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Backkatalog   Ausgabe Nr. 2/2019   Internetartikel
»Es gibt deutlich mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede zwischen all den Musiken weltweit.«
Dallahan * Foto: Sam Hurt

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Aktuelles Album:


Smallworld
(Westpark Music/Indigo, 2019)



Cover Smallworld



Dallahan

Eine gelungene schottische Folk-Fälschung

Die Frage drängt sich schon bei den ersten Takten des neuen Dallahan-Albums Smallworld auf: Ist das nun eine schottische Folkband oder ist das eher eine Folkband aus Schottland? Für Sänger und Gitarrist Jack Badcock ist die Antwort klar wie Kloßbrühe: „Wir spielen so gut wie keine schottische Folkmusik. Lediglich ein paar Texte sind schottischen Ursprungs. Unsere Musik ist eigenständig mit ein paar traditionellen Melodien aus Irland oder den Balkanländern plus ein wenig Americana. Wir sind also sozusagen eine Folk-Fälschung aus Schottland.“

Text: Mike Kamp

Definitiv schottisch sind lediglich der Dallahan-Wohnsitz und die Entstehungsgeschichte. Die könnte sogar schottischer gar nicht sein. Der Ire Jack Badcock zog 2011 nach Edinburgh und begab sich an einem schönen Oktoberabend in die berühmt-berüchtigte Kneipe Sandy Bell’s, wie das viele Musiker tun, denen der Sinn nach einer Session steht. Und nicht nur Musiker, sondern auch Herausgeber von Zeitschriften, wurde doch die Idee zum Vorgänger des Folker an selber Stelle geboren. Vor Ort traf er den Multiinstrumentalisten Ciarán Ryan (Banjo, Mandoline, Fiddle), der zwar aus der nordostschottischen Region Angus stammt, aber solide irische Wurzeln hat. „Damals waren wir achtzehn Jahre alt“, erzählt Badcock, „und arbeiteten gleich als Duo. Den ungarischen Fiddler Jani Lang trafen wir ebenfalls im Sandy Bell’s. Der studierte gerade Tontechnik und musste als praktische Arbeit ein Musikprojekt aufnehmen. Ideal für uns, wir nahmen noch Knopfakkordeon und Bass dazu, und das war dann Dallahan! Im Laufe des Jahres 2015 gab es Besetzungswechsel und es kamen der Kontrabassist Bev Morris und der Akkordeonist Andrew Waite hinzu. Mit dieser Formation haben wir die letzten beiden Alben aufgenommen und sind in Europa, Nordamerika und sogar Nepal auf Tour gewesen.“ Andrew Waite ist ein profilierter Musiker aus der südschottischen Border-Region, der diverse Preisnominierungen vorweisen kann und in einigen weiteren Bands spielt. Was ihn jedoch adelt ist seine Zusammenarbeit mit Größen wie Eliza Carthy, Sting oder The Unusual Suspects.
Nach der Aufnahme der aktuellen CD Smallworld gab es einen weiteren personellen Umbruch, denn das Leben eines tourenden Musikers ist immer ein sehr unstetes. „Jani wollte mehr Stabilität und arbeitet jetzt in einem Projekt namens Ando Glasso, das sich mit der Musik der Roma in Glasgow und der weiteren Umgebung beschäftigt und diese fördern möchte.“ Der Ersatz für Lang könnte kaum hochkarätiger sein. David Lombardi, den Waite aus seiner Band Fourth Moon bereits kannte, stammt aus Italien, hat ebenso dort Musik studiert wie in Schweden und Irland und ist eine der nicht allzu häufigen Mischungen aus klassischem Violinisten und Folk-Fiddler. Ein Tausch zwischen Ungarn und Italien also! Außerdem verzichtete man auf den regelmäßigen Kontrabass, ohne einen zeitweisen Einsatz bei größeren Projekten oder Plattenaufnahmen auszuschließen. Das macht die Bandlogistik schlanker, denn die Bassfrequenzen können größtenteils von Gitarre und Akkordeon abgedeckt werden.

... mehr im Heft.