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Kulturbörse Freiburg * Foto: Ellen Schmauss

Heimspiel


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Das ganz große Treffen der Szene

Die Internationale Kulturbörse Freiburg wird dreißig

Holger Thiemann gibt die Leitung ab

Auf der WOMEX treffen sich im Herbst die Ak­teu­re der Welt­musik, und die Folkszene zählt sich irgendwie dazu. In Freiburg dagegen treffen sich auf der Internationalen Kulturbörse (IKF) diesen Januar zum dreißigsten Mal die Kleinkünstler, die Straßentheaterszene, aber auch die Folkies, die Blueser, die Rocker, die Jazzer oder die Liedermacher. Die IKF hat sehr offene Arme, was unterhaltsame Kultur angeht. Das war von Anfang an Konzept. So wollte es der Erfinder, Geburtshelfer und Spiritus Rector Holger Thiemann, der nach drei Jahrzehnten beschlossen hat, einen Schritt zurückzutreten.

Text: Mike Kamp

Eigentlich hatte Holger Thiemann Kulturarbeit nicht als Berufung gesehen. „Ich hatte gar keine Qualifikation dafür“, sagt er. „Ich bin ausgebildet als Lehrer, habe Germanistik, Politik und Geschichte studiert und hatte damals nicht das Glück – obwohl ich es mir lange Zeit gewünscht habe –, diesem Beruf nachgehen zu können, denn ich stamme aus einer Lehrerfamilie.“ Es war eine Zeit der Einstellungsstopps und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, und Thiemann landete bei der Landesgartenschau, die 1986 in Freiburg stattfand. „Diese Gartenschau hatte den durchaus sinnvollen Gedanken, dass den Leuten in dem halben Jahr nicht nur schöne Blümchen gezeigt werden sollten. Ich musste mich um das Kulturprogramm kümmern. Da ich ja dafür außer persönlichem Interesse keinerlei Vorbildung hatte, hieß es Learning by Doing. Danach hatte ich das Glück, dass das Kulturamt im Aufbau begriffen war und ich nahtlos wechseln konnte.“ 

Vorbild Künstlerbörse

Auf seiner Suche nach Erfahrungen reiste Thiemann in die Schweiz und lernte dort die Künstlerbörse kennen, die heutzutage immer noch existiert und in Thun stattfindet. „Wenn sich dort jemand orientieren wollte, was Künstler, Agenturen oder Kulturarbeiter betraf, dann waren drei Tage Zeit, so richtig hinzulangen“, erzählt er. „Ich fand’s spannend. Und wenn man jung und ein bisschen naiv ist wie ich damals, dann sagt man: Das machen wir auch in Freiburg. Mein Chef im Kulturamt sah das ähnlich und gab mir die Möglichkeit, diese Idee umzusetzen. 1989 fand die erste Messe im Bürgerhaus Seepark statt.“ Dort blieb die Kulturbörse unter der Ägide Thiemanns und des Kulturamts bis 2000, war aber zwischenzeitlich dem Veranstaltungsort entwachsen. Zufällig zog zu genau diesem Zeitpunkt die Messe Freiburg an ihren heutigen Standort um, und Thiemann wechselte mit der Börse in die städtische Messegesellschaft. „Das passte, auf ein neues, aber überschaubares Messegelände mit all der hilfreichen Infrastruktur umzuziehen. Wir wagten diesen Schritt, aber es war ein Experiment. Wir wussten nicht, ob es klappen würde. Die Vorbehalte in der Szene waren erheblich. Messe und Kultur, geht das?“

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