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Weiherer
HYSTERISCHER HYPE UM WEIHERER (20.02.2017)
Weiherer

Weil’s so schee ist, müsste man die Nachricht eigentlich im O-Ton des bayerischen Liedermachers abdrucken. Weil’s aber dann auch zu lang wäre, hier eine Zusammenfassung. Es geht um 25541. Hä? Die Postleitzahl von Brunsbüttel, die, so fordert Christoph Weiherer in einer seiner Bühnennummern ein, jeder „aus Gründen des Datenschutzes“ nennen soll, der an der Supermarktkasse nach seiner Postleitzahl gefragt wird. Eine NDR-Moderatorin hört auf einer Autofahrt durch Bayern einen Radiomitschnitt dieser Geschichte und bringt den Stein ins Rollen. Sie telefoniert in einer Telefonkonferenz mit dem Bürgermeister von Brunsbüttel und mit Weiherer, live im Radio Schleswig Holstein. Weiherer bekommt daraufhin unzählige Nachrichten aus dem Norden, er postet ein Video der Brunsbüttel-Geschichte auf Facebook. Keine zwei Monate später hat dieses Video bereits 2,8 Millionen Aufrufe. Bei ca. 800.000 Aufrufen bittet die Brunsbütteler Zeitung um ein Interview und kündigt ein kurzfristig vereinbartes Konzert im Januar 2017 in Brunsbüttel an. Das Konzert muss aufgrund der vielen Anfragen noch vor Vorverkaufsstart in einen größeren Saal verlegt werden. Auch dieser ist innerhalb von zwei Stunden ausverkauft, es wird kurzfristig ein Zusatzkonzert angesetzt, das mittlerweile allerdings auch schon wieder ausverkauft ist. Das Video verbreitet sich derweil via Facebook, Youtube und Whats-App so sehr, dass die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ebenfalls ein Interview mit Weiherer anfragt – wohlgemerkt: für den Wirtschaftsteil! Weil Weiherer die ganze Marketingforschung auf den Kopf stelle. Daraufhin kommen sie alle – Süddeutsche Zeitung, Taz, Bild bis hin zur Deutschen Presse Agentur, die wiederum mit einem Interview und einer entsprechenden Pressemeldung dafür sorgt, dass Weiherer in sämtlichen Tageszeitungen der Republik besprochen wird. Diverse Radiointerviews folgen bis hin zu den ersten Anfragen von Fernsehsendern, erste Beiträge laufen im NDR und im Bayerischen Fernsehen. So langsam wird Weiherer der ganze hysterische Hype ein wenig unheimlich, aber auf Dauer kann es seiner Bekanntheit natürlich nicht schaden. Lieber Christoph Weiherer, könntest du nicht den Folker mal ordentlich verarschen? So viel Medienaufmerksamkeit wäre für unsere Verbreitung sicher auch nicht das Schlechteste. Schon mal vielen Dank im Voraus. Infos und Brunsbüttel-Devotionalien unter weiherer.com.
Anderson East
JAHRESPREISE DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK … (16.02.2017)
Anderson East

… wurden selbstredend auch 2016 verliehen. Unter den insgesamt elf Preisgekrönten finden sich zwei, die auch für die Leser dieses Magazins von Interesse sein dürften. Zum einen wurde der junge weiße Bluessänger Anderson East aus Alabama für sein erstaunliches Album Delilah ausgezeichnet, das, so Juror Edo Reents, „mit passender Produktion und transparenten Kompositionen“ ein fantastisches Beispiel sei für ein „Interpretentum, dessen Rückbesinnung aufs Erbe schwarzer und weißer Country-Soul-Sänger wie Joe Tex, Joe Simon, Percy Sledge und Jim Ford nichts Epigonales hat, vielmehr selbstbewusst swingt, groovt und dazu eine Stimme aufbietet, die sanft und innig schnurren, aber auch wie Sandpapier reiben und, vor allem in der überragenden R&B-Nummer ‚Find ’Em, Fool ’Em And Forget ’Emʻ, schneidend ekstatisch zu werden vermag.“ Eine weitere Auszeichnung geht an die Berliner Musikethnologin Edda Brandes, die für das kleine Entdeckerlabel Benkadi die unerhörten Töne der traditionellen Musikformen Mauretaniens in Ton und Bild einfing. Juror Jan Reichow begründet den Preis: „… die ganze Vielfalt in Ton und Bild darzustellen, auch dort, wo Religion und Sitte strenge Grenzen ziehen, selbst die heimlichen Rhythmen der Frauen, das ist das Werk sensibler Wissenschaft, vertreten durch die Musikethnologin Edda Brandes, die uns zu Zeugen einer faszinierenden Welt macht. Vierzehn Tonaufnahmen werden ergänzt durch einen halbstündigen Film. Ein Kompendium mauretanischer Saiteninstrumente, Längsflöten und Trommeln.“ schallplattenkritik.de/jahrespreise


Armin Fischer; Foto: Bahman J. Börger
DER ABT VON LORSCH (13.02.2017)
Armin Fischer; Foto: Bahman J. Börger

Der Lorscher Abt gehört noch nicht wie das Kloster der Karolingerstadt im südhessischen Kreis Bergstraße zum Weltkulturerbe, aber sie arbeiten daran, die Macher vom Theater Sapperlot. Der Kleinkunstpreis für 2016 geht auf jeden Fall an Armin Fischer. Das Urteil der Jury: „Wer von Westfalen aus und nach Jahren auf Kreuzfahrtschiffen schließlich in Frankfurt gestrandet ist, wer von seinem Friseur verstümmelt, vom Schneider betrogen und dem Klavierlehrer verlassen wurde, der hat es verdient, in Lorsch erhört zu werden. Der Lorscher Abt 2016 geht an einen Mann, der geistreiches, selbstironisches Entertainment mit einer unaufdringlichen Haltung verbindet … Wenn er selbst sagt, in der Beschränkung zeige sich der Meister, so gilt das für ihn in jeder Hinsicht. Denn mit lakonischen Gesten, mit angedeuteter, aber immer präsenter Virtuosität und Improvisationskunst verblüfft und verführt Armin Fischer sein Publikum.“ Na dann gratulieren wir mal geflissentlich Infos unter sapperlottheater.de.
Logo Afrika Karibik Fest
WASSERTRÜDINGEN FEIERT UND SPENDET (09.02.2017)
Logo Afrika Karibik Fest

In diesem Jahr wird das Afrika Karibik Fest in Wassertrüdingen von Donnerstag, dem 13., bis Sonntag, den 16. Juli 2017, stattfinden und somit das Programm auf vier Tage erweitern. Zur elften Auflage des Festivals werden wieder hochkarätige Musikgruppen erwartet, die ein kunterbuntes Programm auf vier Bühnen bringen werden. Doch die Wassertrüdinger und die wieder von überall anreisenden Gäste feiern nicht nur mit ausgelassener Musik, nein, sie spenden auch. Im vergangenen Jahr wurden dreizehn Hilfsorganisationen mit Spenden in Höhe von insgesamt 10.000 Euro unterstützt, darunter die Welthungerhilfe, die Äthiopenhilfe Menschen für Menschen, Die Kartei der Not, Jambozuri, der Förderkreis TDCC, Plan Deutschland, die Baobab Family, Viva con Agua, Plant for the Planet, Rollis für Afrika und Kwa Moyo – Hilfe mit Herz für Kinder in Uganda. Aus aktuellem Anlass gingen auch Spenden an die Flüchtlingshilfe der UNO und an die Aktion Deutschland Hilft. In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 40.584,76 Euro gespendet. Respekt. Könnte dies eine Anregung für andere Veranstaltungen im Lande sein? Vorbildlich ist es jedenfalls. Alle Informationen über das Programm unter afrika-karibik-fest.de.


Tobias Mann
45 JAHRE DEUTSCHER KLEINKUNSTPREIS (05.02.2017)
Tobias Mann

Die vom Mainzer Forum-Theater Unterhaus berufene Fachjury hat die Kandidaten gewählt, die mit dem Deutschen Kleinkunstpreis 2017 ausgezeichnet werden. Dieser wurde vor 45 Jahren vom Unterhaus gestiftet, erster Preisträger war der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch 1972. Der Deutsche Kleinkunstpreis ist der älteste deutsche Preis, der in den Sparten Kabarett, Chanson/Lied/Musik und Kleinkunst verliehen wird. Die Auszeichnung 2017 in der Sparte Kabarett erhält Tobias Mann. In der Sparte Chanson/Lied/Musik geht die begehrte Trophäe an das Duo Die Feisten, und in der Sparte Kleinkunst wird Nico Semsrott geehrt. Den Förderpreis der Stadt Mainz bekommt die Schweizer Kabarettistin Hazel Brugger. Konstantin Wecker schließlich kann sich mit dem Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zieren, den die Jury dafür ehrt, dass er sich „überall einmischt, wo eine starke Stimme gebraucht wird. Seit nahezu fünfzig Jahren singt Wecker mit Herz, Hirn und Haltung, mit Wut und Zärtlichkeit für eine friedliche und gerechte Welt. Er ist ein poetischer Träumer und eine wuchtige Urgewalt. In seinen Liedern kleidet er großes Pathos in mediterrane Grandezza, und auf der Bühne entwickelt er eine Strahlkraft, der sich niemand entziehen kann“, so Ute Nebel, die Vorsitzende der Jury. unterhaus-mainz.de
Logo – Piranha
DREISSIG JAHRE PIRANHA (01.02.2017)
Logo – Piranha

Im Januar besteht Piranha Arts seit dreißig Jahren. Angefangen hat die Firma unter dem Namen Piranha Musik mit der Platte Beat! Apartheid, einem Sampler, auf dem Künstler aus dem südlichen Afrika wie Oliver Mutukudzi, Bonga oder Mzwake Mbuli vertreten sind und den es immer noch auf Vinyl zu kaufen gibt. Das 1988 gegründete Weltmusikfestival Heimatklänge, das bis zu 100.000 Besucher pro Jahr anzog, wurde zu einem weiteren Meilenstein in der Piranha-Historie. Mittlerweile hat das Unternehmen der umtriebigen Berliner die Form des berühmten Anzugs mit den vielen Taschen angenommen: Musik erscheint bei Piranha Records, Piranha Kultur organisiert Events, und seit 1994 organisiert Piranha auch die Weltmusikmesse WOMEX, die ihren Fachbesuchern im Laufe der Jahre ein immer komplexer werdendes inhaltliches Angebot machen konnte. 2009 kam mit dem C3 Festival (Club trifft Contemporary Classical) und der Fachmesse und -konferenz Classical Next die thematische Ausweitung in die Welt der Klassik hinzu sowie 2015 die Veranstaltung des Berliner Karnevals der Kulturen. Die Sparte Piranha Consult bietet die im Unternehmen über die Jahrzehnte gewachsene Expertise internationalen Netzwerkevents weltweit an. Herzlichen Glückwunsch. piranha-arts.com


Matthias Bardong
NEUER MUSIKALISCHER LEITER (28.01.2017)
Matthias Bardong

Einen großen Einbruch erfuhr das Pfingstfestival auf Burg Waldeck, denn im Jahr 2016 wurde es zum letzten Mal maßgeblich von Jürgen Jacobi-van Beek musikalisch organisiert. Jacky, wie er genannt wurde, hinterließ in dieser Funktion ein großes Paar Schuhe. Inzwischen wurde ein Nachfolger gefunden. Der WDR-Redakteur und Liederbestenliste-Juror Matthias Bardong konnte gewonnen werden, die musikalische Leitung und Organisation des Liederfestes federführend zu übernehmen. Das Programm für die Ausgabe vom 2. bis 4. Juni 2017 steht bereits weitgehend und kann auf burg-waldeck.de eingesehen werden. Es steht unter dem Motto „53 Jahre Liederfest Waldeck“. Kurz vor Drucklegung von Heft 1/2017 erreichte uns jedoch die traurige Nachricht, dass nun auch Matthias Bardong verstorben ist. Mehr dazu in Kürze.
Eckard Schleiermacher; Foto: Hans-Joachim Maquet
SAXOFONE IM SAXSTALL (23.01.2017)
Eckard Schleiermacher; Foto: Hans-Joachim Maquet

Ein kulturelles Kleinod kann man im Dörfchen Pohrsdorf nahe Dresden finden. Aus einem ehemaligen Schweinestall baute sich hier der Apotheker Eckard Schleiermacher privat einen Veranstaltungsraum aus, in dem es seit 2008 regelmäßig viel beachtete Konzerte gibt, den Saxstall. Vorwiegend kann man modernen Jazz genießen, darunter Größen der Ost-Jazzszene wie Joe Sachse oder Uwe Kropinski, aber auch Artverwandtes wie Klezmer, Blues und Folk, im Sommer auch im Freien. Zum Saxstall gehört auch eine Sammlung von über hundert Saxofonen, darunter einhundertundfünfzig Jahre alte Originale aus der Werkstatt des Erfinders Adolphe Sax. Dabei verzichtet der Veranstalter, der das Instrument selbst spielt, auf Eintritt und Fördermittel und bittet lediglich um Spenden, was kaum kostendeckend ist. Der Ruf des Saxstalls ist bestens, bewerben sich doch immer wieder international renommierte Musiker, dort auftreten zu dürfen. Das aktuelle Konzertprogramm findet sich auf saxstall.de.


Heike Mildner; Foto: Ingo Dietrich
HOYSCHRECKEN-JUBILÄUM (19.01.2017)
Heike Mildner; Foto: Ingo Dietrich

Die Kulturfabrik Hoyerswerda lud Ende November zum zwanzigsten Liederfest Hoyschrecke ein (siehe auch „Heimspiel“ in Folker 6/2016), und zahlreiche Gäste kamen. In drei Veranstaltungen standen achtundzwanzig Songpoeten und Liedgruppen auf der Bühne. Der Freitagswettbewerb endete überraschend, aber völlig verdient mit dem Publikumspreis für Heike Mildner. Die Wahl-Brandenburgerin, bisher nur absoluten Insidern ein Begriff, bestach durch glaubwürdige Liedtexte, Witz und Charme. Favorisiert hätte man eher die Berliner Gruppe Flobêr, die am Ende Zweite wurden. Höhepunkt des Wochenendes aber wurde wie erwartet das herausragende „Konzert der Preisträger“ mit Hoyschrecken-Gewinnern der Jahre 2007 bis 2015 und einer weiteren Publikumswertung, die vom Potsdamer Bastian Bandt überzeugend gewonnen wurde, obwohl eigentlich jeder den Hauptpreis verdient gehabt hätte. Die aufrüttelnden Lieder des Zweitplatzierten Hisztory aus Leipzig gingen genauso unter die Haut wie die von Tim Köhler oder des Liedtheaters Teeater. Christoph Weiherer als Drittplatzierter gab die bayerische Politik und die Datensammelwut unter großem Beifall der Lächerlichkeit preis. Der gebürtige Russe Viktor Hoffmann begeisterte mit einer Persiflage auf die Künstlerszene, und auch Lucy Mackert, Vanessa Maurischat, Schoyfler oder Schnaps im Silbersee überzeugten an einem Konzertabend vor ausverkauftem Haus, der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird. hoyschrecke.de
Danny Dziuk
FESTIVAL MUSIK UND POLITIK (15.01.2017)
Danny Dziuk

Das Festival Musik und Politik bietet vom 24. bis 26. Februar 2017 zum achtzehnten Mal eine spannende Mischung aus Konzerten und Dialogen in der Berliner Wabe und der angrenzenden Jugendtheateretage. Wie immer wird sowohl ein Blick zurück in die eigene Geschichte geworfen als auch die aktuelle Liedermacher- und Folkszene beleuchtet. Der historische Teil des Festivals steht diesmal unter dem Motto „Enkel und anderes Folk – Umbrüche in den Siebzigern“. Es geht um die DDR-Liedszene ab 1973. Die Singebewegung erlebte damals ihren Höhepunkt und kam dann in die Krise. Eine differenzierte Liedszene mit Folkmusik, Liedertheatern und Liedermachern entstand. Wie Folkländer, Karls Enkel, Schicht, Brigade Feuerstein und andere nach neuen Wegen suchten und ausprobierten, was „ging“ und was „nicht ging“, werden Reinhold Andert, Elke Förster (ehemals Brigade Feuerstein), Wolfgang Leyn, Steffen Mensching und Bernd Rump diskutieren. In einem anschließenden Konzert werden außer den Genannten auch Elke Schmeckenbecher (ehemals Karls Enkel) und das Duo Sonnenschirm auftreten. Der Rockpoet Tino Eisbrenner (ehemals Frontmann der DDR-Popband Jessica) hat sich in den letzten Jahren der Liedermacherszene angenähert (siehe auch separaten Beitrag auf Seite 18 dieser Ausgabe). Im Herbst 2016 war er an einem Vissotski/Okudschawa-Programm mit Künstlern aus mehreren osteuropäischen Ländern beteiligt. Im Konzert „Imagine Peace“ sind bei ihm Olga Zalesskaya, Alexandra Arbatskaya und der Chor Towa-Jowa zu Gast. Im Konzert der Liederbestenliste präsentiert der mehrmalige Liederpreisträger Danny Dziuk (2002, 2009) sein jüngstes Album Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer vor. Mit dabei sind Künstler, die 2016 ausgezeichnet wurden, so Nadine Maria Schmidt mit den Förderpreis der Liederbestenliste und das Duo Simon & Jan mit dem Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises und dem Bayrischen Kabarettpreis. Beim Liederpodium stellen Liedermacher und Sänger ihr aktuelles Repertoire vor, darunter Calum Baird, Singer/Songwriter aus Edinburgh, die Berliner Band Flobêr, Hornberger und das Tippel Orchestra. musikundpolitik.de


Logo GEMA
MUSIKVERLAGE IN BEDRÄNGNIS (12.01.2017)
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Die GEMA, Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, darf nach einem Mitte November gefällten Urteil des Berliner Kammergerichts zukünftig die Musikverlage nicht mehr pauschal an den Einnahmen aus Urheberrechten von Textern und Komponisten beteiligen. Diese Tantiemen fließen jetzt auf die Konten der Künstler. Bisher war die Regelung so, dass 60 Prozent der Einnahmen aus Urheberrechten an die Künstler und 40 Prozent an die GEMA ging. Um zu klären, welche Beträge die Verwertungsgesellschaft zurückzahlen muss, muss sie rückwirkend bis 2010 ihre Einkünfte offenbaren. Erfolgreich geklagt hatten der Musiker und Piratenpolitiker Bruno Kamm und sein Kollege Stefan Ackermann. Welche Folgen das letztinstanzliche Urteil im Detail für die Musikwirtschaft hat, ist noch unklar.
Malbrook mit (v. li.) Vivien Zeller, Ernst Poets, Ralf Gehler, Wolfgang Meyering; Foto: Jan Wendland
WINDROS-SEMINAR IN SCHWERIN-MUESS (08.01.2017)
Malbrook mit (v. li.) Vivien Zeller, Ernst Poets, Ralf Gehler, Wolfgang Meyering; Foto: Jan Wendland

Das Zentrum für traditionelle Musik am Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß lädt vom 23. bis 26. Februar 2017 zum dritten Windros-Seminar. Willkommen sind alle Instrumente und ihre Spieler. Unterschiedlichste Kurse erwarten die Teilnehmer. Die Musikanten der Gruppe Malbrook und Freunde gestalten das Wochenende. Wolfgang Meyering und Ernst Poets bieten einen Instrumental-Ensemblekurs an. Am Samstag gibt Monica Mühlberg in einem Tagesseminar Musikern einen Einblick in die Geschäftswelt des Musizierens. Jan Budweis leitet einen Kurs für das diatonische Akkordeon, die „Treckfiedel“, Vivien Zeller bietet an verschiedenen Tagen das Erlernen unterschiedlicher Aspekte der Auseinandersetzung mit traditioneller Musik – Tanzmusik, Groove, zweite Stimmen, Noten. Ralf Gehler eröffnet Dudelsackspielern das gemeinsame Spiel auf Sackpfeifen in D-G-Stimmung. Das Windros-Seminar knüpft an das Kurswochenende Pipen un Lyren an, das viele Jahre lang traditionelle Musik in Schwerin thematisierte. Alle Kurse sind tageweise buchbar. Am Abend gibt es Sessions zum Tanzen und Mitspielen. Weitere Informationen unter „Veranstaltungen/Seminare“ auf tradmusikzentrum.de.


Logo Folk of Europe
FOLK VON ZU HAUSE (04.01.2017)
Logo Folk of Europe

Die einen stimmten für den Brexit und eine Loslösung des Vereinigten Königreichs von der EU, die anderen wollen Europa zusammenbringen. Eine neue Plattform aus dem „Mutterland“ will es ermöglichen, europäische Folktraditionen miteinander zu teilen. Folk of Europe sucht, findet und spricht spannende Künstler aus ganz Europa an und bittet sie um zu Hause live eingespielte Videos, die dann auf folkofeurope.com eingestellt werden. Alle, die mitmachen, reichen zwei Aufnahmen ein, einmal eines traditionellen Liedes aus ihrer jeweiligen Heimat, einmal eines selbst geschriebenen Songs. Ziel der Betreiber des noch jungen Portals um Joseph Woods ist es, die Folkmusik verschiedener europäischer Länder über deren Grenzen hinaus bekannt zu machen sowie das Zusammenspiel alter Traditionen und aktueller musikalischer Entwicklungen zu spiegeln. So heißt es denn auch ausdrücklich, dass das Angebot nicht nur für Folkmusiker oder Fans des Genres gedacht ist. Über die Website hinaus kann man dem Portal auch via Facebook, Twitter oder per Newsletter folgen. Wer mitmachen und nicht warten will, bis er gefunden wird, der kontaktiert die Macher einfach per E-Mail – folkofeurope@gmail.com. Die ersten Beiträge aus England, Wales, Dänemark, der Türkei, Italien oder Irland können bereits auf der Website angesehen und -gehört werden.
Maria Serrano; Foto: Mario Ceppi
KÜNSTLER STELLEN SICH IN FREIBURG VOR (01.01.2017)
Maria Serrano; Foto: Mario Ceppi

Die Internationale Fachmesse für Bühnenproduktionen, Musik und Events wird auch im 29. Jahr ihres Bestehens alles bieten, was Besucherinnen, Besucher und Teilnehmer von diesem großen Branchentreffen erwarten: zahlreiche Liveauftritte mit Künstlern aus fünfundzwanzig Ländern, zwei ausgebuchte Messehallen mit nahezu vierhundert Ausstellern und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Zum ersten Mal seit Bestehen der IKF erhält die Musik dabei einen eigenen Platz im Messegeschehen, womit der Veranstalter dem immer umfangreicheren Angebot im Musikbereich Rechnung trägt. Den Anfang macht wie immer eine hochkarätige Eröffnungsgala, an den drei folgenden Messetagen präsentieren sich Schlag auf Schlag Bands, Theatergruppen, Performancekünstler, Kabarettisten und Comedians, Entertainer, Slammer, Tanzensembles und zahlreiche Künstler anderer Genres dem anwesenden Fachpublikum – entweder mit zwanzigminütigen Ausschnitten aus ihren aktuellen Programmen oder mit ganzen Produktionen in der „Special“-Reihe. Insgesamt warten etwa 180 Aufführungen auf die Fachbesucher. Nicht zu vergessen der in jeder Sparte (Darstellenden Kunst, Musik und Straßentheater) vergebene Kulturbörsenpreis Freiburger Leiter. Wieder haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, aus dem Kreis der nominierten Künstler ihren Favoriten zu wählen – vor Ort, während der IKF und direkt im Anschluss an den Auftritt der Nominierten. Noch während der Fachmesse werden die drei Gewinner dann bekannt gegeben und zur nächsten Kulturbörse eingeladen. Alle Informationen über das große Branchentreffen sowie das ausführliche Programm finden Sie unter kulturboerse.de und im ca. 550 Seiten umfassenden Katalog.


Wolf Biermann; Foto: Thorsten Jander
ACHTZIG JAHRE WOLF BIERMANN (28.12.2016)
Wolf Biermann; Foto: Thorsten Jander

Als Wolf Biermann während der Weltfestspiele 1973 im dichten Gewühl auf dem Alexanderplatz ein spontanes Konzert gab, stand hinter ihm ein junger Physikstudent namens Joachim Sauer. Dieser ist heute Professor und zudem Gatte der Bundeskanzlerin. Er hielt die Festrede zum achtzigsten Geburtstag des Künstlers im Berliner Ensemble. Biermann wurde am 15. November 1936 in Hamburg geboren. Seine Eltern waren Kommunisten, sein jüdischer Vater wurde in Auschwitz ermordet. Er selbst blieb bis in die frühen Achtzigerjahre der kommunistischen Idee verbunden, die Auseinandersetzung mit ihr bestimmt bis heute sein Leben und Schaffen. Nachdem er 1953 in die DDR ging, führte ihn sein Weg über das Berliner Ensemble zum Schreiben kritischer Lieder und Gedichte über die DDR-Wirklichkeit. Trotz oder gerade wegen der lückenlosen Stasiüberwachung, seines Auftrittsverbots vom 11. Plenum der SED 1965 und seiner 1976 erfolgten Ausweisung aus der DDR wurde er zum Liedermacher mit einer einmaligen und unvergleichlichen Wirkungsgeschichte. Von den Folgen und Auseinandersetzungen um diese Ausweisung erholte sich das kulturelle Leben der DDR nicht mehr wieder. Als Dichter und Sänger vielfach ausgezeichnet, umstritten bis heute, steht er auch in seinem hohen Alter noch mit bemerkenswerter Frische und Vitalität auf der Bühne. Der Folker gratuliert. wolf-biermann.de
Bob Dylan
DYLAN AUF DEM LITERATUROLYMP (25.12.2016)
Bob Dylan

Zwanzig Jahre lang wurde er immer mal wieder mit dem höchsten Literaturpreis in Verbindung gebracht, nun hat er ihn – wider vieler Erwarten – erhalten. Der fünfundsiebzig Jahre alte Singer/Songwriter aus Duluth, Minnesota, wurde mit dem Literaturnobelpreis 2016 ausgezeichnet, weil er „neue poetische Ausdrucksformen innerhalb der großen amerikanischen Songtradition“ erschaffen habe. Die Reaktionen sind zwiegespalten. Dylan-Fans auf der ganzen Welt sind begeistert und Kollegen wie Bruce Springsteen und Tom Waits gratulierten, ein Kommentator auf Deutschlandradio Kultur meinte: „Seien wir ehrlich: Gäbe es einen Nobelpreis für Musik, er hätte ihn nicht verdient. Den für Literatur hat er zu Recht erhalten.“ Andere halten den Literaturnobelpreis für Dylan für ungefähr so angemessen wie den Friedensnobelpreis für Barack Obama. Der Literaturkritiker Denis Scheck von der ARD-Sendung Druckfrisch hingegen sagte: „Gelegentlich erlaubt sich die Akademie ein ‚Späßken‘“ und empfahl, die Auszeichnung als Witz zu nehmen. Für den Folker kam die Nachricht erst so kurz vor Drucklegung, dass eine angemessene Würdigung zumindest in der vorliegenden Ausgabe nicht mehr zu schaffen war. Wir holen das nach – kein Witz.


The Klezmatics
DREI DEKADEN KLEZMATICS (21.12.2016)
The Klezmatics

„Die Klezmatics sind nicht einfach nur die beste Klezmerband, wenn sie einen guten Abend haben, gehören sie zu den besten Bands auf diesem Planeten!“ So schreibt Time Out New York über die Band, die ihr dreißigjähriges Bühnenjubiläum feiern. Zu diesem Jahrestag gibt es ein neues Album mit dem Titel Apikorsim. Es ist die erste Aufnahme der sechs Bandmitglieder, die ohne besondere Gäste, Sessionmusiker oder genreübergreifende Kooperationen entstanden ist. Zu hören ist der pure Sound der Band, mit einer Musik, die ein Publikum weltweit elektrisiert. Die Klezmatics haben mit ihrem ureigenen Klang den Verlauf der jüdischen Musikgeschichte verändert, darüber hinaus sind sie die einzige jüdische Musikgruppe, die je einen Grammy gewonnen hat. Der Folker gratuliert aufs Schärfste! www.klezmatics.com
Logo Leopold
DER LEO BRÜLLT ZUM ELFTEN MAL (18.12.2016)
Logo Leopold

Zum elften Mal verleiht der Verband deutscher Musikschulen (VDM) den Medienpreis Leopold, der seit über zwanzig Jahren „gute Musik für Kinder“ kürt. Produzenten, Verlage und Tonträgerhersteller können sich mit ihren Musikproduktionen für Kinder bewerben, um von der Experten- und Kinderjury empfohlen zu werden. Im CD- und Musikaliengeschäft sowie im Internet hat sich der Leopold lange etabliert, dient unter anderem als Gütesiegel und erleichtert Eltern und Pädagogen die Auswahl im Bereich Kinderhörmedien. Der Medienpreis wird seit 1997 für CDs, MCs, CD-ROMs und DVDs vergeben, die in unterschiedlichster Weise fantasie- und qualitätsvolle Produktionen zum Thema beitragen, wie etwa traditionelle und neue Kinderlieder, Rock-, Pop- und Weltmusik, Musiktheater, Klassik, Wissenswertes im Zusammenhang mit Musik oder musikorientierte Hörbücher. Gesucht werden kreative Kompositionen, die auf hohem künstlerischem und technischem Niveau bei Kindern Freude an Musik wecken und ihre Entwicklung unterstützen. In diesem Jahr können sich auch musikbezogene Internetportale und Apps aus dem deutschsprachigen Raum bewerben. Die Preisverleihung ist für den 29. September 2017 im WDR Funkhaus in Köln geplant. Eingesandt werden können Produktionen, die zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 31. Januar 2017 erschienen und über den Handel oder andere Verkaufswege zu beziehen sind. Einsendeschluss für die Bewerbung ist der 31. Januar 2017. Weitere Informationen gibt es im Internet unter medienpreis-leopold.de sowie beim VDM (Telelfon 0228-957060, vdm@musikschulen.de). Unterstützt wird der Leopold vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von den Partnern WDR 3 Kulturradio und der Initiative Hören. www.musikschulen.de


Los Paperboys; Foto: Björn Friedrich
CELTIC CONCERTS & SESSIONS … (15.12.2016)
Los Paperboys; Foto: Björn Friedrich

… gehen in die nächste Runde. Die Veranstaltungsreihe in der Alten Kaserne zu Winterthur startet in die neue Saison. Nachdem die ersten drei Abende großartige Erfolge waren, haben die Veranstalter beschlossen weiterzumachen. Schon im Oktober stieg eine Scottish Folk Night, bis zum Frühling sollen fünf bis sechs weitere Veranstaltungen über die Bühne gehen. Fest stehen bereits „Songs from Ireland – old and new“ am 27. Januar, der Celtic Spring Caravan am 4. März, Pigeons on the Gate am 7. April sowie Los Paperboys am 27. April. Wie in einem waschechten Pub gibt es vor und nach den Konzerten eine sogenannte „Open Irish Session“. Also: Fiddle und Co. eingepackt und los geht’s! www.celtic-concerts-sessions.ch
Brian McNeill; Foto: Simon Dunkerley
LERNEN MIT BRIAN McNEILL (11.12.2016)
Brian McNeill; Foto: Simon Dunkerley

Die LAG Folk Schleswig-Holstein intensiviert ihre Jugend- und Nachwuchsarbeit. Ab 2017 macht sie im Norden mehr Werkstattangebote für jugendliche Folkmusikerinnen und -musiker. Zum Auftakt serviert sie am 12. und 13. November noch diesen Jahres einen Leckerbissen. In Kappeln an der Ostsee findet eine Ensemblewerkstatt für fünfzehn junge Menschen unter Leitung von Brian McNeill statt. Der schottische Multiinstrumentalist, Komponist, Sänger und Songwriter wurde als Gründungsmitglied der Battlefield Band und dann als Solist weltbekannt. Er spielt hauptsächlich Geige, Bouzouki, Mandocello, Gitarre und Konzertina, gilt als einer der bedeutendsten schottischen Songwriter und ist auch als Produzent für andere Musikerinnen und Musiker aktiv. Sechs Jahre lang leitete er erfolgreich den Bereich für schottische Musik der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow, aus der viele Nachwuchskünstler der schottischen Folkszene hervorgegangen sind. Da er recht gut Deutsch spricht, gibt es keine Verständigungsprobleme. Teilnahmeberechtigt sind junge Menschen bis zum vollendeten siebenundzwanzigsten Lebensjahr. Bedingung ist die mittlere Beherrschung des eigenen Instruments. Alle in der Folkmusik gängigen Instrumente sind möglich. Notenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Die jungen Leute verbessern ihr Zusammenspiel im Ensemble, lernen typische Melodien und Phrasierungen schottischer Folkmusik kennen und trainieren den gezielten Einsatz ihres Instruments im Ensemblespiel. Der Teilnahmebeitrag von 50 Euro schließt mindestens zwölf Unterrichtsstunden, Übernachtung und Mahlzeiten für zwei Tage in der Jugendherberge Kappeln sowie die Betreuung durch die LAG Folk SH ein. Die LAG trägt auch das Dozentenhonorar. Anmeldungen sind noch möglich an info@lagfolk.de.