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LASST MARKTSCHWEINE DUDELN UND RADLEIERN RÄDERN (25.02.2021)
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Für alle mittelalteraffinen Musikerinnen und Musiker startet am 29. März eine weitere Mittelalternativ.de-Challenge. Nachdem der erste Durchgang im Oktober und November 2020 so erfolgreich war, soll der Wettbewerb nun jährlich stattfinden, und zwar in Zukunft immer um den April herum. Die gestellte Herausforderung besteht darin, innerhalb eines Monats ein Musikstück aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dabei soll eine vorgegebene Melodie benutzt und „szenetypisch“ bearbeitet werden. Dies ist zugegebenermaßen ein vager Begriff. Gemeint ist, was gemeinhin als „Mittelalter“, „Mittelaltermarkt“, „Folklore“, „Folk“ etc. bezeichnet wird. Am Ende soll die Öffentlichkeit darüber abstimmen, welches Stück sie am besten fand. Die vorgegebene Melodie darf übrigens auch darüber hinaus benutzt und bei Gefallen live gespielt oder aufgenommen sowie verkauft werden. Sie ist damit gemeinfrei, das heißt, es besteht kein Urheberrechtsschutz. Wer einen Eindruck davon erhalten möchte, wie das Ganze sich darstellt, kann sich die Ergebnisse aus dem letzten Jahr unter folgendem Link ansehen und -hören:
www.mittelalternativ.de/2020-10-challenge-vote
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SESSION FÜR ALLE (20.02.2021)
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Was will man machen, wenn man von der Pandemie so brutal ausgebremst wird wie viele Berufsmusiker, aber auch zigtausende Hobbymusikanten? Diese Frage stellten sich Gudrun Walther und Jürgen Treyz, die mit ihrer überaus erfolgreichen Irish-Folk-Band Cara ansonsten Hunderte Konzerte im Jahr spielen. 2020 fielen die meisten Termine flach, und eine geplante Tournee mit ihrem zweiten musikalischen Standbein, der auf traditionelle deutsche Musik spezialisierten Band Deitsch, konnte ebenfalls nicht stattfinden. Was also tun? „Wir alle vermissen derzeit neben der Möglichkeit, Konzerte zu geben und zu besuchen, das soziale Miteinander beim gemeinsamen Musikmachen“, sagt Walter. „Durch die Lockdown-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen (die wir übrigens für absolut richtig und notwendig halten) sind Sessions derzeit weder in Kneipen noch im privaten Rahmen möglich. Und ein Ende dieser Situation ist leider nicht abzusehen. Darum haben wir mit ‚Tunes From Home‘ eine regelmäßige Session im Wochentakt, immer montags um 20.00 Uhr, ins Leben gerufen.“ Das Konzept ist simpel. Die beiden Musiker spielen zu Hause traditionelle Folkmusik vor allem irischer, aber auch schon mal deutscher Provenienz, derzeit nur zu zweit, doch sobald es die Bestimmungen erlauben, auch mit Gästen. In einer Zoom-Konferenz kann man aus dem eigenen Heim mitspielen, mittanzen oder zuhören. Man meldet sich jeweils bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, an, indem man der Band via Paypal-Link „ein Pint ausgibt, einen Betrag nach Ermessen. Im Gegenzug gibt es die Noten der Stücke und einen Einladungslink zur Zoomkonferenz“. Alternativ gibt es im Webshop der Musiker einen Monatspass zu kaufen. Die nächste Ausgabe der Tunes From Home findet kommenden Montag, den 22.2.2021, um 20.00 Uhr statt. Alles, was man sonst noch wissen muss, findet sich auf
www.walthertreyz.com/index.php/de/projekte-deu/tunes-from-home
www.facebook.com/walthertreyz


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ERSTE BESTENLISTE 2021 (18.02.2021)
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Der Preis der deutschen Schallplattenkritik hat seine erste Vierteljahresbestenliste 2021 veröffentlicht. Aus Folker-Sicht interessant sind diesmal folgende Auszeichnungen: für die Band Ayom und ihr gleichnamiges Album mit einem vielseitigen Brasilien-Kapverden-Mittelmeer-Mix; für den Sampler Terra Incognita: Tuva samt DVD-Dokumentation; für das neue Album Grüße aus der Flut von Max Prosa; für das folkloristische No Summer der kalifornischen Singer/Songwriterin Cinder Well; sowie für Blueser Kai Strauss und sein neues Werk In My Prime. Alle Infos finden sich unter
www.schallplattenkritik.de/bestenlisten/2021/01
Richard Weize; Foto: Promo
GROSSE EHREN FÜR DEN CHEF DER BÄREN (07.02.2021)
Richard Weize; Foto: Promo

In diesen für die Kultur nicht gerade entzückenden Zeiten gibt es endlich mal eine gute Nachricht. Auszeichnungen hat er ja bereits satt bekommen, seine Veröffentlichungen wurden mehrfach für einen Grammy nominiert und mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 2009 erhielt er einen Echo in der Kategorie „Besondere Verdienste um die Musik“ und 2014 den Preis der Blues Music Awards für das „Historical Album of the Year“. Nun hat er das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, und wer hätte diese höchste Auszeichnung, die unser Land vergeben kann, mehr verdient als Richard Weize, Gründer und bis 2015 vierzig Jahre lang Chef des international renommierten Plattenlabels Bear Family Records, bekannt für exquisit recherchierte und ausgestattete Boxsets mit Veröffentlichungen aus den Genres Country Music, deutscher Schlager der Fünfziger- und Sechzigerjahre, Rockabilly, Rock ’n’ Roll, Rhythm and Blues, Jazz und Neue Deutsche Welle. Der Folker gratuliert aufs Herzlichste. Mehr Informationen auf bear-family.de und auf Richard Weizes neuer Internetpräsenz andmorebears.com, auf der er Teile seines umfangreichen Privatarchivs zugänglich macht.



Andrina Bollinger, Gewinnerin der Freiburger Leiter, Sparte Musik; Foto: Sonja Berta
RÜCKBLICK KULTURBÖRSE UND FREIBURGER LEITER (28.01.2021)
Andrina Bollinger, Gewinnerin der Freiburger Leiter, Sparte Musik; Foto: Sonja Berta

Nun ist sie Geschichte, die erste digitale Ausgabe der Internationalen Kulturbörse Freiburg (IKF), die am 20.1. zu Ende ging. Und die VeranstalterInnen blicken zufrieden auf ein Ereignis, das ganz auf Austausch und Präsentation ausgerichtet war. Die Kontaktaufnahme registrierter Teilnehmender untereinander und die Meetings mit Ausstellenden im Videochat fanden großen Zuspruch. Auch das Angebot der auf den Aussteller- und Künstlerdetailseiten veröffentlichten Videos wurde rege genutzt. Ein weiterer großer Erfolg war laut Pressemitteilung das an aktuellen Themen ausgerichtete Seminar- und Vortragsprogramm, bei dem deutlich geworden sei, wie wichtig es gerade jetzt ist, miteinander im Gespräch zu sein und sich Impulse für die tägliche Arbeit zu holen. Immer wieder sei thematisiert worden, was man aus aktuellen Zwangspause für die zukünftige Arbeit lernen und wie man trotz allem gestaltungsfähig bleiben kann. Wer es bis jetzt nicht geschafft hat, sich alle Angebote anzuschauen, hat dafür sogar noch eine Weile Zeit – für Registrierte ist der Zugang zu den Videos und Ausstellendeninfos sowie zum Teilnehmendenverzeichnis noch mehrere Wochen offen. Neben dem Messeprogramm gab es auch in diesem Jahr wieder die Verleihung der Freiburger Leiter, die genau wie ihre Stimmvergabe zum ersten Mal online erfolgte. Die diesjährige Gewinnerin im Bereich Musik passt zwar nicht so ganz ins Folker-Spektrum, soll aber hier dennoch gewürdigt werden: Der Preis ging an die Schweizer Sängerin, Performerin, Multiinstrumentalistin und Komponistin Andrina Bollinger. Gratulation! Die 34. IKF findet vom 23. bis 26.1.2022 statt. Dann, so Corona will, wieder live vor Ort auf dem Messegelände in Freiburg.
www.kulturboerse.de
Volksliedarchiv digital; Foto: Michael Fischer
DEUTSCHES VOLKSLIEDARCHIV DIGITAL (24.01.2021)
Volksliedarchiv digital; Foto: Michael Fischer

In den wilden Siebziger- und Achtzigerjahren gehörte es unter Musikern, die im aufblühenden sogenannten Deutschfolkgenre unterwegs waren, zum guten Ton, sich tagelang im (1914 gegründeten) Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau einzuschließen und auf die Jagd nach verwertbarem, wiederbelebbarem deutschsprachigem Volksliedgut (demokratischen Charakters) zu machen. Seit 2014 ist das DVA Bestandteil des Zentrums für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) und hat nunmehr ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt abgeschlossen. Fast 200.000 Liedbelege aus dem Bestand des Deutschen Volksliedarchivs sind über den Publikationsserver der Universitätsbibliothek Freiburg, FreiDok plus, abrufbar. „Einerseits ging es uns darum, diesen einzigartigen Schatz durch eine Verfilmung zu sichern, andererseits wollen wir diese Belege der Wissenschaft und der Öffentlichkeit online zur Verfügung stellen“, erklärt Dr. Dr. Michael Fischer, der Geschäftsführende Direktor des ZPKM. Die A-Nummer 1 stellt eine Variante des Liedes „Die Gedanken sind frei“ aus dem hessischen Ort Alsheim dar. Obwohl diese Zuordnung zur ersten Belegnummer eher zufällig war, hat es das Deutsche Volksliedarchiv als seine Verpflichtung angesehen, in Wissenschaft und Praxis insbesondere die Lieder freiheitlich-demokratischer Traditionen in den Vordergrund zu rücken. Das ZPKM wird im Laufe des Jahres 2021 gleichfalls seine Sammlungen zur Arbeiterliedkultur online zur Verfügung stellen.
freidok.uni-freiburg.de/data/150373


Thomas Waldherr * Foto: Andrea Goldschmidt
NEUES VON DEN FOLKER-MENSCHEN (18.01.2021)
Thomas Waldherr * Foto: Andrea Goldschmidt

Ihn bremst so schnell keine Pandemie. Nach Rückschlägen nicht nur durch Corona, sondern auch durch die Trennung vom Veranstaltungsort Pädagog in Darmstadt (der Folker berichtete) hat sich der Musikjournalist, Folker-Autor, Musikveranstalter und Dozent Thomas Waldherr für 2021 einiges vorgenommen. Zunächst einmal setzt er seine Americana-Konzertreihe unter dem neuen Titel „Thomas Waldherr präsentiert Americana“ fort – ab dem Frühjahr mit zunächst vier geplanten Konzerten in der Bessunger Knabenschule, unter anderem mit Menna Mulugeta und SONiA disappear fear. Am selben Ort ist der Dylan-Experte im Mai mit seiner Serie – gemeinsam mit der Bessunger Knabenschule und dem Asta der Hochschule Darmstadt – Kooperationspartner einer großen Veranstaltung der Volkshochschule Darmstadt zum achtzigsten Geburtstag des Singer/Songwriters und Nobelpreisträgers. Es stehen Vorträge von ihm selbst und von Klaus Walter sowie viel Dylan-Livemusik mit KünstlerInnen aus der Region auf dem Programm (Anmeldungen sind bereits möglich unter www.darmstadt.de/vhs, Rubrik „Kultur/Musik“). Weitere geplante Aktivitäten rund um Bob Dylans Geburtstag beinhalten zwei Seminare für die VHS Frankfurt, einen Dylan-Podcast mit Christoph Borries auf www.7tage1song.de und weitere Vortragsformate. Zusammen mit einem Kooperationspartner denkt er auch über einen Dylan-Bühnenabend mit Lesungen, Spielszenen und Livemusik nach. Noch vor dem Geburtstag des Künstlers am 24. Mai soll dann ein Buch mit dem Titel Bob Dylan & Black America erscheinen. Neben all diesen Tätigkeiten schreibt Waldherr nicht nur für den Folker, sondern auch für das Onlinemagazin www.country.de und unterhält mit www.cowboyband.blog eine eigene Plattform für Texte zu Bob Dylan und Americana – resultierend aus seiner Tätigkeit als Referent bei Seminaren der außerschulischen politischen Bildung. Unter dem Obertitel „Musik und Politik“ lehrt der Amerika-Kenner in der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte im schleswig-holsteinischen Malente und an der Fridtjof-Nansen-Akademie im rheinhessischen Ingelheim zu den gesellschaftlichen Hintergründen von Folk, Country und Americana in den USA.

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IKF.DIGITAL (15.01.2021)
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In wenigen Tagen beginnt die erste Ausgabe der Internationale Kulturbörse Freiburg, die IKF.digital. Die Fachmesse ist die ideale Plattform, auf der sich Kulturschaffende austauschen und vernetzen, miteinander ins Gespräch kommen und sich Anregungen für ihre tägliche Arbeit vor Ort holen können. Dies gerade auch im Hinblick auf die Erfordernisse, die die Pandemie und deren Auswirkungen an alle stellt. Die digitale Version kann und möchte eine IKF live vor Ort nicht ersetzen, „es ist jedoch unser Ansinnen“, so FWTM-Geschäftsführer Daniel Strowitzki, „Präsenz zu zeigen und keine Zweifel daran zu lassen, dass Kulturschaffende auch in Zeiten der Pandemie aktiv und ideenreich sind.“ Über 150 Aussteller informieren über Trends der Kulturbranche und KünstlerInnen, die bei der 33. IKF live vor Ort für einen Kurzauftritt ausgewählt wurden, haben die Gelegenheit, Videos ihrer Produktionen zu präsentieren. Zudem kommt dem Seminar- und Vortragsprogramm eine große Bedeutung zu. „Hier können unsere Besucher ... Anregungen, Best-Practice-Beispiele und Impulse für ihre Arbeit vor Ort erhalten“, so Projektleiterin Susanne Göhner. Es werden Fragen gestellt wie: Wie hat die innerhalb kürzester Zeit erfolgte „Virtualisierung“ die Branche verändert? Wie ist es mit dem Vertragsrecht in Coronazeiten? Welche Formate haben KünstlerInnen, VeranstalterInnen und Agenturen entwickelt, um mit ihrem Publikum in Kontakt bleiben zu können? Alle Infos und Details finden sich unter
www.kulturboerse.de


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CELTIC CONNECTIONS GOES ONLINE – WOHIN SONST? (12.01.2021)
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Wir sind immer noch mitten in der ebenso ärgerlichen wie gefährlichen Pandemie. Da war es schon seit geraumer Zeit klar, dass die Celtic Connections in Glasgow, die letztes Jahr noch ziemlich bequem dem Virus entkommen waren, 2021 auf die körperlose Version ausweichen müssen. Der ganze Onlinespaß findet vom 15. Januar bis 2. Februar statt, neunzehn Tage mit über dreißig Streamingkonzerten. Zum Festivalstart präsentieren sich zwölf von Schottlands Topkünstlerinnen und -künstlern über neunzig Minuten lang in diversen Konzertsälen überall in Glasgow. Und so geht es weiter – viel Schottland, aber auch internationale Acts wie José González oder Rhiannon Giddens. Ebenfalls spannend sind die schon traditionellen Transatlantic Sessions am 29. Januar und am selben Datum das QuebecFest mit Le Vent du Nord, De Temps Antan und Gross Isle – manchmal gibt es auch zwei Konzerte an einem Abend. Der Festivalpass kostet preiswerte 40 Pfund, aber es können auch einzelne Konzerte gebucht werden zu Preisen zwischen 2 und 10 Pfund. Alle Informationen und alle Tickets gibt es via
www.celticconnections.com
Joan Baez; Foto: Jtgphoto, Wikipedia
JOAN BAEZ ACHTZIG (08.01.2021)
Joan Baez; Foto: Jtgphoto, Wikipedia

2019 verabschiedete sie sich vom Tourleben und wurde im vergangenen Jahr vom Woody Guthrie Center in Tulsa, Oklahoma, für ihr Lebenswerk mit dem Woody Guthrie Prize ausgezeichnet. Morgen, am Samstag, dem 9. Januar, wird sie achtzig Jahre alt. Die Rede ist von Joan Baez. Keine andere Künstlerin verkörpert die Verbindung von Musik und Protest so glaubwürdig wie sie. Sie ist eine Ikone des politischen Liedes und die Stimme und das Gewissen ihrer Generation. 1959 wird sie in den USA beim Newport Folk Festival erstmals einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Sie steigt zu einer der wichtigsten Künstlerinnen des Folkrevivals und zur Leitfigur der Folk- und Protestbewegung der amerikanischen Jugend in den Sechzigern auf. Sie marschiert mit der Bürgerrechtsbewegung an der Seite Martin Luther Kings, unterstützt die Kriegsdienstverweigerer während des Vietnamkrieges und scheut sich auch nicht, die Schauplätze der schlimmsten Kriegshandlungen zu besuchen, um dort Solidarität zu beweisen und mit ihren Friedensliedern Hoffnung und Mut zu spenden. Ob in Hanoi im schweren Bombenhagel 1972 oder in Sarajevo 1993. Unermüdlich geht sie über die Jahrzehnte auf Tournee und erspielt sich auch in Deutschland ein treues Publikum, das es goutiert, wenn sie bei Auftritten hierzulande immer wieder deutschsprachige Lieder einstreut – bevorzugt Bettina Wegners „Sind so kleine Hände“. Daneben interpretiert sie bekannte Folksongs, politische Lieder und Gospels. Denn sie ist in erster Linie Interpretin, keine Songwriterin. Das bekennt sie auch gerne selbst, und landet doch im Frühjahr 2017 mit ihrem Anti-Trump-Spottlied „Nasty Man“ einen Hit im Internet. Als Trump abgewählt wird, sieht man sie in einem Internetvideo vor Freude tanzen. Sie bleibt die große Dame des anderen Amerika. Der Folker gratuliert der großen Sängerin und politischen Aktivistin: Happy Birthday, Joan Baez!

Thomas Waldherr

Die Folker-Titelstory anlässlich Joan Baez’ Bühnenabschied und letztem Album Whistle Down The Wind findet sich hier.



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KULTUR INS GRUNDGESETZ (18.12.2020)
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Am 14. Dezember startete die Theaterleiterin, Regisseurin und Choreografin vom Theater Berlin-Adlershof Kathrin Schülein gemeinsam mit weiteren Initiatorinnen und Initiatoren, auf der Onlineplattform www.openpetition.de eine Petition, die den Schutz von Kunst und Kultur im Grundgesetz verankern will. Darin heißt es: „Die Freiheit der Kunst wird unter Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes geschützt und stellt damit ein Grundrecht dar. Doch Kunst und Kultur können nur frei sein und ihre gesellschaftliche Aufgabe erfüllen, wenn ihnen die dafür notwendige Achtung und Akzeptanz auf bundespolitischer Ebene entgegengebracht wird. Bislang wird die Kulturförderung in weiten Teilen als freiwillige Aufgabe der Länder und Kommunen betrachtet. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass der Stellenwert von Kunst und Kultur als ein kollektives gesellschaftliches Interesse grundrechtlich geschützt werden muss. Dies beinhaltet nicht nur den Schutz unseres kulturellen Erbes, sondern auch die Förderung der kulturellen Landschaft in ihrer ganzen Vielfalt.
Kunst und Kultur existieren nicht um ihrer selbst willen, sondern brauchen und suchen den Dialog mit der Bevölkerung, dem Publikum. Jeder Mensch – ungeachtet seiner Lebenssituation oder seiner finanziellen Bedingungen – hat einen Anspruch auf kulturelle Teilhabe. Und obwohl dieses Menschenrecht in der UN-Charta verbrieft ist – zu deren Unterzeichnern die Bundesrepublik Deutschland gehört – sind wir von der Schaffung der dafür notwendigen Chancengleichheit noch sehr weit entfernt.“ Deshalb fordern die Beteiligten: „Den Schutz von Kunst und Kultur als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern. Das Recht auf unbeschränkte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger am kulturellen Leben und an kultureller Bildung als Grundrecht im Grundgesetz zu verankern. Langfristige stabile Sicherungsinstrumente für Kunst- und Kulturschaffende zu etablieren sowie ein auf sie zugeschnittenes gesetzliches Regelwerk zu schaffen, das sie vor unverschuldeten Verdienstausfällen schützt.“ Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören auch AkteurInnen aus dem Spektrum des Folker wie etwa Sarah Lesch, Felix Meyer, Maike Rosa Vogel, Konstantin Wecker, Barbara Thalheim, Tino Eisbrenner, Max Prosa, Willy Michl, Michael Well von den Well-Brüdern oder Simone Dake vom Rudolstadt-Festival. Aber auch FilmemacherInnen, IntendantInnen, AutorInnen und viele andere Kulturschaffende mehr. Die unterstützenswerte Petition läuft noch bis zum 24. Januar 2021, zeichnen kann man unter www.openpetition.de/petition/online/kultur-ins-grundgesetz. Eine eigene Website gibt es auch: www.kulturinsgrundgesetz.de. Seitens des Folker können wir das Unterfangen allen, denen Kultur etwas bedeutet, nur dringlich ans Herz legen.

Logo WMC und TWMC
JAHRESCHARTS (14.12.2020)
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Die World Music Charts Europe haben ihre Jahreswertung für das Jahr 2020 bekannt gegeben. Auf Platz eins kam die Hommage der Portugiesin Lina und des katalanischen Gitarristen Raül Refree an die große Fadosängerin Amália Rodrigues aus dem Hause Glitterbeat. Zweiter wurde der englische Folkmusiker Sam Lee (siehe auch Folker 2/2020) mit seinem Album Old Wow, dritter der bosnische Sevdah-Erneuerer Damir Imamović mit Singer Of Tales (siehe auch Folker 3+4/2020). Unter den Top Ten finden sich außerdem illustre Werke wie Enlighten The Night von Mahsa Vahdat (Platz fünf), Mielo von Maria Kalaniemi & Eero Grundström (Platz neun) oder Sahari von Aziza Brahim (Platz zehn, siehe auch Folker 1/2020). Die kompletten Top 200 des Jahres können hier eingesehen werden: www.wmce.de/Year_2018-323.html.
Bereits im September veröffentlichte die Transglobal World Music Chart ihre Jahresliste, die jetzt nicht mehr „Best of the Year“ heißt, sondern „Best of the Season“. Die Umstellung auf die frühere Veröffentlichung soll bis zum kommenden Jahr abgeschlossen sein, dann werden die Monatsauswertungen von September des Vorjahres bis August des betreffenden Jahres berücksichtigt. Für dieses Jahr waren es noch die Monate November 2019 bis August 2020. Hier auf Platz eins der Top Ten Aziza Brahim mit Sahari, die somit auch das „Beste Album“ stellte. Auf Platz zwei landeten Tamikrest mit Tamotait (siehe auch Folker 3+4/2020), auf Platz drei Lakou Mizik mit HaitiaNola. Weiterhin wurden hier Wertungen für die verschiedenen Weltregionen vergeben, in der Kategorie „Bester Künstler Europa“ lag Damir Imamović vorne. Alle Ergebnisse finden sich hier: www.transglobalwmc.com/category/charts/annual-charts. Die aktuellen Top Ten beider Charts können aber auch monatlich auf folker.de nachgelesen werden, und zwar hier.



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KLEZMER LIVE UND GESUND IN BERLIN UND ÜBERALL (11.12.2020)
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Man kann die C-Pandemie auch als Chance begreifen, denn beim Distanzieren entstehen ganz neue Nähen. So kann man an Veranstaltungen teilnehmen (sich sozusagen hineinzoomen), die noch vor Jahresfrist unerreichbar schienen. Mal eben ein Vortrag aus Berlin, mal eben ein Workshop in Portugal, mal eben eine Vorlesung in Kalifornien besuchen. Die einzig erforderliche räumliche Nähe ist die zum Router. Das gilt auch, wenn am Freitag Shtetl Berlin, die Initiative Berliner Klezmorim, zu ihrem jährlichen Festival mit vielen Workshops, Konzerten und Events einlädt. Alles online, versteht sich. Das ermöglicht allerdings auch einen großen Kreis an Dozentinnen und Dozenten. 2016 wurde das Festival von einem Team (meist) in Berlin ansässiger Künstlerinnen und Künstler ins Leben gerufen, die sich der Verbreitung der jiddischen Kultur Berlins widmen. Es ist das vierte Graswurzeltreffen, das die Lebendigkeit und Vielfalt der zeitgenössischen jiddischen Kultur in Berlin und auf der ganzen Welt feiert, in diesem Jahr vom 11. bis zum 13. Dezember. Dank eines temporären, vollständig online zugänglichen Formats steht das Shtetl Berlin 2020 jedem Zuschauer mit Internetzugang offen: Ein ganzes Wochenende lang gibt es Konzerte, Präsentationen, Workshops, Tänze, Essen, Lieder und Jamsessions mit einer internationalen Gemeinschaft von Künstlern und Lehrerinnen. Es wird gesungen, gespielt, sich unterhalten und sogar gekocht in den eigenen Häusern, Ateliers und Arbeitsräumen der Mitwirkenden, hinzu kommen Gäste aus aller Welt. Programm, Anmeldung und weitere Infos unter
www.shtetlberlin.com
https://shtetlneukoelln.weebly.com
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SECHZIG JAHRE ARHOOLIE (09.12.2020)
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Ein legendäres Label feiert sich selbst: 60 Jahre Arhoolie Records und 25 Jahre Arhoolie Foundation. Am 10. Dezember von 18.00-20.00 Uhr Ortszeit (leider in Deutschland am 11.12. nachts um 3.00 Uhr) im Livestream via http://arhoolie.org/anniversary. Mit exklusiven Auftritten u. a. von Bonnie Raitt, Taj Mahal, Ry Cooder, Ruthie Foster, The Savoy Family Cajun Band, The Campbell Brothers, Barbara Dane, Csókolom, Cedric Watson, Los Tigres del Norte. Gleichzeitig erfolgt die Verleihung der dritten jährlichen Arhoolie Awards an RnB-Sängerin Sugar Pie De Santo, den Cajunfiddler Courtney Granger und die gemeinnützige Jugendmusikorgansiation The Roots of Music aus New Orleans. Der Chris Strachwitz Legacy Award geht in diesem Jahr an Flaco Jimenez. Mit den Preisen werden MusikerInnen, Organisationen und Einzelpersonen geehrt, die Rootsmusik und regionale Musikstile weiterführen und fördern. Gespendet werden kann und darf auch: http://arhoolie.org/donate. Der Folker gratuliert, und wir hoffen sehr, dass der Stream auch noch nachträglich angeschaut werden kann ...



Cover Es war einmal ... und ist noch immer
NEUES VON DEN FOLKER-MENSCHEN (07.12.2020)
Cover Es war einmal ... und ist noch immer

Märchen sind nur was für Kinder? Falsch! Richtig muss es heißen: Märchen sind auch was für Folker-Menschen. Zumindest, wenn man Ulrich Joosten oder Gabriele Haefs heißt. Letztere betätigt sich (diesmal gemeinsam mit Karin Braun) bekanntlich gerne als Herausgeberin. Nun war(en) sie wieder tätig und heraus kam die Anthologie Es war einmal … und ist noch immer – Märchenhafte Geschichten (Verlag Tredition, 2020, 249 S., 10,00 EUR, ISBN 978-3-347-12455-4), eine Ansammlung ziemlich anderweltlicher Geschichten in den unterschiedlichsten Erzählstilen. Neben den Herausgeberinnen stammt auch die überwiegende Anzahl der Beiträge von Autorinnen. Unter den wenigen Herren befinden sich unter anderem der viel zu früh verstorbene irische Musiker Mick Fitzgerald und der Folker-Redakteur (sowie Musiker und Schriftsteller) Ulrich Joosten. Natürlich schreiben wir hier grenzenlos subjektiv, aber die Joosten-Story „Der lange Schlaf“ ist ganz klar die beste im Buch. Logisch, wenn es um ein Heinzelmännchen und seinen schottischen Kollegen Hochdietassen geht. Dazu kommt dann noch der Troubadour Llewellyn Mac Domhnaill und ein Mittelaltermarkt am Kölner Schokoladenmuseum. Solche Zutaten können in der Feder des überzeugten Rheinländers Joosten nur zu zwerchfellerschütternden Resultaten führen.
https://bit.ly/2JD4a18
Hoyschrecken; Foto: Kufa Hoyerswerda
ONLINE-HOYSCHRECKE 2020 (04.12.2020)
Hoyschrecken; Foto: Kufa Hoyerswerda

Es sah ganz danach aus, dass die 24. Auflage des traditionsreichen Liederfestes Hoyschrecke in der Kulturfabrik Hoyerswerda dem Coronavirus zum Opfer fallen würde, als Fördermittel der Kulturstiftung Sachsen zumindest ein virtuelles Liederfest möglich machten. So produzierte man eine Woche vor dem Hoyschrecken-Termin die Wettbewerbsbeiträge mit allen acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter Einhaltung sämtlicher Bestimmungen und sendete das ganze pünktlich am 28. November live via Youtube und anderen Kanälen. Es konnte online abgestimmt werden, dazu gab es eine Jurysitzung per Videokonferenz. Die Jury-Hoyschrecke ging an Die Nowak aus Bayern für witzig-böse Lieder am Klavier, beispielsweise über die unsäglichen Schottervorgärten, sie wurde zudem Zweite in der Publikumsgunst. Paula Linke aus Leipzig gewann den Publikumspreis und wurde Zweite bei der Jury. Nicht nur ihr Lied über den traurigen Kraken im Mittelmeer, der Flüchtlinge ertrinken sieht, beeindruckte. In beiden Kategorien wurde Doc Fritz, der Folkbarde aus Thüringen, Dritter. Beachtenswert auch die Beiträge von Miro, Josef Hien, Masha Potempa, Elena Seeger und Johannes Molz. Das gesamte Konzert kann noch auf Youtube angesehen werden (www.youtube.com/watch?v=OYWRyw3h-DM). Die offene Bühne wurde im Audioformat von Radio Slubfurt übertragen, hier wurde Kathrin Clara Jantke aus Cottbus auf Platz eins gewählt. 2021 soll es ein Preisträgerkonzert vor Publikum in der Kulturfabrik geben, das 25. Liederfest findet dann Ende November nächsten Jahres statt, wenn das Wort „Pandemie“ hoffentlich keine Rolle mehr spielt.
www.hoyschrecke.de


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KULTURBÖRSE DIGITAL (01.12.2020)
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Wie bereits verkündet, wird die Internationale Kulturbörse Freiburg (IKF) im kommenden Jahr coronabedingt in reduzierter Form digital stattfinden, und zwar vom 18.-20.1.2021. Eine Premiere für den Branchentreff, aber auch für die Messe Freiburg insgesamt, denn die IKF wird die erste Eigenmesse der FWTM Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH sein, die virtuell über die Bühne geht. Ziel: „... angesichts der zweiten Welle, die für die Kultur- und Kreativbranche noch weitaus dramatischere Auswirkungen hat ..., ein Angebot zu schaffen, bei dem sich Aussteller, Künstler und Fachbesucher zumindest online vernetzen und ihre Programme für die Zeit nach Corona präsentieren können“, so Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der FWTM. Registrierte Fachbesucher erhalten Zugang zu einem passwortgeschützten Bereich, in dem das gesamte Angebotsspektrum der digitalen IKF einsehbar und nutzbar ist. Hier präsentieren Aussteller (u. a. Künstler- und Eventagenturen, Verbände, Fachmedien, Technik- und Dienstleistungsfirmen) sich und ihre Angebote, über einen Onlineterminkalender können Meetings im Videochat vereinbart werden, und Künstler und Künstlerinnen, die bei der 33. IKF für einen Kurzauftritt vorgesehen waren, stellen Videos ihrer Produktionen vor. Hinzu kommt ein umfangreiches Onlinerahmenprogramm, u. a. aus Webinar- und Vortragsangeboten. Ebenso wird die Wahl des Messepreises Freiburger Leiter in den Sparten Darstellende Kunst und Musik online erfolgen. Laut Projektleiterin Susanne Göhner ist die Besucherregistrierung ab Mitte Dezember via www.kulturboerse-freiburg.de geöffnet. Alle weiteren Details und Informationen finden sich ebenfalls auf der Website.
www.kulturboerse-freiburg.de
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FOLKIGE FENSTERCHEN FERTIG (27.11.2020)
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Wir berichteten an dieser Stelle bereits über das von Michael Zachcial initiierte adventliche Solidaritätsprojekt, mit dem von der Coronapandemie arg gebeutelten Musikern geholfen werden soll. Jetzt ist es bald so weit, am 1. Dezember startet auf www.volksliederarchiv.de der „solidarische Adventskalender“. Und inzwischen ist bekannt, welche Musikerinnen und Musiker daran teilnehmen. Es gibt vierundzwanzigmal traditionelle deutschsprachige Weihnachtslieder in neuen Interpretationen, auf Hochdeutsch, Platt, Kurpfälzisch, Bayerisch, vom Mittelalter bis ins zwanzigste Jahrhundert, und zwar von: Manfred Maurenbrecher, Frank Baier, Bube Dame König. Thomas Felder, Otto Groote & Ensemble, Hüsch, Joana, Kelpie, Cynthia Nickschas, Andrea Pancur, den Polkaholics, Dem Singenden Tresen, Suli Puschban, Scarlett O’ & Jürgen Ehle, Andrea Türk, Vivien Zeller (Trads Töchter), Johanna Zeul, Deitsch, den Wellbappn, den Grenzgängern, dem Gert Anklam Jazz Quartett und weiteren Künstlern. Wie bereits verkündet, gehen die gesammelten Spenden zum größten Teil an die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, denen in diesem Jahr so viele Konzerte und Festivals weggebrochen sind. Auch für das nächste Jahr stehen die meisten noch ohne Engagements da, weil die Veranstalter in der unsicheren Situation nicht planen können. Jeweils zehn Prozent der Spenden gehen an ein Bremer Obdachlosenprojekt und die Amadeu-Antonio-Stiftung. Außer auf der Website des Volksliederarchivs wird der Adventskalender auch auf folgenden Kanälen zu finden sein:
www.facebook.com/volksliederarchiv
www.youtube.com/channel/UCdIvVKSC7mWF8ngIeaF8QEA


Logo PdSK
BESTE LIEDER IM VIERTEN QUARTAL (25.11.2020)
Logo PdSK

Es gibt Dinge, die zeigen in ungewissen Zeiten eine ganz gewisse Konstanz: der Preis der deutschen Schallplattenkritik zum Beispiel. Unbeeindruckt von der Pandemie erscheint vierteljährlich die Bestenliste, auf der die interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate ausgezeichnet werden. Bewertungskriterien sind künstlerische Qualität, Repertoirewert, Präsentation und Klangqualität. Aus den Folker-relevanten Genres wurden dabei diesmal fünf Werke aufgenommen, im Bereich Weltmusik etwa das Debüt des Berliner Babylon Orchestra sowie in der Rubrik „Traditionelle Ethnische Musik“ das Ensemble Synergia für das Album Musique De L’Île De Chypre. In der Kategorie „Liedermacher“ schafften es Jens Böttcher & das Orchester des himmlischen Friedens mit ihrer Produktion VI: Haben oder Sein auf die Liste, während die dänische Damenkapelle Fiolministeriet für ihr Album Et Nyt Liv im Bereich Folk und Singer/Songwriter ausgezeichnet wurde. Die Wertung in Sachen Blues fiel diesmal zugunsten der deutsch-australischen Jazz- und Bluesband Ginger Blues und ihre CD Unknowable Journey aus.
www.schallplattenkritik.de/bestenlisten
Hoyschrecke – Akkordeon ; Foto: Promo
HOYSCHRECKEN FLIEGEN ONLINE (22.11.2020)
Hoyschrecke – Akkordeon ; Foto: Promo

Am 27. und 28. November sollte das 24. Liederfest Hoyschrecke 2020 in Hoyerswerda stattfinden. Die aktuellen Corona-Bestimmungen verhindern das. Dank Unterstützung durch die Kulturstiftung Sachsen wird es nun wenigstens eine Onlineausgabe der traditionsreichen Veranstaltung geben. Dazu nimmt die Kulturfabrik Hoyerswerda unter Beachtung aller Auflagen die Wettbewerbsbeiträge der acht Teilnehmer – Marlène Colle, Doc Fritz, Josef Hien, Miro, Johannes Molz, Die Nowak, Masha Potempa und Elena Seeger – vorher als Videos auf. Gesendet wird dann am eigentlichen Liederfest-Tag, dem 28.11.2020, ab 20.00 Uhr live auf Youtube und anderen Kanälen. Dazu gibt es eine Online-Publikumswertung und eine Fachjury per Zoomkonferenz für den Jurypreis, unter anderem mit Manfred Maurenbrecher. Bereits am 27.11. wird die offene Bühne mit Publikumswertung durch das deutsch-polnische Radio Slubfurt ab 20.00 Uhr als Audiosendung ausgestrahlt. Alle Gewinner erhalten eine Einladung, nach der Pandemie 2021 in Hoyerswerda bei einem Preisträger-Sonderkonzert zu spielen. Infos unter
www.hoyschrecke.de