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Bridget St. John * Foto: Cristy St. John

SHORTstory


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Aktuelles Album:

Live At The Betsey Trotwood
(Vinyl/Download; Feeding Tube/Shagrat, 2019)


Cover Live at the Betsey Trotwood


Bridget St. John

Immer unabhängig

Die britische Singer/Songwriterin ist seit jeher eine Außenseiterin gewesen. Ihre dunkle Stimme lag einfach nicht im Sound der Sechzigerjahre, der von Joan Baez und Judy Collins definiert wurde. Und Bridget St. John wollte stets ihr eigenes Material einspielen, was ansonsten im damaligen Musikgeschäft nur Männern zugestanden wurde.

Text: Michael Freerix

Ihre ersten Platten erschienen ab 1969 auf dem winzigen Dandelion-Label, was schließlich ihren weiteren Lebensweg vorzeichnete. Zwar arbeitete sie mit vielen namhaften Musikerpersönlichkeiten ihrer Generation wie Mike Oldfield, Kevin Ayers oder John Martyn zusammen und trat im Vorprogramm von Bands wie Led Zeppelin und Fairport Convention auf, doch nützte ihr das wenig. Nach einer Pause in den Achtzigern wurde die gebürtige Londonerin erst ab der nächsten Dekade wieder aktiv.
Ihrer Mutter war es wichtig, dass die junge Bridget eine Musikausbildung erhielt, und so lernte sie in der Schulzeit Saxofon, Klavier und Bratsche. Außerdem sang sie im Chor, obwohl der Chorleiter häufig meinte, „sie solle den Mund halten, weil sie nur Krach mache!“, weil sie hohe Lagen nicht erreichte. St. John ließ sich davon nicht entmutigen, schließlich wollte sie vor allem ihre eigenen Songs schreiben, wozu es erst kam, nachdem die Großmutter der 21-Jährigen Geld für eine Gitarre schenkte. In den Jahren davor hatte sie ausschließlich Gedichte verfasst.
Nach einem Studienaufenthalt in Frankreich lernte sie den jungen John Martyn kennen, der von ihren Songs begeistert war und sich ein Tonbandgerät von Al Stewart auslieh, um Demoaufnahmen zu machen. Die Tapes gelangten in die Hände des legendären Radio-DJs John Peel, der die junge Liedermacherin in seine nächtliche Radiosendung einlud. Trotzdem interessierte sich kein Musiklabel für die Kunst von St. John. Kurzerhand gründete Peel, für den sie „eine der besten Songschreiberinnen des Landes“ war, ein eigenes Label, und brachte 1969 ihr Debütalbum Ask Me No Questions auf Dandelion heraus.

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