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Rab Noakes; Foto: Carol Ann Peacock
NACHSCHUB FÜR DIE SCHOTTISCHE RUHMESHALLE (15.12.2017)
Rab Noakes; Foto: Carol Ann Peacock

Es ist immer wieder schön, wenn einmal im Jahr die neuen und verdienten Mitglieder in der Scottish Traditional Music Hall of Fame bekannt gegeben werden. Die feierliche Aufnahme fand am 27. Oktober 2017 im Restaurant Òran Mór in Glasgow statt. Unter den zwanzig Neumitgliedern sind bekannte Namen wie der Komiker Billy Connolly, der Songwriter Rab Noakes, Runrig-Gründungsmitglied Blair Douglas, die Band Jock Tamson’s Bairns oder die gälischen Sängerinnen Cathy Ann MacPhee (die seinerzeit mit dem Scottish Folk Festival durch Deutschland tourte) und Kenna Campbell. Letztere wurde besonders für ihre „Services to Gaelic“ ausgezeichnet.
www.projects.handsupfortrad.scot
Adax Dörsam auf Burg Waldeck 2007; Foto: Ingo Nordhofen
NEUER FESTIVALCHEF AUF DER WALDECK (12.12.2017)
Adax Dörsam auf Burg Waldeck 2007; Foto: Ingo Nordhofen

Die Burg Waldeck hat einen neuen künstlerischen Leiter, der für die alljährlichen Liederfeste zu Pfingsten verantwortlich zeichnet. Der Saitenzauberer aus dem Odenwald, Adax Dörsam, ist in der Szene bekannt und begehrt als „vielsaitiger“ Begleitmusiker Kooperateur von unter anderem Lydie Auvray, Pe Werner, Xavier Naidoo, Joana, Hans Reffert oder Claus Boesser-Ferrari, aber auch als versierter und virtuoser Solokünstler. Es gibt kaum ein Saiteninstrument, das der freie Dozent an der Popakademie Mannheim nicht meisterhaft beherrscht, von Mandoline über Banjo, Ukulele, Dobro bis Saz, Laute, Bouzouki und natürlich jede Art von akustischen und elektrischen Gitarren. Neben seiner Arbeit als Komponist von Filmmusiken fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen betreibt der rührige Künstler ein professionelles Tonstudio und findet außerdem Zeit, seine Erfahrungen und Erlebnisse als Musiker in Büchern niederzuschreiben. Möge dieser Vollblutmusiker mit seinen exzellenten Kontakten in die Lieder- und Songszene der Waldeck lange erhalten bleiben.
www.adax-doersam.de
www.burg-waldeck.de


Logo Schwebeklang
VEREIN SCHWEBEKLANG (09.12.2017)
Logo Schwebeklang

Im September wurde in Wuppertal der Trägerverein  Schwebeklang e. V.  gegründet, der die Konzertreihe  „Klangkosmos Weltmusik“  und deren Förderung der musikalischen Begegnungen weiterführen und ausbauen möchte. Anliegen ist es, Begegnungsräume für eine gelebte Offenheit gegenüber Musik und Menschen aus  anderen Regionen der Welt  zu schaffen und zugleich Wege zur  nachhaltigen Teilhabe  am kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Wuppertal zu ermöglichen.
Als zusätzlicher Konzertort wird die Immanuelskirche in Wichlinghausen  genutzt. In diesem Stadtteil sollen  außerdem Workshops  in Jugendeinrichtungen, Schulen und Senioreneinrichtungen organisiert und durchgeführt werden.
www.facebook.com/musikkultureninwuppertal
Gerhard Gundermann in der Kufa Hoyerswerda 1997; Foto: Kufa Hoyerswerda
GUNDERMANN IM KINO (06.12.2017)
Gerhard Gundermann in der Kufa Hoyerswerda 1997; Foto: Kufa Hoyerswerda

Es wird wohl der erste deutsche Kinofilm über einen Liedermacher sein. Im Oktober begannen die Dreharbeiten zu Gundermann, einem Film des Erfolgsregisseurs Andreas Dresen, bekannt etwa durch Halbe Treppe mit den 17 Hippies oder Halt auf freier Strecke, der 2011 in Cannes gezeigt wurde. Mit dem neuen Projekt wird nun das Leben Gerhard „Gundi“ Gundermanns, des widersprüchlichen Baggerfahrers, Liedrockpoeten und Querdenkers aus der Lausitz gewürdigt, der 43-jährig verstarb und dessen herausragende Songs zwanzig Jahre nach seinem Tod populärer denn je sind. Dresen erhielt Fördergelder unter anderem von der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, wodurch die Hälfte der Dreharbeiten auch dort stattfindet. Die Titelrolle ist mit dem Berliner Alexander Scheer besetzt, der aus Sonnenallee bekannt ist. Eine weitere Hauptrolle übernimmt erwartungsgemäß der vor allem als Kommissar aus dem Münster-Tatort bekannte Axel Prahl, mit dem zusammen Dresen hin und wieder in einer Band überwiegend Gundi-Lieder spielt. Die Premiere ist für August 2018 geplant. Der Folker wird rechtzeitig und ausführlich über dieses Filmprojekt berichten.



Kalender; Foto: RZ-p1
EIN GANZES JAHR DEN BLUES (03.12.2017)
Kalender; Foto: RZ-p1

Das Pfingtbergblues-Festival findet seit fünf Jahren statt, und erstmals gibt es im großzügigen A2-Format einen Pfingstbergblues-Kalender mit dreizehn querformatigen Momentaufnahmen von Musikern und Musikerinnen wie Timo Gross, Nick Woodland, Linda Krieg und anderen. Die von Werner Aust und Ursula Brunsmann zusammengestellten Aufnahmen von großer Dynamik und dichter Atmosphäre dokumentieren die vergangenen vierzehn Konzerte. Ergänzt werden die Fotos durch Informationen zum Festival, den porträtierten Musikern und den Fotografen. Der Kalender gilt für 2018, und es gibt ihn – in Anbetracht des Formats – für günstige 25 Euro über die Pfingstbergschule Mannheim beziehungsweise per Mail an pfingstbergfestival @ web.de.
www.pfingstbergschule-mannheim.de
Rainer Zellner
DREISSIG JAHRE GUTEN CONTACT ZUR MUSIK (30.11.2017)
Rainer Zellner

„Gute Musik wird immer ihren Platz haben, und meine Aufgabe ist es, ihn zu finden, ob auf der Bühne, in den Medien oder auf Tonträgern“. Dieses Motto hatte Rainer Zellner, Chef der Tübinger Konzertagentur Music Contact, zum 25-jährigen Firmenjubiläum auf der Firmenwebsite veröffentlicht. Und – schwups – sind fünf weitere Jahre ins Land gezogen. Zum Dreißigjährigen gilt für die Crew das Motto wie eh und je. Seit 1987 arbeitet die Agentur mit einem Gespür für gute Künstler, hat Herz und Ohren für viele verschiedene musikalische Richtungen. Zu den bedeutenden Namen auf den ersten Künstlerlisten zählten Legenden und Profis wie die US-Amerikanerin Katie Webster oder Rüdiger Oppermann. Ein roter Faden, der sich bis heute durch Zellners Arbeit zieht, ist die Freude an Entdeckung und Förderung von Künstlern und Bands. Inzwischen nehmen die sogenannten Festivaltouren einen breiten Platz in der Agenturarbeit ein. So schicken Zellner und seine Mitarbeiter nicht nur das Irish Spring – Festival of Irish Folk Music durch die deutschen Konzertsäle, auch die Akkordeonale und das Bluegrass Jamboree erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wir sind gespannt, was in den nächsten Jahren noch so alles aus Tübingen auf uns zurollen wird. Zum Jubiläum gab es Anfang November erst einmal einen neuen Onlineanstrich mit einem Relaunch der Website. Der Folker gratuliert aufs Herzlichste!
www.musiccontact.com


Musik und Integration; Foto: MIZ
MUSIK UND INTEGRATION (27.11.2017)
Musik und Integration; Foto: MIZ

Das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) stellt eine Projektdatenbank bereit, in der umfassende Informationen über die Bandbreite an Initiativen, Projekten und Veranstaltungen rund um das Thema „Musik und Integration“ bundesweit zusammengetragen und präsentiert werden. Die Projektdatenbank ist der erste Meilenstein eines neuen Informations- und Austauschportals, an dessen Aufbau das MIZ derzeit mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien arbeitet. Neben der Information über aktuell laufende Projekte soll das Portal den Erfahrungsaustausch zwischen Akteuren und Veranstaltern musikbezogener Integrationsprojekte intensivieren und damit die Vielfalt und Qualität der angebotenen Maßnahmen nachhaltig stärken. Die Datenbank basiert auf dem Vorgängerprojekt „Musik macht Heimat“, mit dem das MIZ erstmals das große Engagement für Geflüchtete von Vereinen, Privatpersonen und öffentlichen Institutionen des Musikbereichs sichtbar gemacht hatte.
www.integration.miz.org
Albert Castiglia und Mike Zito; Foto: Ingo Nordhofen
IMMER WIEDER HERVORRAGEND … (24.11.2017)
Albert Castiglia und Mike Zito; Foto: Ingo Nordhofen

… ist das Lahnsteiner Bluesfestival, so auch bei seiner 37. Ausgabe. Beim Vorglühen am Freitagabend im Jugendkulturzentrum Lahnstein gab es bereits die Entdeckung des Wochenendes, die wohl auch etwas für das Samstagprogramm wäre. Das elsässische Flo Bauer Blues Project, bestehend aus dem neunzehnjährigen Namensgeber und zwei Ü-60-Mitstreitern an Bass und Schlagzeug, begeisterte mit einem feinfühligen Soul-Blues-Mix.
Den Samstagabend eröffneten mit den Blueschamps Mike Zito und Albert Castiglia zwei Alphatiere an der E-Gitarre, die bestens harmonierten, sich gegenseitig genug Platz gaben, die Bälle zuspielten und dabei von Terry Dry am Bass und Matt Johnson an den Drums kongenial unterstützt wurden. Ein fulminanter, mit großem Beifall aufgenommener Festivalauftakt. Deutschlands renommiertesten Blues Award, den Blues-Louis, erhielt anschließend der Hamburger Weltklassepianist Joja Wendt aus den Händen der Funk- und Fernsehmoderatorin Andrea Ballschuh. 1991 von Joe Cocker in einer Hamburger Kneipe entdeckt, beglückt Wendt heute Zuhörer auf dem gesamten Globus mit seinen facettenreichen virtuosen Tastenkünsten. Einige Jahre zuvor hatte seine Laufbahn als Straßenmusiker im Duo mit Abi Wallenstein begonnen, später engagierte ihn Chuck Berry regelmäßig für seine Deutschlandtourneen.
Ruthie Foster ist hierzulande wahrlich keine Unbekannte. Mit ihrer kraft- und vor allem gefühlvollen Stimme bot sie ein Repertoire, das neben dem Blues auch Folk-, Reggae-, Soul- und Gospelelemente enthielt. Wieder mal nichts für Bluespuristen, aber Offenheit für Artverwandtes gehört ja glücklicherweise zu den Markenzeichen dieses Festivals.
Die Latvian Blues Band brachte zum Abschluss RnB vom Feinsten zu Gehör. Die sechsköpfige Combo kam umgehend mit dem Publikum in Kontakt, wofür vor allem Frontmann Janis Bukovskis mit seiner Soulstimme und seinem diabolischen Jack-Nicholson-Grinsen sorgte. Herausragend aus einem Ensemble von Könnern war Saxofonist und Keyboarder Artis Locmelis, der auf einer alten Hammondorgel Effekte erzielte, die an Jaco Pistoriusʼ „sprechenden Bass“ erinnerten.
Eine rundum gelungene Ausgabe, die jetzt schon Vorfreude auf das 38. Lahnsteiner Bluesfestival aufkommen lässt.
www.lahnsteiner-bluesfestival.de


Ssassa
GYPSYFESTIVAL IN DER SCHWEIZ (21.11.2017)
Ssassa

Bei der zwölften Ausgabe des Oriental & Flameco Gypsy Festivals in der Schweiz stehen vom 10. bis 12. November im Volkshaus in Zürich sowie auf dem Campus Muristalden in Bern und im Kreuz in Jona die bulgarische Romasängerin Picy und ihre Formation Romano Ilo auf der Bühne. Außerdem mit dabei sind die rajasthanische Gruppe Dhoad, das Flamencoensemble Juan de Gloria, Mirjam Barakar und ihr Tanzensemble Oriental Pearls sowie Ssassa. Karten gibt es bei alle Informationen unter
www.gypsyfestival.ch.
Chris Eckman und Peter Weber von Glitterbeat
WOMEX AWARDS 2017 (19.11.2017)
Chris Eckman und Peter Weber von Glitterbeat

Sie macht sich für die Unterprivilegierten und für Frauen stark, hat dem Musikstil Wassoulou ihrer Heimat Mali, den sie kreativ weiterentwickelt hat, zu internationalem Ruhm verholfen und steht seit über 25 Jahren erfolgreich auf den Bühnen der Welt. Für ihre außergewöhnliche Karriere und ihr soziales Engagement erhielt die Sängerin Oumou Sangaré 2017 in Katowice den WOMEX Artist Award. Ähnlich wie Sangaré ist auch der tschechische Journalist Petr  Dorůžka  sein Leben lang in Sachen Musik unterwegs, wofür er mit dem  Professional Excellence Award ausgezeichnet wurde.  Dorůžka  schreibt für unterschiedliche Musikmagazine, macht die wöchentliche Radiosendung Borderline und betreibt mit seinem Kollegen (und Folker-Mitarbeiter) Ken Hunt die Weltmusikwebsite kenhunt.doruzka.com . Bereits seit 1992 ist er Mitglied der World Music Charts Europe, also fast seit Beginn deren Bestehens.  Der WOMEX Label Award ging in diesem Jahr bereits zum vierten Mal nacheinander an  Glitterbeat.  Die WOMEX Awards werden seit 1999 an Musikschaffende und seit 2008 auch an Kollegen aus dem Bereich Professional Excellence verliehen; den Label Award gibt es seit 2006.
www.womex.com


Tom Paxton
HERE’S TO YOU, RAMBLING TOM (16.11.2017)
Tom Paxton

Seine Lieder, sagte Pete Seeger einmal über Tom Paxtons Einfluss auf andere Musiker, „haben so eine Art, sich an dich heranzuschleichen. Du ertappst dich dabei, sie mitzusummen, sie zu pfeifen und einem Freund eine Strophe vorzusingen. Wie die Lieder Woody Guthries werden sie zu einem Teil Amerikas.“ Und weit darüber hinaus. Seeger erzählte die Anekdote, dass ihm 1998 in einem kleinen Dorf in der Nähe Kalkuttas ein Dorfbewohner  Paxtons „What Did You Learn In School Today“ vorsang – auf Bengalisch. Schon in den frühen Sechzigern war Tom Paxton integraler Bestandteil der Singer/Songwriter- und Folkgemeinschaft im Greenwich Village. Seine ersten Auftritte hatte er im Gaslight Cafe. 1964 nahm Elektra den Künstler unter Vertrag, 1965 tourte er erstmals auch in Großbritannien, und seitdem ist er auf der ganzen Welt unterwegs. Tom Paxton steht in der Tradition der politisch linksgerichteten sozialkritischen Folkbewegung und wurde zur Stimme seiner und der folgenden Generationen. Er schrieb mehrere hundert Songs, von denen viele heute Klassiker sind, darunter „The Last Thing On My Mind“, „Ramblin’ Boy“ und „My Lady’s A Wild Flying Dove“. Er veröffentlichte im Lauf seiner Karriere über vierzig Alben, hinzu kamen Kinderlieder-CDs  und -bücher. Scharfzüngige politische Lieder und Topical Songs stehen in seinem Werk neben romantischen Liebesliedern. Nun wird der Troubadour achtzig – und was macht er? Na klar, er veröffentlicht ein neues Album mit dem Titel  Boat In The Water und tourt weiter, solo oder gemeinsam mit dem Duo The Don Juans.  Tom, gönn dir zum Jubelfest eine „Bottle Of Wine“! Der Folker gratuliert aufs Herzlichste!
www.tompaxton.com
Malediva; Foto: Bernhard Fuchs
MALEDIVA SIND GESCHICHTE (13.11.2017)
Malediva; Foto: Bernhard Fuchs

Freudig meldeten wir im letzten Heft das geplante Comeback des Kabarett-Chanson-Duos. 2014 hatten Lo Malinke und Tetta Müller wegen einer Depressionserkrankung Müllers das Aus verkünden müssen. Umso größer war im Juni die Überraschung, als beide in Berlin bei einem Kurzauftritt zum 25. Geburtstag der Bar jeder Vernunft erklärten, dass es nun doch weitergehen würde. „Völlig losgelöst“ sollte die neue, abendfüllende Malediva-Show ab 31. Oktober im Berliner Tipi heißen. Therapien, ein Umzug aufs Land und die Unterstützung von Familie, Freunden und Kollegen hatten Wirkung gezeigt und, so schien es, den Neustart möglich gemacht. Doch Mitte September wurde nach einem Rückschlag alles wieder abgesagt. In einem offenen Brief schreibt Lo Malinke: „Die traurige Wahrheit ist, dass Tetta nie wieder auf die Bühne zurückehren wird.“ Jetzt gehe es darum, Tetta Müller „mit Zähnen und Klauen vor dieser bösartigen Krankheit zu verteidigen. Und wir werden siegen, wenn auch vielleicht nicht zu unseren Bedingungen.“ Wir wünschen beiden dabei Mut und Ausdauer.
www.malediva.eu


Oss Kröher; Foto: Ingo Nordhofen
UND EWIG KLINGEN DIE LIEDER (10.11.2017)
Oss Kröher; Foto: Ingo Nordhofen

Er dürfte so ziemlich der dienstälteste Folkie Deutschlands sein. Gemeinsam mit seinem Bruder Hein zählt Oss Kröher zu den wichtigsten Erneuerern und Impulsgebern des deutschen Volksliedes. Die beiden singenden Gitarristen (oder Klampfe spielenden Sänger) bereisten mehr als fünfzig Jahre gemeinsam die Bühnen in Deutschland, Europa und Nordamerika. Sie sammelten und interpretierten demokratische Volkslieder, Arbeiterlieder, Freiheitslieder, Partisanenlieder und Soldatenlieder, Seemannslieder und Cowboylieder. Hein und Oss waren Mitbegründer der Festivals Chanson Folklore International auf Burg Waldeck im Hunsrück. Für ihr Werk erhielten sie diverse Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande. Oss Kröher veröffentlichte zwischen 2007 und 2015 eine mehrbändige Autobiografie. Am 17. September feierte Oss nun seinen neunzigsten Geburtstag im Kreis von Familie, Freunden und Kollegen – selbstverständlich mit viel Gesang und Musik, wie ein kurzes Video im Internet zeigt ( bit.ly/2zjEY5I ). Seinen 2016 verstorbenen Bruder Hein, sagt er, trage er im Herzen und in Gedanken immer bei sich. Der Folker verneigt sich tief und gratuliert aufs Herzlichste!

Peter Pux
ES KUPFERT WIEDER IN RAVENSBURG (08.11.2017)
Peter Pux

Zum 29. Mal vergibt die Zehntscheuer in diesem Jahr das Ravensburger Kupferle für besonders herausragende Auftritte in der zurückliegenden Spielzeit. Die öffentliche Preisverleihung, bei der die prämierten Künstler mit Auszügen aus ihren aktuellen Programmen im Mittelpunkt stehen werden, findet am Samstag, dem 4. November, statt. Alle Ausgezeichneten erhalten neben einer Urkunde und einer Preisskulptur eine Anerkennungszahlung in Höhe von 4.000 Euro. In der Pressemitteilung heißt es: „Helene Blum und Harald Haugaard, das auf der dänischen Insel Fünen lebende Folkmusikpaar, gastierte im vergangenen März erstmals in Ravensburg. In der nordischen Folkszene äußerst beliebt, konnten sie gemeinsam mit ihrer Band auch das Zehntscheuer-Publikum verzaubern. Während Helene Blum die Zuhörer mit ihrer ausdrucksvollen und klaren Stimme beeindruckt, ist Harald Haugaard vor allem ein Meister an der Geige. Gemeinsam spannen die Musiker einen weiten Bogen von alten bäuerlichen Weisen bis zu zeitgemäßen Songs. Eine nordische Klangästhetik dieser Qualität gab es in der Zehntscheuer noch nicht oft zu hören, so dass sich die Jury schnell einig war.“ Ebenfalls sehr klar fiel das Votum zugunsten des jungen Ravensburger Folkpopsängers Peter Pux und seiner Band aus. An zwei ausverkauften Abenden im Januar überzeugte das Quartett mit seiner stimmungsvollen Show ein begeistertes Publikum. Mittlerweile bundesweit präsent, ist es gerade Peter Pux, der die Bühne der Zehntscheuer in den vergangenen Jahren mehrfach für seine Entwicklung nutzen konnte.
www.zehntscheuer-ravensburg.de


Runrig
RUNRIG MACHEN SCHLUSS (05.11.2017)
Runrig

Überraschend kommt das nicht. The Story wurde offiziell als das letzte Studioalbum von Runrig bezeichnet, und jetzt kommt die ebenso offizielle Nachricht, dass 2018 nach 45 Jahren auch mit den legendären Livekonzerten Schluss sein wird.  Die Söhne der Highlands werden eben nicht jünger, und so gehen Runrig unter der Überschrift „The Final Mile“ auf Abschiedstour. Zwei Konzerte in Dänemark und drei in Deutschland wird Anfang Juni geben (siehe Serviceseiten in der Heftmitte) plus Termine in England. Da gilt natürlich Anwesenheitspflicht für die Riggies. Aber Runrig mit ihrem Sinn für Dramatik setzen natürlich noch einen drauf. Nach „The Final Mile“ kommt noch „The Last Dance“, die allerallerletzten beiden Konzerte am 17. und 18. August 2018 im City Park von Stirling. Dort werden insgesamt etwa 50.000 Runrig-Fans erwartet. Und das war’s denn dann. Wirklich? Wahrscheinlich in der aktuellen Form, aber die Band lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Hintertürchen offen. So heißt es im Statement der Band: „Wird Runrig jemals in irgendeiner Form noch einmal auftreten? Das kann keiner sagen, aber wir halten uns die Tür offen für mögliche zukünftige kreative Unternehmungen.“
www.runrig.co.uk
Der neue Vorstand  der Liederbestenliste; Foto: Ingo Nordhofen
NEUER VORSTAND (02.11.2017)
Der neue Vorstand der Liederbestenliste; Foto: Ingo Nordhofen

Nach dem erfolgreichen Liederfest fanden sich die Mitglieder des ausrichtenden Vereins Deutschsprachige Musik e. V. am 25. September zum alljährlichen Arbeitstreffen zusammen. In diesem Rahmen wurde auch ein neuer Vorstand gewählt, der die Geschicke des Vereins in den kommenden drei Jahren lenken soll. Vorsitzender wurde Dieter Kindl aus Kassel vom Liederleute e. V., sein Stellvertreter ist Hans Jacobshagen aus Köln vom WDR, und das Amt des Schatzmeisters übernimmt Uwe „Ritchie“ Thorstensen aus Halle/Saale, ebenfalls Mitglied beim Liederleute e. V. Als Beisitzer wurden Michael Lohse vom WDR, Wolfgang Rumpf vom NDR und Barbara Preusler von der Liederlobby aus Basel gewählt. Sie bilden auch die Jury für den kommenden Förderpreis. Und da sich Gutes bekanntlich bewährt, verbleibt die Kassenprüfung in den Händen von Petra Schwarz aus Berlin und Tom Schroeder aus Mainz.
www.liederbestenliste.de


Wolfgang Rieck; Foto: Ingo Nordhofen
STIMMUNGSVOLLES LIEDERFEST (30.10.2017)
Wolfgang Rieck; Foto: Ingo Nordhofen

Wie gewohnt eröffneten die diesjährigen Preisträger der Liederbestenliste (LBL) den Abend. Der junge Berliner Liedermacher Tobias Thiele (siehe auch Beitrag in Heft 6/2017) präsentierte dabei originelle und moderne Popchansons, bei denen er sich mit technisch ausgereiften Loops an der Gitarre begleitete. Sein Album Unerhört hatte die Jury überzeugt, ihm den Förderpreis zu verleihen. Thiele zeigte sich sowohl als virtuoser Gitarrist und Sänger wie auch als charismatischer Performer, der das Publikum ohne Umschweife zum Mitsingen animieren konnte. Sein Hit „Sofort, sofort“ erinnerte an Peter Foxʼ charmanten Song „Haus am See“, hat ähnliche Ohrwurmqualitäten und kam beim Publikum entsprechend gut an.
Der Rostocker Wolfgang Rieck (siehe Beitrag in Heft 5/2017) wurde für den Song „Vergessene Helden“ von seinem Album Der singende Mann ausgezeichnet. Er führte damit über Monate die LBL an. Mit Verstärkung durch Jens Naumilkat am Cello und Karl-Heinz Saleh an zweiter Gitarre und Bass zeigte er sich in der Tradition klassischer Liedermacher mit Ernsthaftigkeit und politischem Anspruch. Sein Siegerlied präsentierte er mit angeschrägten, mit Banjo, Cello und Gitarre vorgetragenen Arrangements als beklemmende Litanei, in der die Schicksale von Menschen im Widerstand gegen das NS-Regime nacherzählt wurden.
Als Gast rundete Bodo Wartke am Flügel den Abend ab und verlieh diesem noch eine heitere, besondere Note, indem er Teile seines aktuellen Soloprogramms „Was, wenn doch?“ vorstellte. Frech und nachdenklich mischte der zuletzt mit dem Publikumspreis beim Kleinkunstfestival der Wühlmäuse geehrte Musikkabarettist und Schauspieler poetische Alltagsbetrachtungen mit tiefsinnigen Clownerien. Seine satirischen und pointenreichen alternativen Lovesongs entließen die Zuhörer im Unterhaus bestens gelaunt in einen angenehm milden Spätsommerabend.
www.liederbestenliste.de
www.unterhaus-mainz.de
Barbara Thalheim; Foto: Rainer Maria Schulz
BARBARA THALHEIM ZUM SIEBZIGSTEN (27.10.2017)
Barbara Thalheim; Foto: Rainer Maria Schulz

Anfang September feierte eine der renommiertesten deutschen Liedermacherinnen ihren siebzigsten Geburtstag, Barbara Thalheim. Die gebürtige Leipzigerin, die in Berlin aufwuchs, begann ihre künstlerische Laufbahn im Oktoberklub. Später arbeitete sie mit der Chansongruppe Berlin und einem Streichquartett zusammen und zählte zur ersten Reihe der Chansoninterpretinnen der DDR. In den Siebzigerjahren hatte sie Stasi-Kontakte, andererseits erfolgte wegen kritischer Äußerungen zur DDR-Politik ihr Ausschluss aus der SED. Die Künstlerin trat aber danach weiterhin auf, auch in Kirchen. Ihre Liedtexte schrieb zunächst Fritz-Jochen Kopka, später überwiegend Michael Wüstefeld. Ab 2001 arbeitete sie nach einem längeren Paris-Aufenthalt mit dem Akkordeonisten Jean Pacalet zusammen, der 2011 verstarb. Es erschienen zahlreiche, oft preisgekrönte Alben, darunter eines mit der Rockband Pankow. Bei Gastspielen stand sie mit Georges Moustaki, Konstantin Wecker, Hanns Dieter Hüsch und anderen auf einer Bühne. Der Folker gratuliert nachträglich und wünscht alles Gute.
www.barbara-thalheim.de


Falk; Foto: Ingo Nordhofen
SIEGER BEIM TROUBADORUM (24.10.2017)
Falk; Foto: Ingo Nordhofen

Im Rahmen des jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindenden Folklorum-Festivals auf der direkt an der polnischen Grenze gelegenen Kulturinsel Einsiedel wird dem Publikum auch ein musikalischer Wettbewerb, das sogenannte Troubadorum präsentiert. Seit 2016 kämpfen hier junge Nachwuchsmusiker, Anfänger und Fortgeschrittene im edlen Wettstreit drei Tage lang um die begehrte Wandertrophäe. Als weiteren Preis bekommt der Sieger im Folgejahr einen Auftritt auf der Hauptbühne des Folklorums sowie einen weiteren beim Liederfest auf Burg Waldeck. Als fachkundige Jury fungierten in diesem Jahr Rolf Limbach vom Conträr-Musikverlag, der Rundfunkjorunalist Harald Pfeifer sowie Burg-Waldeck-Moderator und Folker-Mitarbeiter Kai Engelke. Souveräner Sieger des diesjährigen Troubadorums wurde der Berliner Liedermacher und Kabarettist Falk, der mit seinen originellen, satirischen, bewusst politisch nicht immer korrekten, aber absolut unterhaltsamen Texten sowohl die Jury als auch das Publikum restlos überzeugte.
www.kulturinsel.com
www.liedermacherfalk.de
Bbop
NEUE PLATTFORM (10.10.2017)
Bbop

Bbop.eu ist ein neuer digitaler Marktplatz, auf dem gebrauchte und neue Instrumente und Accessoires gebührenfrei ge- und verkauft werden können. Das Unternehmen wurde von Musikern gegründet, um in Europa den Kauf und Verkauf von Musikinstrumenten zu vereinfachen. Darüber hinaus kann der Nutzer auf der Website ein persönliches Profil anlegen und diesem Songs, Videos oder Fotos hinzufügen, um sich und seine Musik zu präsentieren. Jeder Stil ist willkommen. Interessierte können den verschiedenen Diskussionsgruppen beitreten oder neue gründen, um sich zum Beispiel über Konzertlocations, Tipps zum Instrumentenkauf und neue Projekte auszutauschen oder Bandmitglieder anzuwerben. www.bbop.eu