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Mercedes Peón; Foto: Maider Jiménez
WELTMUSIK IN AUGSBURG (13.07.2021)
Mercedes Peón; Foto: Maider Jiménez

Seit zehn Jahren gibt es in der Fuggerstadt das beliebte Festival der Kulturen. 2021 findet es im Gegensatz zu vielen anderen Weltmusikveranstaltungen tatsächlich live und analog statt, vom 29. bis 31. Juli im Annahof sowie am 7. August auf der Freilichtbühne Augsburg. Die iranisch-israelische Sängerin Liraz verbindet persische Melodien und Rhythmen des Nahen Ostens mit ihrem ganz eigenen, progressiven elektroakustischen Sound. Gnawa-Rhythmen treffen bei dem marokkanisch-französischen Quartett Bab L’Bluz auf Psychedelia, während das multinational besetzte Haïdouti Orkestar aus Paris das musikalische Erbe Bulgariens, Serbiens, Mazedoniens und der Türkei erforscht. Aus Augsburg sind u. a. dabei die junge Jazzpop-Formation Mount Adige mit den exklusiven Gästen Malaika & Mjalisuso (Gambia) und MHA mit Arabic Rap und Street Ska. Die Kunstperformance „Water Birds“ vereint die Musik einer Marching Band mit einer Skulptur von Sebastian Giussani. Flankierend zu den Livekonzerten wird mit einzelnen Künstlerinnen und Künstlern während ihres Festivalaufenthalts an der Videoreihe #crossingborderswithmusic weitergedreht. Die Serie entstand 2020 aufgrund der Pandemie, um die verbindende Kraft der (Welt-)Musik und künstlerische Kollaborationen am Leben zu erhalten. Außerordentlich erfolgreich war dabei das Musikvideo zum Lied „Marabilla“ mit der spanischen Sängerin und Multiinstrumentalistin Mercedes Peón und dem Streicherensemble der Augsburger Philharmoniker, das hundertfach im Internet geteilt und im spanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde (www.youtube.com/watch?v=8Dre0gyjn88). Es entstand letzten Sommer, als während des Lockdowns Audio- und Videodateien zwischen Santiago de Compostela und Augsburg hin- und hergeschickt und so gemeinsame Stücke für das Festival 2021 erarbeitet wurden. Am 7. August auf der Freilichtbühne tritt die charismatische Künstlerin, die zu den international renommiertesten Protagonistinnen der galizischen Neofolk-Szene gehört, nun erstmals live mit dem Streicherensemble auf. Infos und Tickets gibt es seit 1. Juli unter www.festivalderkulturen-augsburg.de.

Chris Strachwitz im Arhoolie-Archiv; Foto: John Lee
STRACHWITZ NEUNZIG (09.07.2021)
Chris Strachwitz im Arhoolie-Archiv; Foto: John Lee

Man mag es nicht glauben, wenn man ein Foto des deutschstämmigen Arhoolie-Label-Gründers Chris Strachwitz sieht: Neunzig Jahre alt wurde der ehemalige Highschoollehrer am 1. Juli 2021. Es gibt kaum jemanden, der mehr für die Erforschung, Dokumentation und Erhaltung traditionellen Wurzeln entstammender Musikstile wie Blues, Cajun, Zydeco, Gospel, Jazz, Tejano/Norteño, Old-Time und andere geleistet hat als er. Bereits vor sechzig Jahren gründete Strachwitz sein heute legendäres Schallplattenlabel, nahm unbekannte Musiker wie Lightnin’ Hopkins, Jesse Fuller und Mance Lipscomb auf und verkaufte die LPs in seinem 1976 gegründeten, mittlerweile ebenso legendären Laden Down Home Music Store im kalifornischen El Cerrito (www.downhomemusic.com). Dem Label folgte 1995 die Arhoolie Foundation, mit dem Ziel, traditionelle Musik zu dokumentieren und zu erhalten. Arhoolie Records, mittlerweile unter dem Dach des Smithsonian Institutes beheimatet, startet eine Reihe von Geburtstagsaktionen auf seiner Website und in den sozialen Medien, so etwa eine Geburtstagsplaylist (www.folkways.si.edu/arhoolie). Für seine richtungsweisende Sammel- und Dokumentationsarbeit wurde Strachwitz mehrfach ausgezeichnet, etwa 1993 mit einem Lifetime Achievement Award des Blues Symposiums für seine Rolle bei der Erhaltung des Blues. 1999 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen, im Jahr 2000 ernannte ihn das US-amerikanische National Endowment for the Arts zum National Heritage Fellow. 2016 erhielt er bei den Grammys den Trustees Award. Der Folker gratuliert herzlichst.



Tworna aus Quohren bei Dresden - kunstvolle Improvisation über deutsche Volkslieder; Foto: Wolfgang Leyn
FOLK IM FLUSS (05.07.2021)
Tworna aus Quohren bei Dresden - kunstvolle Improvisation über deutsche Volkslieder; Foto: Wolfgang Leyn

Möglicherweise war es das erste „analoge“ Folkfestival mit Publikum nach dem langen Lockdown: das vom Januar auf Anfang Juni 2021 verlegte Folk im Fluss in Frankfurt an der Oder. Als Veranstaltungsort diente nun der Innenhof der Kulturmanufaktur Gerstenberg. Vier Bands stellten sich vor, darunter die Kapela Hałasów aus dem polnischen Poznań, die virtuos auf Akkordeon, Drehleier, großer Trommel und geschlagenem Bauerncello musizierten. Aus Dresden kamen zwei Gruppen: Tworna mit kunstvoll-expressiver Annäherung an deutsche Volkslieder, unter anderem auf dem ungewöhnlichen Streichinstrument Nyckelharpa; außerdem das Duo Unfolkkommen, welches mit Frische und Humor an die guten alten Handwerksgesellenlieder erinnerte, dazu „säggssche“ Volkslieder sang und Couplets über den Alltag der kleinen Leute. Abgerundet wurde das Festival durch die Familie Gerstenberg, die Hausband um Gastgeber Thomas Strauch. Es gab einen Tanzworkshop als „Maskenball“ ohne Anfassen und Sessions bis früh. Ergänzt wurde das Wochenende durch eine Ausstellung und ein Gespräch über die DDR-Folkszene mit Wolfgang Leyn. Die Ausgabe 2022 soll wieder im Januar stattfinden.

Delf Maria Hohmann bei der Cape St. Mary’s Performance Series, im HIntergrund atemberaubende Landschaft
NEUFUNDLÄNDISCHE KONZERTSERIE (02.07.2021)
Delf Maria Hohmann bei der Cape St. Mary’s Performance Series, im HIntergrund atemberaubende Landschaft

Neufundland, Kanadas östlichste Provinz. Seit 1999 gibt es dort an einem sehr entlegenen Ort eine allsommerliche Konzertserie, The Cape St. Mary’s Performance Series. Gegründet wurde sie von dem Musiker und „transplanted Doitschlander“ Delf Maria Hohmann und wird in der dortigen Festivallandschaft als einzigartig angesehen. An Samstagabenden im Interpretation Centre des Cape St. Mary’s Ecological Reserve, zwischen einer begehbaren Brutkolonie zehntausender Seevögel und einer atemberaubenden Steilküste ähnlich den irischen Cliffs of Moher, finden sich auf kleiner Bühne vor großem Fenster mit Blick über den Küstenstreifen die Künstler des Abends ein. Alle Konzerte bieten ein Programm, bei dem jedes Genre nur einmal vertreten ist. Autor:innen und Erzähler:innen treffen auf traditionelle Akkordeonisten, Gitarristen, Songwriter, Balladensänger, Soloinstrumentalisten mit Tuba, Fagott, Klarinette, Viola d’Amore, Hardingfele, Percussion oder ihre jeweiligen weiblichen Pendants, ein Streichquartett oder Musik gespielt auf gefundenen Instrumenten. Mit nur fünfzig Stühlen und einer außergewöhnlichen Raumakustik ist diese Serie ein absolutes Muss. Die 2020er-Corona-Ausgabe gibt es auf Youtube, aufgenommen an anderen Orten, unter anderem im Garten der offiziellen Vertretung der englischen Krone. Info und Links über
www.capestmarys.ca
www.newfoundlandlabrador.com/top-destinations/cape-st-marys


Banner Rudolstadt 2021
RUDOLSTADT UND SO … (30.06.2021)
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Kommendes Wochenende wäre Deutschlands Folk-, Akustik- und Weltmusikszene wieder nach Thüringen zum Rudolstadt-Festival gepilgert. Auch wir von der Folker-Redaktion hätten uns wie jedes Jahr ins Getümmel gestürzt, um an vier Tagen in ausgelassener Stimmung Musik von hier und überall zu erleben. Leider wird dies nach der Pause schon im letzten Jahr auch 2021 nicht so sein. Und doch gibt es eine kleine Entschädigung, denn nicht nur wartet die Stadt den Sommer über mit einem umfangreichen Programm aus Theater, Film, Lesungen und Musik auf, am ersten Juli-Wochenende findet sogar eine kleine Konzertreihe statt, die vielleicht ein wenig das Flair des Festivals einzufangen vermag. Zwischen dem 1. und 4. Juli treten im Rahmen des Rudolstädter Sommers folgende Künstlerinnen und Künstler auf: Dota, das Pulsar Trio, Wenzel & Band, Folkländer, Anna Mateur, Tim Liebert, Johnny & The Yooahoos, Karl die Große sowie Zärtlichkeiten mit Freunden. Am 14. Juli folgt dann noch ein kleiner Nachschlag mit der Helene Blum & Harald Haugaard Band. Alles open air und bei Regen mit Schirm. Leider ist das Ticketkontingent coronabedingt sehr begrenzt (www.ticketshop-thueringen.de/rudolstaedter-sommer/?p=1). Für alle, die stattdessen ein wenig Rudolstadt-Flair zu sich nach Hause holen möchten, hat der fränkische CPL-Musicshop eine „Ersatzaktion“ aufgelegt. Um den Ausfall der großen Festivals wie in Rudolstadt oder auch des Nürnberger Bardentreffens ein wenig zu kompensieren, bietet der Onlineshop sein üblicherweise vor Ort präsentiertes CD-Angebot der Label CPL-Music, Nordic Notes und Beste Unterhaltung! unter dem Stichwort „Festival Galore“ noch bis einschließlich 4. Juli zu reduzierten Preisen an. Das umfangreiche Angebot an Musik unter anderem aus Nord- und Osteuropa sowie den baltischen Ländern mit zahlreichen Acts, die bereits in Rudolstadt und Nürnberg zu erleben waren, findet sich unter folgendem Link: https://cpl-musicshop.de/sale/festival-galore. Es gilt, solange der Vorrat reicht.

Anzeige Förderpreis Hanns-Seidel-Stiftung
LIEDERMACHER-FÖRDERPREIS (27.06.2021)
Anzeige Förderpreis Hanns-Seidel-Stiftung

Na, wenn das nicht mal eine Förderung mit „Wumms“ ist! Obwohl das Copyright darauf eine andere Partei … – aber lassen wir das. Die der CSU nahestehende Hanns-Seidl-Stifung schreibt einen mit stattlichen 15.000 Euro dotierten Förderpreis 2021/22 für junge Liedermacherinnen und -macher aus. Also flugs bewerben! Einsendeschluss ist der 15. August 2021. Die Gewinner:innen treten vom 30. Juni bis 2. Juli 2022 bei drei Konzerten vor geschätzten 8.000 Festivalbesuchern auf. Das Preisgeld werden sich die drei Solist:innen oder Gruppen teilen. Kloster Banz im oberfränkischen Bad Staffelstein – heute Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung – ist seit 1987 Kulisse renommierter Liedermacherfestivals, bis 2016 der Songs an einem Sommerabend, seitdem der Lieder auf Banz. Das Kloster im Rücken, die mit Musikfans vollbesetzte Klosterwiese vor Augen, so startete schon manche Musikerkarriere wie etwa die von Bodo Wartke, Viva Voce, Sarah Straub, Roger Stein oder vielen anderen als Preisträger der Hanns-Seidel-Stiftung. Eine unabhängige Fachjury wählt aus den diesjährigen Einsendungen wieder die Kandidat:innen aus, die vorrangig deutschsprachige Texte präsentieren und nicht älter als vierzig Jahre sein sollten. Die genauen Ausschreibungsbedingungen finden sich im Netz unter
www.hss.de/liederaufbanz.de


Logo Rumi Sounds
NEUES LABEL (24.06.2021)
Logo Rumi Sounds

Der Musiker und Autor Erbatur Çavuşoğlu, der in Berlin-Kreuzberg den Plattenladen Lefter Records betreibt, hat unter dessen Dach gemeinsam mit Julia Strutz ein neues unabhängiges Label gegründet. Benannt nach dem berühmten mittelalterlichen Dichter und Sufimystiker Rumi, dessen Wirkung vom Balkan bis nach Bengalen reicht, will Rumi Sounds viele verschiedene Genres zur Geltung kommen lassen – „auf den Spuren von Rhythmen und Melodien, die Grenzen überschreiten, sich formen, anpassen und einer Kategorisierung verweigern“. Die Besonderheit dabei: Alle Veröffentlichungen erscheinen ausschließlich auf Vinyl. Die ersten drei Produktionen sind bereits erhältlich, darunter mit Sefardim von Janet & Jak Esim und Ensemble die Wiederveröffentlichung eines Albums, das bereits 1992 auf dem deutschem Weltmusiklabel Feuer & Eis des 2015 verstorbenen Musikjournalisten (und Folker-Autors) Birger Gesthuisen auf CD erschien. Die Kompilation gewann 1992 den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Weitere Veröffentlichungen sind bereits in Planung.
www.rumisounds.berlin
Banner Wiener Chorofestival
ERSTES CHOROFESTIVAL IN WIEN (21.06.2021)
Banner Wiener Chorofestival

Die Inzidenzen sinken, die Konzertzahlen steigen, teilweise gehen ganze Festivals an den Start. So auch in Wien wo vom 25. bis 27. Juni das erste Chorofestival auf österreichischem Boden stattfindet. Eigentlich war es für 2020 geplant – das Jahr, in dem mit gewisser Berechtigung Choro seine 150-jährige Existenz feiern konnte. In der alpenrepublikanischen Hauptstadt stehen nun unter anderem vier Shows, diverse Workshops, Vorträge, Rodas de Choro (Sessions), eine Kunstausstellung und eine Dokumentarfilmvorführung auf dem Programm. Es spielen unter anderem das Wiener Choro Ensemble, das Duo Samambaia, das Antônio de Pádua 5tet sowie Michi Ruzitschka feat. Thamires Tannous. Erst Ende Mai hatte es ein Chorofestival in Lille in Frankreich gegeben und Ende April das dritte Festival der Casa do Choro, allerdings online.
www.facebook.com/WienerChoroKlub


Günter Gall; Foto: Wolfgang Behnke
…UND REISEN QUER DURCH DIE ZEIT (18.06.2021)
Günter Gall; Foto: Wolfgang Behnke

Was könnte als Titel eines Jubiläumsalbums besser passen als dieses Zitat aus einem Gedicht des deutschen Dichters Erich Kästner? Fünfzig Jahre ist Günter Gall, der Barde vom Niederrhein mit Wohnsitz in Osnabrück, „unterwegs“, seit er 1971 in der Krefelder Fußgängerzone zunächst Rauf- und Sauflieder der Dubliners sang, sich dann den plattdeutschen Liedern des Niederrheins zuwandte und schließlich verschiedene Literatur- und Musikprogramme zusammenstellte, für die er Lyrik von Kästner, Ringelnatz, Bellmann, Kaléko, Remarque und anderen einfühlsam vertonte. Nach fünf LPs und über zehn CDs nimmt er nun sein Jubiläumsalbum auf, auf dem er Lieder aus den verschiedenen Phasen seiner Karriere neu einspielt. Aufmerken lässt die Liste der beteiligten Musiker. Mit Volker Leiß (Flöten, Gesang) und Wolfgang Meyering (Mandoline, Gesang) sind zwei alte musikalische Weggefährten aus Düwelskermes-Zeiten dabei, hinzu gesellen sich Galls Begleitmusiker, der klassische Gitarrist Konstantin Vassiliev, und eine Reihe weiterer Gäste. Das Album wird ab Herbst/Winter 2021 für 12 Euro erhältlich sein, weitere CDs aus seinem Backkatalog für jeweils 10 Euro. Von jedem verkauften Exemplar geht 1 Euro ab für das Hospiz in Osnabrück. Vorbestellungen nimmt Günter Gall gern entgegen, Kontakt über guenter.gall@osnanet.de.
www.guenter-gall.de
Cuppatea; Foto: Promo
VIDEOSERIE ONLINE (14.06.2021)
Cuppatea; Foto: Promo

Der Wirtschaftswissenschaftler und Autor Steffen Lehndorf startet unter dem Titel Rise Up Singin' gemeinsam mit dem Songwriterduo Cuppatea (Sigrun Knoche und Joachim Hetscher) eine musikalisch-politische Videoserie über den sogenannten New Deal in den USA der 1930er-Jahre und zu den Songs dieser Ära. Das Projekt startete am 7. Juni 2021 auf dem Youtube-Kanal der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW. In der Videoserie zieht Lehndorff Verbindungslinien von der New-Deal-Politik der Roosevelt-Regierung in den Dreißigern zu den heutigen Herausforderungen, Konflikten und Bewegungen. Cuppatea beschäftigen sich – neben eigenen Liedern zu aktuellen Themen – schon lange mit den Songs dieser Zeit sowie der Americana-Musik. Sie spielen in den Videos Songs aus Musical, Folk, Blues und Oper und lassen damit den Geist dieser Zeit wiederaufleben. Das Projekt wurde von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Die Videos werden online verfügbar bleiben unter www.youtube.com/user/RosaLuxNRW. Das Programm kann auch für Liveaufführungen gebucht werden: booking@cuppatea.de.



Banner Glatt & Verkehrt
GLATT & VERKEHRT JUBILIERT (11.06.2021)
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Zum 25. Mal gehen die Österreicher mit diesem renommierten Musikfestival an den Start, das seit 1997 bereits rund 600 Konzerte an den unterschiedlichsten Orten in Krems und Umgebung veranstaltet hat. Vom 9. bis 25. Juli gibt es zwei Wochen lang ein ebenso üppiges wie ambitioniertes Programm mit 17 Veranstaltungen im Schloss zu Spitz, bei den Winzern Krems und – in diesem Jahr erstmals! – im idyllischem Hof und Garten der Pfarrkirche Mautern. Die Vielfalt an aufregenden Konzertprogrammen mit zahlreichen Uraufführungen, Auftragswerken und Österreich-Debüts reicht dabei von purer traditioneller Musik bis zu zeitgenössischen und von Jazz beeinflussten Projekten. Ein geografischer Fokus ist 2021 dem Nachbarland Italien gewidmet.
Alle Details zum Programm sind online verfügbar unter www.glattundverkehrt.at. Der Folker gratuliert zum Jubiläum!

Banner 34. IKF 2022
BEWERBUNG FÜR DIE KULTURBÖRSE 2022 (08.06.2021)
Banner 34. IKF 2022

Nachdem die 33. Internationale Kulturbörse Freiburg (IKF) in diesem Jahr erstmals nicht live vor Ort, sondern als „IKF.digital“ stattgefunden hat, sind die Veranstalter:innen zuversichtlich, die nächste Ausgabe vom 23.-26.1.2022 wieder live auf der Messe Freiburg ausrichten zu können. Bereits seit 12. Mai können dazu in den Bereichen Darstellende Kunst und Musik Bewerbungen für einen Kurzauftritt eingereicht werden. Dies ist nach wie vor bis 9. Juli möglich, für den Bereich Straßentheater ist Bewerbungsschluss am 15. September. Hier geht es direkt zum Bewerbungsflyer: www.kulturboerse-freiburg.de/fileadmin/content/IKF-Relaunch/Dokumente/Aussteller/34_IKF_2022_Flyer_DE.pdf. Wir drücken die Daumen!



Der Podcast 'Ostfolk im Gespräch'
OSTFOLK IM NETZ (31.05.2021)
Der Podcast 'Ostfolk im Gespräch'

Pünktlich zum 35. Leipziger Tanzhausfest im Mai ging die völlig neu überarbeitete Website www.ostfolk.de an den Start. Das zuvor als www.folkszene-ddr.de bekannte Portal ist vor allem das Verdienst von Wolfgang Leyn, Autor des Buches Volkes Lied und Vater Staat, sowie junger Leute wie Peggy Luck. So ist auch einiges aus dem Buch nun online zu finden, darunter das Lexikon „DDR-Folkszene von A bis Z“, die Bandbiografien und die Chronik der Ereignisse. Aber die neue Seite geht noch weiter, indem sie folkfreundliche Spielorte, aktuelle Bands und Tonträger vorstellt sowie Tipps zu Ausstellungen, Buchpremieren und Folkveranstaltungen gibt, sofern sie denn bald stattfinden dürfen. Ostfolk ist auch im Gespräch mit Zeitzeugen oder hält zahlreiche Links bereit. Es zeigt sich, dass Ostdeutschland auf eine reiche Folktradition zurückblicken kann, aus der sich eine lebendige Szene der Gegenwart entwickelt hat. Und: Das alles ist auf Ostfolk.de wohltuend übersichtlich und verständlich dargestellt.

Reinhard „Pfeffi“ Ständer
www.ostfolk.de
Logo PdSK
PDSK IM ZWEITEN QUARTAL (26.05.2021)
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Einmal pro Quartal veröffentlicht der Preis der deutschen Schallplattenkritik seine Vierteljahresbestenliste. Nun ist die zweite im Jahr 2021 erschienen. Wie immer sind auch einige interessante Neuveröffentlichungen aus dem Folker-Themenspektrum enthalten. Im Bereich „Grenzgänge“ gefiel der Jury das Werk Identigration des Bridges-Kammerorchesters, auf dem 28 Instrumentalisten aus unterschiedlichsten Kulturen mitwirken. „Ein Glücksfall fürs Publikum, dass sich die oft migrantischen Wege kreuzten,“ so die Jury. „Auf den Instrumenten der jeweiligen Heimat gespielt, fließen Volksmusiken, Funk und Frankfurter Keller-Jazz, sprechende Flötenchöre und barocke ‚Folia‘ zusammen und bilden einen Strom, der mitreißt und auffrischt.“
Weltmusikalisch erfreute die Juroren das neue Album von Urban Village, Udondolo, das stilistisch aus dem Vollen schöpfe, „mit souligen Chor- und Bläsersätzen, Indie-Songwriting oder südafrikanischem Maskandi, abwechselnd stimmungsvoll-ruhig, witzig, mitreißend.“
Traditionelle Ethnische Musik liefert die Anthologie Excavated Shellac, die mit einer Sammlung rarer Tondokumente in hundert Tracks um die Welt reist „Diese Box trägt das analoge musikalische Vermächtnis der Menschheit ins digitale Zeitalter“, befindet die Jury, „und erzählt zugleich, dank des beispiellos opulenten Beibuches, die wechselvolle Geschichte eines spannenden Kapitels der Plattenindustrie.“
Ebenfalls über eine Auszeichnung freuen darf sich Magdalena Ganter für ihr Album Neo Noir. „Dieses rundum gelungene Solo-Debüt … ist eine Reise durch sehr persönliche, nie alles preisgebende Geschichten von einer uns alle betreffenden Allgemeingültigkeit – musikalisch wunderbar ausbalanciert zwischen Klavierballade, Varietémusik im Stil der 1920er-Jahre, Jazzfeeling und dichten Streicher-Arrangements. Dazu Ganters ausdrucksstarke Stimme, tiefsinnig, mit einer feinen Portion Situationskomik.“ Im Bereich Folk und Singer/Songwriter fiel den Juroren das russische Folkrockduo Staritsa auf, das auf seinem Debüt Klyukva zwölf Songs präsentiert und „mit selbstbewusstem Gestaltungswillen aufhorchen [lässt]. Jedes dieser Lieder ist anders instrumentiert, anders im Charakter, anders im Sound. Doch strömt aus jeder Note eine tiefe Liebe zu den traditionellen Themen, Melodien, Harmonien und Rhythmen der russischen Volksmusik. Auch die Stimme Natalia Soldatkinas, die Staritsa gemeinsam mit Oleg Soldaitkin erst vor zwei Jahren gründete, klingt, als sei sie immer schon da gewesen.“
Zu guter Letzt darf sich der Blueser Jimmy Reiter über eine Auszeichnung freuen, dessen neues Werk Live aus Konzertmitschnitten besteht. „Mit dem Standbein,“ so die Jury, „steht er in der Tradition … Mit dem Spielbein aber schafft er diese unverwechselbare Reiter-Mischung aus modernem elektrischen Blues, R&B, Rhythm & Soul. Live ist, um es mit einem neudeutschen 4-Letterword zu sagen, einfach: GEIL.“
www.schallplattenkritik.de


Bob Dylan; Foto: Alberto Cabello <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/legalcode.“>CC BY-SA 2.0 de</a>
DYLAN ZUM ACHTIZGSTEN (23.05.2021)
Bob Dylan; Foto: Alberto Cabello CC BY-SA 2.0 de

Er ist einer der einflussreichsten Künstler unserer Zeit: Bob Dylan. Am Montag, dem 24. Mai, wird der Singer/Songwriter achtzig Jahre alt. In seiner gut sechzigjährigen Karriere hat er immer wieder Erwartungshaltungen unterlaufen und seine Unabhängigkeit als Künstler konsequent verteidigt. Dabei verprellte er schon einmal Fans und Weggefährten, erfand sich ein ums andere Mal neu und veränderte die amerikanische Populärmusik mit vielen musikhistorisch wichtigen Beiträgen nachhaltig. Sein Stern geht 1963 an der Seite von Joan Baez beim Newport Folk Festival auf. Mit Songs wie „Blowin’ In The Wind“ und „The Times They Are A-Changin’“ wird er wider Willen zur Leitfigur der Protestgeneration. Er entzieht sich, in dem er 1965 zum Folkrock wechselt. Songs wie „Maggie’s Farm“ oder „Subterranean Homesick Blues“ bleiben aber Seismografen der gesellschaftlichen Verhältnisse. Später zieht er sich ins Familienleben zurück und spielt Countrymusik. In den Siebzigerjahren feiert er ein Comeback, singt mit „George Jackson“ und „Hurricane“ wieder Protestsongs, ehe er sich 1979 bis 1981 einer evangelikalen Kirche anschließt und christliche Themen seine Musik dominieren. Doch Dylan befreit sich wieder und findet zu weltlichen Sujets zurück. Künstlerisch macht er bis Ende der Neunziger eine schwere Zeit durch, ehe er mit Alben wie Time Out Of Mind und Modern Times erneut ein großes Comeback feiert. In den Nullerjahren veröffentlicht er seine Autobiografie, betätigt er sich als Radiomoderator, Schauspieler und Maler und erhält 2016 für seine Songpoesie den Literaturnobelpreis. Seine seit 1988 ununterbrochene Konzerttätigkeit wird erst 2020 durch die Pandemie gestoppt. Im selben Jahr veröffentlichte er das hochgelobte Album Rough And Rowdy Ways. Seine Kreativität ist auch mit achtzig Jahren ungebrochen: Happy Birthday, Mr. Bob Dylan!
Thomas Waldherr
www.bobdylan.com
Logo International Low Vision Song Contest
LOW VISION SONG CONTEST (19.05.2021)
Logo International Low Vision Song Contest

Eine tolle, unterstützenswerte Idee. Ein Song Contest, bei dem es wirklich um die Songs geht. Am Freitag, dem 21. Mai, präsentieren blinde und sehbehinderte Menschen aus siebzehn Ländern ihre Songs beim ersten International Low Vision Song Contest (ILSC). Bei der Onlineveranstaltung sind die unterschiedlichsten Stilrichtungen vertreten – vom polnischen Akustiksong und dem eindringlichen Sprechgesang einer Britin über belgischen Hip-Hop bis zu Folkpop aus Bulgarien und Zypern. Dabei steht die optische Präsentation im Hintergrund, die eigentlichen Stars sind die Songs. Der Wettbewerb wird vom Jugendclub des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) gemeinsam mit VIEWS International organisiert. Deutschland wird von Benjamin Michael vertreten. Der Berliner Musiker setzte sich im deutschen Vorentscheid mit dem Flamingo-Jazz-Stück „The Things (Don’t You Worry)“ über den Umgang mit Trauer gegen vierzehn weitere Beiträge durch. „Low Vision“ steht international für „Sehbehinderung“. Voraussetzung für die Teilnahme am Wettbewerb ist, dass Text oder Musik des Liedes von einer Person mit Seheinschränkung geschrieben wurde. Auch zu den Interpretinnen und Interpreten eines Songs muss immer mindestens ein blinder oder sehbehinderter Mensch gehören. Die Show wird auf Youtube gestreamt, der beste Song per Onlinevoting ermittelt. Live dabei sein wird die sehbehinderte nordirische Sängerin Andrea Begley, Gewinnerin von The Voice UK 2013. Startenor Andrea Bocelli hat eine Videobotschaft mit Gesang angekündigt. Livestream am Freitag, dem 21. Mai 2021, ab 19 Uhr unter www.dbsv.org/ilsc. Radioübertragung unter www.ohrfunk.de (mit Simultanübersetzung), www.ohrsicht-radio.de und www.hamburger-lokalradio.net.



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WALDECKER LIEDERSOMMER (18.05.2021)
Banner Waldecker Liedersommer

Jedes Jahr zur Pfingsten heißt es auf Burg Waldeck im Hunsrück eigentlich immer „Herzlich willkommen zum Liederfest“. Da dieses in diesem Jahr aufgrund der Coronasituation leider zum zweiten Mal in Folge ausfällt, haben sich die Veranstalter etwas anderes einfallen lassen. Der „Waldeck Liedersommer“ ist eine neue Open-Air-Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck, bei der an drei Samstagabenden in den Sommermonaten ein vielfältiges analoges Liveprogramm geboten wird. Der musikalische Bogen führt dabei von Comedian-Songwriting, Klavierkabarett und politischem Lied über Chanson zu Pop und Folk bis hin zu mitreißenden Rhythmen osteuropäischer und lateinamerikanischer Musik. So sind am 26. Juni Lukas Linder, Bätz und das Absinto Orkestra zu Gast. Am 17. Juli geben sich Tanja Silcher, Simon & Jan und Les Bummms Boys die Ehre. Und am 7. August schließen Luna and the Fathers, Lilla Blue sowie die Monsters of Liedermaching (im Duo) den Reigen. Alle Infos unter
www.burg-waldeck.de/veranstaltungen/waldecker-liedersommer
Grafik Tønder 2022
TØNDER ABGESAGT – NAHEZU (15.05.2021)
Grafik Tønder 2022

Nein, es gibt keinen Grund zur Freude. Auch im zweiten Coronajahr ist keine Entspannung der Lage in Sicht, die es erlauben würde, zuverlässig eine Großveranstaltung wie das beliebte Musikevent im Süden Dänemarks zu planen. Das Tønder-Festival aufgeteilt in Zuschauergruppen konnten und wollten sich die Verantwortlichen unter keinen Umständen vorstellen, sagt Maria Theessink, musikalischen Leiterin und Pressesprecherin, und erläutert: „Wir haben berechnet, welche Kompromisse es kosten würde, wenn wir unsere Gäste auf dem Festivalplatz verteilen müssten, und kamen zu dem Schluss, dass wir das weder können noch möchten. Wir wünschen in Tønder keine halben Sachen. Das Gesamterlebnis würde gestört. Daher haben wir schweren Herzens das Festival abgesagt.“ Dass dennoch getreu des Festvialmottos „The Circle Unbroken“ bleibt, dafür sorgt der Plan B. Vom 17. Bis 29. August sind eine Reihe musikalischer Erlebnisse in der Schweizerhalle in Tønder angesagt. Theesink: „Das bedeutet, dass wir anstatt des Festivals, das wir kennen, eine Perlenkette von Konzerten, Workshops und anderen Aktivitäten anbieten, die die Musik, Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl des Festivals in die Schweizerhalle bringen.“
www.tf.dk


Woody Guthrie Prize für Bruce Springsteen
WOODY-GUTHRIE-PREIS FÜR DEN BOSS (12.05.2021)
Woody Guthrie Prize für Bruce Springsteen

Wer hätte diesen Preis eher verdient als der „Boss“? Schon alleine für den wunderbaren Moment, als Bruce Springsteen im Januar 2009 zusammen mit Pete Seeger (und dessen Enkel Tao Rodríguez-Seeger) zur Inauguration des frisch vereidigten damaligen neuen US-Präsidenten Barack Obama „This Land Is Your Land“ sang. Nun erhält Springsteen den Woody-Guthrie-Preis 2021, der jährlich an einen Künstler verliehen wird, der Guthries Geist und Werk am besten verkörpert, indem er sich durch Musik, Film, Literatur, Tanz oder andere Kunstformen für die weniger Glücklichen einsetzt und als positive Kraft für den sozialen Wandel in Amerika wirkt. Die Verleihung findet am 13. Mai in einer virtuellen Veranstaltung nur für Mitglieder des Woody Guthrie Centers statt. „Mit über zwanzig Studioalben“, heißt es in der Begründung, „hat Springsteen seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, genutzt, um Songs zu schreiben, die sich mit Menschen verbinden, die schwere Zeiten durchlebt und gute Zeiten gefeiert haben. Oft unterstützt von der E Street Band, bietet Springsteens Musik einen Soundtrack der Widerstandsfähigkeit, der Stärke, des Herzens und der Freude, trotz oder gerade wegen der Schwierigkeiten, die uns in den Weg gelegt werden. Ausgehend von seinen Erfahrungen, die er beim Aufwachsen in New Jersey gemacht hat, haben Springsteens Songs eine universelle Verbindung zu seinen Fans auf der ganzen Welt hergestellt.“ Der Folker gratuliert.
www.woodyguthriecenter.org
Cover BOB DYLAN & BLACK AMERICA
NEUES VON DEN FOLKER-MENSCHEN (11.05.2021)
Cover BOB DYLAN & BLACK AMERICA

Musikjournalist und Folker-Autor Thomas Waldherr ist nicht nur Americana-Experte und -Konzertveranstalter, er ist darüber hinaus auch ein profunder Kenner Bob Dylans. Aus Anlass des 80. Geburtstags der Songwriter-Ikone veröffentlicht Waldherr nun ein Buch über die vielfältigen Verflechtungen des Meisters mit der afroamerikanischen Gemeinschaft und ihrer Kultur. Auf 96 Seiten untersucht der hessische Musikjournalist die enge und vielfältige Wechselwirkung zu Dylans Werk. Waldherr hat sein Buch Bob Dylan & Black America ein „popkulturelles Essay“ genannt, da es ihm weniger um Grundlagenforschung geht als darum, Zusammenhänge aufzuzeigen und Fragestellungen herauszuarbeiten. „Ich möchte Denkanstöße geben, zum Nachdenken und Diskurs anregen, das ist mir wichtiger als große Apparate und lange Fußnoten“, erklärt der Autor sein Vorgehen. „Die schwarze Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou hat Bob Dylan als ‚großen afroamerikanischen Künstler‘ bezeichnet. Und als ‚großen jüdisch-amerikanischen Künstler‘, als ‚großen muslimisch-amerikanischen Künstler‘, als ‚großen asiatisch-amerikanischen Künstler‘ und als ‚großen Spanisch sprechenden Künstler‘ und hat es damit treffend formuliert: Bob Dylan ist ein großer amerikanischer Künstler, weil er in seinem Werk das gespaltene Amerika in seiner Vielfältigkeit vereinigt. Es ist mir wichtig, diese Leistung Dylans anlässlich seines 80. Geburtstages zu würdigen. Darum dieses Buch.“

Thomas Waldherr, Bob Dylan & Black America, Tredition-Verlag Hamburg, ISBN 978-3-347-25833-4. Bezugsquelle:
www.tredition.de