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Es gibt im Musikbereich immer wieder Veröffentlichungen, die den Rahmen herkömmlicher Produktionen inhaltlich wie vom Umfang her sprengen und deshalb einer ausführlicheren Betrachtung bedürfen, als dies in Form einer üblichen Rezension geleistet werden kann. Die Folker-„Plattenprojekte“ widmen sich in loser Folge solchen außergewöhnlichen Serien, Boxen, Sammlungen, Sondereditionen bis hin zu vergleichbaren Unternehmungen wie etwa Internetprojekten, die auf physische Tonträger inzwischen zunehmend verzichten.


In diesem Heft schreibt Rolf Beydemüller über



Manu Delago, Parasol Peak

CD-Cover MANU DELAGO – PARASOL PEAK Im Rahmen des Europäischen Pilztages wurde der Parasol oder Gemeine Riesenschirmling zum Speisepilz des Jahres 2017 gekürt. Und genau den sieht man in 923 m Höhe auf einer Waldwiese in den Tiroler Alpen stehen, bevor die Kamera einen leichten Rechtsschwenk zu sieben Musikern macht, die zwischen Bäumen, Farnen und Pilzen mit dem Titel „Parasol Woods“ eine mehr als ungewöhnliche musikalische Expedition eröffnen.
Ersonnen und komponiert hat das Werk, das zeitgleich als Film in ausgesuchten Kinos, auf dem


MANU DELAGO
Parasol Peak
(CD; One Little Indian Records)

Parasol Peak
(Film; Fancy Tree Films Production, vimeo.com/ondemand/parasolpeak)

Videoportal Vimeo und auf CD erscheint, der international äußerst erfolgreiche Hang-Spieler Manu Delago. Das Hang, ein Instrument, das ein wenig an ein Ufo erinnert und klanglich wie bautechnisch den karibischen Steeldrums ähnelt, erfreut sich seit seiner Erfindung im Jahr 2000 derart großer Beliebtheit, dass die Nachfrage zeitweise größer war als das Angebot. Manu Delago gehört zu den echten Virtuosen auf diesem bezaubernden Klangkörper aus Stahlblech. Ein Youtube-Video katapultierte Delago 2007 mit millionenfachen Klicks ins öffentliche Bewusstsein.
Der studierte, mit Preisen ausgezeichnete, in London lebende Percussionist, der unter anderem mit Björk und Anoushka Shankar arbeitete und tourte, wendet sich nun mit Parasol Peak als gebürtiger Innsbrucker seiner Heimat zu. Und zwar ganz unmittelbar. Die Jahre in Tourbussen, Tonstudios, umgeben von Hightech-Elektronik müssen die Sehnsucht nach einer einfachen, akustischen Musik geweckt haben. Und den Traum, diesen Klang in die Berglandschaft hineinzutragen, quasi selbst als Teil der Natur zu agieren und vor Ort Aufnahmen zu machen.
In den Tiroler Alpen auf dreitausend Metern Höhe kein leichtes Unterfangen. Die Stationen des beschwerlichen Aufstiegs sind auf beeindruckende und ästhetische Weise filmisch und akustisch dokumentiert. Acht Kompositionen hat Delago mit seinem Septett einstudiert. Musik für Holzblasinstrumente, Trompete, Posaune, Akkordeon, Cello, Percussion und natürlich Hang. Die Musiker mussten den körperlichen Strapazen eines alpinen Bergaufstiegs gewachsen sein, mussten ihre Instrumente über Steilhänge hinweg transportieren und in der Lage sein, den wechselnden Wetterlagen zum Trotz zu musizieren. Auch Tontechniker und Filmleute haben diesen Aufstieg begleitet, mussten Kameras und Aufnahmegeräte in den Felsen verkabeln, für perfekten Ton und schöne Bilder sorgen. Aufgrund der sehr kalten Witterung war es oft nicht möglich, mehr als zwei Takes aufzunehmen, die Instrumente verstimmten sich zu schnell, die Finger drohten zu erfrieren oder der Wind blies zu heftig.

... mehr im Heft.