Folker-Logo Probeabo & Abo     Mediadaten/Anzeigen

Suche
    Intern     Über uns

Kontakt/Impressum

       
 

Aktuelle Meldungen

Folker-Szenemeldungen als RSS-Feed abonnieren RSS-Feed






Bbop
NEUE PLATTFORM (10.10.2017)
Bbop

Bbop.eu ist ein neuer digitaler Marktplatz, auf dem gebrauchte und neue Instrumente und Accessoires gebührenfrei ge- und verkauft werden können. Das Unternehmen wurde von Musikern gegründet, um in Europa den Kauf und Verkauf von Musikinstrumenten zu vereinfachen. Darüber hinaus kann der Nutzer auf der Website ein persönliches Profil anlegen und diesem Songs, Videos oder Fotos hinzufügen, um sich und seine Musik zu präsentieren. Jeder Stil ist willkommen. Interessierte können den verschiedenen Diskussionsgruppen beitreten oder neue gründen, um sich zum Beispiel über Konzertlocations, Tipps zum Instrumentenkauf und neue Projekte auszutauschen oder Bandmitglieder anzuwerben. www.bbop.eu
Chor und Band der Musikschule con moto von Joachim Muschol beim Abschlusskonzert; Foto: Martin Behrsing
MUSIK FÜR DEN FRIEDEN, DIE DRITTE (07.10.2017)
Chor und Band der Musikschule con moto von Joachim Muschol beim Abschlusskonzert; Foto: Martin Behrsing

Die Zeiten sind leider so, dass diese Welt weit, weit weg ist von einem friedlichen Zustand. Wir Europäer mögen zwar ein relativ ruhiges Leben genießen, aber auch hier hinterlassen die weltweiten Konflikte ihre blutigen Spuren, und unsere Regierungen und Waffenproduzenten sind überall dabei. Zeit also auch für die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, ihren dritten Friedenssongwettbewerb vorzubereiten. Schirmherr ist erneut Konstantin Wecker. Mittlerweile können stattliche Preisgelder von insgesamt 5.750 Euro vergeben werden. Gewiss, es ist noch etwas hin bis zum Einsendezeitraum vom 1.1. bis 31.3.2018, aber Kreativität hält sich bekanntlich nicht an Termine. Und für Inspiration sorgt die Wettbewerbswebsite, über die auch die beiden bislang erschienen Alben geordert werden können, mit deren Verkauf unter anderem der Friedenssongwettbewerb finanziert wird. www.friedensmusik.de


Tony Ireland; Foto: Udo Bernstein
IRELAND SPIELT WIEDER IN GERMANY (04.10.2017)
Tony Ireland; Foto: Udo Bernstein

Wem sagen Gruppen wie Finn MacCuill oder die Wasteband noch was? Der oder die outen sich damit zum einen als Kenner der Szene, aber auch als Angehörige bestimmter Jahrgänge, denn diese beiden Bands wirkten Mitte der Siebziger beziehungsweise Anfang der Achtziger. Die Verbindung zwischen beiden Bands war ein gewisser Tony Ireland, der, seinem Namen überhaupt nicht entsprechend, aus Schottland kommt. Nach der Wasteband machte Ireland noch etliche Jahre alleine weiter, bevor er sich ab 2001 auf die Vermittlung der englischen Sprache ohne Musik konzentrierte. Immer aber war sein Wirkungsgebiet Deutschland. Was heißt „war“? Deutschland (beziehungsweise Rostock) ist auch heute noch seine Basis, und jetzt will es Tony Ireland (Gesang, Gitarre, Banjo, Dulcimer, Keyboard) noch einmal wissen. Website, Auftritte und ein neues Album, alles in Arbeit. Und wer Mister Ireland kennt, der weiß, dass das alles mehr oder weniger generalstabsmäßig verlaufen wird – immer entsprechend dem alten Motto „Folkmusik ist nicht zuletzt auch Entertainment.“ www.tony-ireland.com
Symposium des Steirischen Volksliedwerks zu Volksmusik und Nationalismus
HÖCHST RELEVANTES SYMPOSIUM IN GRAZ (01.10.2017)
Symposium des Steirischen Volksliedwerks zu Volksmusik und Nationalismus

Das Steirische Volksliedwerk kommt manchmal ein wenig altbacken und tümlich daher, ein Eindruck, der genauerer Prüfung nicht standhält. Die Organisation bemüht sich sehr wohl um das richtige Verhältnis zwischen Pflege und Auseinandersetzung in Sachen Volksmusik. Nachdem man 2015 ein Symposium zur Rolle alpiner Musiktraditionen in einer globalisierten Welt veranstaltet hatte, folgt vom 8. bis 10.11.2017 in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz eines unter der Überschrift „Volksmusik und (Neo-)Nationalismus“. Eingeladen sind Experten und -innen aus Österreich, Slowenien, der Schweiz, Italien und Deutschland, unter anderem Dr. Michael Fischer vom Zentrum für Populäre Kultur und Musik in Freiburg, wo das Deutsche Volksliedarchiv heutzutage untergebracht ist. Dieses Thema ist sozusagen ein aktueller Dauerbrenner angesichts starker nationalistischer politischer Tendenzen in fast allen europäischen Ländern. Auch wenn der gemeine Neonazi heutzutage eher faschistischen Rock als Volkslieder hört, muss sich die Volksmusik damit auseinandersetzen, dass sie allzu häufig in die nationale Ecke gesteckt wird. Muss das zwangsweise so sein oder was kann man dagegen unternehmen? Infos über www.steirisches-Volksliedwerk.at.


Anne Pe; Foto: Markus Dietze
MUSIK IM BUCHKASTL (28.09.2017)
Anne Pe; Foto: Markus Dietze

Das ist ja mal eine nette Idee: Musik im Buchladen. Irimbert Kastl schrieb uns: „Wir haben eine Buchhandlung in Lörrach, dort viel Platz, aber leider nicht immer einen vollen Buchladen. Dadurch bin ich auf die Idee von Konzerten an Samstagvormittagen gekommen, die (mit Pausen) von 11 bis circa 14 Uhr in unserem Laden stattfinden sollen. Natürlich kann ich nicht viel bezahlen, meine Mittel sind sehr begrenzt. Gibt es denn Künstler, die trotzdem gerne so eine Auftrittsmöglichkeit wahrnehmen würden?“ Na, zumindest eine Singer/Songwriterin hat sich gefunden, auch wenn Anne Pe am 2.12.2017 nicht vormittags auftreten wird, sondern um 20 Uhr. Weitere Nachfragen sind erwünscht, telefonisch unter 07621-5770440 oder per E-Mail an kastl@buchkastl.de. www.buchkastl.de
Malediva – Völlig losgelöst; Foto: Robert Recker
MALEDIVA SIND ZURÜCK (25.09.2017)
Malediva – Völlig losgelöst; Foto: Robert Recker

Einst witzelte die Popette Betancor: „Wer bleibt, versaut sich das Comeback.“ Diesen Fehler hat Malediva nicht gemacht. Verkündete vor drei Jahren das Kabarett-Chanson-Duo das Aus, so konnten Lo Malinke und Tetta Müller jetzt mit ihrem Comeback überraschen, im Juni in der Bar jeder Vernunft in Berlin, beim Fest zum 25. Geburtstag des legendären Kleinkunstzeltes und zum 15. Geburtstag seines Schwesterzeltes Tipi. Wurde das Ende 2014 noch mit einer Depressionserkrankung von Tetta Müller begründet (siehe Szene in Folker 5/2014), ließen beide jetzt auf der Bühne wie nebenbei den Satz fallen: „Die Drogen sind Geschichte.“ Sie sagten ihn so, dass das Publikum, wie bei vielen Anspielungen in ihren Programmen, selbst entscheiden musste, ob es sich dabei nun um einen realitätsfernen oder doch einen realitätsnäheren Gag handelte. In jedem Fall darf man sich auf die neue abendfüllende Malediva-Show „Völlig losgelöst“ freuen, die am 31.10. im Tipi Premiere haben wird. Dann soll auch der dritte Mann des Duos wieder dabei sein, Florian Ludewig am Klavier, der sich aus Termingründen jetzt noch von Volker Sondershausen vertreten ließ. www.tipi-am-kanzleramt.de


CITES Palisander
PALISANDER POLARISIERT (22.09.2017)
CITES Palisander

Der seit Jahresbeginn bestehende Artenschutz für Palisander und einige andere Hölzer hat sich in der Musikindustrie unterschiedlich ausgewirkt. Während der Versandriese Thomann konstatiert, die „gesetzeskonforme Umsetzung der neuen Anforderungen sei durchaus mit hohem Aufwand verbunden gewesen“, aber grundsätzlich machbar, stöhnen kleine Hersteller. Entnervt ist beispielsweise der Celtic-Star-Inhaber Jens-Peter Loof. Der Bouzoukiproduzent hatte vor einigen Wochen auf seiner Website die Möglichkeit aufgeworfen, wegen der verschärften Bedingungen nach vierzehn Jahren zu schließen, woraufhin er immerhin Hunderte von Solidaritätsbekundungen erhielt. Loof ist durchaus für Artenschutz. Er geht aber davon aus, dass die Umsetzung der Regelungen vielfach alles andere als glatt läuft. So manche Holzlieferanten, beispielsweise in China, hätten vom einschlägigen Artenschutzabkommen CITES nie etwas gehört, und Zollbeamte seien kaum in der Lage, Palisander von eingefärbtem Ahorn zu unterscheiden. Thomann gibt sich nach Gesprächen mit Herstellern und Umstellung der Software entspannter, hat aber auch eine viel größere Marktmacht. Palisander sowie Arten von Bubinga und Kosso stehen jetzt im Anhang 2 von CITES, was erhebliche Handelsbeschränkungen und bürokratische Auflagen bedeutet. Hersteller von Instrumenten dürfen Restbestände dieser Hölzer noch aufbrauchen, müssen aber belegen können, dass das Material vor Inkrafttreten der Regelung erworben wurde. Musikalienhändler haben genau über den verbauten Anteil geschützter Holzer an ihren Instrumenten Buch zu führen und Käufern entsprechend qualifizierte Rechnungen auszustellen. Besitzer von Instrumenten mit Anhang-2-Hölzern sollten beispielsweise im Falle des Weiterverkaufs belegen können, dass ihre Instrumente unbedenklich sind, etwa weil sie vor 2017 erworben wurden. Rio-Palisander ist übrigens seit 1992 in Anhang 1 von CITES gelistet und unterliegt somit einem kompletten Nutzungsverbot. https://tinyurl.com/ybxef6uj
Cajun Roosters; Foto: Carsten Kattau
CAJUN, BLUES & ZYDECO UNTERWEGS (19.09.2017)
Cajun Roosters; Foto: Carsten Kattau

Vom 25. Oktober bis zum 12. November ist das American Cajun, Blues & Zydeco Festival unter anderem in Buchholz, Mainz, Berlin, Ravensburg und München auf Tour, mit der Papa Mali Blues Connection aus New Orleans, Yvette Landry & Friends aus Lafayette, Louisiana, und den europäischen Cajun Roosters als Gastgeber. Seit 2001 am Start, zählt die Veranstaltung für die Fans zu einem wichtigen Ereignis des Cajun- und Zydecojahres. Die Besucher nehmen zum Teil eine weite Anreise in Kauf, und manche folgen den Künstlerinnen und Künstlern quer durch die Lande. Cajun & Zydeco ist eine Mischung aus afroamerikanischen Einflüssen und der Musik der französischen Einwanderer, die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts aus Kanada vertrieben wurden und sich in Louisiana ansiedelten. www.americancajunfestival.de


Musketeer; Foto: Klara Dieckmann
OKTOBERKLANG BEIM BALTICULT (16.09.2017)
Musketeer; Foto: Klara Dieckmann

Seit 1992 gibt es als Teil der Balticult-Veranstaltungsreihe in diesem Jahr zum 17. Mal die Oktobersound-Treffen für handgemachte Musik. Diese Reihe dient der inneren beziehungsweise kulturellen Wieder- und Neuvereinigung von Ost und West innerhalb Europas. Das Konzept ist wiederholt erweitert worden, weshalb im Laufe der Jahre auch ein arabischer Udspieler, eine chinesische Komponistin und Expertin altchinesischer Saiteninstrumente oder eine norwegische Liedermacherin den Weg nach Vogelsang fanden. Man lernt an jenen Wochenenden nicht nur, Instrumente oder bestimmte Kniffe zu handhaben, Tänze oder Gesangsformen einzuüben, sondern spricht auch miteinander über das eigene Leben, tauscht sich und die jeweiligen Standpunkte aus, gewinnt dabei gegebenenfalls neue Einsichten und einen erweiterten geistigen Horizont und nimmt die Atmosphäre in Erinnerungen mit nach Hause. Das Motto in diesem Jahr vom 13. bis 15. Oktober lautet „Lieder und Geschichten“. Selbige bringen der australische Liedermacher und Straßenmusiker Musketeer, der im Erzgebirge beheimatete deutsche Liedermacher, Allroundmusiker, Arrangeur und Naturkundler Kendy John Kretzschmar sowie der Hamburger Liedermacher und Arrangeur Roland Prakken ins Schloss. Während die beiden Erstgenannten von ihrem Leben und Wirken erzählen und den Teilnehmenden je einen Song zum Einüben offerieren werden, gibt Roland Prakken einen Workshop in der Handhabung der Ukulele als leicht transportables und vielseitig verwendbares Saiteninstrument. www.balticult.org
Logo MIZ
MUSIKBERICHTERSTATTUNG PRINT UND ONLINE (13.09.2017)
Logo MIZ

Musik nimmt im Themenspektrum der Feuilleton- und Kulturseiten von Tages- und Wochenzeitungen einen unangefochtenen Spitzenplatz ein. Wie das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) mitteilt, machen musikbezogene Beiträge mittlerweile über ein Viertel der Kulturberichterstattung aus. Grund hierfür ist nicht zuletzt die größere Beachtung des Popularmusikbereichs, dessen Anteil dem der E-Musik inzwischen gleichberechtigt gegenübersteht. Trotz der hohen Wertschätzung musikalischer Themen ist jedoch die Anzahl fest angestellter Musikredakteurinnen und -redakteure gesunken. Vor allem die Konkurrenz durch kostenlose Angebote aus dem Internet stellt die Macher von Printmedien vor besondere Herausforderungen. In einem neuen Schwerpunktangebot zum Thema „Musikberichterstattung in Print- und Onlinemedien“ wirft das MIZ einen Blick auf die aktuelle Situation des Musikjournalismus in Deutschland und vermittelt grundlegende Informationen zu Strukturen und Entwicklungen in diesem Bereich. Betrachtet werden dabei die Redaktionen von rund 170 Tages- und Wochenzeitungen, die regelmäßig über musikbezogene Themen berichten. Nach Angaben des MIZ arbeiten in den Redaktionen derzeit etwa hundert fest angestellte Redakteurinnen und Redakteure, die Musik als Schwerpunkt ihrer Berichterstattung nennen. Über die Tages- und Wochenzeitungen hinaus existieren weitere etwa 170 regelmäßig erscheinende musikalische Fachzeitschriften mit breitem inhaltlichen Spektrum, von großen Publikumszeitschriften und Zeitschriften mit Schwerpunktsetzung auf einzelne musikalische Genres über instrumentenspezifische Titel bis hin zu wissenschaftlichen oder berufsgruppenorientierten Publikationen, etwa im Bereich Musikwissenschaft oder Musiktherapie. Ergänzt werden sie durch eine stetig wachsende Zahl von Onlineangeboten und Musikblogs. Zu erreichen ist das neue Angebot unter www.miz.org/fokus_musikberichterstattung.html.


Bube Dame König; Foto: Sebastian Schröder
FOLKIES UND SOZIALE MEDIEN (11.09.2017)
Bube Dame König; Foto: Sebastian Schröder

Die junge deutsche Folkband Bube Dame König weiß, wie’s geht. Zunächst machten sie mit der ungewöhnlichen Aktion der Liedpatenschaften auf sich aufmerksam, mit denen sie ihr erstes Album – wie sagt man auf Neudeutsch? – „crowdfundete“, nun kommen sie mit einer neuen Netz-, sprich Onlineidee daher: Unter dem Titel „Saalesessions“ stellen sie Deutschfolk als Youtube-Serie ins Internet und veröffentlichen jeden Monat ein neues Lied. Mit ihrer bereits vor vieren Jahren in den Onlinevideokanal eingestellten, verträumten Version des Volksliedklassikers „Kein schöner Land“ hatte die Folkband ihren ersten kleinen Webhit: Knapp 90.000 Menschen aus der ganzen Welt haben das Video bislang angesehen. Von diesem Erfolg angespornt, starteten die drei Hallenser Musiker Juliane Weinelt, Till Uhlmann und Jan Oelmann Anfang Juli die erwähnte Youtube-Serie mit dem ebenfalls traditionellen „Gut Nacht, mein feines Lieb“. Die zweite Folge ist eine Aufnahme des Zither-Reinhold-Liedes „Stille Nacht im August“. Diesen Song haben die drei Musiker gemeinsam mit Textdichter Thomas Kolitsch als Hommage an den 1964 verstorbenen halleschen Straßenmusiker Reinhold Lohse verfasst. Fans können die Serie auf dem Youtube-Kanal der Band komplett kostenfrei ansehen und abonnieren. „Wem die Clips gefallen, der kann uns aber gerne mit einer Spende für die Produktion unserer neuen CD unterstützen. Das würde uns riesig freuen“, sagt Bube-Dame-König-Sängerin Juliane Weinelt. www.youtube.com/neuevolkslieder
Logo Creole Festival
NEU: CREOLE FESTIVAL (08.09.2017)
Logo Creole Festival

Der Bundeswettbewerb Creole wurde 2006 gegründet, um eine landesweite Plattform für globale Musik aus Deutschland zu schaffen. Mehr als fünftausend Musikerinnen und Musiker, viele davon mit migrantischem Hintergrund, haben sich seitdem an den vier bisherigen Wettbewerbsrunden beteiligt und gezeigt, welch kulturelle Vielfalt im heutigen Musikleben Deutschlands existiert. Insgesamt wurden aus über vierhundert regional nominierten Bands dreizehn Sieger gekürt. Auf einer Tagung im November 2015 hatte der Trägerverein Creole neue Ideen für die Zukunft entwickelt. Als eines der Ergebnisse findet vom 9. bis 11. November 2017 der dreitägige bundesweite Bandwettbewerb Creole Festival statt, der den bisherigen, alle zwei Jahre ausgetragenen gestaffelten Bundeswettbewerb ersetzt. Ausgetragen wird die Veranstaltung, zu der die acht Creole-Regionalverbände Gruppen entsenden, im Kulturzentrum Pavillon Hannover, das dieses Jahr vierzigjähriges Bestehen feiert. Auf zwei Bühnen werden sich vierzehn Bands präsentieren und um Preise bewerben. Ausgelobt werden ein Integrationspreis für das beste transkulturelle Projekt, ein Publikumspreis, ein Preis für die musikalische Vielfalt und ein Festivalpreis. Stilistisch sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es kommt in der Musik ein Kulturen übergreifender Gedanke zum Tragen. www.creole-globalemusik.de/creolefestival


Lautari; Foto: Tomek Ogrodowczyk
FRISCHER FOLK IN POLEN (03.09.2017)
Lautari; Foto: Tomek Ogrodowczyk

Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass die 17. WOMEX (World Music Expo) in diesem Jahr in Polen, genauer gesagt in Kattowitz stattfinden wird. Gleich drei bekannte polnische Folkbands werden die bisherige Wahrnehmung polnischer Volksmusikkultur auf sehr eigene Weise auffrischen. Alle drei Gruppen, Vołosi, Kapela Maliszów und Lautari, erfinden regionale Musiktraditionen auf sehr eigene Weise neu und sind damit, laut Veranstalterinfo, der ideale Ausgangspunkt für die erste WOMEX in Polen. Das Eröffnungskonzert findet am 25. Oktober in der brandneuen NOSPR-Konzerthalle (Narodowa Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia) statt. Alle Informationen unter www.womex.com.
Die Berliner Werkstatt der Kulturen
KAMPF UM DIE WERKSTATT DER KULTUREN (01.09.2017)
Die Berliner Werkstatt der Kulturen

Über 23 Jahre erfolgreiche interkulturelle Arbeit sind nicht unbedingt ein Garant für den Weiterbestand. Diese Erfahrung muss jetzt die Berliner Werkstatt der Kulturen machen. Das Mehrspartenhaus, das auch großartige Weltmusikreihen, -festivals und -einzelkonzerte ausrichtet, vermeldete Ende Juni, der Senat habe überraschend den Nutzungsvertrag für das Gebäude in der Wissmannstraße zum 31. Dezember 2017 gekündigt. Dessen Betreibern ist „komplett unverständlich“, warum die städtische Verwaltung die Werkstatt „in Zeiten von steigendem Rechtspopulismus abschaffen will“, wie sie in einem Newsletter mitteilten. Auf diesen Brandbrief reagierten so viele der Abonnenten, auch in Form von Protestschreiben an den Senat, dass die Stadt sich zu Gesprächen über den Weiterbetrieb mit der Werkstatt bereit erklärte. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Hauses war bei Redaktionsschluss noch nicht gefallen. Wer sich für den Erhalt der Werkstatt engagieren will, erfährt den aktuellen Sachstand auf der Website des Hauses, wie Philippa Ebéné auf Anfrage des Folker mitteilte. www.werkstatt-der-kulturen.de


Dobranotch
FOLKHERBST IM MALZHAUS (30.08.2017)
Dobranotch

Im vogtländischen Plauen wird wieder der Eiserne Eversteiner vergeben – zum 26. Mal. Folkbands aus ganz Europa stellen sich in acht Wertungskonzerten vor, darunter die siebenköpfige St. Petersburger Blaskapelle Dobranotch, die Gruppe Torga mit keltisch geprägter Folklore Nordportugals, finnische Schrulligkeit mit Mäkkelä, aus Italien Fabrizio Consoli & Band oder Dallahan aus Schottland, dazu Bands mit einer Mixtur aus Weltmusikstilen zwischen Reggae und Jazz. Das Eröffnungskonzert am 30. September bestreiten das Göksel Yilmaz Ensemble mit türkischer, kurdischer und arabischer Musik sowie El Fecha Negra mit einem Mix aus Cumbia und Swing Ranchera. Den Abschluss des Folkherbstes bildet ein Sonderkonzert am 1. Dezember mit Balkanklängen von Äl Jawala. Eröffnungs- und Abschlusskonzert gehören nicht zur Wertung. Am 27. Januar 2018 findet dann die Preisverleihung statt. www.malzhaus.de
Arlo Guthrie; Foto: Doris Joosten
ARLO GUTHRIE SIEBZIG (28.08.2017)
Arlo Guthrie; Foto: Doris Joosten

Man mag’s nicht glauben, wenn man immer noch das Bild vom bübchenhaften Hippiesänger aus dem Film Alice’s Restaurant aus dem Jahr 1969 vor Augen hat. Im vergangenen Juli feierte der Folksänger und Storyteller seinen siebzigsten Geburtstag. Es begann mit einem Auftritt beim 1967er Newport Folkfestival, wo Guthrie mit dem achtzehnminütigen „Alice’s Restaurant Massacree“ reüssierte, dessen Inhalt Regisseur Arthur Penn zu seinem Kultfilm inspirierte. Musikalisch beeinflusst ist Guthrie von seinem Vater Woody und dessen langjährigem Freund Pete Seeger, von Musikern, die im Guthrie-Haushalt ein- und ausgingen, wie Cisco Houston, Ramblin’ Jack Elliot, Sonny Terry und den Weavers. Deren Gitarrist Fred Hellerman war es, der Arlo Guthries erste beiden Langspielplatten produzierte. 1969 trat er beim Woodstock-Festival auf und sang unter anderem seinen Song „Coming Into Los Angeles“. Es folgte eine lange, mehr oder weniger erfolgreiche Zeit bei Warner Brothers, für die Guthrie mit Musikern wie Clarence White, Jim Keltner, Ry Cooder und Emmylou Harris eine Reihe erfolgreicher Alben wie Hobo’s Lullabye (das den Charthit „City Of New Orleans“ aus der Feder Steve Goodmans enthält), Amigo, Washington County oder Running Down The Road einspielte. Zu Beginn der Neunzigerjahre kaufte Guthrie die aus dem Film Alice’s Restaurant bekannte Trinity Church und richtete darin ein interkulturelles und interreligiöses Begegnungszentrum ein. Zwei Grammy-Nominierungen erhielt er im Laufe seiner Karriere. 1992 wurde er für das Album Woody’s 20 Grow Big Songs nominiert, das er mit seiner Schwester Nora, der damaligen Leiterin des Woody-Guthrie-Archivs, und seinem Bruder Joady aufgenommen hatte. Eine weitere Nominierung erfolgte 1997 für das Musikalbum für Kinder This Land Is Your Land. In den letzten Jahren war Arlo Guthrie wieder häufiger in Europa zu erleben, trat mehrfach beim Tønder-Festival auf (teils mit der Guthrie-Familie in Form von Tochter Sarah Lee und Sohn Abe sowie einigen seiner Enkel). Zwischen 2006 und 2011 tourte er mehrfach mit Wenzel und nahm mit ihm gemeinsam das Album Every 100 Years live auf der Wartburg auf. Besondere Beachtung fand sein Konzert mit den Thüringer Synfonikern auf der großen Heidecksburg-Bühne beim Festival in Rudolstadt 2010. Über fünfundzwanzig Platten hat Guthrie im Laufe seiner Karriere eingespielt, jüngst veröffentlichte er ein Doppelalbum und eine (leider nur in den USA erhältliche) Konzert-Bluray mit dem Alice’s Restaurant 50th Anniversary Concert. Alles Gute zum Geburtstag, Mister Guthrie! www.arlo.net


Jan Hirte; Foto: Manfred Pollert
THIS TRAIN IS BOUND FOR BLUESIN’ (25.08.2017)
Jan Hirte; Foto: Manfred Pollert

Bitte einsteigen! Der Europe Blues Train rollt nun bereits im neunten Jahr (siehe auch separaten Beitrag im „Heimspiel“ der Ausgabe 4/2017 des Folker) und fährt auf seiner Reise von den Heimatbahnhöfen Berlin und Prag aus Chemnitz, Bielefeld, Hannover sowie Bruchhausen-Vilsen im hohen Norden und erstmalig Linz in Österreich an. An jedem Stopp wird authentisches Bluesfeeling in seiner internationalen Vielfalt gefeiert, mit Bluesikonen aus Deutschland, Tschechien, Polen und Australien. Einzelkonzerte, Doppelkonzerte und Special Events machen das reisende Festival zu einem besonderen Highlight in der europäischen Kulturlandschaft. Startpunkt ist bereits am 31. August im Wilma in Berlin, das Finale findet am 20. Oktober in der UFA-Fabrik ebenfalls in Berlin statt. Alle Infos über Reiserouten, Spielstätten und teilnehmende Bands unter www.blues-train-festival.com.
The East Pointers
INSEL REIF FÜR DIE INSEL? (22.08.2017)
The East Pointers

Eigentlich ist so eine Expo eher etwas für den aktiven Teil der Szene, also Veranstalter, Agenten oder Presse, aber die English Folk Expo, kurz EFEx, findet immer als Teil eines Festivals statt, und das ist offen für jedermann und jederfrau. Durch den Umzug der EFEx von Bury ins nahe gelegene Manchester ist die Messe nun vom 19. bis 22. Oktober eingebettet in das Manchester Folk Festival, und die Menschen dieser Stadt werden wohl nach den schrecklichen Ereignissen im Mai gerne den Gastgeber für ein friedliches Fest spielen. Der internationale Partner dieses Jahr ist ein auf den ersten Blick erstaunlicher, und zwar Kanadas kleinste Provinz, Prince Edward Island. Gut informierte Folkies jedoch wird das weniger verwundern, sind doch zumindest Künstler wie die East Pointers oder Vishtèn bereits international bekannt. Weitere Infos über www.englishfolkexpo.com.


Malinda Kathleen Reese
WE ALL LIVE IN AN AMBER SUBDOMAINE (19.08.2017)
Malinda Kathleen Reese

Wer als Folkie oder Popmusiker Musikstücke schreibt, greift heutzutage gern mal zu technischen Hilfsmitteln wie etwa Notationsprogrammen. Warum sollte man sich bei fremdsprachigen Texten nicht auch gelegentlich von Google Übersetzer helfen lassen? Was passiert, wenn man dies exzessiv tut, zeigen vergnügliche Videos der New Yorker Sängerin Malinda Kathleen Reese. Sie hat bekannte Songs von dem Übersetzungsprogramm nacheinander in mehrere Fremdsprachen und dann zurück ins Englische übersetzen lassen und präsentiert diese bei Youtube unter der Überschrift „Google Translate Sings“ – Orginal- und Übersetzungstext als Unter- und Oberzeilen inklusive. Aus „We All Live In A Yellow Submarine“ von den Beatles wird da zum Beispiel „We All Live In An Amber Subdomaine“, und „Bohemian Rhapsody“ von Queen mutiert zu einem bizarren psychedelischen Gesamtkunstwerk mit oft zweifelhafter Grammatik. Da bleibt nur der Rat der Beatles in „Hey Jude“: „Take a sad song and make it better“ oder, wie es in der Google-Translate-Fassung heißt, „Making better have a disastrous lyrics“. www.youtube.com/watch?v=rwOH3YsraNs
Matthias Haffner
INTERGALAKTISCHER CHORO (16.08.2017)
Matthias Haffner

Die interessanten Dinge finden in Hinterhöfen statt, diese alte Berliner Weisheit bestätigt sich gerade aufs Neue. Jetzt geht man durch einen Torbogen und nach etwa fünfzig Metern zu einer unscheinbaren Tür, wenn man in der Hauptstadt feinsten Choro hören will. Der auf brasilianische Klänge spezialisierte Percussionist Matthias Haffner, der in den Niederlanden vor einigen Jahren eine Choroschule mitbegründete und damit einen kleinen Boom im Nachbarland auslöste, hat in der Spreemetropole eine Roda de Choro ins Leben gerufen und damit die schon länger brachliegende Choroszene revitalisiert. Dabei spielen Profis und gute Amateure um einen Tisch sitzend den Stil, der als erste eigene Musikgattung Brasiliens bekannt geworden ist. Er ist für Weltmusik-, Klassik- und Jazzenthusiasten gleichermaßen interessant, weil er akustisches Instrumentarium wie Flöte, Gitarre und Cavaquinho, präzises Sechzehntelspiel sowie komplexe Akkorde und Improvisation verbindet. Mitmusiker und Zuhörer sind ausdrücklich erwünscht. Gejammt wird gewöhnlich einmal im Monat sonntags nachmittags im Intergalaktischen Kulturverein in der Sprengelstraße 15 im Wedding. Wer kommen will, sollte sich bei Matthias Haffner wegen der Aufnahme in den E-Mail-Verteiler melden: pandeiromusic@gmail.com.