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Es gibt im Musikbereich immer wieder Ver­öffent­lichungen, die den Rahmen herkömmlicher Pro­duk­tionen inhaltlich wie vom Umfang her spren­gen und deshalb einer ausführlicheren Betrach­tung bedürfen, als dies in Form einer ülichen Re­zen­sion geleistet werden kann.   [mehr dazu hier]


BÜCHER / DVDs


Bücher

DVDs

Lange Onlinerezensionen
 DIVERSE: George Fest – A Night To Celebrate The Music Of George Harrison
DIVERSE
George Fest – A Night To Celebrate The Music Of George Harrison
georgeharrison.com
(H.o.t. Records/BMG Rights 538185472/Rough Trade)
CD: 27 Tracks, 106:31, mit engl. Infos; DVD: 119:44, 27 Tracks plus kurze Einsti


Große Künstler mit ganzen Herden von Kollegen zu feiern, ist grundsätzlich einleuchtend – aber nicht immer für die Ewigkeit gemacht. George Fest vom September 2014 führt, mit Ausnahme von Brian Wilson und Al Jardine, Nachgeborene aller folgenden Generationen zusammen, um George Harrisons Songs und zwei Cover, die er sich angeeignet hatte, zu interpretieren. Das zeigt, dass George eben beileibe nicht in derselben Liga wie John und Paul komponierte. Aber seine Stimme hatte Charakter, er hatte einen Sinn für angemessene Interpretation und ein Flair, von dem alle hier aufgebotenen Interpreten, auch Norah Jones, nur träumen können! Keine andere Darbietung ist so gottserbärmlich wie Brian Wilsons „My Sweet Lord“, aber fast alle sind schwächer, weil konturloser, flacher, stumpfer als die Originale. Ausnahme vielleicht Ian Astburys „Be Here Now“, das George Harrisons bravem Folkliedchen einen Schuss „Blue Jay Way“ hinzufügt, der ihm guttut. Die Generationen nach Astbury bleiben durchweg blass – Sohn Dhani Harrison inklusive, auch wenn er stimmlich an seinen Vater erinnert. So schlimm wie Conan O’Briens in jeder Hinsicht niveaulose Ansage befürchten lässt, wird es aber nicht ansatzweise.
Christian Beck
 BILL RAMSEY: My Words
BILL RAMSEY
My Words
ramsey.de
(Bear Family Productions Ltd. BCD 17427)
Do-CD, CD 1: 16 Tracks, 57:45, CD 2: 15 Tracks, 49:50, mit dt. Texten u. Infos


Als mich dieses Werk erreichte, dachte ich erst mal: Ach ja, der alte Bill, hm, Doppel-CD mit Jazztiteln. Jaja, man weiß, das kann er. Nicht nur Krimi-Mimi und dergleichen. Zugegebenermaßen durchaus ganz witzige Schlager damals. Bei der Durchsicht des Booklets sah ich die Namen der Bands, die die Stücke mit ihm eingespielt haben. Oha! Die Big Bands mancher ARD-Anstalt, Toots Thielemanns, Kurt Edelhagen usw. Und die Texte alle von ihm? Das wusste ich nicht. Na ja, das Album heißt ja auch My Words. Die Aufnahmen stammen aus der Zeit von 1968 bis 2016. Mal reinhören. Spätestens nach dem zweiten Stück hatte er mich. Das ist eine tolle Musik. Und die Musiker, die sich in diesen Ensembles tummeln – Wahnsinn! Was die für Soli raushauen! Über allem steht der Swing, wie Ramsey das auf „Getting Back The Swing“ bestens beschreibt. Und Bills alter Schlager „Souvenirs, Souvenirs“ bekommt eine heutige Swingentsprechung in „Flea Market“. Allen, die Sinn für eine Musik haben, die man auf die Zwei und die Vier klatscht und nicht auf die Eins und die Drei, wie man es hierzulande gerne tun, sei dieses Werk wärmstens empfohlen.
Jörg Ermisch

Kurze Onlinerezensionen
AMY MENDOZA
Suicide On The AM Dial
amymendoza.com
(Cactus Rock Records, Desideratum Publishing)
11 Tracks, 48:36


Die Songschreiberin, Gitarristin, Bassistin und Sängerin Amy Mendoza spielt im Trio mit Damon Barnaby, Gitarre, und E. E. Mendoza, Schlagzeug. Bei einigen Titeln werden die drei von Duncan Stitt am Keyboard und Heather Hardy an der Violine unterstützt.

HERON OBLIVION
Heron Oblivion
subpop.com
(Sub Pop Records SP1149/Cargo Records)
7 Tracks, 44:46


Obwohl fuzzige und zerrende E-Gitarren den Sound des Albums prägen, umweht es doch auch ein Folkgeist der späten 1960er-Jahre, neben allem Psychedelischen. Manche mögen vor allem Jefferson Airplane aufscheinen sehen, aber It’s A Beautiful Day könnten ebenso zu Recht genannt werden. Das Quartett aus San Francisco legt ein bemerkenswertes Debüt vor.


KARL SEGLEM
Worldjazz
karlseglem.no
(NORCD 1562/Galileo)
11 Tracks, 64:00


Als Begleiter der norwegischen Sängerin Elin Furubotn, wie bei Folk Baltica 2011, klingt er natürlich anders, das heißt sein Jazzsaxofon wird durch den Gesang geerdet. Auf diesem Sampler erhält man jedoch einen Einblick in das vielfältige Jazzschaffen des Musikers, das schon recht entfernt von der traditionellen Musik ist.

TOWN OF SAINTS
No Place Like This
townofsaints.com
townofsaints.bandcamp.com
(Promo-CD, Snowstar Records)
11 Tracks, 42:34


Niederländisch-finnische englischsprachige Popmusik mit Anklängen an Bee Gees, Bob Marley, Elvis und andere und dabei alles handgemacht, wie es scheint. Das wäre eine Band für Aspekte. Keine Texte zum Mitlesen dabei.


CHUCHO VALDÉS
Tribute To Irakere – Live In Marciac
valdeschucho.com
(Jazz Village/Harmonia Mundi)
6 Tracks, 69:41


Kubas Pianoübervater feierte den vierzigsten Geburtstag seiner Pionier-Fusionband Irakere 2015 mit einer Tour. Das grandiose Tondokument ist für den Folker im Grunde zu jazzig, aber wegen der spannenden afrokubanischen Zutaten zu würdigen. Bemerkenswert in der fast durchweg jungen Musikercrew des Vierundsiebzigjährigen ist u. a. die Arbeit des auf Yoruba singenden Batá-Spielers Dreiser Durruthy Bombalé.

JASON VIVONE & THE BILLY BATS
The Avenue
billybats.com
(Eigenverlag/CD Baby)
8 Tracks, Promo-CD, 39:54


Etwas Bo-Diddley-Rhythmik, einiges an Rockabilly-Flair, viel Slidegitarre, ab und an rotzig-frecher Backgroundgesang – Jason Vivone zeichnet mit siebenköpfiger Band ein buntes musikalisches Panorama seiner Heimatstadt Kansas City. Das alles kommt recht ungeschliffen, aber musikalisch gekonnt daher. Und auch die Texte sind hörenswert.


MUSIK FÜR KINDER
 KARIBUNI: Waka Waka – Kinderlieder aus der großen weiten Welt
KARIBUNI
Waka Waka – Kinderlieder aus der großen weiten Welt
karibuni-kinderweltmusik.de
(Karussell/Universal Music 06025 4761308 0)
20 Tracks, 58:40, mit Texten in verschiedenen Sprachen und dt. Infos


Dass es eine Kinderliederband zu einem Best-of-Album bringt, ist auch eher selten. Waka Waka ist das sechzehnte Album Karibunis. Josephine Kronfli und Pit Budde sind der Kern der Band. Die aus Äthiopien stammende Musikerin und Museumspädagogin und der aus dem Ruhrgebiet stammende Multiinstrumentalist stellten nach der Geburt ihrer Tochter fest, dass es keine für Kinder aufgearbeitete Weltmusik gab. Sie fingen an, äthiopische Musik für Kinder zu machen. Mittlerweile haben sie mit ihren Liedern mehrfach die Welt umrundet. Zur Band ist Fara Diouf gestoßen. Sie singen auf Wolof, Kaw, Lingala, Haussa, Türkisch, Portugiesisch, Amharisch, Englisch, Polnisch und Isländisch, übernehmen traditionelles Liedgut, übersetzen es ins Deutsche und verweben es. Traditionelle Instrumente, die vielen Kindern eher unbekannt sein dürften, werden eingesetzt. So sind neben Gitarre und Schlagzeug auch Tin Whistle, Ud, Didgeridoo und Djembe vertreten. Der pädagogische Ansatz dabei ist klar. Aber hinter allem stehen immer die Spielfreude und die Begeisterung über die bunte Vielfalt der Welt.
Sarah Fuhrmann