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Backkatalog   Ausgabe Nr. 2/2018   Internetartikel
»Ich wollte wissen, wie weit du mit deiner Gitarre und deinen Songs kommen kannst, wenn du alles selber machst..«
Christina Lux * Foto: Sebastian Niehoff

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Aktuelles Album:


Leise Bilder
(India Records/Rough Trade, 2018)



Cover Leise Bilder


Wenn die leisen Bilder laut werden

Christina Lux

Poetischer Songwriterjazz über das Leben, die Liebe und den Mut

„Wege entstehen dadurch, dass du sie gehst.“ Dieser Satz von Franz Kafka ist schon lange ihr Credo, das gleich im zweiten Lied ihres neuen Albums die Richtung vorgibt. „Wohin sie dann führen, das werden wir schon sehen“, heißt es darin weiter. Christina Lux beschreitet ihren musikalischen Weg seit 1997 kompromisslos, autark und unabhängig von der Musikindustrie. Dabei hat sie sich „durchaus gelegentlich den Kopf angerammelt“, wie sie sagt. Doch sie hat auch Glück und lernt Künstler kennen, mit denen sie zusammenarbeitet und die ihr Türen öffnen – die legendären Zanki-Brüder Edo und Vilko, in deren Studio sie 1987 aufnimmt, den Fotografen Jim Rakete, der sie ablichtet, die Musiker von Fury in the Slaughterhouse, die sie 1998 als Gast für ihre „Klein-aber-fein“-Tournee engagieren. Nach einem langen, unbeirrten Weg über unzählige Bühnen legt die Songschreiberin nun ihre zehnte Soloveröffentlichung vor. Leise Bilder überrascht mit ausschließlich deutschsprachigen Liedern.

Text: Ulrich Joosten

„Für mich war der Weg zur Musik etwas ganz Natürliches.“, sagt Christina Lux. Die gebürtige Karlsruherin wächst in Kassel in einem musikalischen Haushalt auf. Der Vater spielt Klavier und Gitarre. In der Lux-Familie wird Musik nicht nur gemacht, sondern auch gehört. „Ich erinnere mich an Manfred Mann, Dave Brubeck, später an Ludwig Hirsch und Konstantin Wecker. Meine Grundakkorde“, sagt die Künstlerin, „habe ich, wie so viele, mit Peter Burschs Gitarrenbuch gelernt. Von da an ging es autodidaktisch weiter.“
An ihrem achtzehnten Geburtstag meldet sich Lux von der Schule ab, ein „Schritt, ohne zu wissen, was danach passieren würde“. Sie jobbt in der Gastronomie und schaut sich nach Bands um, in denen sie singen könnte. Noch sieht sie sich nicht als Singer/Songwriterin oder Gitarristin. Sie will einfach ihre Stimme einsetzen. „Ich hörte damals viel Rockmusik zwischen Whitesnake, Led Zeppelin und Foreigner“, erzählt sie. Sie steigt in die Kasseler Rockband Shakesbeer ein und singt sich fast die Seele aus dem Leib. Nach einem halben Jahr ist ihre samtweiche Altstimme beinahe kaputt. Mit Knötchen auf den Stimmbändern und düsteren Aussichten bekommt Lux ärztlich eine Zwangspause verordnet. „Ich hatte großes Glück mit einer tollen Logopädin und einem sehr unorthodoxen Opernsänger, der mir nach der Gesundung die richtige Gesangstechnik beibrachte. Ich musste sehr, sehr leise wieder anfangen.“
Sie tritt mit einem Pianisten im Duo auf, entdeckt Jazzsängerinnen wie Sarah Vaughn oder Betty Carter und spürt „eine Intensität, die ich sehr mochte. Dann entdeckte ich Al Jarreau und seine unglaubliche Art mit seiner Stimme zu spielen und rhythmische Elemente einzusetzen – das hat meine Musik sicherlich geprägt.“ 1987 lebt Lux wieder nahe Karlsruhe, wo sie in eine Fusion-Formation einsteigt. Musiker der Jule-Neigel-Band werden auf sie aufmerksam und verpflichten sie als Backgroundsängerin für die anstehende Tournee. „Das war Neunundachtzig mein Einstieg ins Musikgeschäft. Ich konnte alle meine seltsamen Nebenjobs endlich schmeißen.“

... mehr im Heft.