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»Ich wollte unbedingt vermeiden, ein One-Hit-Wonder zu werden.«
Dota Kehr * Foto: Annika Weinthal

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Printversion, das Heft kann bestellt werden unter www.irish‑shop.de.

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Aktuelles Album:


Die Freiheit
(Kleingeldprinzessin/Broken Silence, 2018)



Cover Die Freiheit


Dota

Hippies sterben niemals aus

Im November hat sie die Liederbestenliste angeführt, die stets in diesem Magazin abgedruckt wird. Da Dota Kehr – deren Vorname zugleich als Bandname fungiert – über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügt, das nicht in dicker Hose, sondern ganz selbstverständlich daherkommt, wird sie das nicht sonderlich überraschen. Die Frau weiß einfach, wie gut sie ist.

Text: Rolf Thomas

„Zwei im Bus“ – das Lied von Platz eins – stammt aus ihrem neuen Album Die Freiheit und endet nach dreieinhalb Minuten ziemlich plötzlich und überraschend. „Ich mag kurze Lieder, ich finde das erfrischend“, meint Dota. „‚Zwei im Bus‘ handelt von einem rassistischen Witz und viele Leute haben mir Vorhaltungen gemacht, dass ich in dem Lied ja gar keine Lösung anbieten würde. Natürlich nicht – wie denn auch? Ich habe lange darüber nachgedacht und fast zwei Jahre an dem Lied geschrieben, weil ich gedacht habe, vielleicht finde ich noch ein besseres Ende. Aber ich denke, das Ende liegt in der Natur der Sache, die ich ganz gut beschrieben habe.“
Mit ihrer Band, die bis vor sechs Jahren unter dem Namen Dota und die Stadtpiraten firmierte, hat sie einen festen Modus Operandi gefunden. „Wir arbeiten schrittweise“, erzählt die Sängerin. „Wenn wir drei, vier neue Lieder haben, proben wir intensiv und anschließend gehen wir ins Studio und nehmen sie auf. Nach ein, zwei Jahren sichten wir das Material und gucken, was davon zusammenpasst. Dabei fliegen manche Lieder ganz raus, andere verändern wir im Tempo oder in der Tonart. Allmählich bekommt das jeweilige Album dann einen roten Faden.“
Diese Arbeitsweise hat sich allerdings erst nach vielen Jahren herauskristallisiert. „Früher haben wir ganze Alben am Stück aufgenommen“, räumt Dota ein, „aber ich glaube nicht, dass man es dem Album Die Freiheit anhört, dass es anders entstanden ist. Wir wollten uns diesmal mehr Zeit nehmen und dem Material die Freiheit geben, die es verlangt. Dabei spielen auch unsere Toningenieure eine wichtige Rolle, aber so richtige Produzenten sind sie nicht.“
Schön, wenn man sich selbst produzieren kann – aber könnte ein bisschen Input von außen, das von einem Produzenten zwangsläufig kommt, nicht auch hilfreich sein? „Ich habe mich immer mal wieder gefragt, ob wir nicht mal mit einem Produzenten arbeiten sollen“, gibt Dota zu, „aber man muss halt jemanden finden, zu dem man sehr viel Vertrauen hat. Und dann muss man diesen Prozess komplett aus der Hand geben, denn sonst gibt es ein endloses Gezerre. Ich habe aber auch eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie meine Lieder klingen sollen, und die Grundidee ist meist schon im allerersten Fragment vorhanden. Dieser Idee muss man nachspüren und dabei nicht in Soundvorstellungen verfallen, nur weil sie gerade gängig sind.“
Hier ist es, das Selbstbewusstsein, von dem vorne die Rede war. Dota hatte einen Plan und den hat sie sich mit ihrer Band erfüllt – kein Wunder, dass sie in sich ruht. „Ich wollte unbedingt vermeiden, ein One-Hit-Wonder zu werden“, erklärt sie, „und bislang hat das gut geklappt. Wenn es auf den Zugabenteil zugeht, rufen die Leute wirklich alle möglichen Songtitel in den Raum, und das gefällt mir ziemlich gut.“

... mehr im Heft.