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Backkatalog   Ausgabe Nr. 2/2016   Internetartikel
» Musik und Musiker kennen keine Grenzen. «
Messestände auf der Babel Med * Foto: Jean de Peña

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Diverse, Qeshm Island
(Hermes Records, 2002)



Babel Med Music in Marseille

Musikmesse mit Festivalcharakter

„Babel Med“ weckt die Assoziation des Turms zu Babel, in dem alle Sprachen zu hören sind. Auf Arabisch bedeutet bab el med „das Tor zum Mittelmeer“. Passt doch alles bestens zur Hafenstadt Marseille! „Ethisch, künstlerisch, neugierig“, so präsentiert sich die zwölfte Ausgabe von Babel Med Music, die 2016 vom 17. bis 19. März in der südfranzösischen Küstenstadt stattfindet.

Text: Martina Zimmermann

Musik ist dort in allen Varianten und Stilen vertreten: Gwo-Ka aus Guadeloupe und Percussion aus Korea, Folk aus Kanada und Indiepoprock aus Jordanien, psychedelische Klänge aus der Türkei, Groove aus Mali oder Gnawarock aus Algerien. Und natürlich Musik aus Marseille: 2016 steht Imhotep auf dem Programm, einer der Hip-Hop-Pioniere, der gemeinsam mit Akhenaton die Formation I Am ausmacht. Außerdem singt Manu Théron mit weiteren Troubadouren im Trio Okzitanisches. Musik aus Marseille sei repräsentativ für das, was in der Stadt los ist, meint Bruno Allary, Leiter des Kollektivs Cie Rassenga. „Wenn man sich auf einer Caféterrasse trifft, dann sitzen hier ein Armenier, dort ein Italiener und ein Algerier und viele andere Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die seit jeher hier zusammenleben.“ So sind auch die modernen Mischungen zwischen Elektrojungle und Hip-Hop in Marseille mit Gesängen aus anderen Teilen der Welt, besonders häufig aus Afrika, gespickt, wie bei Watcha Clan, der Speerspitze dieser jungen Szene. Die Hafenstadt sei eine tolle Inspirationsquelle, meint Sängerin Karine Hallakoun, Künstlername Sista K: „Sie ist die Pforte zu Afrika. Wer hier spazieren geht, hört Umm Kulthum und dann traditionelle Gesänge aus Senegal. Das ist in Marseille Alltag.“
Das Besondere an Babel Med Music: Tagsüber findet für rund zweitausend Musikprofis eine Messe statt, auf der Produzenten und Festivalveranstalter, Künstler, Labels und Journalisten Kontakte knüpfen. Auf anderen Messen dieser Art stellen sich Künstler in Minishows dem professionellen Publikum vor, oft werden die Showcases von der Plattenfirma oder vom Management finanziert. In Marseille hingegen finden richtige Konzerte statt, was Babel Med den Charakter eines Festivals gibt. „Drei Tage, drei Nächte, einunddreißig Konzerte, einhundertfünfzig Stände“, versprechen die Organisatoren für die diesjährige Ausgabe. Der Eintritt für die drei Tage kostet 15 Euro. Es werden wohl auch wieder fünfzehntausend Besucher.

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