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Es gibt im Musikbereich immer wieder Ver­öffent­lichungen, die den Rahmen herkömmlicher Pro­duk­tionen inhaltlich wie vom Umfang her spren­gen und deshalb einer ausführlicheren Betrach­tung bedürfen, als dies in Form einer ülichen Re­zen­sion geleistet werden kann.   [mehr dazu hier]


BÜCHER / DVDs


Bücher

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Deutschland
 JAMES P. Leary: Folksongs of Another America : Field Recordings from the Upper Midwest, 1937-1946.
JAMES P. Leary
Folksongs of Another America : Field Recordings from the Upper Midwest, 1937-1946.
dust-digital.com
(– Atlanta, GA : Dust-to-Digital, 2015. – 456 S. : book with 5 CDs and DVD)
ISBN 978-029930150-7 , 60,00 USD


Als Einwandererland bezieht Amerika seine Stärke aus der ungeheuren ethnischen Vielfalt. Kulturen aus der ganzen Welt sind dort anzutreffen, wie Sidney Robertson, Alan Lomax und Helene Stratman-Thomas feststellten, als sie zwischen 1937 und 1946 Feldforschungen in Michigan, Minnesota und Wisconsin unternahmen. Ihre „recording trips“ förderten Tausende von Aufnahmen zu Tage. Die 187 interessantesten sind jetzt auf fünf CDs und einer DVD erschienen, eingepasst in ein opulentes Buch, in dem der Volkskundler James Leary auf 450 Seiten alles Wissenswerte dazu in mustergültiger Manier ausbreitet. Die erste Feldforscherin war Sidney Robertson. Für eine Frau war es ein mutiges Unterfangen sich in abgelegene Holzfällersiedlungen zu wagen. Robertsons Ausbeute war so reichhaltig, dass der erst dreiundzwanzigjährige Alan Lomax ebenfalls in diese entlegene Ecke aufbrach. Im Sommer 1938 packte er sein Auto mit Aufnahmemaschinen, Abspielnadeln und unbespielten Wachsplatten voll und begab sich auf eine „musikalische Schnellerhebung“ (Lomax). Nach drei Monaten hatte er so viele Aufnahmen im Kasten, dass er mit dem Gefühl „vielleicht Amerikas musikalisch reichhaltigste Region“ (Lomax) erkundet zu haben, die Heimreise antrat. Seine Spur nahm Helene Stratman-Thomas wieder auf, die bis 1946 jährlich in Wisconsin unterwegs war – mit reichem Ertrag. Die Aktivitäten der drei Feldforscher förderten eine einzigartige Klangwelt zutage. Einspielungen von fünfundzwanzig Volksgruppen dokumentierten die Vielstimmigkeit Nordamerikas, was die Produktion zu einem eindrucksvollen Panoptikum seiner unterirdischen Musiktraditionen macht.
Christoph Wagner
 VIC galloway: Songs in the Key of Fife : The Intertwining Stories of the Beta Band, King Greosote, KT Tunstall, James Yorkston and the Fence Collective.
VIC galloway
Songs in the Key of Fife : The Intertwining Stories of the Beta Band, King Greosote, KT Tunstall, James Yorkston and the Fence Collective.
polygonbooks.co.uk
(– Edinburgh : Polygon, 2013. – 371 S. : mit Fotos)
ISBN 978-1-84697-235-5 , 14,99 GBP


Fife, das ist der eher ländliche, halbinselartige Teil Schottlands zwischen Edinburgh im Süden und Dundee im Norden mit der Universitätsstadt St. Andrews am östlichen Küstenende. Diese verträumten Fischerdörfchen sind die Heimat der drei musikalischen Anderson-Brüder, und einer davon, Kenny Anderson, ist der Mitbegründer und eine der treibenden Kräfte des Fence Collective, eine mehr oder weniger zwanglose Vereinigung ziemlich unorthodoxer Musiker sowie in deren weiterem Dunstkreis Künstler wie James Yorkston oder KT Tunstall. Nur kennt Kenny Anderson außerhalb von Fife kaum jemand unter seinem richtigen Namen. Musikalische Bedeutung erlangte er als King Creosote. Pseudonyme scheinen im Collektive Usus zu sein. Da gibt es The Pictish Trail, Pip Dylan, Gummi Bako, Uncle Beesly oder Withered Hand, die allesamt zwar keine klar definierte Folkmusik machen, aber teils durch ihre Vorlieben für Ungewöhnlich-Akustisches gerne diesem Genre zugeordnet werden und sich auch nicht sehr dagegen wehren. Die Geschichte und Bedeutung dieser losen Gruppe (Platten- und Veranstaltungsfirma wäre eine andere Bezeichnung, die aber das Fence Collective auch nicht wirklich trifft, eher ist die „Mitgliedschaft“ eine Frage der künstlerischen Attitüde und der Vorlieben der beiden Organisatoren King Creosote und Pictish Trail) wird chronologisch von Künstler zu Künstler springend geschildert, mindestens acht Biografien sozusagen ineinander verwoben, Yorkston und Tunstall inklusive. Der Autor ist prädestiniert für diesen Job: Vic Galloway hat eine wöchentliche BBC-Musikshow, ist DJ, TV- Mensch und Journalist und darüber hinaus selbst Musiker. Und er kommt aus Fife, er kennt die Protagonisten persönlich, hat mit einigen musiziert, ist teilweise sogar Fan. Damit geht er offen um, ohne in Kritiklosigkeit zu verfallen. Das Buch ist höchst informativ, unterhaltsam und gut zu lesen. Nach der Lektüre ist klar: Es gibt neben der traditionellen schottischen Szene noch so einiges an interessanter Musik zu entdecken!
Mike Kamp

 regula Leupold: Tanzen mit Titlá : Tradition meets Invention ; 18 neue Alpen-Irish bis Klezmer für Jugendliche u. Erwachsene.
regula Leupold
Tanzen mit Titlá : Tradition meets Invention ; 18 neue Alpen-Irish bis Klezmer für Jugendliche u. Erwachsene.
fidula.eu
(– Boppard : Fidula-Verl., 2015. – 135 S. : mit zahlr. Abb., Fotos, Noten + )
ISBN 978-3-87226-572-2 (Buch), 978-3-87226-772-6 (CD) , je 16,90 EUR


Der Name ist Programm. Zur Musik der Südtiroler Gruppe Titlá hat Regula Leupold achtzehn Volkstänze für Tanzbegeisterte als Tanzschule veröffentlicht. Verschiedenste Tänze (u. a. Quadrille, Kreistanz, Disco, Branle) in fünf Schwierigkeitsgraden werden aufwendig mit Beschreibung, Musikschema, Noten mit Text und Akkordangaben, Tanzschema bzw. -beschreibung sowie netten Zeichnungen und Fotos im wahrsten Sinne des Wortes „beschrieben“. Dazu gibt es eine CD der Gruppe mit vierundzwanzig Tracks – alle achtzehn Tänze (teilw. mit zwei Tracks) sowie zwei Bonustracks. Ein schönes Paket für Tanzpädagogen oder einfach (Volks-)Tanzinteressierte.
Doris Joosten
 ELINA SEYE: Performing a Tradition in Music and Dance : Embodiment and Interaction in Sabar Dance Events.
ELINA SEYE
Performing a Tradition in Music and Dance : Embodiment and Interaction in Sabar Dance Events.
globalmusic.fi
(– Helsinki : Global Music Centre, 2014. – 159 S. : mit Fotos u. Abb. – (Gl)
ISBN 978-952-9675-13-5, 22,00 EUR


Ein Buch für echte Spezialisten, eine ethnographische Studie über die Sabar-Tradition im Senegal. Sabar ist ein explosiver Tanz der Ethnie der Wolof, stets von den gleichnamigen Trommeln begleitet. Die Studie befasst sich mit Tanzevents und sozialen Zusammenkünften, bei denen Tanz und Musik die primären Ausdrucksformen darstellen. Da das Buch nur wenige Bilder und keine CD mit Musikbeispielen enthält, ist es eine theoretische Abhandlung, die sich in erster Linie an Ethnologen und absolute Kenner der Musik der Region bzw. dieser senegalesischen Musik- und Tanzform richtet.
Doris Joosten

 ANNETTE HARTMANN [Hrsg.]: Das große Tanz-Lexikon : Tanzkulturen, Epochen, Personen, Werke / hrsg. von Annette Hartmann …
ANNETTE HARTMANN [Hrsg.]
Das große Tanz-Lexikon : Tanzkulturen, Epochen, Personen, Werke / hrsg. von Annette Hartmann …
laaber-verlag.de
(– Laaber : Laaber-Verl., 2016. – XV, 755 S. : mit 145 Abb.)
ISBN 978-3-89007-780-2 , 98,00 EUR


Ein echtes Schwergewicht, dieses Lexikon. Rein alphabetisch aufgebaut, enthält dieser Wälzer in über sechshundert mehr oder weniger umfangreichen Artikeln Informationen zum klassischen Bühnentanz, zu Tanzkulturen der Welt, zum Volks- und Gesellschaftstanz, zu namhaften Choreographen, Komponisten, Bühnenbildnern, Literaten und Interpreten u. v. m. Dadurch geht das Werk über die übliche Bandbreite hinaus. Natürlich überwiegen die Informationen zum klassischen Bühnentanz deutlich, dennoch ist es aller Ehren wert, dass die Herausgeber auch die anderen Tanzthemen oder Tanzkulturen außerhalb der westlichen Welt mit einbezogen haben. Der Folkmusik- oder Volkstanzinteressierte wird sich aber den Wälzer eher nicht zulegen, dafür sind diese Themen zu knapp vorgestellt. Aber in Bibliotheken hat es auf jeden Fall seine Berechtigung und ist ebenso für alle Tanz- und Theaterwissenschaftler ein schönes Nachschlagewerk.
Doris Joosten