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NORDLICHTER
 GROUPA: Kind Of Folk, Vol. 2, Norway  CAMILLA HOLE TRIO: Halvemål  TRIO TÖRN: Debut  GKN5 : Bestastovo  SKREKK & GURO: Folkemusikk 2.0  JÄRVENTAUS/DLUZEWSKI: Jorden Svart
GROUPA
Kind Of Folk, Vol. 2, Norway



CAMILLA HOLE TRIO
Halvemål



TRIO TÖRN
Debut



GKN5
Bestastovo



SKREKK & GURO
Folkemusikk 2.0



JÄRVENTAUS/DLUZEWSKI
Jorden Svart



GROUPA aus Schweden sind schon so lange dabei und immer noch für Überraschungen gut. Diesmal bringen sie ihre Interpretationen norwegischer Musik. Ein reines Instrumentalalbum, womit Aussprachepeinlichkeiten vermieden werden. Sie halten sich zumeist an die norwegische Tradition, gut zu hören, nur die Frage bleibt: Wenn schon Grieg spielen, warum nicht des Meisters eigene Melodie verwenden? Kind Of Folk, Vol. 2, Norway (All Ice Records). Neu ist das CAMILLA HOLE TRIO mit der CD Halvemål (Taragot Sounds). Traditionelle Instrumentalmusik aus Norwegen sowie zwei Kompositionen von Camilla Hole. Die Originalstile klingen durch, doch eine Saxofonistin muss natürlich improvisieren, und so klingt es passagenweise doch arg nach dem üblichen skandinavischen saxofonischen Einheitsbrei. Eine große Überraschung ist das schwedische TRIO TÖRN, das sein erstes Album vorlegt, passenderweise Debut geheißen (Playing With Music). Streichinstrumente (Geigen, Cello) und traditionelle Stücke aus Schweden, es geht los mit einer fetzigen Polka, die trotzdem melancholisch klingt, so wie es schwedische Instrumentalmusik oft tut. Zum Immer-wieder-Hören und wunderschön. Ebenfalls überraschend ist Bestastovo (Taragot Sounds) der Gruppe GKN5. Von den acht Titeln auf der CD sind fünf traditionell, die anderen wurden im traditionellen norwegischen Stil von Bandmitglied Guro Kvifte Nesheim komponiert, die zudem Hardingfele und Hardanger d’Amore spielt. Andere verwendete Instrumente sind Cister, Nyckelharpa und Klarinette – und immer, wenn sie erklingt, bekommt das Norwegische überraschende Klezmeranklänge! Wenn eine Band SKREKK & GURO heißt (ein Wortspiel mit Schreck und Graus und dem Mädchennamen Guro), erwarten wir eine Menge Jux. Das Album heißt dagegen nüchtern Folkemusikk 2.0 (Taragot Sounds), und hier begegnet uns noch einmal Guro Kvifte Nesheim mit ihrer Hardingfele. Auf dem Cover trägt sie norwegische Tracht, die Männer aus der Band dagegen sehen aus wie norwegische Bierzeltmusiker – und genau dieses Stilgemisch erwartet einen auf der CD. Nach so vielen Instrumentalwerken nun ein schwedisches, auf dem der Gesang dominiert. JÄRVENTAUS/DLUZEWSKI widmen sich auf Jorden Svart (Nordic Notes) der Musik ihrer Heimatregion Norbotten. Die musikalischen Traditionen Norbottens, wo viele Einflüsse zusammenströmen (es gibt neben den Sami auch eine finnischsprachige Minderheit), werden erst jetzt aufgearbeitet, also gibt es auf dem Album eine Menge zu entdecken. Höhepunkt ist der alte Sweeney’s-Men-Titel „My Dearest Dear“ in norbottischem Gewand!
Gabriele Haefs



AMERICANA
 MANDOLIN ORANGE: Tides Of A Teardrop  AMIGO THE DEVIL: Everything Is Fine  KAZ MURPHY: Ride Out The Storm  TISH HINOJOSA: West  GOSPELBEACH: Another Winter Alive
MANDOLIN ORANGE
Tides Of A Teardrop



AMIGO THE DEVIL
Everything Is Fine



KAZ MURPHY
Ride Out The Storm



TISH HINOJOSA
West



GOSPELBEACH
Another Winter Alive



Die US-Amerikaner MANDOLIN ORANGE sind ein Duo, das tief im Bluegrass verwurzelt ist. Wie auf den Vorgängeralben hören wir auf Tides Of A Teardrop (Yep Roc  Records) hauptsächlich Mandoline und Fiddle, die von dem speziellen mehrstimmigen Gesang gekrönt werden. Trotzdem verzichten die beiden nicht auf moderne Unterstützung durch Bass, Keyboards und Schlagzeug, was den Songs einen großen Abwechslungsreichtum verleiht. Danny Kiranos hingegen, der sich AMIGO THE DEVIL nennt, bauscht seine Songs durch ausladende Arrangements zu pompösen Seelendramen auf. Kiranos erklärt dazu, er wolle in seinen düsteren Melodramen „Songs über die allerschlimmsten Menschen schreiben, um in ihnen die Menschlichkeit zu entdecken“. Ob ihm das auf Everything Is Fine (Regime Music Group)  gelingt, sei dahingestellt, jedenfalls ist bei ihm alles äußerst stilbewusst. KAZ MURPHY hat bereits Hunderte von Songs geschrieben, Novellen veröffentlicht, Theater gemacht und sich in der Welt herumgetrieben. Seine Stimme klingt leicht wettergegerbt. Murphy erzählt vom Leben am Rand der US-amerikanischen Gesellschaft, das allerdings keine Außenseiterexistenz ist. Seine Songs auf Ride Out The Storm (Eigenverlag) sind geradlinig und nicht zu aufdringlich arrangiert. Seit dreißig Jahren veröffentlicht TISH HINOJOSA mittlerweile Platten, und West (Tish Records)  ist nach fünf Jahren mal wieder etwas Neues von ihr. Wie von Beginn an sind ihre Songs fein gestrickt und weisen häufig mexikanische Bezüge auf. In den Texten steckt viel Autobiografisches und sie hat sechs Musiker um sich versammelt, die den sehr persönlichen Songs frische und abwechslungsreiche Arrangements verpasst haben. Mit zwei akustischen Gitarren und dem Klavier im Zentrum spielt das Trio GOSPELBEACH auf Another Winter Alive (Alive Records)  häufig psychedelisch wirkende Songs, die von den späten Beatles geprägt zu sein scheinen. Gelegentlich wechseln sie aber auch zu elektrischer Gitarre, Bass und Schlagzeug, sodass es Ausflüge in den Rockbereich gibt.
Michael Freerix