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Jürgen Hardeck, Geschäftsführer des Kultursommers Rheinland-Pfalz, bei der Eröffnung der 1. Buchmesse Rheinland-Pfalz 2014 * Foto: Helmut Ruppert

Heimspiel


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Erfolgreiche Kulturförderung

Fünfundzwanzig Jahre Kultursommer Rheinland Pfalz

„Der Sommer unseres Vergnügens!“

Die freie Kultur­szene braucht Förderung und Unterstützung ihrer Aktivitäten, zumal aus ihr Institutionen erwachsen sind, die in Deutschland Kulturgeschichte geschrieben haben wie die seit über fünfzig Jahren bestehende Initiative Burg Waldeck, das seit vierzig Jahren stattfindende Festival Open Ohr Mainz oder das seit über zwanzig Jahren existierende Eifel-Literatur-Festival, bei dem sich das Who’s who der deutschen Literatur trifft. Das nötige Geld bekommt die freie Szene aber nicht mit derselben Selbstverständlichkeit wie der staatlich subventionierte Kulturbetrieb und schon gar nicht, wenn sie außerhalb der Metropolen agiert. Fünfundzwanzig Jahre Kultursommer Rheinland Pfalz zeigen mit großem Erfolg, dass sich dort, wo ein Wille ist, auch ein Weg auftut.

Text: Stefan Sell

1991 traf man sich zum ersten Mal, mit dabei war auch der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Rudolf Scharping. Er hatte vor der Wahl versprochen, sich für die Unterstützung der freien Kulturszene stark zu machen und hielt Wort. Von da an kümmerten sich Kulturministerin Rose Götte und Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig zusammen mit der Kulturabteilung des Ministeriums darum, ein kulturpolitisches Konzept für ein Flächenland ohne wirkliche Großstädte aus Landesmitteln umzusetzen – die Landeshauptstadt Mainz ist mit etwas mehr als zweihunderttausend Einwohnern schon die größte Stadt. 1992 ging dann der erste Kultursommer über die unzähligen Bühnen des Landes.

Die Waldeck darf Waldeck bleiben

Inzwischen finden unter dieser Dachmarke jährlich zweihundertfünfzig Veranstaltungen mit insgesamt siebenhunderttausend Besuchern statt. Ohne den Kultursommer ständen das Lahnsteiner Bluesfestival, das Mainzer Open Ohr oder das legendäre internationale Liederfest auf Burg Waldeck finanziell schlechter da oder hätten gar nicht überlebt, denn der Kultursommer ist nicht nur Geburtshelfer für neue Ideen, sondern setzte sich von Anfang an auch dafür ein, Bewährtes zu erhalten. Hannes Wader, Reinhard Mey oder Franz Josef Degenhardt, die alle damals auf Burg Waldeck aufgetreten sind, haben gezeigt, welches Schwergewicht das Festival in der Liederlandschaft darstellt. Und so gibt es seit 2004 wieder ein jährliches Liederfest auf der Waldeck, wo zuvor nur vereinzelt Festivals an die legendäre Zeit von 1964 bis 1969 angeknüpft hatten. Für die verantwortlichen Organisatoren wäre es nicht einfach, das wiedererlangte hohe Niveau zu halten, wenn der Kultursommer hier nicht unter die Arme greifen würde.
Bewerber, die im Rahmen des Kultursommers auftreten wollen, müssen bis spätestens Ende Oktober des Vorjahres die entsprechenden Anträge einreichen, damit sie im Folgejahr aus dem großen Topf schöpfen können. Eine Jury entscheidet über die Vergabe der Gelder. Die Landesmittel dafür kommen aus Zinserträgen der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, derzeit jährlich circa 1,75 Millionen Euro, die für die freie Kulturszene verwendet werden, und aus Budgets, die nur für kommunale Kulturprojekte und Festivals verwendet werden dürfen, das sind pro Jahr circa 2,25 Millionen Euro. Somit fördert das Land Rheinland-Pfalz die Kultur im Rahmen des Kultursommers mit insgesamt mit 4 Millionen Euro. Für jede kulturelle Initiative im Bundesland, für jede Art von Kunstprojekt besteht jedes Jahr erneut die Chance, sich um einen Platz unter dem Dach des Kultursommers zu bewerben.

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