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Backkatalog   Ausgabe Nr. 6/2015   Internetartikel




»Das Möllner Folkfest konnte 2.646 Euro einwerben.«
Grafik Crowdfunding

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Diskografie:


Light Up The Dark
(Lorimer Records, 2015)

Flash Company
(Copperplate Independent, 2012)

Curious Things Given Wings
(Copperplate Independent, 2010)

The Outside Track
(Bedspring Music, 2007)



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Vom Schwarm finanziert

Crowdfunding für Folkmusiker

Crowdfunding ist eine interessante Möglichkeit, Alben oder andere Projekte zu finanzieren. Musiker können so die eigenen Fans frühzeitig für neue Vorhaben aktivieren und vielleicht sogar zusätzliche Anhänger hinzugewinnen.

Text: Christian Rath

Beim Crowdfunding wird ein neues Album ganz oder teilweise vorab von den Fans finanziert. Das Vorhaben wird auf speziellen Websites wie startnext.com angekündigt. Dort wird eine Zielsumme festgelegt und eine Frist gesetzt. Wenn der angestrebte Betrag bis zur Frist zusammengekommen ist, wird das Album realisiert und jeder Unterstützer bekommt als Belohnung einen Tonträger oder eine andere Gegenleistung. Kommt die Zielsumme jedoch nicht zusammen, erhalten alle Unterstützer ihr Geld zurück, aber auch kein Dankeschön.
Crowdfunding gibt es nicht nur im Musikbereich, aber dort hat es eine besonders große Bedeutung. Zum einen sind CD-Produktionen relativ überschaubare Projekte, die sich gut mit Hilfe der bereits bestehenden Fanbasis umsetzen lassen. Zum anderen hat die Idee ihren Ursprung im Musiksektor.
Als nach der Jahrtausendwende die Plattenfirmen zu schwächeln begannen, weil sich die Kids Musik lieber in Tauschbörsen besorgten als CDs zu kaufen, startete der amerikanische Jazzgitarrist und Komponist Brian Camelio das Label Artistshare. Dort wurden die ersten CDs vorab von den Fans finanziert. 2006 wurde mit sellaband.com die erste europäische Crowdfundingplattform gegründet. Erst später übertrugen Firmen wie kickstarter.com den Gedanken auf nicht musikalische Projekte.
In Deutschland ist heute Startnext aus Dresden die führende Plattform für Musikfinanzierung. Daneben gibt es noch die deutlich kleinere Visionbakery aus Leipzig und in der Schweiz die Plattform wemakeit.com (sprich: we-make-it). International und für größere Projekte sind pledgemusic.com und immer noch Sellaband von Bedeutung. Neu ist in Deutschland das Label Musicstarter, das aber nicht nur auf die Finanzierung einer konkreten CD abzielt, sondern die im Crowdfunding erfolgreichen Künstler anschließend auch unter Vertrag nehmen will.
Startnext finanziert vor allem Ideen aus dem Kreativbereich: Musik, Film, Theater, Literatur, Kunst oder Mode. Seit der Gründung 2010 hat die Plattform rund 3.000 erfolgreiche Projekte abgewickelt, davon allein 950 im Jahr 2014. Die Projekte in jenem Jahr hatten ein Volumen von insgesamt acht Millionen Euro, das ist ein Wachstum von 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 62 Prozent der gestarteten Vorhaben erreichten die Zielsumme, was international als sehr guter Wert gilt. Im Schnitt wurde ein Fundingziel von 8.415 Euro anvisiert. Die einzelnen Unterstützer trugen dazu durchschnittlich 75 Euro bei. Mehr als ein Viertel der Projekte von startnext.com waren Projekte von Musikern.

... mehr im Heft.

Nadja Rüdenbusch