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James Taylor; Foto: James O'Mara
JAMES TAYLOR 70 (25.05.2018)
James Taylor; Foto: James O'Mara

Von Altersmüdigkeit ist auch bei James Taylor nichts zu spüren. Erst vor drei Jahren feierte der seit dem 12. März siebzig Jahre zählende US-Barde mit Before This World seine erste Nummer-eins-Platzierung in den amerikanischen Albumcharts. Rund 48 Jahre nach seinem hochgelobten Durchbruch mit Sweet Baby James scheint der von den Beatles geförderte erste nichtbritische Apple-Records-Künstler endlich mit sich musikalisch und innerlich im Reinen zu sein. Denn seine großen Songerfolge bis in die Neunzigerjahre wie „Carolina In My Mind“, „Youʼve Got A Friend“, „Fire And Rain“ oder „Copperline“ standen immer im Schatten seiner langjährigen Heroinsucht. Als zweites Kind eines erfolgreichen Mediziners und einer studierten Opernsängerin wurde Taylor 1948 in Boston, Massachusetts, geboren. Nachdem er zunächst das Cellospiel erlernt hatte, stieg er als Zwölfjähriger auf die Gitarre um. Schnell zeigte sich sein besonderes Talent als Sänger und Songschreiber. Gleichzeitig jedoch fiel er in Depressionen. Mit siebzehn wies sich Taylor selbst in ein Krankenhaus ein und machte von dort aus seinen Highschoolabschluss. Zwei Jahre später rettete sein Vater ihn zum ersten Mal aus seiner Drogensucht. Es sollte aber noch mehr als zwanzig Jahre dauern, bis Taylor sich vollständig von seinem Leiden befreite. Seitdem kann der fünffache Grammy-Gewinner auf mehr als hundert Millionen verkaufte Alben zurückblicken. Mit seiner warmen Baritonstimme, seinem selbst entwickelten, am Klavierspiel orientierten Fingerpicking und seinen intimen Texten wird er hoffentlich noch einige Jahre die Musikszene kreativ prägen.
www.jamestaylor.com
Sacred-Harp- Ausgabe 1991
HEILIGE HARFEN (23.05.2018)
Sacred-Harp- Ausgabe 1991

Sacred Harp ist eine ursprünglich kirchliche Gesangstradition aus dem Amerika des neunzehnten Jahrhunderts. Es handelt sich um einen rau klingenden Vorläufer von Musikgattungen wie etwa dem Gospel. Diese archaische Form des Chorgesangs hat in den Südstaaten bis heute überlebt und wird aktuell von Sängerinnen und Sängern rund um den Globus wiederentdeckt. Auch hierzulande singen Gruppen regelmäßig in Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg und Köln. Zum Repertoire zählen eindrucksvoll arrangierte Lieder und Hymnen mit ausdrucksstarken religiösen Texten. Es gibt kein Publikum, keine Proben und keine weltanschaulichen Schranken. Im Mittelpunkt steht die Freude am Singen. Gesungen wird vorrangig aus einem weltweit einheitlichen Buch, The Sacred Harp in der Ausgabe von 1991. Es gibt keinen klassischen Chorleiter. Die Singenden sind in vier Stimmen aufgeteilt und sitzen sich einander in einem Viereck gegenüber. Der Reihe nach wünschen sich die Sängerinnen und Sänger jeweils eines der knapp sechshundert Lieder aus dem Buch und leiten anschließend ihr ausgewähltes Stück. Mit Harfenmusik hat das alles nichts zu tun. „Die heilige Harfe“ ist vielmehr eine Metapher für die menschliche Stimme. Vom 26. bis 27. Mai findet in Köln die deutsche Sacred Harp Convention 2018 statt. Erwartet werden rund 150 Sängerinnen und Sänger aus Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten. Gesungen wird in der großen Aula des Ursulinen-Gymnasiums im Kölner Kunibertsviertel. Informationen unter
www.sacredharpgermany.de


Mohsen Amini
BBC RADIO 2 FOLK AWARDS 2018 (20.05.2018)
Mohsen Amini

Die Veranstaltung bleibt ziemlich schottisch, zumindest was die Nominierungen angeht, und in keiner Kategorie wird das deutlicher als beim Gesang. Männliche Stimmen sucht man vergebens, aber mit einer Irin (Cara Dillon) und drei Schottinnen (Julie Fowlis, Siobhan Miller und Karine Polwart) traf es ganz ohne Frage würdige Kandidatinnen. Bei den Duos sind mit Chris Stout & Catriona McKay sowie Ross Ainslie & Ali Hutton versus Edgelarks und O’Hooley & Tidow die Hälfte schottisch, während es bei den Bands mit The Elephant Sessions nur eine Nominierung gab. Beim „Horizon Award“ schaffen die Schotten mit Ryan Young und Ímar wieder die Hälfte, ebenso wie bei den Musikern des Jahres mit Ross Ainsley und Mohsen Amini, wo dann aber keinerlei Damen vertreten sind. Ausgleichende Gerechtigkeit gegenüber den Sängerinnen oder purer Zufall? Wer am Ende alles die Nase vorne hatte, findet sich inzwischen unter
www.bbc.co.uk/events/em6v9r
Der Vorstand des Forums der Kulturen; Foto: Forum der Kulturen Stuttgart e. V.
ZWANZIG JAHRE FORUM DER KULTUREN (18.05.2018)
Der Vorstand des Forums der Kulturen; Foto: Forum der Kulturen Stuttgart e. V.

Im Mai wird in Stuttgart groß gefeiert. Eine kleine Initiative von Migrantenvereinen und ehrenamtlich Engagierten ist innerhalb der letzten zwanzig Jahre zu einer breit aufgestellten Organisation mit mehr als zwanzig Angestellten und einem Etat von 1,8 Millionen Euro gewachsen. Im vergangenen Jahr hatte das Forum der Kulturen die beiden Schwerpunkte, kulturelle Vielfalt zum einen zu fördern und sie zum anderen sichtbar und erlebbar zu machen. Insgesamt betreut, berät und qualifiziert das Team mehr als dreihundert migrantische Vereine und Initiativen. 2017 zeichnete das Forum für 138 Veranstaltungen verantwortlich, darunter Seminare, Arbeitskreise und Infoabende für Migrantenvereine, Theateraufführungen, Konzerte, Vortragsreihen, Lesungen, den interkulturellen Frühstückstreff „Brunch global“ und natürlich das Sommerfestival der Kulturen. Das bunte Fest auf dem Stuttgarter Marktplatz wurde im Juli vergangenen Jahres an sechs Festivaltagen von mehr als 85.000 Gästen besucht. Die große Jubiläumsfeier zum zwanzigjährigen Bestehen des Forums der Kulturen wird am 18. Mai einer der Höhepunkte des Jahres sein. Sämtliche Termine unter www.forum-der-kulturen.de sowie mehr zum Sommerfestival der Kulturen 2018 auf den Kooperationsseiten in der Heftmitte dieser Ausgabe.
www.forum-der-kulturen.de


Anna Katharina Kränzlein und Prinz Chaos
FRECHE SCHNAUZEN UND FEINSINNIGE POETEN (16.05.2018)
Anna Katharina Kränzlein und Prinz Chaos

Der zwölfte Liedermachersommer im Bonner Pantheon lädt zwischen dem 17. Mai und dem 6. September mit zehn Konzertabenden in eine Manege der großen Gefühle und der rebellisch-romantischen Grundhaltungen. Mut zum Humor gegenüber ernsten Lagen, Querdenkertum, ein Schuss Gemeinheit und musikalische Ohrenschmäuse – die beteiligten Künstler und Künstlerinnen erweisen sich allesamt als starke eigenständige Typen mit ureigenen Stilen, die sich aber auch gerne zusammentun und damit einzigartige Abende fabrizieren. Der Liedermachersommer startet am 17. Mai mit dem Songpoeten Max Prosa. Weitere Künstler sind: Götz Widmann, Ju & Me, Fee Badenius, Jakob Heymann & Falk, Sarah Lesch & Erik Manouz, Anna Katharina Kränzlein & Prinz Chaos, Florian Franke, Simon & Jan. Zum Abschluss wird es dann am 6. September kölsch-mundartig mit Gerd Köster & Frank Hocker. Infos auf
www.pantheon.de.
Christoph Weiherer
LIEDERMACHER.TREFFEN.MARX (13.05.2018)
Christoph Weiherer

Zum zwanzigsten Mal seit 1998 treffen sich am 12. Mai in der Trierer Tuchfabrik die Liedermacher der Region und erhalten diesmal nicht nur überregionale Unterstützung, sondern haben sich auch einen ganz besonderen Bezugspunkt ausgesucht. Das Festival würdigt in diesem Jahr nicht nur den im Oktober 2013 verstorbenen Initiator der jährlichen Veranstaltung Walter „Woltähr“ Liederschmitt, sondern stellt gleichzeitig auch anlässlich des zweihundertsten Geburtstages von Karl Marx einen Bezug zu gesellschaftspolitischen Themen her, die bereits diesen maßgeblich beschäftigten. Es darf also unter anderem mit kritischen und scharfzüngigen Beiträgen gerechnet werden. Die regionale Liedermacherszene präsentiert sich dabei mit Auftritten in einem Cafékonzert am Nachmittag unter Mitwirkung unter anderem von Hennich & Hanschel, Christine Reles, Jürgen Trunczik, André und Sonja Käpper, Patrick Ludwig und der Woltähr Weggefährten. Am Abend sind dann mit Sarah Lesch, Christoph Weiherer und Sebastian Krämer drei bekannte Vertreter der aktuellen deutschen Liedermacherszene zu erleben. Die Moderation des Festivals übernimmt Achim Weinzen, Preisträger des letztjährigen Liedermacherwettbewerbs der Trierer Dieter Lintz-Stiftung. Alle Infos auf
www.tufa-trier.de.


Minnie Marks; Foto: Ivan Karczewski
SCHLUSS MIT ZUPFPAUSE (10.05.2018)
Minnie Marks; Foto: Ivan Karczewski

Nach einjähriger Pause heißt das Kulturforum Schorndorf vom 9. bis 13. Mai 2018 wieder Gitarrenbegeisterte bei den Schorndorfer Gitarrentagen willkommen. Für das diesjährige Festival konnte eine ganze Riege namhafter Musikerinnen und Musiker für die fünftägigen Workshops und den dazugehörigen Konzertabend verpflichtet werden. Mit dabei sind Jennifer Batten, Carl Verheyen und Dave Marotta aus den USA, Clive Carroll aus England, die Finnin Erja Lyytinen, Minnie Marks aus Australien sowie Tobias Hoffmann, Thomas Langer und Wolfgang Schmid aus deutschen Landen. Einen Sonderworkshop Saz gibt der Deutschtürke Taner Akyol. Zupffreudige finden detaillierte Informationen auf
www.schorndorfer-gitarrentage.de.
Felgen Orkester; Foto: NRK
SAMISCHE PREISTRÄGER (08.05.2018)
Felgen Orkester; Foto: NRK

Im Februar wurden im norwegischen Alta die Sami Music Awards verliehen. Als „Newcomer des Jahres“ wurde die Band Isák ausgezeichnet, die seit ihrem Debüt in Norwegen eine überwältigende Resonanz erfährt und mit ihrem Mix aus traditionellen Joiks und urbanen Synthieklängen als „Sensation aus Sápmi“ gehandelt wird. Den Preis als „Songwriterin des Jahres“ konnte Elin Kåven einheimsen. Die auch in Deutschland wohlbekannte Sängerin hat in den letzten zehn Jahren drei Soloalben veröffentlicht und sich mit ihrem eigenen Genre, das sie „Arctic People Pop“ nennt, etabliert. 2017 war sie in Rudolstadt zu Gast. „Traditionsbewahrer des Jahres“ ist Johan Anders Bær, ein traditioneller samischer Joiker aus Karasjok, der mehrere Alben veröffentlicht hat, sowohl solo als auch mit Nils-Aslak Valkeapää. Als Crossover des Jahres wurde das Felgen Orkester ausgezeichnet, eine Band, die fröhliche und melodische samische Pop-, Rock- und Folksongs produziert.
www.samimusicweek.audioland.no


Ray Austin; Foto: Ingo Nordhofen
RAY AUSTIN 75 (05.05.2018)
Ray Austin; Foto: Ingo Nordhofen

Bereits am 17. Februar feierte Ray Austin, Singer/Songwriter aus Yorkshire, seinen 75. Geburtstag mit einem Konzert in der Freiburger Wodan-Halle. Der stimmungsvolle Abend war gleichzeitig die Releaseparty für Austins neues Album A Piece Of Heaven, das sich der Barde mit der warmen Baritonstimme quasi selbst zum Jubeltag geschenkt hat. Alle Titel des Werkes spielte er mit einer hochkarätigen Band live. Ray Austin gehört zu den Pionieren des Folkrevivals der Siebzigerjahre. Er kam 1970 nach Deutschland und gründete in Freiburg einen Folkklub englischer Prägung, der schnell zum Kristallisationspunkt für viele wichtige Musiker jener Zeit wurde. Austin war in diesen Jahren enorm präsent auf allen wichtigen Festivals und Konzertbühnen. 1974 animierte er seine gute Freundin Hildegard Doebner, in Witten nach Freiburger Vorbild einen Folkklub ins Leben zu rufen, der ebenfalls schnell zum Mekka für Musiker und Fans avancierte und dessen Impulse bis in die heutige Musikszene hinein spürbar sind. 1977 nahm Austin eine mehrjährige Auszeit vom hektischen Tourleben und führte in der Nähe von Freiburg die beliebte Kleinkunstbühne Halifax, in der sich bis 1980 das Whoʼs who der europäischen Folkszene die Klinke in die Hand gab. Zur gleichen Zeit war er beim Südwestfunk sehr erfolgreich als Radiomoderator tätig. Nach einigen Jahren der Sesshaftigkeit zog es Ray Austin 1981 dann wieder auf Tour, auf der er sich eigentlich bis zum heutigen Tage befindet. Happy Birthday nachträglich!
www.ray-austin.de
Köster und Hocker
LIEDERPREIS 2018 (03.05.2018)
Köster und Hocker

Da hatten wir wohl einen guten Riecher, als wir Gerd Köster & Frank Hocker in Heft 5/2017 anlässlich ihres aktuellen Albums Aʼs kla? ausführlich porträtierten. Denn von dieser Scheibe stammt der Siegertitel „Waʼsch nit kenne“, mit dem das Duo nun mit dem diesjährigen Liederpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet wird. Das Lied konnte im Wertungszeitraum die meisten Punkte der Juroren der unabhängigen deutschsprachigen Hitparade einheimsen. Mit dieser Auszeichnung werden zwei Künstler geehrt, die seit Ende der Achtziger unermüdlich daran erinnern, dass nicht alles aus Köln, was mit Brauchtum zu tun hat, Karneval ist, und „kölsches Liedgut jenseits aller Tümelei auf Bühnen und Tonträger bringen“, so die Jury. Die Verleihung findet am 22. September im Unterhaus in Mainz statt. Der Folker gratuliert herzlich!
www.liederbestenliste.de


Simone Dake
RUDOLSTADT-FESTIVAL AB 2019 UNTER NEUER LEITUNG (30.04.2018)
Simone Dake

Vor fast dreißig Jahren brachte der Musiker und Labelinhaber Ulrich Doberenz das Tanz- und Folkfest Rudolstadt auf den Weg, das für ihn zur Herzensangelegenheit wurde. Mit der diesjährigen Ausgabe verabschiedet sich der Leiter des größten deutschen Folk-, Roots- und Weltmusikfestivals in den Ruhestand. Von den kleinen Anfängen bis zu dem internationalen Renommee, das es heute genießt, hat Ulrich Doberenz das Festival in der Doppelspitze mit Petra Rottschalk, Kulturverantwortliche der Stadt Rudolstadt, und einem beständigen Team stetig weiterentwickelt und durch viele erfolgreiche Jahre getragen. Natürlich falle es ihm nicht leicht, diese Aufgabe abzugeben, so Doberenz. „Aber die zurückliegende Zeit war unglaublich reich an wertvollen Begegnungen, und die bleiben mir als großartiger Schatz. Darum kann ich inzwischen auch loslassen.“ Ganz verzichten möchte das Festivalteam aber nach so langer, intensiver Zusammenarbeit nicht auf seine Expertise, deshalb wird Doberenz dem Festival auch in Zukunft unter anderem als Sprecher des deutschen Weltmusikpreises Ruth erhalten bleiben. Seine Nachfolgerin wird Simone Dake, derzeit Leiterin des Festival- und des Künstlerbüros, die seit 1992, also seit der zweiten Ausgabe mit an Bord ist. Das vollständige Festivalprogramm 2018 mit Kurzvorstellungen der Künstler ist jetzt online, Länderschwerpunkt ist Estland.
www.rudolstadt-festival.de
Cymin Samawatie 2014; Foto: Heike Steinweg
RUTH-GEWINNER 2018 (28.04.2018)
Cymin Samawatie 2014; Foto: Heike Steinweg

Der diesjährige Hauptpreis geht an die Sängerin und Komponistin Cymin Samawatie, die „der deutschen Ethno-Jazz-Szene und dem Musikleben in Deutschland herausragende Impulse verliehen hat“, so die Jury. Beim Rudolstadt-Festival tritt die Tochter iranischer Einwanderer mit ihrem Quartett Cyminology auf, aber auch das von ihr gegründete Orchester Divan der Kontinente ist dieses Jahr in Rudolstadt mit dabei. Den Förderpreis konnte das Duo Dine Doneff & Maria Dafka einheimsen, denn es bildet aus Sicht der Jury eine „kongeniale Verbindung für innovative Eigenkompositionen und Improvisationen“, deren Basis die Lied- und Tanztraditionen der Balkanregion sind. Wie schon in der letzten Ausgabe berichtet, wird die diesjährige Ehren-Ruth dem Musikjournalisten und ehemaligen Folker-Chefredakteur Michael Kleff für seine Verdienste um die deutsche Folk- und Liedszene verliehen. Der Liedermacher und Gitarrist Gisbert zu Knyphausen, mit dem die Jury schon länger liebäugelte, erhält die Rudolstadt-Festival-Ruth (siehe auch Titelbeitrag ab Seite 24 in dieser Ausgabe). Herzlichen Glückwunsch!
www.weltmusikpreis.de


Leiergurte; Foto Alex Zwingmann
IMMER GUT GEGURTET (26.04.2018)
Leiergurte; Foto Alex Zwingmann

Das Problem kennt jeder Drehleierspieler: Es gibt kaum speziell hergestellte Tragegurte. Meist muss ein Gitarrengurt herhalten, der nicht breit genug und eher unbequem ist und kaum Sicherheit für das kostbare Instrument bietet, wenn es im Stehen gespielt wird. Genau aus dieser Not heraus kam der Leierspieler Alex Zwingmann auf die Idee, handgemachte, individuelle Drehleiergurte herzustellen. „Ich benötigte einen Gurt, um in meiner Band mit der Drehleier im Stehen spielen zu können. Wichtig war mir, dass er wie angegossen sitzt und auch optisch was hermacht.“ Da es auf dem Markt kaum Drehleiergurte gab, die diese Anforderungen erfüllten, kam Zwingmann auf die Idee, eigene Gurte zu entwerfen, die mit zwanzig Zentimetern Breite einerseits bequem sind und andererseits mit drei Befestigungspunkten sicheren Halt garantieren. Mittlerweile hat Zwingmann Gurte für Drehleierspieler im professionellen wie im privaten Bereich hergestellt. Neben schlichten Modellen verwirklicht er Bandlogos oder andere grafische Vorstellungen der Kunden auf den Gurten. Modelle und Kontaktdaten findet man auf der Website
www.alexzwingmann.de.
Logo Gundermanns Lieder in Europa
GUNDERMANN-EUROPAPROJEKT (23.04.2018)
Logo Gundermanns Lieder in Europa

Die Idee stammt vom holländischen Liedermacher Johan Meijer und wird umgesetzt vom Verein Gundermanns Seilschaft e. V. Anlässlich des zwanzigsten Todestages Gerhard Gundermanns findet vom 17. bis 22. Juni in der Lausitz ein Projekt mit dem Titel „Gundermanns Lieder in Europa“ statt. Teilnehmer sind Liedermacher, Musiker und Übersetzer aus Nordirland, Italien, Polen, Russland, den Niederlanden sowie ein sorbischer Kollege. Sie werden die Songs des Lausitzer Poeten in einem Workshop in Großräschen in ihre jeweilige Landessprache übersetzen und schließlich auch vortragen. Das Projekt beginnt mit einem Symposium in Hoyerswerda, bei dem Hans-Eckardt Wenzel, Manfred Maurenbrecher und Heiner Kondschak als Mitwirkende geplant sind, und endet an gleicher Stelle mit einem Abschlusskonzert. Als Ergebnis wird eine Broschüre entstehen. Die Veranstalter freuen sich über Spenden zur Finanzierung. Infos dazu auf gundi.de, Anfragen zum Workshop an johan.meijer@web.de. 



Julie Fowlis; Foto: Robert Perry
FOLKPACK, DIE ZWANZIGSTE (20.04.2018)
Julie Fowlis; Foto: Robert Perry

Die Lüdenscheider Folkfreunde schaffen es immer wieder. Schon zum zwanzigsten Mal schnürt der Kulturverein Kalle e. V. seine Konzertreihe unter dem Namen „Folkpack“. Gleichzeitig feiert die Stadt im Sauerland 750-jähriges Stadtjubiläum. Anlässe genug für eine lange Folkpack-Nacht am 9. Juni im Kulturhaus mit einem transatlantischen Gipfeltreffen zweier Stars der internationalen Folkszene. Exklusiv aus Schottland anreisen wird Julie Fowlis mit vierköpfiger Begleitband. Mit ihrer archaischen und zugleich zeitlos schönen Musik gehört sie zu den erfolgreichsten Vertreterinnen der aktuellen schottischen Musikszene. Die US-amerikanische Folk- und Rootsmusik repräsentiert Eric Bibb, dessen Karriere mit einer Grammy-Nominierung soeben erneut Fahrt aufgenommen hat. Beide Künstler werden im Kulturhaus ihre ungekürzten Konzertprogramme präsentieren. Zu einem echten Festival der Weltmusik wird die Folkpack-Nacht schließlich durch das Rahmenprogramm mit lokalen Musikern – ein Höhepunkt im Folkkalender 2018.
www.folkpack.de
Paul Bartsch & Band; Foto: Heiko Fiedler
FÜNFZEHN JAHRE BARTSCH & BAND (17.04.2018)
Paul Bartsch & Band; Foto: Heiko Fiedler

2003 erschien mit Bruchpiloten ein vielbeachtetes Album einer neuen Gruppe, Bartsch & Band. Der Hallenser Literaturwissenschaftler, Hochschulprofessor und Liedermacher Paul Bartsch, der seit 1978 eigene Songs schreibt, hatte die passenden Musiker gefunden, um mit einem stilistisch vielfältigen Programm von Lied und Folk über Blues bis Reggae, Walzer und Tango auf Tour zu gehen. Sechs Studioalben, die allesamt von der Liederbestenliste zur „CD des Monats“ gekürt wurden, zeugen von Bartschs Kreativität. Zum bevorstehenden fünfzehnjährigen Bandjubiläum sind zwei Sonderkonzerte am 7. und 8. Juni 2018 geplant, und zwar genau dort, wo alles begann, in der Theatrale am Waisenhausring 2 in Halle/Saale. Zu den Konzerten werden musikalische Gäste erwartet, darunter Christian „Kuno“ Kunert von der legendären DDR-Rockgruppe Renft. Vorgesehen ist ein Livealbum, das an diesen beiden Abenden entstehen soll.
www.zirkustiger.de


Lokua Kanza; Foto: Bugs Steffen
AFRICA FESTIVAL WÜRZBURG (14.04.2018)
Lokua Kanza; Foto: Bugs Steffen

Europas größtes Festival für afrikanische Musik und Kultur geht im Mai in die dreißigste Runde. Seit 1989 sind bisher über 6.750 Musiker und Künstler aus 56 Ländern Afrikas und der Karibik in Würzburg aufgetreten und haben mehr als zwei Millionen Besuchern den kulturellen Reichtum des afrikanischen Kontinents vor Augen und Ohren geführt. Für die 2018er-Ausgabe konnte erstmals das Publikum bei der Programmgestaltung interaktiv mitwirken und in einer Onlineabfrage für den jeweiligen Lieblingsmusiker stimmen. Dazu standen 348 Künstler aus 56 Ländern Afrikas und der Karibik zur Auswahl. Beim dreißigsten Internationalen Africa Festival werden demnach vom 31. Mai bis 3. Juni weltbekannte Stars und langjährige Wegbegleiter des Festivals wie Lokua Kanza, Fatoumata Diawara, Angélique Kidjo, Habib Koité, Manu Dibango und Alpha Blondy auftreten. Wie jedes Jahr gibt es auch dieses Mal ein umfangreiches Rahmenprogramm mit offener Bühne, Basar, Angeboten für Kinder, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, dem Havana Club und Arte Kinozelt und vielem mehr. Der Folker gratuliert zum Jubiläum.
www.africafestival.org
Das Orga-Team des Maifolkfests
MAIFOLKFEST (12.04.2018)
Das Orga-Team des Maifolkfests

Seit 2015 findet das jährliche große Folkmusikertreffen in Schleswig-Holstein am 1. Mai zentral auf der idyllisch gelegenen Hofanlage des Kolonistenhofes in Neu Duvenstedt statt. Mittlerweile pilgern jeweils bis zu dreitausend Folkmusikfans und Besucher in den Naturpark Hüttener Berge. Über zwanzig Bands und Einzelkünstler musizieren auf mehreren Bühnen nach dem Aufstellen des Maibaums von morgens 10.00 bis nachmittags um 16.00 Uhr. Zusätzlich nutzen eine Vielzahl von Musikern das gesamte Freigelände für ihre Auftritte. Dabei gilt für alle Künstler das Konzept „Unplugged und stromlos“. Gespielt wird, was Spaß macht und Folk ist, traditionell und zeitgenössisch, von deutsch über niederdeutsch bis zu schwedischer und französischer Tanzmusik, von Blues bis Bluegrass, von irisch, schottisch, dänisch, amerikanisch bis zu Liedermachermusik. Infos, Fotos und Hörbeispiele gibt es auf den Websites www.kolonistenhof.de und www.huettenfolk.eu.
www.kolonistenhof.de
www.huettenfolk.eu


Mühlenteichinsel; Foto: Doris Joosten
ZWANZIGSTER VENNER FOLK FRÜHLING (09.04.2018)
Mühlenteichinsel; Foto: Doris Joosten

„So schön hat unser Ort noch nie geklungen!“, war der Ausspruch einer älteren Bewohnerin des Ortsteils von Ostercappeln im Osnabrücker Land, nachdem 1999 die allererste Ausgabe des Venner Folk Frühlings über die Bühne gegangen war. Dieser, aber auch der generelle Erfolg der ersten Veranstaltung des bis heute für seine familiäre Atmosphäre bekannten Festivals waren für dessen Leiter Dieter Wasilke und seine Mitstreiter Ansporn, den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Und so jährt sich die Ausrichtung eines Folkfestivals „im alten Stil“ in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal. Kai Engelke schilderte bereits zur zehnten Ausgabe in Folker 2/2008 eindrücklich, wie aus einer „Schnapsidee“ etwas für die Region Außergewöhnliches wurde. Wohl an die 3.000 Musiker sind bis heute in Venne aufgetreten, die vertretenen Stilrichtungen decken ein breites musikalisches Spektrum ab, von Blues, Bluegrass und Chanson über Folkrock, Punkfolk bis Tango und Weltmusik, wobei das Hauptaugenmerk von Beginn an vor allem auf generell Folkigem lag, von Singer/Songwritern, Fingerstylegitarristen und keltischem, nordischem und deutschem Folk bis zu plattdeutschen Liedern. Die Besucherzahlen bewegen sich seit Jahren konstant im vierstelligen Bereich und sprechen für die Rolle des Ereignisses als Fixpunkt im jährlichen Folkkalender. Seit 2002 lenkt die Geschicke des Festivals und weiterer über das Jahr verteilter Veranstaltungen wie Konzerte und Sessions ein eigens gegründeter Verein, der zu den größten Folkklubs in Deutschland zählen dürfte.
Für das Jubiläumsprogramm vom 10. bis 13. Mai haben sich die Macher etwas einfallen lassen und werden wieder einmal ihrer Vorreiterrolle in Sachen Nachwuchsförderung gerecht (siehe auch Rubrik „Heimspiel“ in Folker 2/2018). Schwerpunkt der Ausgabe 2018 soll nämlich – neben der Rückschau auf die vergangenen zwanzig Jahre – die Förderung junger Musiktalente sein. Hierzu sollen spezielle Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten sowie Auftrittsmöglichkeiten am Festival geschaffen werden. Zudem erstreckt sich das Ganze wie vor zehn Jahren über vier statt drei Tage und beginnt bereits donnerstags mit einem Sonderkonzert auf der Mühleninsel. An den weiteren Tagen bis zum traditionell am Muttertagssonntag stattfindenden Finale werden unter anderem zu sehen und zu hören sein: An Erminig, Biber Hermann, Caro Kiste Kontrabass, Duo Cassard, Fleadh, In Search of a Rose, Jacques Stotzem, Simon & Jan, Svavar Knútur sowie die „Dauergäste“ Peter Kerlin, Jens Kommnick, Allan Taylor und Tom McConville. Alle Infos unter
www.folkfruehling.de.
Cover Live In Germany to benefit Bread & Roses
MICHAEL KLEFF & MIMI FARIÑA (06.04.2018)
Cover Live In Germany to benefit Bread & Roses

Einen untätigen Ruhestand scheint der ehemalige Folker-Inhaltschef und Rudolstadt-Moderator nicht zu kennen, sondern sich im Gegenteil ein paar Herzenswünsche zu erfüllen. Nachdem er im vorigen Jahr für Bear Family Records eine opulente CD-Box mit den Woody-Guthrie-Tribute-Konzerten editiert hat, legt er nun nach. In Zusammenarbeit mit Lowell Levinger aka Banana von den Youngbloods bringt Michael Kleff erstmals ein historisches Konzert der US-amerikanischen Folksängerin, Liedermacherin und Aktivistin Mimi Fariña auf Tonträger heraus. Kleff, der seit Mitte der Achtzigerjahre mit der jüngeren der beiden Baez-Schwestern befreundet war, hatte 1988 eine Deutschlandtour für Levinger und Fariña organisiert. Eines der Konzerte – im Landesmuseum Bochum – wurde vom WDR mitgeschnitten. Nach dreißig Jahren liegt dieses Konzert nun in hervorragender Tonqualität vor. Viele der insgesamt fünfzehn Songs (sieben davon aus Fariñas Feder) haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Mimi Fariña starb 2001 mit nur 56 Jahren. Wie gut, diese charismatische Sängerin und Gitarristin noch einmal hören zu können. Das Booklet enthält Liner Notes von Levinger und Kleff sowie zahlreiche Fotografien, die Letzterer während der Tour aufnahm. Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf des bei Dogfish Music erscheinenden Albums gehen zugunsten der von Mimi Fariña 1974 gegründeten und heute noch aktiven gemeinnützigen Organisation Bread and Roses, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Musik in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, aber auch Gefängnisse zu bringen.
www.breadandroses.org