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Rolf Graser und Sami Arras * Foto: Forum der Kulturen Stuttgart e. V.

Heimspiel


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Das Forum der Kulturen

Stuttgarts bunter Dachverband

Stuttgarter „schwätzat“ zwar auch Schwäbisch, aber die Bevölkerung der Landeshauptstadt Baden-Württembergs ist weitaus polyglotter. So vereint das Forum der Kulturen derzeit 136 Vereine von Menschen mit Migrationshintergrund – auf Schwäbisch „Reigschmeckte“ – unter seinem Dach. Diese bereichern das (inter-)kulturelle Leben der Stadt mit Konzerten, Theateraufführungen, Literaturlesungen und einigem mehr.

Text: Michael A. Schmiedel

1998 kamen die Freunde Rolf Graser und Sami Aras, beide schon mit viel Erfahrung im Bereich interkultureller Arbeit, auf die Idee, die Stuttgarter Migrantenvereine dabei zu unterstützen, in der Öffentlichkeit und der Förderpolitik der Stadt stärker wahrgenommen zu werden. Am 16. Mai gründeten sie zusammen mit 16 Vereinen das Forum der Kulturen als Dachverband, dessen Ämter als Geschäftsführer und erster Vorsitzender sie übernahmen.
Nach einem Jahr rein ehrenamtlicher Arbeit flossen erstmals Fördergelder, mit denen sie das Rahmenprogramm zur damaligen EU-Mittelmeerkonferenz ausrichten sollten. Damit kam der Stein ins Rollen – ein Jahr später konnten eigene Büroräume bezogen und die ersten von inzwischen über 25 Hauptamtlichen eingestellt werden. 2001 wurden gleich zwei bis heute laufende Projekte ins Leben gerufen: das interkulturelle Magazin Begegnung der Kulturen — Interkultur in Stuttgart, das neunmal im Jahr erscheint, und das Sommerfestival der Kulturen, das nach kleinen Anfängen im Innenhof des Alten Waisenhauses seit 2003 jährlich auf dem Marktplatz stattfindet.

Philosophie und Entwicklung

„Mit seinen Aktivitäten engagiert sich das Team vom Forum der Kulturen von Anfang an gegen Ausgrenzung, Vorurteile und Diskriminierungen und für den interkulturellen Dialog, für kulturelle Vielfalt und die gleichwertige Teilhabe einer zunehmend migrantisch geprägten Bevölkerung“, so die Stuttgarter im Interview. Die Mitarbeiter beschreiben sich selbst als „große migrantische Mittlerorganisation“. Dieses Selbstverständnis wird vielfältig in die Praxis umgesetzt: Etwa in der Ausrichtung des ersten Bundesfachkongresses Interkultur 2006 und der Initiierung interkultureller Theaterfestivals (seit 2011 unter dem Namen Made in Germany) im selben Jahr, der Gründung eines interkulturellen Theaterensembles und der Schaffung einer Stelle für das Schwerpunktthema Migration und Entwicklungszusammenarbeit, beides 2008, 2014 im Programm Interkulturelle Qualifizierung im Auftrag des Bundeslandes und 2015 im Projekt House of Resources. Letzteres ist ein vom Forum der Kulturen entwickeltes Konzept zur Förderung von Migrantenvereinen, das seit 2016 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und seit 2017 bundesweit in 13 weiteren Städten von dortigen Vereinen durchgeführt wird.

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