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»Das Interessanteste war, die richtige Balance zu finden zwischen meinen ‚roots‘ und dem zeitgenössischen Mainstream-Sound.«
Mayra Andrade * Foto: Ojoz

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Aktuelles Album:


Manga
(Columbia/Sony, 2019)



  Cover Manga



Mayra Andrade

Raus aus der Nische

Die kapverdische Sängerin Mayra Andrade wurde von der Weltmusik-Gemeinde mit offenen Armen empfangen und viele Kritiker bezeichneten sie aufgrund ihres Debütalbums Navega umstandslos und ziemlich denkfaul als Nachfolgerin der großen Cesaria Evora. Dreizehn Jahre später zeigt Andrade auf ihrem fünften Album Manga ein ganz anderes Gesicht.

Text: Rolf Thomas

Ihr halbes Leben hat Mayra Andrade – mittlerweile 34 Jahre alt – in Paris verbracht. Geboren wurde sie auf Kuba, aufgewachsen ist sie auf den Kapverden, der Heimat ihrer Eltern, in Deutschland, dem Senegal und Angola. Gleich für ihr Debütalbum Navega erhielt sie den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Zuvor hatte sie schon beim Gesangswettbewerb Jeux de la Francophonie in Kanada die Goldmedaille gewonnen. Das internationale Publikum berauschte sich geradezu an der bildschönen Sängerin und spätestens seit dem Tod Cesaria Evoras 2011 galt sie ihm als deren legitime Nachfolgerin. In ziemlich stetiger Reihe folgten im Lauf von sieben Jahren drei weitere Alben, bis Mayra Andrade auf einmal von der Bildfläche verschwand.
„Nach meinem letzten Album, Lovely Difficult, habe ich erst einmal eine Auszeit gebraucht und ungefähr ein Jahr lang gar nichts getan“, gibt die Sängerin zu. „Ich habe viel darüber nachgedacht, was für eine Art Künstlerin ich überhaupt sein möchte. Dann entstand allmählich wieder der Wunsch, zu schreiben und zu komponieren. Außerdem habe ich mich nach Songs von anderen Komponisten umgeschaut, die ich gerne singen würde. Schließlich habe ich mich auf die Suche nach einem Produzenten begeben und einige ausprobiert. Es dauerte dann ziemlich lange, bis ich mit Romain Bilharz die richtige Lösung gefunden hatte.“
Als kreativer Direktor der französischen Polydor war Bilharz mitverantwortlich für die Erfolge von Feist, Olivia Ruiz, Juliette Gréco und vielen anderen. Danach managte er in Frankreich die Label Motown, Vertigo und Island – bei unseren Nachbarn allesamt unter dem Dach von Universal –, bevor er in der Elfenbeinküste Künstler wie Denise (Madagaskar), Kiff No Beat (Elfenbeinküste) und Sarz (Nigeria) betreute und Island Africa aufbaute. „Romain war die Idee von Sony France“, erzählt Mayra Andrade. „Romain war ungefähr zwölf Jahre lang der künstlerische Leiter des französischen Zweigs von Universal und hat seitdem als freier Produzent gearbeitet, wo er dann auch oft mit 2B kollaboriert hat, einem jungen Produzenten von der Elfenbeinküste. Wir haben den beiden dann einfach einige Demos geschickt und sie gefragt, ob sie sich vorstellen können, damit zu arbeiten. Die beiden hatten so viele Ideen und haben gleichzeitig so oft gefragt, was ich will und welchen Sound ich mir vorstelle, dass sie schließlich zu meiner Idealvorstellung von guten Produzenten wurden. Ich will mich als Künstlerin weiterentwickeln, und dafür erschienen sie mir genau richtig.“

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