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Folker-Halbmast



Ingo Insterburg

INGO INSTERBURG


6.4.1934, Insterburg, Ostpreußen,
bis 27.10.2018, Berlin


In Zeiten, als man bei nahezu jeglicher künstlerischen Tätigkeit nach der gesellschaftspolitischen Relevanz fragte und der Begriff Unterhaltung beinahe ein Schimpfwort war, da gründete Ingo Insterburg seine Spaßcombo Insterburg & Co. und wurde Wegbereiter für eine ganze Generation von Musikanten, deren Credo es war, ihr Publikum zum Lachen zu bringen und gute Laune zu verbreiten. Den einen oder anderen durchaus ernstgemeinten Denkanstoß gab’s gratis dazu. In den Medien wurden die Insterburger unsinnigerweise als Blödelbarden bezeichnet. Er selbst sah sich als Musikkomödiant. Der Multiinstrumentalist spielte Gitarre, Geige, Querflöte und Saxofon. Überdies entlockte er selbstgebastelten Instrumenten die skurrilsten Klänge. Er malte und zeichnete, schrieb Romane und Gedichte und betätigte sich als Schauspieler. Der überzeugte Vegetarier, Nichtraucher, Antialkoholiker und Marathonläufer verlor den Kampf gegen ein bösartiges Krebsleiden.

Kai Engelke



Alec Finn

ALEC FINN


4.6.1944, Rotherham, Yorkshire, England,
bis 16.11.2018, Oranmore, Co. Galway


Alec Finn war einer der ersten, die die Bouzouki in der irischen Musik durchsetzten. Außerdem gehörte er mit Frankie Gavin, Johnny „Ringo“ McDonagh und Charlie Piggott zu den Gründern der wegweisenden Band Dé Danann/De Dannan, deren erste LP 1975 erschien. Es war Alec Finn, der vorschlug, das Beatles-Stück „Hey Jude“ als irische Tune zu spielen, was der Gruppe 1980 zu Weltruhm verhalf. Viele Tonträger später und nach manchem Wechsel in der Besetzung löste sich die Gruppe 2003 auf. Alec Finn trat in den folgenden Jahren regelmäßig auf und unterrichtete überall in Irland neue Talente. Erst wenige Wochen vor seinem Tod stellten er und Frankie Gavin ihr neues Album vor, Traditional Irish Music On Fiddle And Bouzouki, Vol. II. Der irische Präsident Michael D. Higgins fand diese letzten Worte: „Alle, die irische Musik lieben, werden in tiefer Trauer von Alec Finns Tod gehört haben.“

Gabriele Haefs



Roy Bailey

ROY BAILEY


20.10.1935, London, England,
bis 20.11.2018, Sheffield, England  


Humanist, Sozialist oder Friedensaktivist sind nur drei der treffenden Bezeichnungen für den Singer/Songwriter. Er beeinflusste die britische Folkszene mit seinem lebenslangen Engagement, nicht lautstark und belehrend, aber konsequent. Seine MBE-Auszeichnung gab er 2006 aus Protest gegen die britische Außenpolitik zurück. 1958 brachte ihn die Skiffle-Bewegung zur Musik, meist als Solist, aber auch die Band Of Hope mit Martin Carthy, John Kirkpatrik und anderen entstand durch seine Initiative. Obwohl ihn seit dreißig Jahren Herzprobleme plagten, war er bis zum Schluss aktiv, zum Beispiel als Fürsprecher für Flüchtlinge.

Mike Kamp