazziger Anbindung stiloffenes Spiel bei jenem Auftritt verspüren, der sozusagen eine Weltpremiere war. Sie waren sich just über den Weg gelaufen, als Nathan an der Berliner Universität der Künste sein Studium beim Vibrafon-Übervater David Friedman beendete, während Dorado dort gerade begann. Der New Yorker spielt auch die artverwandte, aufs afrikanische Balafon zurückgehende Marimba, die auf dem südamerikanischen Heimatkontinent der beiden jungen Musiker verankert ist. Sie ist dort weitaus verbreiteter als das seit den Zwanzigern mit dem US-Jazz assoziierte Vibrafon, das in der traditionellen Musik Lateinamerikas noch fast gar nicht angekommen ist.

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