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 DIVERSE: Nordic Notes Vol. 5: Folk From Estonia
DIVERSE
Nordic Notes Vol. 5: Folk From Estonia
nordic-notes.de
(Nordic Notes #5)
17 Tracks, 63:34, mit Infos


Ein neuer Länderschwerpunkt beim Rudolstadt-Festival und passend dazu ein neuer Ländersampler des umtriebigen Labels Nordic Notes. Warum sollte man auch nicht die Gelegenheit nutzen, auf die bunte Musikszene des Ausnahmelandes hinzuweisen. Statt den sicheren (und billigen) Weg zu nehmen, leicht hörbare Tracks aus dem bestehenden Programm auszuwählen, versucht das Label tatsächlich ein Kaleidoskop des Landes zu präsentieren. So beginnt der neue Sampler sperrig mit dem Duo Malva & Pricks, das auch auf einem Independent-Rock-Sampler gut aufgehoben wäre. Überhaupt finden sich vermehrt Rock- und Popelemente in den Songs dieser Labelkollektion, wodurch die estnische Musik wie eine kraftvolle und erdverbundene Melange ihrer finnischen und polnischen Verwandten wirkt. Für die Folkpunks bietet Svjata Vatra den passenden Anlass zum Pogo. Mit Maultrommelspielerin Cätlin Mägi finden die Folkfundamentalisten ihr Glück, und beim Estonian Folk Orchestra wird das traditionelle Polkatanzbein geschwungen. Die bekannteren estnischen Vertreter TradAttack! und Estbel sind ebenfalls am Start und runden die gelungene Zusammenstellung ab.
Chris Elstrodt
 FOURTH MOON: Ellipsis
FOURTH MOON
Ellipsis
fourthmoonmusic.com
(Eigenverlag)
9 Tracks, 51:51,


Seit man an der Uni Limerick Irish Trad studieren kann, hat das Institut zahlreiche junge Profimusiker hervorgebracht. Neu ist, dass jetzt Blow-ins anderer Kulturherkunft, definitive Nicht-Iren, auch in dieser Riege mitspielen. So empfehlen sich David Lombardi (Fiddle, Italien), Géza Frank (Flute, Whistle, Uilleann Pipes, Österreich), Jean Amei (Gitarre, Frankreich) und Mohsen Amini (Konzertina, Schottland) mit einem paneuropäischen Quartett irisch-schottischer Prägung. Von Anklängen an vergangene groovige Bands des Genres bis zur staccatierten Technik von Whistle-Ikone Brian Finnegan hören wir einen maximal geschliffenen Sound, das Ton-für-Ton-Zusammenspiel der vier ist fast unheimlich präzise. Zwischen den etwas ruhigeren Momenten kulminiert die gemeinsame Steigerung der Spielenergie dann immer wieder in höchster Virtuosität und Tempo bis hin zu Triolenpassagen, die fast unspielbar klingen. Respekt! Das Programm besteht fast durchweg aus Originals, die relativ kopflastig mit vertrackten rhythmischen Gimmicks komponiert sind. Es braucht daher mehrfaches Hinhören, bis alles wirklich ankommt! Fazit: Diese schiere Virtuosität und explosive Spielfreude will gehört werden!
Johannes Schiefner

 ELENA LEDDA: Làntias
ELENA LEDDA
Làntias
facebook.com/elenaleddaofficial
(Sard Music SARDCD00333)
12 Tracks, 49:13, mit sard., ital. u. engl. Texten


Sieben Jahre nach Undas meldet sich die Stimme Sardiniens mit einem neuen Soloalbum zurück. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Album zu hören. Man kann einfach dem wunderbaren Gesang lauschen und in die tief melancholische und doch lebenspralle Musik eintauchen. Man kann staunen, wie brillant die Mitmusiker Mauro Palmas und Marcello Peghin (diverse Saiteninstrumente), Silvano Lobbina, Bassist und Produzent des Albums, Andrea Ruggeri (Percussion) und Simonetta Soro (Gesang) neben Gästen wie dem Klarinettisten Gabriele Mirabassi und Luigi Lai (Launeddas) spielen. Man sollte aber auch den Texten von Mariela Gabriela Ledda Aufmerksamkeit schenken. Die Schwester der Sängerin stellt die Kraft der Poesie Themen wie Krieg, Flüchtlingselend und Frauenmord gegenüber. Làntias, sardisch für Lichter, Laternen, ist ein passender Titel für das Werk. Dank der überragenden Stimme und Texten mit Raum für Lichtblitze verströmt das Album trotzdem Zuversicht. „Für jedes Übel gibt es eine Abhilfe“, antwortet der Neapolitaner Enzo Avitabile in „De Arrùbiu“ auf die tieftraurigen Worte der Sardin. Schade nur, dass die holprigen Englischübersetzungen kaum zum besseren Verständnis der Texte beitragen.
Martin Steiner
 LEVELLERS: We The Collective
LEVELLERS
We The Collective
levellers.co.uk
(OTF Recordings OTFCD029/Rough Trade)
Promo-CD, 10 Tracks, 39:02,


Seit ziemlich genau dreißig Jahren sind die Levellers aus dem englischen Brighton unterwegs, und zwar als harte Punkrocker mit etlichen Folkeinflüssen und politisch eindeutig linken Texten. Eigentlich haben sie schon so ziemlich alles probiert und ausgereizt. Wie also soll und kann man die dreißig Jahre denn jetzt noch als das besondere Jubiläum feiern, was es nun mal ist? Nun, die Levellers begaben sich mit einem Streichensemble und Produzent John Leckie in die berühmten Abbey Road Studios und spielten acht alte Singles wie „England My Home“ oder „Hope Street“ und zwei neue Stücke akustisch, sozusagen im Sitzen ein. Mark Chadwicks rauchige Stimme und die besänftigende Wirkung der Streicher – welche Gegensätze! Und das Resultat ist dann auch … anders! Dreißig Jahre raue Energie in Streicherarrangements zu transformieren, das ist zum einen nicht einfach und zum anderen nicht jedermanns/-fraus Sache. Da wird es sehr persönlich. Nach dem dritten Hören klingt alles folgerichtig und stimmig und … anders! Die geneigte Hörerschaft muss wohl oder übel individuell entscheiden, wie sie mit diesen ungewohnten, anderen Levellers umgehen möchte.
Mike Kamp

 LOXANDRA ENSEMBLE: In Transition
LOXANDRA ENSEMBLE
In Transition
loxandra.gr
(Dalit Music DM-CD001/Soulfire)
11 Tracks, 51:48, mit engl., dt. u. griech. Infos


Lange fünf Jahre, inklusive einer erneuten kurzzeitigen Selbstauflösung, hat es gedauert, bis das aus Thessaloniki stammende und jetzt in Athen beheimatete Ensemble ein drittes Album auf den Markt gebracht hat. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn die acht Musiker strotzen nur so vor Spielfreude. Außerdem stecken sie einen weiteren musikalischen Rahmen ab als bislang. Hatte sich der Erstling Shedon Opos Palia aus dem Jahr 2006 vornehmlich mit tradierter Musik aus Izmir und Istanbul beschäftigt, so konzentrierte sich das zweite Album Meyhane – Kafe Aman komplett auf Lieder aus Istanbul, allerdings mit einer beachtlichen Schar an Gastmusikern, darunter Sokratis Sinopoulos, Brenna MacCrimmon und Ria Ellinidou. Auf der aktuellen Scheibe sind nun griechisch, türkisch und arabisch anmutende Stücke zu hören, die auch mal mit etwas Jazz, Swing und Latin gewürzt werden. Ria Ellinidou ist übrigens mittlerweile zur Leadsängerin avanciert und überzeugt mit einfühlsamen Interpretationen der traditionellen und modernen Lieder. Zu letzteren gehören erstmalig auch Eigenkompositionen.
Ines Körver
 JOHAN MEIJER: Heute! Hier!
JOHAN MEIJER
Heute! Hier!
nederossi.com
(Nederossi NOP 180206)
16 Tracks, 68:25, mit dt. Texten u. Infos


Seit vielen Jahren bereichert der holländische Liedermacher mit seiner verdienstvollen, preisgekrönten Europeana-Reihe, in der er bekannte und seltene Songs aus ganz Europa interpretiert, die Liedszene. Auf dem neuen Album in deutscher Sprache stehen nicht wie gewohnt geschichtliche Themen im Vordergrund, sondern das Hier und Heute. „Dort wo wir hofften, dass alte Gegensätze überwunden werden, tun sich neue Gräben auf“ (Johan Meijer). Hörbar ist dies besonders in den Liedern, die Flüchtlingsthemen aufgreifen, „African Tour“ von Francis Cabrel oder „Ebano“ von den Modena City Ramblers. Herausragende Lieder dürften „Nebenan“ von Georg Leitenberger, der auf diesem Album die Mundharmonika spielt, und „Gerardo Staubwolke“ im Duett mit Manfred Maurenbrecher über den Tod eines ausgebeuteten süditalienischen Arbeiters sein. Ein weiteres Thema ist das Reisen – Flugzeuge, Autobahnen, eine Tramperin oder der isländische Vulkan Eyjafjallajökull, der 2010 den Flugverkehr über halb Europa behinderte. Musikalisch besticht die Vielfalt der Stile durch ein gutes Dutzend holländischer und russischer Studiomusiker, allen voran Loek Schrievers an Bouzouki, Dobro und anderen Saiteninstrumenten.
Reinhard „Pfeffi“ Ständer

 FINN OLAFSSON : Acoustic Guitar 3
FINN OLAFSSON
Acoustic Guitar 3
finnolafsson.com
(Olafssongs/Acoustic Music Records)
11 Tracks, 47:25, mit Infos


Ein stilles Album aus dem Land der glücklichen Dänen. Aus der Zeit gefallen scheint die Musik, die uns Finn Olafsson zu seinem 65. Geburtstag schenkt, und sie macht einmal mehr deutlich, wie nah und selbstverständlich Schönheit, Stille und eine gehörige Portion sehnsuchtsvoller Melancholie miteinander verbunden sind. Ganz unaufgeregt, in nahezu meditativer Gelassenheit präsentiert der ehemalige Progressive-Rock-Gitarrist auf dem dritten Album seiner Acoustic-Guitar-Reihe Kompositionen für Steelstring. Dabei greift er wiederum auf eine Reihe von Kostbarkeiten aus seiner erlesenen Gitarrensammlung zurück. Manche Stücke, insbesondere die dem Gitarristen John Williams gewidmete Suite, weisen eine ausgesprochen klassische Klangsprache auf und könnten ebenso gut aus der Feder eines John Dowland stammen. Verlust und Einsamkeit sind die Themen, die Olafssons Musik deutlich färben und die vorwiegend langsamen Tempi erklären. Klanglich ist die CD ein echter Hochgenuss, und man lauscht dem großen Saitenpoeten, als würde man denselben Raum teilen. Wie auch bei den vorangegangenen Teilen der Trilogie kann der interessierte Hörer und Gitarrist die bestens editierten Notenausgaben im Handel erwerben.
Rolf Beydemüller
 THE SHEE: Continuum
THE SHEE
Continuum
theshee.com
(SHEE4)
10 Tracks, 50:57, mit engl. Texten u. Infos


Die sechs schottischen Damen (naja, zumindest fast, zwei Ehren-Schottinnen sind dabei) betreiben ihre Band seit über zehn Jahren, obwohl sie mittlerweile allesamt mit anderen Projekten mehr als ausgelastet sind. Aber mit The Shee (ein Begriff aus der keltischen Mythologie) hat eben alles angefangen, und zum Jubiläum haben sich die Damen um Rachel Newton und Shona Mooney etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie baten ihre jeweiligen Lieblingsfolkmusiker wie Karine Polwart, Chris Wood, Martin Simpson oder Kathryn Tickell, speziell für The Shee einen Song oder eine Melodie zu schreiben. Diese vier Songs und zwei Instrumentals haben es ebenso in sich wie die Eigenkompositionen, erfreulicherweise jeweils mit sehr aussagekräftigen Texten. Die angesprochenen Künstler fühlten sich hörbar geehrt und bewiesen besondere Kreativität. Flöte, Fiddle, akustische und Elektroharfe, Mandoline, Gitarre, Akkordeon und nicht zuletzt zwei ausdrucksstarke Gesangsstimmen kommen fantasievoll zum Einsatz. Doch, das ist schon ein überzeugendes Jubiläum eines Könnerinnensextetts.
Mike Kamp

 SKIPINNISH: The Seventh Wave
SKIPINNISH
The Seventh Wave
skipinnish.com
(Skipinnish Records SKIPCD26)
14 Tracks, 62:00, mit engl. Texten


Ähnliche wie Tidelines (Folker 1/2018, Seite 83) sind auch Skipinnish eine Band im Fahrwasser von Runrig. Interessant ist hier das Band-Bäumchen-wechsel-dich-Spiel der Leadsänger. Robert Robertson wechselte zu Tidelines und Norrie MacIver von Mànran zu Skipinnish. Teils wechseln aber auch die Songs. Da Robertson der Texter von Skipinnish war, hat er Songs wie „Walking On The Waves“ gleich mitgenommen, was Skipinnish nicht davon abhält, den Song weiter im Repertoire zu halten, schließlich stammt die Melodie von Gründungsmitglied Angus MacPhail. Haben Sie noch den Überblick? Insgesamt haben Skipinnish mit MacIver den ausdrucksstärkeren Sänger, der als gälischer Muttersprachler keine Probleme mit dem Runrig-Song „Alba“ hat. Überhaupt scheint The Seventh Wave Bilanz und Ausblick zugleich zu sein. Einige Bandklassiker werden neu arrangiert (sieben Songtexte stammen noch von Robertson), es gibt ein paar neue Songs und natürlich die obligatorischen Tunes mit der Kraft der doppelten Pipes. All das kommt hymnisch oder frisch und frei rockend im schottischen Westcoastsound rüber, der bei jedem Festival die Kehlen aktiviert und die Schottlandfahnen fliegen lässt. Großartig!
Mike Kamp
 SARAH-JANE SUMMERS: Solo
SARAH-JANE SUMMERS
Solo
sarah-janesummers.com
(Daisy Dell Records DELL008)
11 Tracks, 45:55, mit engl. Infos


Was Albumveröffentlichungen angeht, ist die Schottin Sarah-Jane Summers sehr systematisch: 2016 eine mit Ehemann Juhani Silvola, 2017 ein Solowerk mit improvisierter Fiddlemusik (und zwischendrin auch eines mit den Fiddledamen von RANT), und nun geht die in Oslo lebende Künstlerin mit der schottischen und der Hardangerfiedel zurück zu ihren Wurzeln. Das Album ist u. a. eine Hommage an ihren Lehrer Donald Riddell, von dem auch zwei Stücke stammen. Der Rest ist entweder traditionell (einmal norwegisch) oder eine kurze Eigenkomposition. Unbegleitete Fiddlemusik, aufgenommen in einer norwegischen Kirche, das muss doch eine ziemlich trockene Angelegenheit sein, oder? Nur bei oberflächlichem Hören kann dieser Eindruck entstehen. Tatsächlich jedoch legt Summers unendlich viel Ausdruck und Interpretation in diese Melodien, macht sie allesamt unverkennbar zu ihren Stücken. Voraussetzung ist natürlich, dass man etwas mit Fiddlemusik anfangen kann. Dann jedoch hört man hier eine absolute Könnerin, deren expressives Spiel eine Freude ist.
Mike Kamp

 TĘGIE CHŁOPY: Wesele!
TĘGIE CHŁOPY
Wesele!
tegiechlopy.pl
(Sderpent)
19 Tracks, 58:08, mit poln. u. engl. Texten u. Infos


In Zeiten, in denen Familien, Gesellschaften und Nationen immer weiter auseinanderzudriften scheinen, ist es wichtig, einen anderen Weg aufzuzeigen. Die polnische Band Tęgie Chłopy hat sich dem verschrieben. Mit einer unbändigen Frische und Lebendigkeit beschwört sie mit einem mitreißenden Album den Zusammenhalt zwischen den Menschen. Ihr Thema ist die traditionelle Musik der südpolnischen Kielce-Region anlässlich von Hochzeitszeremonien. Die bewegenden Tänze, Polkas und Balladen, gesungen oder instrumental, entwickelt das neunköpfige Ensemble vor allem mit Fiddles, Akkordeon, Klarinette, Trompete und Tuba. Die Band tut dies mit einer Leidenschaft und Ausgelassenheit, dass der Zuhörer das Gefühl hat, unmittelbar an dem Fest teilzunehmen und mittanzen zu wollen. Das unterstreicht das liebevoll und ungewöhnlich gestaltete Cover. In Polnisch und Englisch präsentiert das Ensemble eine Fülle von Geschichten, Eigenarten und Geheimnissen einer glücklichen Ehe aus der Hochzeitstradition in Kielce. Hier gibt es nicht nur viel zu schmunzeln. Gemeinsam mit der Musik verströmt Tęgie Chłopy eine Stimmung, die das Leben und die Gemeinschaft feiert.
Erik Prochnow