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Grafik Tønder 2022
TØNDER ABGESAGT – NAHEZU (15.05.2021)
Grafik Tønder 2022

Nein, es gibt keinen Grund zur Freude. Auch im zweiten Coronajahr ist keine Entspannung der Lage in Sicht, die es erlauben würde, zuverlässig eine Großveranstaltung wie das beliebte Musikevent im Süden Dänemarks zu planen. Das Tønder-Festival aufgeteilt in Zuschauergruppen konnten und wollten sich die Verantwortlichen unter keinen Umständen vorstellen, sagt Maria Theessink, musikalischen Leiterin und Pressesprecherin, und erläutert: „Wir haben berechnet, welche Kompromisse es kosten würde, wenn wir unsere Gäste auf dem Festivalplatz verteilen müssten, und kamen zu dem Schluss, dass wir das weder können noch möchten. Wir wünschen in Tønder keine halben Sachen. Das Gesamterlebnis würde gestört. Daher haben wir schweren Herzens das Festival abgesagt.“ Dass dennoch getreu des Festvialmottos „The Circle Unbroken“ bleibt, dafür sorgt der Plan B. Vom 17. Bis 29. August sind eine Reihe musikalischer Erlebnisse in der Schweizerhalle in Tønder angesagt. Theesink: „Das bedeutet, dass wir anstatt des Festivals, das wir kennen, eine Perlenkette von Konzerten, Workshops und anderen Aktivitäten anbieten, die die Musik, Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl des Festivals in die Schweizerhalle bringen.“
www.tf.dk
Woody Guthrie Prize für Bruce Springsteen
WOODY-GUTHRIE-PREIS FÜR DEN BOSS (12.05.2021)
Woody Guthrie Prize für Bruce Springsteen

Wer hätte diesen Preis eher verdient als der „Boss“? Schon alleine für den wunderbaren Moment, als Bruce Springsteen im Januar 2009 zusammen mit Pete Seeger (und dessen Enkel Tao Rodríguez-Seeger) zur Inauguration des frisch vereidigten damaligen neuen US-Präsidenten Barack Obama „This Land Is Your Land“ sang. Nun erhält Springsteen den Woody-Guthrie-Preis 2021, der jährlich an einen Künstler verliehen wird, der Guthries Geist und Werk am besten verkörpert, indem er sich durch Musik, Film, Literatur, Tanz oder andere Kunstformen für die weniger Glücklichen einsetzt und als positive Kraft für den sozialen Wandel in Amerika wirkt. Die Verleihung findet am 13. Mai in einer virtuellen Veranstaltung nur für Mitglieder des Woody Guthrie Centers statt. „Mit über zwanzig Studioalben“, heißt es in der Begründung, „hat Springsteen seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, genutzt, um Songs zu schreiben, die sich mit Menschen verbinden, die schwere Zeiten durchlebt und gute Zeiten gefeiert haben. Oft unterstützt von der E Street Band, bietet Springsteens Musik einen Soundtrack der Widerstandsfähigkeit, der Stärke, des Herzens und der Freude, trotz oder gerade wegen der Schwierigkeiten, die uns in den Weg gelegt werden. Ausgehend von seinen Erfahrungen, die er beim Aufwachsen in New Jersey gemacht hat, haben Springsteens Songs eine universelle Verbindung zu seinen Fans auf der ganzen Welt hergestellt.“ Der Folker gratuliert.
www.woodyguthriecenter.org


Cover BOB DYLAN & BLACK AMERICA
NEUES VON DEN FOLKER-MENSCHEN (11.05.2021)
Cover BOB DYLAN & BLACK AMERICA

Musikjournalist und Folker-Autor Thomas Waldherr ist nicht nur Americana-Experte und -Konzertveranstalter, er ist darüber hinaus auch ein profunder Kenner Bon Dylans. Aus Anlass des 80. Geburtstags der Songwriter-Ikone veröffentlicht Waldherr nun ein Buch über die vielfältigen Verflechtungen des Meisters mit der afroamerikanischen Gemeinschaft und ihrer Kultur. Auf 96 Seiten untersucht der hessische Musikjournalist die enge und vielfältige Wechselwirkung zu Dylans Werk. Waldherr hat sein Buch Bob Dylan & Black America ein „popkulturelles Essay“ genannt, da es ihm weniger um Grundlagenforschung geht als darum, Zusammenhänge aufzuzeigen und Fragestellungen herauszuarbeiten. „Ich möchte Denkanstöße geben, zum Nachdenken und Diskurs anregen, das ist mir wichtiger als große Apparate und lange Fußnoten“, erklärt der Autor sein Vorgehen. „Die schwarze Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou hat Bob Dylan als ‚großen afroamerikanischen Künstler‘ bezeichnet. Und als ‚großen jüdisch-amerikanischen Künstler‘, als ‚großen muslimisch-amerikanischen Künstler‘, als ‚großen asiatisch-amerikanischen Künstler‘ und als ‚großen Spanisch sprechenden Künstler‘ und hat es damit treffend formuliert: Bob Dylan ist ein großer amerikanischer Künstler, weil er in seinem Werk das gespaltene Amerika in seiner Vielfältigkeit vereinigt. Es ist mir wichtig, diese Leistung Dylans anlässlich seines 80. Geburtstages zu würdigen. Darum dieses Buch.“

Thomas Waldherr, Bob Dylan & Black America, Tredition-Verlag Hamburg, ISBN 978-3-347-25833-4. Bezugsquelle:
www.tredition.de
Pressekonferenz folkBALTICA 2021; Foto: Johanna Jannsen
FOLKBALTICA VOR PUBLIKUM (07.05.2021)
Pressekonferenz folkBALTICA 2021; Foto: Johanna Jannsen

Im vorigen Jahr fiel das folkBALTICA-Festival coronabedingt aus. In diesem Jahr gehen die Veranstalter auf Nummer sicher und lassen die siebzehnte Ausgabe vom 2. bis zum 12. September erst im Spätsommer stattfinden. Der Festivaltitel „Musik ist Leben“ ist dabei ein Zitat des dänischen Komponisten Carl Nielsen und aktueller denn je. Achtzehn Konzerte an dreizehn Spielorten in Schleswig-Holstein und Sønderjylland stehen auf dem Programm, das Vielfalt, Kontinuität und Innovation vermitteln möchte, mit musikalischem Fokus auf dänischen und deutschen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Liedermacherin Dota und die Gruppe Mads Hansens Kapel. Die Sopranistin Dana Hoffmann trifft auf die Folk-Big-Band Habadekuk in einem eigens dafür initiierten Konzert. Für das ausgefallene Festival 2020 schrieben die Liedermacher Felix Meyer und Christian Juncker das Lied „Læg Dit Hjerte in meine Hand“, welches in diesem Jahr nun endlich seine Livepremiere feiert. Beim Konzert „Grenzenlos“ kommen etablierte und Nachwuchsmusikerinnen und -musiker von beiden Seiten der Grenze unter der Leitung von Kristine Heebøll zusammen und interpretieren Lieder der Region neu. Doch das Festival wäre nicht folkBALTICA ohne Musik der baltischen, aber auch weiterer nordischer und slawischer Länder. Das estnische Bluegrassquartett Curly Strings, das polnische Klezmertrio Kroke und der norwegische Geiger Gjermund Larsen mit seinem Trio feiern Premiere auf den folkBALTICA-Bühnen. Traditionell im modernen Rahmen findet das Eröffnungskonzert im Alsion in Sønderborg mit dem folkBALTICA Ensemble, dem Sønderjysk Pigekor und Gästen statt. Ein besonderes Highlight wird zudem das Konzert unter freiem Himmel im Garten von Schloss Gottorf in Schleswig sein. Nach mehreren Jahren des Wechsels haben die Verantwortlichen zudem mit Robbe & Berking Classics einen Dreijahresvertrag für die stimmungsvolle Werfthalle als Hauptspielstätte in Flensburg abgeschlossen. Diese spiegelt den Kern von folkBALTICA wider – die Verbindung von Tradition und Innovation.
www.folkbaltica.de


Logo Keychange
MUSIK UND DIVERSITÄT (17.04.2021)
Logo Keychange

In Zeiten von #MeToo und immer wahrnehmbarer werdendem Ungleichgewicht, was den Anteil und die Sichtbarkeit von Frauen an und in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens betrifft, muss sich auch die Musikbranche zunehmend diesem Thema stellen. Wie bereits eine umfassende Studie aus dem Jahr 2019 der Musikforscherin Vick Bain für Großbritannien feststellte, sind in den meisten Bereichen der Musikindustrie Frauen deutlich unterrepräsentiert. Bei ihrer Analyse des britischen Musikmarktes stellte sie unter anderem fest, dass in den meisten Genres in der Regel weniger als ein Drittel der von Plattenfirmen veröffentlichten Künstlerinnen und Künstler Frauen sind (in der Klassik sind es rund 30 Prozent, im Folk circa 24 Prozent, im Jazz nur etwa 10 Prozent und im Metalbereich sogar nur 6 Prozent). Von allen 219 untersuchten Labels mit Einzelacts und Bands ist gerade einmal ein Fünftel der Beteiligten weiblich. In anderen Teilen der Branche, bei Verlagsmitarbeitern oder -mitarbeiterinnen, in Führungspositionen et cetera, sieht es nicht wesentlich besser aus. Immerhin ist in den diversen Musikstudiengängen der Anteil mit 44 Prozent Frauen zu 56 Prozent Männern auf einem guten Weg. Alle Ergebnisse der Studie lassen sich (auf Englisch) hier nachlesen: https://bit.ly/328jvwY. Eine auch Deutschland einschließende wichtige Studie zur Diversität im Musikbusiness der Organisation Keychange startet gerade, die Ergebnisse sollen im September auf dem Reeperbahn Festival präsentiert werden:
https://bit.ly/3ddMTrL.
Jürgen Treyz; Foto: Claus Jahn
DADGAD BEI TREYZ (09.04.2021)
Jürgen Treyz; Foto: Claus Jahn

Jürgen Treyz ist einer der arriviertesten DADGAD-Gitarristen Deutschlands und spielt in der Irish-Folk-Band Cara und bei den Deutschfolkern von Deitsch. Nachdem er im März einen überaus erfolgreichen Webcast-Gitarrenkurs veranstaltete, hat er sich aufgrund der großen Nachfrage entschieden, eine ganze Reihe aufzulegen. Am 15. April geht’s los, von 19.00 bis 21.00 Uhr. Thema dieser Webinarreihe ist das „Backing“, also die Begleitung von Tunes aus der irisch-keltischen Folkmusik in der offenen DADGAD-Stimmung. Gedacht ist das Ganze für GitarristInnen, die schon auf mittlerem Niveau spielen und nun das DADGAD-Tuning für sich entdecken wollen. Pro Abend werden jeweils einige Tunes in einer bestimmten Tonart erarbeitet. Gezeigt werden sowohl ganz einfache Dinge wie die gängigsten Akkordvoicings, Griffe und Schlagpatterns, als auch mittelschwere Spieltechniken, die den DADGAD-Sound und -charme ausmachen. Zu jeder Webinarfolge gibt es reichlich Materialien für alle Teilnehmer: Griffbilder, Noten und Tabulaturen zu den Begleitungen, kleine Videos, in denen die Stücke langsam vorgespielt werden und Audioaufnahmen der Melodien, damit man die Begleitungen dazu üben kann. Alle Stücke werden aus dem Tunes-From-Home-Pool kommen, der derzeitigen wöchentlichen Onlinesession des Duos Walther & Treyz, sodass das Gelernte direkt angewendet und vertieft werden kann. Infos und Anmeldung unter
www.walthertreyz.com/index.php/de/shop-d/uebersicht


Banner Rudolstadt-Festival
RUDOLSTADT-FESTVIAL ABGESAGT (05.04.2021)
Banner Rudolstadt-Festival

Es ist nicht so, dass wir es nicht bereits ahnten, aber wenn es dann amtlich wird, tut’s doch weh. Spätestens seit die dritte Pandemiewelle mit steigenden Infektionszahlen und Inzidenzwerten jenseits der hundert rollt, mehrten sich Zweifel, ob das diesjährige Rudolstadt-Festival stattfinden kann. So richtig vorstellbar war diese einzigartige Großveranstaltung beeinträchtigt von Hygieneschutzmaßnahmen und begrenztem Publikum ohnehin nicht. Die FestivalorganisatorInnen zogen aufgrund der unklaren gesundheitlichen und finanziellen Risiken die einzige logische Konsequenz und sagten die Ausgabe 2021 ab. In der Presseerklärung heißt es, in den vergangenen Monaten habe man unterschiedliche Szenarien und Konzepte geprüft, um die Chance für eine Durchführung aufrechtzuerhalten. Wichtige organisatorische Entscheidungen seien, so lange es ging, verschoben worden, auch in Erwartung verbindlicher Aussagen von Bund und Ländern zu Hygienevorgaben, möglichen Öffnungsstrategien und zum rechtlichen Rahmen für kulturelle Großveranstaltungen. „Angesichts der aktuellen Lage halten die Veranstalter jedoch keines der erwogenen Konzepte für umsetzbar“, schreibt Miriam Rossius, Pressesprecherin des Festivals. „Selbst bei einer stark reduzierten Zahl an Publikum, Ensembles und Bühnen lässt sich ein Musikereignis von internationaler Ausrichtung und mit den in Rudolstadt gegebenen logistischen Strukturen nicht verlässlich planen. Bei allem Bedauern über diese Entscheidung ist das Festivalteam aber überzeugt, seiner Aufgabe und dem künstlerischen Profil am besten gerecht zu werden, wenn es sich nun auf den Sommer 2022 konzentriert. Dafür wird ein neues Programm mit aktuellen Schwerpunkten entwickelt. Das ursprünglich für 2020 geplante Line-up möchten die Veranstalter nach zwei abgesagten Festivals nicht ein weiteres Mal schieben.“ Also bedauerlicherweise erneut kein Folker-Stand in Rudolstadt, kein ausgelassenes und friedliches Miteinander der Kulturen aus aller Welt. Sehr, sehr schade ...
www.rudolstadt-festival.de.
Logo Saitensprünge 2021
SAITENSPRÜNGE ERNEUT VERSCHOBEN (30.03.2021)
Logo Saitensprünge 2021

Das geplante 21. Internationale Gitarrenfestival Saitensprünge in Bad Aibling konnte im November 2020 nicht durchgeführt werden und wurde zunächst auf März 2021 verschoben. Allein, das Virus macht auch nicht vor GitarristInnen und ihrem Publikum halt, weshalb eine Durchführung auch jetzt noch nicht möglich ist. Die Veranstalter konnten mit allen KünstlerInnen Ersatztermine im November 2021 finden. Außer den Ersatzterminen plant die AIB-KUR GmbH im November weitere Konzerte innerhalb des Gitarrenfestivals. Planungen und Gespräche laufen, die weiteren Termine sollen in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Der Ticketverkauf geht auf alle Fälle weiter – für alle Konzerte sind noch Karten verfügbar. Bereits gekaufte behalten ihre Gültigkeit. Weitere Infos unter
www.saitenspruenge.com


Plakat Schrammel.Klang.Festival 2021
ES SCHRAMMELT WIEDER TROTZ CORONA (27.03.2021)
Plakat Schrammel.Klang.Festival 2021

Optimistische Töne aus dem pandemiegebeutelten Österreich. Gilt es doch, im Juli 2021 die fünfzehnte Ausgabe des Schrammel.Klang.Festivals zu feiern. Ein kleines Jubiläum. Unter welchen Regeln auch immer im Sommer veranstaltet werden darf, dass in Litschau musiziert werden wird, darauf baut Festivalgründer Zeno Stanek in jedem Fall. Unter dem Motto „Weniger ist mehr“, hat er einige Erfahrungen aus dem vergangenen Corona-Sommer mitgenommen und das Festival neu strukturiert. Es findet erstmals an zwei Wochenenden statt, vom 9. bis 11. Juli und vom 16. bis 18. Juli 2021. Die Besucherinnen und Besucher erleben an jedem der Wochenenden das gewohnte Schrammel.Klang-Programm mit den vielfältigen Matineen, dem Schrammel.Pfad rund um den Herrensee und den stimmungsvollen Abendkonzerten im Herrenseetheater. Die Anzahl der aufgelegten Karten wird pro Tag auf weniger als die Hälfte reduziert. Die einzelnen Abendkonzerte werden verlängert und am Schrammel.Pfad werden wie bisher neun Bühnen bespielt. Mit deutlich weniger Dichte bei den einzelnen Schauplätzen ist zu rechnen. Details zum Programm unter
www.schrammelklang.at
Logo Klangvokal Musikfestival Dortmund
VOKALMUSIKFESTIVAL IN DORTMUND (24.03.2021)
Logo Klangvokal Musikfestival Dortmund

Und es gibt sie doch noch, die optimistischen Veranstalter. So schaut etwa das Klangvokal Musikfestival Dortmund positiv gestimmt in die Zukunft. Am 30. Mai plant man den Festivalstart in ein ganzes Jahr voller erlesener Konzerte der Vokalmusik vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Charismatische Gesangsstars aus aller Welt feiern die Kraft und Stärke der menschlichen Stimme bei insgesamt 25 Veranstaltungen, davon vierzehn im Festivalzeitraum vom 30. Mai bis 3. Oktober 2021 und elf in der Saison von Oktober 2021 bis April 2022 – so wollen es zumindest die Organisatoren. Neben von 2020 auf 2021 verschobenen Veranstaltungen stehen viele neue Konzertpreziosen auf dem Programm. Sie sind zunächst für Spielstätten konzipiert, die eine stark reduzierte Platzkapazität und effiziente Hygienekonzepte aufweisen. Leitthema und Fokus sollen die Gefühlswelten und die Psyche des Menschen sein, die es zu schützen und zu stärken gilt. Auch aus dem Folkerversum nehmen Künstlerinnen und Künstler teil. So setzen die mehrfache Grammy-Preisträgerin Angélique Kidjo (erstmals in Deutschland mit Sinfonieorchester), Lisa Simone, die Band Masaa und Awa Ly (siehe auch hier) sowie in der zweiten Jahreshälfte der „Singer of Tales“ Damir Imamović (siehe auch hier), Viviane de Farias und Arianna Savall starke Akzente. Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata gastieren im Rahmen von Klangvokal im Konzerthaus Dortmund. Zudem sind die Veranstalter zuversichtlich, im Juni das Fest der Chöre erstmals im Westfalenpark Dortmund feiern zu können und mit Det Norske Solistkor einen der besten Chöre Skandinaviens im Konzerthaus zu begrüßen. Der Vorverkauf an allen bekannten VVK-Stellen und im Internet ist gestartet. Infos zu Programm, Tickets, Vergünstigungen und Abonnements finden sich unter
www.klangvokal.de


Logos Folk Baltika und Folk Frühling
VOM FRÜHLING IN DEN SPÄTSOMMER (21.03.2021)
Logos Folk Baltika und Folk Frühling

Nicht alle Maifestivals bauen auf eine Wiederaufnahme erst im kommenden Jahr. Manche bleiben optimistisch und verlegen ihre diesjährigen Ausgaben vom Frühjahr in den September – Altweibersommer statt Muttertag. So etwa der Venner Folk Frühling, dessen Team hofft, die Veranstaltung am Wochenende vom 18. und 19.9.2021 abhalten zu können. Dann auch mit dem Finale und der Preisverleihung der zweiten Ausgabe des Dieter-Wasilke-Folk-Förderpreises.
Auch die Kolleginnen und Kollegen aus Flensburg und Süddänemark von folkBALTICA setzen auf das Prinzip Hoffnung und planen für den Zeitraum vom 2. bis 12.9.2021. Trotz der Pandemie kann das Festival weiter auf die Unterstützung von Förderern, Sponsoren und Spendern setzen. Der Fokus des Programms soll auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze liegen – für den 3. Mai sind Details angekündigt. Alle Infos finden sich unter www.folkfruehling.de sowie unter www.folkbaltica.de.

Logo WDR 3
WIEDER EIGENER SENDEPLATZ FÜR WELTMUSIK (18.03.2021)
Logo WDR 3

Alle, die in Nordrhein-Westfalen gern Song, Folk und Globales im guten alten Radio hören, können sich freuen. Seit dem 10. März räumt WDR 3 diesen Genres wieder einen eigenen Platz ein. Jeden Montag und Mittwoch von 23.00 bis 24.00 Uhr laufen in der Sendung Jazz & World aktuelle Veröffentlichungen und Hinweise zu regionalen und internationalen Ereignissen aus dem Bereich, der jahrelang bei WDR 3 unter dem Begriff „Musikkulturen“ geführt wurde. Nach einer Reform startet die Sendung wochentags nach wie vor täglich um 22.00 Uhr mit Jazz, legt in der zweiten Stunde aber jeweils seinen Schwerpunkt auf eine andere Musikrichtung. Dass „World Music“ an zwei Tagen der Woche jeweils eine eigene Stunde bekommt, ist als positive Entwicklung zu betrachten, nachdem ihr Anteil bei WDR 3 zuletzt verschwindend gering war und nie gewiss – ohne Blick auf die Website –, wann oder ob überhaupt zwischen vielen Jazztiteln etwas aus dem Bereich „World“ zu hören sein würde. Wer die Livesendung verpasst, kann sie nach Ausstrahlung noch sieben Tage unter www.wdr3.de in der Rubrik „Jazz & World“ nachhören (Direktlink: https://bit.ly/3syUruf). Viele Klicks und Resonanz zur Musik zählen als Bestärkung, dass diese Musikrichtung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk unbedingt weiter Bestand haben sollte.



Banner Tage der Kommune
ES IST WIEDER MÄRZ GEWORDEN (16.03.2021)
Banner Tage der Kommune

Und es ist ein ganz besonderer März. Historisch und musikalisch. Historisch, da sich der kurze Frühling der Pariser Kommune zum 150. Mal jährt, und musikalisch sowie theatralisch und wissenschaftlich, weil der Bremer Liedermacher Michael Zachcial (Die Grenzgänger) ein „so noch nie dagewesenes Chanson-Geschichten-Spektakel“ organisiert. Pandemiebedingt zwar „nur“ online, allerdings mit der geballten kreativen Kraft einer Vielzahl von Musikerinnen und Musikern sowie KollegInnen aus Musik, Theater und Wissenschaft in Zusammenarbeit mit dem IG-Metall-Bildungszentrum Sprockhövel. In dem kurzen Frühling der Pariser Kommune vom 18. März bis 28. Mai 1871 ging es „zum ersten Mal um die Dinge, um die heute in aller Welt gerungen wird“: In der damaligen Zwei-Millionen-Metropole Paris, mit Weltausstellung und prunkvollen Opernhäusern, wählte die hungernde Pariser Bevölkerung mitten im Krieg einen „Rat der Kommunarden“ und begann mit dem Aufbau einer antikapitalistischen, solidarischen und basisdemokratischen Gesellschaft. Die vereinten preußischen und kaiserlich-französischen Heere waren nötig, um den „Aufstand“ niederzuschlagen. Um dem zu gedenken, wird es ab dem 18. März 2021 täglich eines von insgesamt 72 Videos zu sehen geben, mit einem Lied, einem Porträt oder einer Geschichte zu den Ereignissen in jenem Frühjahr vor 150 Jahren. Im Mai erscheint dann das Doppelalbum Die Lieder der Commune, das ab sofort über die Website www.tage-der-kommune.de vorbestellt werden kann. Die ganze Aktion finanziert sich über den CD-Verkauf und Spenden.
Zachcial hat es dabei geschafft, eine illustre Riege von Mitwirkenden zu gewinnen. Die Musik kommt unter anderem von den Grenzgängern, Daniel Kahn, Manfred Maurenbrecher, der Microphone Mafia, Andrea Pancur & Anja Günther, Jakob Heymann & Cynthia Nickschas, Klaus dem Geiger, Dominik Plangger, Suli Puschban, den Schmetterlingen, Jens-Paul Wollenberg & Co., Johanna Zeul, Bernd Köhler & Blandine Bonjour, Mannijo, den Sons of Gastarbeita, dem 1. Bremer Ukulelen-Orchester, Günter Gall, Andrea Türk. Wissenschaftlich begleitet wird das Spektakel von Antje Schrupp (Politikwissenschaftlerin und Journalistin), Klaus Gietinger (Filmemacher und Sozialwissenschaftler), Jutta Ditfurth (Sozialwissenschaftlerin und Autorin), Florian Grams (Historiker), Bini Adamczak (Autorin), Michael Fischer (Historiker und Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik Freiburg), Christopher Wimmer (Journalist) und dem Geschichtsschwerpunkt der IG Metall Hattingen. Aus der Sparte Theater sind unter anderem die Neue Bühne Beverstedt, Julia Raab und Rainer C. Herzmann mit von der Partie. Alle weiteren Infos finden sich auf der Website.
www.tage-der-kommune.de
Cover Sarg die Wahrheit
NEUES VON DEN FOLKER-MENSCHEN (01.03.2021)
Cover Sarg die Wahrheit

Zwei auf einen Streich, könnte man hier sagen, denn gleich zwei Folker-Menschen sind an dem im Folgenden vorgestellten Buch beteiligt. Sarg die Wahrheit! heißt das Werk, in dem Kai Engelke in bewährter Manier 27 Kurzgeschichten veröffentlicht, gewürzt mit viel schwarzem Humor und teilweise umrahmt von in den Texten erwähnten regionalen Kochrezepten. Engelkes Krimikurzgeschichten werden oft mit den Adjektiven „makaber“ oder „skurril“ beschrieben. Stimmt genau, und dadurch heben sie sich deutlich von Standardkriminalgeschichten ab. Spannender und vergnüglicher ist, dass hier nicht ein Mord am Anfang steht und es anschließend darum geht, wie oder mit welcher Raffinesse der Fall aufgelöst wird. Engelke geht es vielmehr darum, warum ein Mord geschieht. Die rabenschwarzen Geschichten beginnen deshalb nicht mit einem Exitus, sie enden damit. Und dass die viel zitierte Würze tatsächlich in der Kürze liegt, beweist der Autor zum Beispiel mit der nicht einmal drei Seiten langen Geschichte „Aus der Klaus!“ – kurz und trocken erzählt, aber definitiv witzig und makaber endend. Nicht alle Storys enden tödlich, es gibt auch einige, die sich mit merkwürdigen Geschehnissen beschäftigen („Sonja“, „Das Schwere leicht nehmen“) oder einfach nur philosophieren. Kongenial illustriert ist das Buch – und damit kommen wir zum zweiten Folker-Menschen – von Jürgen B. Wolff, Musiker (Folkländer, Duo Sonnenschirm) und Grafiker (u. a. seit den Neunzigern Haus- und Hofgrafiker des Rudolstadt-Festivals). Er hat nicht nur die Zeichnungen zu den Geschichten beigetragen, sondern auch den Umschlag gestaltet: Darauf der halboffene Sarg eines Untoten mit Megafon, dazu drei Träger mit Mundschutz. Und als Schlusszeichnung nach den Geschichten sowie auf der Coverrückseite ein Sarg von der kurzen Seite betrachtet, zwei brennende Kerzen obendrauf und eine Lücke zwischen Sarg und Sargdeckel mit Zähnen. Ein dem Tod entgegengrinsendes Sarggesicht! Das wunderbar schauerliche Buch ist eine echte Abwechslung zu üblichen Krimis und sei allen, die schwarzen Humor mögen, wärmstens empfohlen. Zu bekommen ist es als Taschenbuch oder ePub im Buchhandel, bei www.bod.de oder beim Autor selbst natürlich (engelke.ulrikeundkai@t-online.de). Es lohnt sich!

Doris Joosten

www.kaiengelke.de


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LASST MARKTSCHWEINE DUDELN UND RADLEIERN RÄDERN (25.02.2021)
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Für alle mittelalteraffinen Musikerinnen und Musiker startet am 29. März eine weitere Mittelalternativ.de-Challenge. Nachdem der erste Durchgang im Oktober und November 2020 so erfolgreich war, soll der Wettbewerb nun jährlich stattfinden, und zwar in Zukunft immer um den April herum. Die gestellte Herausforderung besteht darin, innerhalb eines Monats ein Musikstück aufzunehmen und zu veröffentlichen. Dabei soll eine vorgegebene Melodie benutzt und „szenetypisch“ bearbeitet werden. Dies ist zugegebenermaßen ein vager Begriff. Gemeint ist, was gemeinhin als „Mittelalter“, „Mittelaltermarkt“, „Folklore“, „Folk“ etc. bezeichnet wird. Am Ende soll die Öffentlichkeit darüber abstimmen, welches Stück sie am besten fand. Die vorgegebene Melodie darf übrigens auch darüber hinaus benutzt und bei Gefallen live gespielt oder aufgenommen sowie verkauft werden. Sie ist damit gemeinfrei, das heißt, es besteht kein Urheberrechtsschutz. Wer einen Eindruck davon erhalten möchte, wie das Ganze sich darstellt, kann sich die Ergebnisse aus dem letzten Jahr unter folgendem Link ansehen und -hören:
www.mittelalternativ.de/2020-10-challenge-vote
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SESSION FÜR ALLE (20.02.2021)
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Was will man machen, wenn man von der Pandemie so brutal ausgebremst wird wie viele Berufsmusiker, aber auch zigtausende Hobbymusikanten? Diese Frage stellten sich Gudrun Walther und Jürgen Treyz, die mit ihrer überaus erfolgreichen Irish-Folk-Band Cara ansonsten Hunderte Konzerte im Jahr spielen. 2020 fielen die meisten Termine flach, und eine geplante Tournee mit ihrem zweiten musikalischen Standbein, der auf traditionelle deutsche Musik spezialisierten Band Deitsch, konnte ebenfalls nicht stattfinden. Was also tun? „Wir alle vermissen derzeit neben der Möglichkeit, Konzerte zu geben und zu besuchen, das soziale Miteinander beim gemeinsamen Musikmachen“, sagt Walter. „Durch die Lockdown-Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen (die wir übrigens für absolut richtig und notwendig halten) sind Sessions derzeit weder in Kneipen noch im privaten Rahmen möglich. Und ein Ende dieser Situation ist leider nicht abzusehen. Darum haben wir mit ‚Tunes From Home‘ eine regelmäßige Session im Wochentakt, immer montags um 20.00 Uhr, ins Leben gerufen.“ Das Konzept ist simpel. Die beiden Musiker spielen zu Hause traditionelle Folkmusik vor allem irischer, aber auch schon mal deutscher Provenienz, derzeit nur zu zweit, doch sobald es die Bestimmungen erlauben, auch mit Gästen. In einer Zoom-Konferenz kann man aus dem eigenen Heim mitspielen, mittanzen oder zuhören. Man meldet sich jeweils bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, an, indem man der Band via Paypal-Link „ein Pint ausgibt, einen Betrag nach Ermessen. Im Gegenzug gibt es die Noten der Stücke und einen Einladungslink zur Zoomkonferenz“. Alternativ gibt es im Webshop der Musiker einen Monatspass zu kaufen. Die nächste Ausgabe der Tunes From Home findet kommenden Montag, den 22.2.2021, um 20.00 Uhr statt. Alles, was man sonst noch wissen muss, findet sich auf
www.walthertreyz.com/index.php/de/projekte-deu/tunes-from-home
www.facebook.com/walthertreyz


Logo Preis der deutschen Schallplattenkritik
ERSTE BESTENLISTE 2021 (18.02.2021)
Logo Preis der deutschen Schallplattenkritik

Der Preis der deutschen Schallplattenkritik hat seine erste Vierteljahresbestenliste 2021 veröffentlicht. Aus Folker-Sicht interessant sind diesmal folgende Auszeichnungen: für die Band Ayom und ihr gleichnamiges Album mit einem vielseitigen Brasilien-Kapverden-Mittelmeer-Mix; für den Sampler Terra Incognita: Tuva samt DVD-Dokumentation; für das neue Album Grüße aus der Flut von Max Prosa; für das folkloristische No Summer der kalifornischen Singer/Songwriterin Cinder Well; sowie für Blueser Kai Strauss und sein neues Werk In My Prime. Alle Infos finden sich unter
www.schallplattenkritik.de/bestenlisten/2021/01
Richard Weize; Foto: Promo
GROSSE EHREN FÜR DEN CHEF DER BÄREN (07.02.2021)
Richard Weize; Foto: Promo

In diesen für die Kultur nicht gerade entzückenden Zeiten gibt es endlich mal eine gute Nachricht. Auszeichnungen hat er ja bereits satt bekommen, seine Veröffentlichungen wurden mehrfach für einen Grammy nominiert und mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 2009 erhielt er einen Echo in der Kategorie „Besondere Verdienste um die Musik“ und 2014 den Preis der Blues Music Awards für das „Historical Album of the Year“. Nun hat er das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, und wer hätte diese höchste Auszeichnung, die unser Land vergeben kann, mehr verdient als Richard Weize, Gründer und bis 2015 vierzig Jahre lang Chef des international renommierten Plattenlabels Bear Family Records, bekannt für exquisit recherchierte und ausgestattete Boxsets mit Veröffentlichungen aus den Genres Country Music, deutscher Schlager der Fünfziger- und Sechzigerjahre, Rockabilly, Rock ’n’ Roll, Rhythm and Blues, Jazz und Neue Deutsche Welle. Der Folker gratuliert aufs Herzlichste. Mehr Informationen auf bear-family.de und auf Richard Weizes neuer Internetpräsenz andmorebears.com, auf der er Teile seines umfangreichen Privatarchivs zugänglich macht.



Andrina Bollinger, Gewinnerin der Freiburger Leiter, Sparte Musik; Foto: Sonja Berta
RÜCKBLICK KULTURBÖRSE UND FREIBURGER LEITER (28.01.2021)
Andrina Bollinger, Gewinnerin der Freiburger Leiter, Sparte Musik; Foto: Sonja Berta

Nun ist sie Geschichte, die erste digitale Ausgabe der Internationalen Kulturbörse Freiburg (IKF), die am 20.1. zu Ende ging. Und die VeranstalterInnen blicken zufrieden auf ein Ereignis, das ganz auf Austausch und Präsentation ausgerichtet war. Die Kontaktaufnahme registrierter Teilnehmender untereinander und die Meetings mit Ausstellenden im Videochat fanden großen Zuspruch. Auch das Angebot der auf den Aussteller- und Künstlerdetailseiten veröffentlichten Videos wurde rege genutzt. Ein weiterer großer Erfolg war laut Pressemitteilung das an aktuellen Themen ausgerichtete Seminar- und Vortragsprogramm, bei dem deutlich geworden sei, wie wichtig es gerade jetzt ist, miteinander im Gespräch zu sein und sich Impulse für die tägliche Arbeit zu holen. Immer wieder sei thematisiert worden, was man aus aktuellen Zwangspause für die zukünftige Arbeit lernen und wie man trotz allem gestaltungsfähig bleiben kann. Wer es bis jetzt nicht geschafft hat, sich alle Angebote anzuschauen, hat dafür sogar noch eine Weile Zeit – für Registrierte ist der Zugang zu den Videos und Ausstellendeninfos sowie zum Teilnehmendenverzeichnis noch mehrere Wochen offen. Neben dem Messeprogramm gab es auch in diesem Jahr wieder die Verleihung der Freiburger Leiter, die genau wie ihre Stimmvergabe zum ersten Mal online erfolgte. Die diesjährige Gewinnerin im Bereich Musik passt zwar nicht so ganz ins Folker-Spektrum, soll aber hier dennoch gewürdigt werden: Der Preis ging an die Schweizer Sängerin, Performerin, Multiinstrumentalistin und Komponistin Andrina Bollinger. Gratulation! Die 34. IKF findet vom 23. bis 26.1.2022 statt. Dann, so Corona will, wieder live vor Ort auf dem Messegelände in Freiburg.
www.kulturboerse.de
Volksliedarchiv digital; Foto: Michael Fischer
DEUTSCHES VOLKSLIEDARCHIV DIGITAL (24.01.2021)
Volksliedarchiv digital; Foto: Michael Fischer

In den wilden Siebziger- und Achtzigerjahren gehörte es unter Musikern, die im aufblühenden sogenannten Deutschfolkgenre unterwegs waren, zum guten Ton, sich tagelang im (1914 gegründeten) Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau einzuschließen und auf die Jagd nach verwertbarem, wiederbelebbarem deutschsprachigem Volksliedgut (demokratischen Charakters) zu machen. Seit 2014 ist das DVA Bestandteil des Zentrums für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) und hat nunmehr ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt abgeschlossen. Fast 200.000 Liedbelege aus dem Bestand des Deutschen Volksliedarchivs sind über den Publikationsserver der Universitätsbibliothek Freiburg, FreiDok plus, abrufbar. „Einerseits ging es uns darum, diesen einzigartigen Schatz durch eine Verfilmung zu sichern, andererseits wollen wir diese Belege der Wissenschaft und der Öffentlichkeit online zur Verfügung stellen“, erklärt Dr. Dr. Michael Fischer, der Geschäftsführende Direktor des ZPKM. Die A-Nummer 1 stellt eine Variante des Liedes „Die Gedanken sind frei“ aus dem hessischen Ort Alsheim dar. Obwohl diese Zuordnung zur ersten Belegnummer eher zufällig war, hat es das Deutsche Volksliedarchiv als seine Verpflichtung angesehen, in Wissenschaft und Praxis insbesondere die Lieder freiheitlich-demokratischer Traditionen in den Vordergrund zu rücken. Das ZPKM wird im Laufe des Jahres 2021 gleichfalls seine Sammlungen zur Arbeiterliedkultur online zur Verfügung stellen.
freidok.uni-freiburg.de/data/150373