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Die Filmkolumne von Michael Freerix


Das kaleidoskopische Universum von Folkstreams

Tom Davenport * Foto: Christin Boggs Peyper Der US-amerikanische Dokumentarfilmemacher Tom Davenport fühlte in den Neunzigerjahren eine immer stärkere Frustration in sich aufsteigen, weil die anspruchsvollen Filme, die er machte, immer seltener im Fernsehen zu sehen waren. Denn dieses Medium spezialisierte sich nachhaltig


auf Spielfilmware. Im sich gerade entwickelnden Internet sah Davenport eine Chance, seine Filme und die vieler seiner Kollegen einem interessierten Publikum zugänglich zu machen – und gründete 1999 das Webprojekt Folkstreams.
Auf Folkstreams sind Dokumentarfilme kostenfrei anzuschauen, die sich ausschließlich mit in erster Linie ländlichen nordamerikanischen Lebenswelten beschäftigen. Häufig ist Musik Teil des Erzählkosmos, um den diese Filme ranken. In The Fiddlers of James Bay zum Beispiel sind kanadische Fischer und Geiger zu sehen, die Nachkommen von Einwanderern der schottischen Orkneyinseln sind. Zum ersten und einzigen Mal besuchen diese die Orkneys, um gemeinsam mit dortigen Folkorchestern Musik zu machen. Und treffen dabei auch auf weit entfernte Verwandte. In Gypsies Sing Long Ballads werden in Schottland lebende Traveller porträtiert, die Anfang der Achtziger darum ringen, ihre Lebenskultur erhalten zu dürfen und nicht in ghettoähnliche Wohnsituationen abgedrängt werden wollen, wo ihnen zuerst ihre Eigenständigkeit und – so fürchten sie –, schließlich ihre Seele geraubt werde.