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Backkatalog   Ausgabe Nr. 2/2017   Internetartikel
»,Hätte‘ ist nicht mein Ding.«
Sally Barker
Sally Barker * Foto: Ingo Nordhofen

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Auswahldiskografie:

Sally Barker & Vicki Genfan,
In The Shadow Of A Small Mountain (Small Mountain Music, VÖ: 16.3.2017)

Sally Barker,
Ghost Girl (Old Dog Music, 2017)

The Poozies,
Into The Well (Schmooz Records, 2015)

Vicki Genfan,
Uncovered (Acoustic Music Records, 2008)



Auf neuen Pfaden

Sally Barker und Vicki Genfan

Gitarrensuperstar trifft „The Voice“

Beide stehen seit vielen Jahren auf der Bühne. Jede hat ihre eigene Geschichte. Vicki Genfan ist es gelungen, einen herausragenden Platz in der männerdominierten Gitarrenszene zu belegen, sie wurde gar zum „Superstar“ gewählt. Sally Barker gewann bereits in dern Achtzigern einen lokalen Liedwettbewerb, spielte Anfang der Neunziger im Vorprogramm von Bob Dylan und war Mitbegründerin der Frauenfolkband The Poozies. Jüngst war sie mit den wiederbelebten britischen Folkrockern von Fotheringay unterwegs und begleitete Fairport Convention auf deren Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum. Im März werden Barker und Genfan ihr erstes gemeinsames Album zuerst in Deutschland live vorstellen.

Text: Stefan Sell

Wer Sally Barker auf Youtube im Duett mit Tom Jones entdeckt, wird überrascht sein, dass der Anlass hierfür Barkers Teilnahme an der britischen Version des Talentwettbewerbs The Voice im Jahr 2014 war. Eine so erfahrene Sängerin in einer Castingshow? Für wirkliche Musiker ist dieses Milieu zweischneidig, weil zu spüren ist, wie viel mehr es hier um Manipulation und Ruhmsucht geht als um Musik. Wie kam es dazu, dass Barker sich nach einem vergeblichen Versuch im Jahr 2007 bei The X Factor sieben Jahre später bei The Voice bewarb, wo sie dann alle Herzen gewann? „Es war eigentlich nicht meine Idee“, gesteht die heute 57-Jährige. „Ich hatte damals wenig getan, um weiterzukommen. Dann schauten meine Kinder die neue Show und meinten, ich müsse da mitmachen. Zu dieser Zeit war meine Widerstandskraft nicht sehr groß, also ging ich hin, ohne viel zu erwarten. Tom Jones gab mir ein Stück Glanz, war gleich auf meiner Seite und brachte mich ins Finale. Ich dachte von vorneherein, das wird mir nicht gefallen, aber es hat mir wirklich Spaß gemacht. Wobei es auch eine heikle Angelegenheit ist, in so einem Prime-Time-Talent-Wettbewerb mitzumachen. Ich habe das nicht gemacht, um berühmt zu werden, sondern einfach aus Spaß.“
Daraufhin bot ihr eine große Plattenfirma an, ein Album mit Coverversionen einzuspielen. Sie lehnte ab. „Es war einfach ein schlechtes Timing“, sagt Barker. „Ich habe mich nicht so entschieden, wie ich mich vielleicht hätten entscheiden müssen. Ich habe mir keine Sorgen gemacht, ob ich in die nächste Runde komme, ich wollte ja gar nicht weiterkommen. Als dann das Angebot eines Plattenvertrags kam, erstarrte ich wie ein Kaninchen vor der Schlange. Ich hatte nicht damit gerechnet. Ich wollte einfach nur meine Ruhe. Vor allem aber wollte ich meine eigene Musik machen. Gern hätte ich das Geld gehabt, aber ohne, dass ich ein Coveralbum mache, hätten sie es mir nicht gegeben. Zudem war ich dabei, mit den Poozies ein Album aufzunehmen, und ich fühlte mich der Band gegenüber verpflichtet.“

... mehr im Heft.


Vicki Genfan